Nuraghe Santu Antine

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Der Nuraghe Santu Antine ist ein komplexer Nuraghe und das wichtigste Nuraghenbauwerk im Valle dei Nuraghi bei Terralba auf Sardinien.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nuraghe Santu Antine, Torralba

Der Nuraghe Santu Antinu ist ein komplexer Nuraghe, dessen älteste Anteile aus dem 16. Jhdt. v.Chr. stammen. Der zentrale Nuraghe wurde mit Seitennuraghen - Türmen erweitert, die mit Kasematten - artigen Gängen verbunden sind.

Geschichte[Bearbeiten]

"Nuraghe di Torralba"
Rekonstruktion Nuraghe Santu Antine
Rekonstruktion Nuraghe Santu Antine

Beim Nuraghe Santu Antine handelt es sich um einen "Komplex - Nuraghen" aus der Phase der Nuraghenkultur III, dessen Ursprünge in der Mitte des 2. Jahrtausends v.Chr. liegen. Ob die Nuraghen eher Wehr- oder kultischen Zwecken dienten, ist aufgrund der Tatsache, dass aus der Nuraghenkultur keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen wurden, weiterhin nicht geklärt.

Der Nuraghenkomplex von Santu Antine wird auch als Königsnuraghe bezeichnet, dies kommt von der sardischen Bezeichnung Sa Domo de su Re her - mit grosser Wahrscheinlichkeit waren die Siedlungen autonom und hier war sicherlich nicht der Regierungssitz des bronzezeitlichen Königs von Sardinien...

Der Naturforscher und Abt Francesco Cetti stellte den Nuraghen Santu Antinu erstmals 1774 in einer Zeichnung dar, der Hauptturm ragte aus einem grossen Trümmerhaufen heraus. In der Mitte des 19. Jhdt. wurde der Nuraghe erstmals vermessen und photographisch dokumentiert; erste Ausgrabungen erfolgten unter Antonio Taramelli um 1935. Um 1964 wurden die Ruinen des umliegenden Nuraghendorfs ausgegraben, bis heute dauern die Ausgrabungsarbeiten an.

Landschaft[Bearbeiten]

Von Torralba erstreckt sich das Valle dei Nuraghi sanft gegen Osten; hier finden sich etliche Nuraghen und andere prähistorische Bauwerke, welche durch die zentrale Lage im Landesinnern in späteren Jahrhunderten der Zerstörung entgingen.

Klima[Bearbeiten]

In den zentralen Teilen Sardiniens mit ihrem Mittelmeerklima können in den Sommermonaten die Mittagsstunden heiss werden, zur Besichtigung des Nuraghen empfehlen sie die kühleren Morgen- und späten Nachmittagsstunden.

Anreise[Bearbeiten]

Von der Schnellstrasse SS131 ist die Ausfahrt zum Nuraghe Santu Antine bezeichnet, man folgt der Provinzstrasse SP21 in östlicher Richtung. Die 1 Ticketteria mit einem Parkplatz liegt dann auf der linken Strassenseite, nach Erwerb des Tickets erreicht man den Nuraghen nach Überquerung der Strasse auf einem Schotterweg.

Gebühren[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Der geschotterte Zugangsweg zur Nuraghenanlage ist für Gehbehinderte zugänglich. Im Nuraghen selbst führen ab dem Innenhof Treppen mit jahrhundertealten oft hohen Steinstufen auf den Turm und in die Bastionen, die Verbindgungsgänge zu den Seitentürmen. Hier ist eine gewisse Trittsicherheit gefragt, die dunklen Kasematten sind beleuchtet. eingeschränkt barrierefreieingeschränkt barrierefrei

