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Salar de Uyuni

Gewählt zum Reiseziel des Monats Juni 2009 „abseits der Touristenpfade“
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Aus Wikivoyage
Salar de Uyuni
Salar de Uyuni
DepartamentoPotosí
Einwohnerzahl
Höhe3.661 m
Lagekarte von Bolivien
Lagekarte von Bolivien
Salar de Uyuni

Die Salar de Uyuni ist die größte und höchstgelegene Salzwüste der Welt. Sie liegt im Südwesten von Bolivien.

Hintergrund

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Vor ca. 40.000 Jahren war das Gebiet Teil eines riesigen prähistorischen Salzsees. Als dieser austrocknete, blieb das Salz zurück. Auf einer Fläche von 160 km Länge und 135 km Breite entstand so die Salzwüste Salar de Uyuni. Die Höhe der Salzkruste variiert stark und kann im Zentrum der Wüste bis zu 10 m dick sein. Es wird geschätzt, dass hier 10 Milliarden Tonnen Salz lagern. Davon werden jedes Jahr nur ca. 25.000 Tonnen abgebaut.

Im Jahr 2016 diente die Salzwüste als Drehort der Schlacht von Crait im Film Star Wars: Die letzten Jedi.

Vorbereitung

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Alle Touren werden mit Geländewagen durchgeführt, normalerweise ältere Toyota-Landcruiser-Modelle, die notfalls auch mit dem Schraubenzieher repariert werden können. Die Tourpreise können sich gewaltig unterscheiden, je nachdem, wieviele Personen in einem Auto mitfahren. 6 - 7 Personen sind normal, in so einem Fall kann man eine 3-Tages-Tour schon für 50,- oder 60,- US$ bekommen. Viele Touren werden ausdrücklich mit "englischsprachigem Führer" angeboten. Dann ist allerdings lediglich der Fahrer in der Lage, auch auf Englisch zu kommunizieren, in keinem Fall wird ein Extra-Reiseführer mitkommen!

Ein Zwischenstopp

Grundsätzlich bewegen sich alle Touren mehr oder weniger auf der gleichen Strecke, zusätzliche Haltewünsche unterwegs können aber im Allgemeinen berücksichtigt werden. Wer es bequemer mag, sollte bereit sein, 80,- bis 100,- US$ für eine 3-tägige Fahrt zu zahlen und dafür mit einer Gruppe von nur 5 Leuten zu reisen.

Wer Herz- und/oder Kreislaufprobleme hat, sollte vorher seinen Hausarzt konsultieren. Die Tour führt auf eine Höhe von bis zu 5000 m über dem Meeresspiegel. Hier kann sich der Körper nur bedingt an die Umgebung anpassen und neben der Höhenkrankheit, die durch Mate de Coca oder entsprechende Medikamente eingedämmt werden kann, wird der ständige Sauerstoffmangel unter Umständen für unangenehme Kurzatmigkeit und Herzrasen sorgen.

Aus diesem Grund ist dringend auf eine Höhenakklimatisierung zu achten. Man sollte nicht direkt von niedrig gelegenen Gebieten kommend die Tour starten. Einige Tage Aufenthalt in La Paz, Potosí, Sucre oder Tupiza reichen in den meisten Fällen aus, solange dort keine schwerwiegenden Symptome auftreten. Es gibt auch Personen, die mit der Höhe generell nicht zurechtkommen und die auch nach mehreren Tagen Aufenthalt über 3000 m Höhe Symptome der Höhenkrankheit verspüren. Diesen Personen wird dringend abgeraten, sich in die abgelegenen Gebiete im bolivianischen Südwesten zu begeben, da es dort keinerlei medizinische Einrichtungen gibt und das nächste Krankenhaus bis zu 6 h Fahrt mit dem Jeep entfernt sein kann.

