Ratingen

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Gewählt zum Reiseziel des Monats Februar 2023 „abseits der Touristenpfade“
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Ratingen
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohnerzahl87.297 (2019)
Höhe50 m
Tourist-Info+49 (0)2102 550 41 11
Informationen
Lagekarte von Nordrhein-Westfalen
Lagekarte von Nordrhein-Westfalen
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Ratingen

Ratingen wikipedia commons wikidata ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Seit dem Mittelalter gehörte das Ratinger Gebiet den Grafen, später Herzögen, von Berg. Für diese hatte die Siedlung eine wichtige Bedeutung im Kampf gegen den Erzbischof von Köln. Wegen seiner vorteilhaften strategischen Lage wurden Ratingen 1276 durch Graf Adolf V. von Berg die Stadtrechte verliehen um ein Gegengewicht gegen das Erzbistum und seine Machtansprüche zu schaffen und das nördliche bergische Gebiet zu sichern, indem er den alten Kirch- und Gerichtsort, an einem Kreuzungspunkt wichtiger Straßen gelegen, Stadtprivilegien verlieh und befestigen ließ. Im weiteren Verlauf der Geschichte erlebte Ratingen als einer der vier Hauptorte von Berg eine wirtschaftliche Blütezeit. Ab dem 16. Jahrhundert endete der Jahrhunderte währende wirtschaftliche Höhenflug Ratingens: Das nahe Düsseldorf wurde 1511 zur Residenz, später zur Landesfestung. Die Pest kam über die Stadt, neue Waffen machten die Stadtmauer unwirksam, und 1641 wurde sie während des Dreißigjährigen Krieges vollständig zerstört. Während der Industrialisierung erholte sich der Ort, ohne aber zur früheren Bedeutung zu gelangen.

Heute ist Ratingen ein beliebter Wohnort von Leuten, die in den Zentren wie Düsseldorf und Köln arbeiten, wegen der günstigeren Mieten und Grundstückpreise aber ihren Wohnort hierher verlegen. Die landschaftlichen Reize der Umgebung und die gute Anbindung an die Zentren machen den Ort sehr attraktiv.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der internationale Flughafen Düsseldorf internet wikipedia commons wikidata (IATA: DUS) liegt nur wenige Kilometer westlich von Ratingen. Vom Flughafen fährt der Bus der Linie 759 nach Ratingen. Die Busstation ist außerhalb des Flughafengeländes bei der Bahnstation D-Flughafen.

Mit Bus und Bahn[Bearbeiten]

Mit dem Auto[Bearbeiten]

Die folgenden Autobahnen haben Anschlussstellen in Ratingen:

  • A 3 Köln – Oberhausen
  • A 44 Düsseldorf – Ratingen
  • A 52 Düsseldorf – Oberhausen
  • A 524 Duisburg – Ratingen

Mobilität[Bearbeiten]

Innerhalb des Stadtzentrums kann man sehr gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein. Für die Attraktionen außerhalb der Innenstadt empfiehlt sich meistens das Fahrrad oder Auto. Zwar sind fast alle Orte auch mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar, man muss aber ggf. etwas mehr Zeit mitbringen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Karte von Ratingen

Ratingen-Mitte[Bearbeiten]