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zugang zum Haupttor
Bastion, Verteidigungsgang
  • durch das Tor gelangt man in den Innenhof. Bereits am Tor erkennt man, dass in der Nuraghenkultur mit falschen oder Kraggewölben gearbeitet wurde; die aus der klassischen Antike bekannten Rundbogengewölbe mit einem Schlussstein in der Mitte waren noch unbekannt. Ein gewaltiger Stein dient dem Tor als Sturz, auf der linken Seite ist eine Wächternische eingelassen. An der Mauer erkannt man die zyklopische Bauweise, die Mauer ist aus riesigen Basaltsteinen geführt, die aufgrund ihres Gewichts übereinander halten.
  • im 'Innenhof befindet sich ein 20 m tiefer Brunnenschacht. Von hier führen Zugänge in den südlichen und östlichen Eckturm, diese Ecktürme verjüngen sich nach oben und waren mit einem Kraggewölbe abgeschlossen, d.h. grosse Steine wurden so übereinandergelegt, dass sie sich gegen die Mitte hin annäherten und am Schluss von einem grossen Deckstein überdeckt werden konnten.
  • hohe Treppenstufen führen zu beiden Seiten in einen Gang hinauf zu den Bastionen, die wie Kasematten innerhalb der Aussenmauer die Ecktürme miteinander verbinden. Die Bastionen sind mit den Ecktürmen, die wohl zur Verteidigung dienten verbunden, nicht aber mit dem Hauptturm. Der Nürdliche Eckturm verfügt über einen weiteren Brunnenschaft.
  • vom Eingang ins Erdgeschoss gelangt man in die zentrale Zelle, der runde Raum ist von einem Kraggewölbe abgedeckt. Ein Gang führt um den Hauptraum herum und ist mit Durchgängen damit verbunden.
  • wie bei allen Nuraghen führt eine Treppe gleich hinter dem Eingang in den Hauptturm in linker Richtung nach oben.
  • in der ersten Etage ist der Hauptraum, ebenfalls von einem Kraggewölbe abgedeckt, mit einer kreisrunden Sitzbank versehen, ähnlich wie sie in den Rundhütten der Capanna di Riunione angetroffen werden.
  • eine Treppe führt hinauf in die zweite Etage, die ebenfalls über einen zentralen Raum verfügt hatte. Mit noch erhaltenen 17 m Höhe ist der Nuraghe Santu Antine einer der höchsten Nuraghen Sardiniens, im Urzustand war er einiges hoher. Von der zweiten Etage konnte man auf die Dachterrasse gelangen. Diese hatte wohl ein Brüstung und evtl. einen Holzaufbau, wie Funde von herabgestürzten Brüstungssteinen in anderen Nuraghen vermuten lassen.
  • um die Nuraghenanlage herum sind Ruinen eines Nuraghendorfs erhalten, diese stammen aus dem 13. - 9. Jhdt., der viel späteren Blütezeit der Siedlung in dieser Region.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Für die Besichtigung der Nuraghenanlage ist ein Zeitbedarf von 30 - 60 Min. einzuplanen.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • im Ticket Office werden verschiedene Bücher, Schriften für archäologisch Interessierte und Karten angeboten.

Küche[Bearbeiten]

  • dem Ticket Office ist eine Bar mit einem Angebot von Getränken und Snacks angeschlossen.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkunftsmöglichkeiten bestehen im nahen Torralba

Sicherheit[Bearbeiten]

In den Mittagsstunden der heissen Sommermonate ist auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • im Ticketpreis inbegriffen ist der Besuch des
2 Museo della Valle dei Nuraghi del Logudoro-Meilogu, Via Carlo Felice, I-07048 Torralba SS. Tel.: +39 079 847298, E-Mail: . Archäologisches Museum mit Kleinfunden u.a. vom Nuraghe Antine. Geöffnet: Sommer 9.00-20.00 h, Winter 9.00-17.00 h. Preis: 6.00/4.00 € (zusammen mit Nuraghe Antine).
  • weiter westlich liegen nie Nuraghen 3 Fraigas , (4 Nuraghe Longu und 5 Culzu ), südlich der 6 Nuraghe Oes
  • im Osten die Hünengräber von 7 Pedra longa die 8 Dolmen von Su Crastu Covaccadu und 9 Prunaiola und die prähistorische Nekropole von 10 Necropoli di Sant'Andrea Priu .

Literatur[Bearbeiten]

  • Website der archäologischen Stätte; es ist eine App mit einem Audioguide zur selbständigen Erkundung der Anlage zum Download verfügbar.
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