Unbedingt mitbringen:

  • Sonnenbrille, möglichst auch an den Seiten geschlossen, da die Sonne vom weißen Salz stark reflektiert wird, im schlimmsten Fall kann Schneeblindheit drohen
  • Sonnencreme mit SEHR hohem Schutzfaktor (ab 70 aufwärts) - durch die dünne Luft werden die UV-Strahlen deutlich weniger abgeschwächt
  • Kopfbedeckung
  • Ersatz-Akku und -Speicherkarten für Fotoapparat und Kamara - es gibt unterwegs nicht in allen Fällen die Möglichkeit, Akkus aufzuladen
  • Schlafsack
  • Warme Kleidung - nachts kann es bis zu -10°C kalt werden
  • Taschenlampe und Ersatzbatterien - in den Unterkünften wird das Licht um ca. 22:00 Uhr abgeschaltet, es gibt nur Solarstrom
  • Wasser - die Touranbieter nehmen normalerweise nicht genug Wasser mit. An der Unterkunft in der zweiten Nacht gibt es ein kleines Geschäft, wo Wasser verkauft wird, ca. 7,- Bolivianos
  • Medikament gegen Höhenkrankheit - kann in Uyuni in jeder Apotheke erworben werden, Cocatee hilft auch bei leichten Symptomen bzw. zur Prävention
  • evtl. Aspirin - verdünnt, zusammen mit viel Wasser, das Blut und sorgt so für einen besseren Sauerstofftransport im Körper

Anreise

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Die eigentliche Tour startet in Uyuni oder Tupiza, obwohl es auch Angebote von La Paz aus gibt. Von allen größeren Städten aus ist Uyuni mit dem Bus zu erreichen, auch mit der Eisenbahn aus Oruro bzw. Tupiza und Villazón ist der Ort erreichbar.

Agenturen

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Touristen werden oft schon auf der Straße angesprochen und die Agenturen unterbieten sich gegenseitig mit Preisen bzw. Sonderangeboten. Rund um das überschaubare Zentrum der Stadt Uyuni gibt es besonders viele Anbieter. Wer alleine oder zu zweit reist, findet hier am ehesten Möglichkeiten, sich einer Gruppe anzuschließen oder eine Gruppe "aufzustellen". Preise können verhandelt werden, dies ist in der Gruppe natürlich leichter.

Im Oficina Regional de Turismo Uyuni, Av. Arce 7, Tel. (04) 62 20 60 gibt es ein Buch, in das Touristen ihre Beschwerden eintragen können. Hier kann man sich danach erkundigen, welche Agenturen seriös arbeiten und gute Bewertungen bekommen haben. Natürlich besteht immer auch die Möglichkeit, andere Touristen nach ihren Erfahrungen bzw. Empfehlungen zu fragen.

Los geht's...

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Hier wird die 3-Tages-Tour von Uyuni bis zur Laguna Verde und zurück beschrieben. Es gibt auch Touren, die in Tupiza starten, in San Pedro de Atacama (Chile) enden oder 4 bzw. 5 Tage dauern. In diesen Fällen würde sich das Programm vom hier dargestellten leicht unterscheiden, alle wesentlichen Punkte werden aber angefahren.

Erster Tag - Fahrt durch die Salzwüste nach San Juan

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Zug-Friedhof

Der erste Tag der Tour führt durch die Salzwüste. Wenn es geregnet hat, zeigen sich in den Pfützen bzw. Seen spektakuläre Spiegelbilder der Landschaft.