  • 1 St.-Peter-und-Paul-Kirche wikipedia commons wikidata. Der Sakralbau entstand als romanische Kirche mit zwei Chorflankentürmen (Mitte 12. Jh.) und einem viergeschossigen Westturm (1. Hälfte 13. Jh.). Am Ende des 13. Jh. wurde der romanische Bau durch eine dreischiffige, fünfjochige Hallenkirche im Stil der Gotik ersetzt. 1892 bis 1894 wurde die Kirche erweitert. Es entstand – auf der Höhe der zwei östlichen Mittelschiffjoche bei den beiden östlichen Chorflankentürmen – ein neues, zweischiffiges Querhaus im Stil der Neogotik. Das gotische Langhaus wurde nach Osten um ein Joch im Stil der Neogotik erweitert und ein sechseckiges, neogotisches Chorhaus mit Zeltdach hinzugefügt. Der Westturm erhielt einen Spitzhelm. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche teilweise zerstört; die Beschädigungen wurden nach Kriegsende Schritt für Schritt beseitigt.
  • 1 Marktplatz. Das Zentrum Ratingens bildet der Marktplatz, auf dem schon mindestens seit 1371 Waren angeboten werden. Der Wochenmarkt findet heutzutage jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag dort statt. Der Marktplatz wird bestimmt von dem Bürgerhaus (entstanden um 1300) und der dahinter liegenden Kirche St. Peter und Paul (s. u.). Nordwestlich des Marktplatzes befindet sich etwas versteckt das Minoritenkloster (gebaut 1656).
  • 2 Minoritenkloster Ratingen wikipedia commons wikidata. Das Minoritenkloster Ratingen war ein Konvent der Franziskanerminoriten in Ratingen (Kreis Mettmann), der von 1656 bis ca. 1834 existierte. Die bis heute erhaltenen Klostergebäude werden weiterhin als Minoritenkloster bezeichnet und beherbergen die Volkshochschule und das Standesamt.
  • 3 Stadtmauer commons wikidata. Von der Stadtmauer mit ihren ehemals 15 Wachtürmen sind nur noch Teilstücke mit insgesamt drei Türmen erhalten: 1) Dicker Turm, Nördlich des Zentrums zwischen Turm- und Angerstraße befindet sich neben der Stadtmauer auch noch der rekonstruierte Stadtgraben sowie der Turm, ein 13 Meter hoher und knapp 12 Meter breiter Verteidigungsturm mit einer Mauerstärke von 3,5 Metern, erstmals erwähnt 1464, 2008 von einem Heimatverein zum Vereinsheim umgebaut. 2) Trinsenturm: Westlich des Zentrums beim Rathaus liegt an der Stadtmauer der 1474 gebaute Turm, der als Waffenkammer diente. 3) Kornsturm: Östlich des Zentrums befindet sich an der Wallstraße ein kleineres Stück Stadtmauer mit dem Turm aus dem Jahr 1460.
  • 4 Wasserburg Haus zum Haus wikipedia commons wikidata. Mittelalterliche Wasserburg nördlich der Innenstadt. Im 9. Jahrhundert befand sich an gleicher Stelle eine durch Palisaden geschützte Wallburg zur Absicherung einer Furt über die Anger. Im 12. Jahrhundert wurde diese Wallburg durch einen Brand vollkommen zerstört. Die Wasserburg wurde um 1276 als Stammsitz des Adelsgeschlechts „vom Haus“ errichtet und war Teil einer Reihe von Verteidigungsanlagen entlang der Anger, der sogenannten „Angerlinie“. 1474 und im 16. Jahrhundert wurde die Hauptburg erweitert. 1972 schenkte der damalige Eigentümer die heruntergekommene und unbenutzbare Burg der Stadt Ratingen, die sie wiederum 1973 verkaufte. Der Besitzer restaurierte die Anlage und erweiterte sie um moderne Anbauten, die sich auf den ersten Blick optisch kaum von der Altanlage abheben und mit mehreren Architekturpreisen bedacht wurden.
  • Museen: siehe eigenen Abschnitt

Außerhalb[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten
Stadtmauer
  • 1 Erholungspark Volkardey. Der Erholungspark Volkardey ist ein beliebtes Naherholungsgebiet in der Region. In dem 110 ha großen Landschaftspark befinden sich zwei Seen, die nach Beendigung des Kiesabbaus in diesem Bereich entstanden sind.Die weitläufigen Grünflächen sind durch ein gut ausgebautes Wegenetz für Fußgänger und Radfahrer zu erreichen. Eine Hundeauslaufwiese befindet sich im südlichen Bereich des Parkgeländes. Hinweistafeln informieren über das Eisenzeitliche Gehöft, den Öko-Pfad oder den steinzeitlichen Werkplatz.
  • Grüner See. Ein Trimm-Dich-Pfad, eine Beachvolleyballanlage, ein Bolzplatz sowie mehrere Tischtennisplatten und Kinderspielplätze sind dort vorhanden. Über den Windsurfinclub Volkardey e.V. ist auf dem See das Surfen möglich. Das Schwimmen im Grünen See ist nicht erlaubt.
  • Silbersee. Der See ist ein geschützter Lebensraum für verschiedene Wasservogelarten. Der Zugang zum Silbersee ist nicht gestattet.
  • 5 Schloss Linnep wikipedia commons wikidata. Das aus dem 11.Jh. stammende Wasserschloss mit seinen schönen Gärten ist in Privatbesitz.
  • 6 Schloss Landsberg wikipedia commons wikidata. Die aus dem 13. jh. stammende Anlage ist im Privatbesitz der Krupp-Thyssen AG. Angeschlossen ist ein Hotel.
  • 7 Burg Gräfgenstein wikipedia wikidata. ist eine in Teilen erhaltene mittelalterliche Höhenburganlage. Die Burg wird privat bewohnt, als Bauernhof genutzt und kann nur von außen besichtigt werden.
  • 8 Schloss Heltorf wikipedia commons wikidata. Das im Privatbesitz befindliche Schloss wurde zur Verwaltung der Land- und forstwirtschaftlichen Güter in der Umgebung gebaut. Es handelt sich um ein Wasserschloss. Forstwirtschaft wird in der Umgebung seit dem 12. Jahrhundert betrieben.
  • 9 Katholische Kirche St. Anna, Lintorf wikipedia commons wikidata. Die heutige Kirche stammt aus dem Jahre 1878 und steht seit 1985 unter Denkmalschutz. Die Baugeschichte ihres Vorgängerbaus reicht jedoch zurück bis in das 11. Jahrhundert.

Museen[Bearbeiten]

  • 11 LVR-Industriemuseum. Tel.: +49 (0)2102 86 44 90 wikipedia commons wikidata. Die Textilfabrik Cromford wurde 1783 von Johann Gottfried Brügelmann gegründet, war die erste Fabrik auf dem europäischen Festland und Keimzelle der industriellen Revolution. Gezeigt wird im historischen Fabrikgebäude die Baumwollspinnerei mit originalgetreuen Nachbauten historischer Maschinen, darunter die einzige funktionierende Waterframe der Welt.
  • 13 Oberschlesisches Landesmuseum, Bahnhofstr. 62. Tel.: +49 (0)2102 965-0 wikipedia commons wikidata twitter. Zunächst hatte es die Funktion eines Heimatmuseums, das durch Sammlung und Präsentation des kulturellen Erbes von deutschen Flüchtlingen, Vertriebenen und Spätaussiedlern aus Oberschlesien die Erinnerung und soziale Eingliederung unterstützte. Daraus ist mit der Öffnung der Grenzen ab 1989 eine anerkannte internationale Vermittlerrolle geworden, die heute den europäischen Dialog unterstützt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Angermunder See

Die flache Landschaft mit Wechsel von offenem Grasland, Wäldern und Seen machen das Gebiet ideal zum Wandern oder für den Radsport. Die vielen Seen landen zum Baden ein.

Einkaufen[Bearbeiten]

Die Fußgängerzone in der Innenstadt mit vielen Geschäften lädt zum Bummeln und Einkaufen ein. Weitere Geschäfte finden sich in Lintorf entlang der Speestraße.

Küche[Bearbeiten]

Rund um den Marktplatz finden sich viele Gaststätten mit bürgerlicher Küche; alle bei gutem Wetter mit Außengastronomie.

Weitere Empfehlungen:

  • 1 Auermühle. Überreginal bekanntes Ausflugslokal im Wald mit schönem Außenbereich.
  • 2 Griechisches Gemeindezentrum. Original griechische Atmosphäre - schlicht, aber authentisch. Preiswerte wechselnde griechische Gerichte wie Gyros, Bifteki und Souvlaki, Vorspeisen und Salate. Im Sommer mit Biergarten.
  • 3 Jim & Joe, Mülheimer Str. 3a. Tel.: +49 176 24324247 facebook. Vegetarisches Bistro. Gute und günstige vegetarische und vegane Gerichte, die auch Fleischfreunde begeistern. Auch Frühstück.
  • 4 San Marco. Italienisches Restaurant, zentral gelegen mit guter Küche.
  • 5 Suitbertusstuben. Kneipe mit bürgerlicher Küche. Urige Atmosphäre in Ratingens ältestem Fachwerkhaus. Außenbereich.
  • 6 Eiscafe Claudio facebook. Bekanntes Eiscafé, im Stadtteil Hösel.

Nachtleben[Bearbeiten]

  • 1 La Cave, Oberstraße 24, 40878 Ratingen. Urige Cocktailbar in einem alten Gewölbekeller.

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Ein Unterkunftsverzeichnis mit Hotels unterschiedlicher Preisklassen ist hier anzusehen.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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