  • Uyuni (3669 m) - Wer als Gruppe reist, wird im Normalfall direkt vom Hotel abgeholt, wenn mehrere Personen aus verschiedenen Hotels sich zu einer Gruppe zusammenschließen, wird im Allgemeinen ein Treffpunkt abgesprochen, der für alle zu Fuß gut erreichbar ist. Abfahrt ist gegen 10:30 Uhr, da die Fahrer direkt vorher tanken und die Tankstellen meist nicht so zeitig öffnen.
  • Zug-Friedhof (3669 m) - kann nach Absprache am Anfang oder am Ende der Tour besichtigt werden. Seit der Einführung der Eisenbahn in Bolivien wurden alle ausgemusterten Züge hier gelagert.
  • Colchani (3653 m) - ein Dorf am Rand der Salzwüste. Die Bewohner hier leben ausschließlich vom Salzabbau. In einem kleinen Museum wird erklärt, wie das Salz abgebaut, verarbeitet und zum Verkauf vorbereitet wird. In zwei Räumen werden Gebrauchsgegenstände aus Salz, eine lebensgroße Lamaskulptur u.ä. ausgestellt. Eintritt ca. 2,- Bolivianos, Benutzung der Toilette 1,- Boliviano
Isla del Pescado
  • Salzabbau (3653 m) - das Gebiet, in dem die Bewohner von Colchani das Salz abbauen, liegt etwas außerhalb des Dorfes. Das Salz wird mit einer Schaufel aufgehäuft, um einige Tage in der Sonne zu trocknen. Anschließend wird es mit Lkws in den Ort gebracht und weiterverarbeitet.
  • Salzhotel (3653 m) - Besichtigung eines Hotels, das komplett aus Salz gebaut wurde. Der "Eintrittspreis" wird entrichtet, indem man einen Schokoriegel oder etwas ähnliches kauft.
  • Isla del Pescado oder Isla Incawasi (3653 m) - Während der Regenzeit sieht die Insel durch die Spiegelung aus wie ein Fisch, Incawasi bedeutet "Haus des Inka". Die Kakteen hier wachsen nur 1 cm im Jahr, einige sind bis zu 12 m hoch. Da die Insel ein Naturschutzgebiet ist, müssen 30,- Bolivianos Eintritt bezahlt werden, diese sind meistens nicht im Tourpreis inbegriffen. Die meisten Gruppen machen hier Mittagspause.
  • San Juan (3660 m) - hier wird übernachtet. Die Unterkünfte sind einfach, warmes Wasser zum Duschen gibt es nur auf Nachfrage. Etwas außerhalb vom Ort streunen halbwilde Lamaherden durch die Steppe. Sie lassen sich bereitwillig fotografieren. Gegen 5,- Bolivianos Eintritt kann man den "Mumienhügel" besichtigen - die Gräber hier sollen noch aus der Vor-Inka-Zeit stammen.
Arbol de Piedra

Zweiter Tag - Fahrt in den Süden bis zur Laguna Colorada

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  • Laguna Hedionda (4186 m) - eine Süßwasserlagune, die Nahrung und Lebensraum für Flamingos bietet. Hier wird eventuell zu Mittag gegessen.
  • Laguna Chiar Khota, Laguna Honda, Laguna Ramaditas (4186 m) - weitere Lagunen, an denen jeweils unterschiedliche Flamingoarten leben
  • Arbol de Piedra (4412 m) - der "Steinbaum" hat seine Form im Laufe der Zeit durch Sandstürme und Regen erhalten
  • Laguna Colorada (4278 m) - die "Rote Lagune" bekommt ihre Färbung durch spezielle Algen. Sie liegt im "Reserva Nacional de Fauna Andína Eduardo Avaroa"-Naturschutzgebiet, daher ist hier noch einmal ein Eintritt von 150,- Bolivianos zu zahlen, der nicht im Tourpreis enthalten ist.
  • Übernachtung (4278 m) - Ganz in der Nähe der Laguna Colorada gibt es Unterkünfte, die extra für die Touristen erbaut wurden. Abendessen im Gemeinschaftsraum mit den anderen Gruppen. 6 oder mehr Betten pro Zimmer, Decken werden zur Verfügung gestellt. Das Bad ist sauber und hat sogar eine Dusche, die aber nicht immer funktioniert. Einheimische stellen für 10,- Bolivianos ihre kohlebeheizte Dusche zur Verfügung, am besten den Fahrer fragen. Zwischen Juni und August können die Temperaturen nachts bis auf -20 °C sinken.

Dritter Tag - Geysire, Heiße Quellen und Rückfahrt nach Uyuni

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Die Tour beginnt um 5:00 Uhr morgens ohne Frühstück!

  • Sol de Mañana Geysir (4850 m) - aus verschiedenen Quellen steigt schwefelhaltiger heißer Dampf auf. Vorsicht: auch der Schlamm ist heiß!
  • Heiße Quellen (4400 m) - wer möchte, kann baden. Badesachen nicht vergessen. Spektakulärer Sonnenaufgang, wenn man zur richtigen Zeit da ist. Die meisten Gruppen frühstücken hier. Toilettenbenutzung 3,- Bolivianos, Benutzung des Umkleideraums incl. einem Toilettengang 6,- Bolivianos.
Laguna Verde mit dem Vulkan Licancabur im Hintergrund
  • Salvador-Dalí-Wüste (4400 m) - der Name wurde von Touristen geprägt, da dieser Teil der Wüste mit den verschiedenen Farben und Formen an die Werke des Künstlers erinnert.
  • Laguna Blanca und Laguna Verde (4400 m) liegen am Fuß des Vulkans Licancabur. Früher bildeten beide Lagunen eine Einheit, heute sind sie nur noch durch ein kleines Rinnsal miteinander verbunden. Die Laguna Blanca enthält Borax und sieht dadurch weiß aus, die Laguna Verde ist durch verschiedene Schwermetalle im Wasser grün gefärbt. Dieses Wasser ist GIFTIG! Direkt hinter dem Vulkan liegt die Grenze zu Chile.
  • Valle de las Rocas (3800 m) - hier wurde Vulkangestein von Wind und Wetter geformt. Die Felsen sind bis zu 30 m hoch; wer möchte, kann hochklettern und den Blick in die Umgebung genießen aber auch von unten bieten sich interessante Fotomotive.
  • Rückfahrt nach Uyuni

Sicherheit

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Wer ohne Führer durch die Wüste fahren möchte, sollte bedenken, dass es keine Straßen, keine Hinweisschilder, keine Tankstellen und keine Trinkwasser-Oasen gibt. Trotz verschiedener Vulkane, die als Orientierungspunkte dienen können, ist es leicht, sich zu verirren. Man sollte auf jeden Fall ausreichend Trinkwasser und ein Funkgerät mitnehmen. Außerdem besteht die Möglichkeit, im Tourismusbüro von Uyuni jemanden über die geplante Tour und deren Dauer zu informieren.

Die Wüste liegt an der Grenze zu Chile und Argentinien, d. h. in größeren Abständen sind Militärposten stationiert, die es nicht gerne sehen, wenn die Landesgrenze abseits der offiziellen Übergänge passiert wird. Auch Gerüchte über Minen sind bisher nicht völlig verstummt, daher ist bei einer Tour auf eigene Faust besondere Vorsicht geboten.

Die kommerziellen Touren werden mit älteren Geländewagen durchgeführt. Es kann sein, dass unterwegs eine Reparatur fällig wird, die einige Stunden in Anspruch nehmen kann. Die Fahrer kennen sich jedoch gut aus und wissen, was im Notfall zu tun ist. Auch andere Fahrer zeigen sich sehr hilfsbereit. Mit Unfällen ist nicht zu rechnen, da die Wüste genug Möglichkeiten zum Ausweichen bietet, falls doch mal ein Fahrzeug entgegenkommt.

Die Räume in den Unterkünften sind normalerweise nicht abschließbar, daher sollte man Wertsachen immer bei sich tragen oder gar nicht erst mitnehmen. Diebstähle sind jedoch selten.

In den Unterkünften und an verschiedenen Haltepunkten unterwegs gibt es Funkgeräte, über die im Notfall Hilfe gerufen werden kann. Wer mit dem Sauerstoffmangel oder den Symptomen der Höhenkrankheit Probleme hat, sollte jedoch bedenken, dass unterwegs weder Sauerstoffflaschen vorhanden sind noch medizinische Versorgung möglich ist. Aufgrund der Höhe können keine Rettungshubschrauber eingesetzt werden, jeder Transport würde mit dem Pkw erfolgen!

Ausflüge

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Siehe Uyuni und Tupiza für Möglichkeiten zur Weiterreise.

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