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Lospalos

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Lospalos (Los Palos) ist die Hauptstadt von Lautém, dem östlichsten Distrikts Osttimors. Touristische Höhepunkte sind nicht zahlreich in diesem Ort, aber er ist ein Ausgangspunkt für die Schönheiten in der Umgebung. Lospalos liegt in Luftlinie etwa 150 km östlich der Landeshauptstadt Dili. Auf der Straße sind es bis Dili 248 km.

Hauptstraße von Lospalos
Hauptstraße von Lospalos
Lospalos
Provinz Distrikt Lautém
Einwohner 12.743 (2010)
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Höhe
346 m
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Lage
Lagekarte von Osttimor
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Lospalos

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Subdistrikt Lospalos und in rosa, der Suco Fuiloro

Geographie und Einwohner[Bearbeiten]

Der Ort bildet keine geschlossene Siedlung, sondern verteilt sich weit in einzelne kleine Siedlungen und Weiler im gesamten Suco Fuiloro. Der Suco ist nach der Siedlung Fuiloro, etwa sieben Kilometer nördlich des Zentrums von Lospalos benannt. Mit den insgesamt 12.743 Einwohnern (2010) gilt Lospalos als viertgrößte Stadt Ostimors. Der Subdistrikt Lospalos hat 29.712 Einwohner. Mit 635 km² ist der Subdistrikt flächenmäßig der größte Osttimors und teilt sich in zehn Sucos: Bauro, Cacavei (Cacaven, Cacavem), Home, Fuiloro, Leuro, Lore I (Loré I), Lore II (Loré II), Muapitine, Raça (Raca) und Souro.

Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der regionalen Nationalsprache Fataluku. Weitere Sprachen im Distrikt Lautém sind Makasae im Südwesten und die fast ausgestorbene Sprache Makuva in Mehara (Subdistrikt Tutuala). Die Amtssprachen Tetum und Portugiesisch sind zumeist nicht die Muttersprache der Einwohner, allerdings ist Tetum weit verbreitet und Portugiesisch wird ab der Sekundärstufe in der Schule unterrichtet. Englischkundige sind nicht leicht zu finden. Neben der überwältigenden katholischen Mehrheit, findet sich in Lospalos eine kleine protestantische Gemeinde mit der kleinen Kirche Immanuel und die Moschee Masjid Al Taowa Lospalos, die aber langsam zur Ruine zerfällt.

Der Nordosten des Subdistrikts ist Teil des Fuiloro-Plateaus, dass aufgrund seiner Größe unmerklich von Nord nach Süd von 700 auf 500 m Höhe über dem Meer absinkt. Es ist das Überbleibsel einer urzeitlichen Lagune. In Lore I gibt es einen relativ intakten Wald. Hier finden sich Teak, Sandelholz und Bambus. Die Ebene und leicht hügelige Landschaft um Lospalos eignen sich gut zum Anbau von Reis, Mais und anderem Getreide.

Geschichte[Bearbeiten]

Anekdote Das kommt mir spanisch vor
Der Name „Lospalos“ hat keine Verbindung zum Spanischen, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern leitet sich vom Namen „Lohoasupala“ in der regionalen Sprache Fataluku ab. Trotzdem findet man immer wieder die Schreibweise Los Palos.

Die Portugiesen erreichten im 17. Jahrhundert als erste Europäer die Region und gründeten in Lore I ein Fort. Das Gebiet blieb einer der entlegensten Außenposten des Kolonialreiches. Im Ort Lautém gab es einen portugiesischen Landsitz und eine Festung, in Tutuala residierte ein Distriktsgouverneur.

1942 bis 1945 besetzten die Japaner Timor, 1975 bis 1999 die Indonesier. Im Umfeld des Unabhhängigkeitsreferendums 1999 wütete die pro-indonesische Miliz Team Alfa im Distrikt. Häuser und öffentliche Einrichtungen wurden zerstört, Unabhängigkeitsbefürworter und christliche Geistliche ermordet. Erst mit Eintreffen der Blauhelme der Vereinten Nationen kehrte Ruhe ein. 2002 erhielt Osttimor seine Unabhängigkeit.

Anreise[Bearbeiten]

Ortseingang von Lospalos

Auf der Straße[Bearbeiten]

Große Überlandbusse (Biskota) verbinden Lospalos mit den großen Orten des Landes, wie zum Beispiel über Com und dem Ort Lautém mit Baucau (3,5 Stunden) an der Nordküste und weiter bis Dili (insgesamt 7 Stunden). Eine Straße führt auch nach Viqueque im Südosten des Landes, diese ist aber in einem schlechten Zustand, weswegen es angenehmer ist, über Baucau nach Viqueque zu reisen. Viele Busse fahren vom Markt ab, doch es gibt auch andere Haltepunkte. Am besten man fragt Einheimische, wo und wann welcher Bus abfährt. Der Fahrpreis beträgt wenige US-Dollars.

Ebenfalls vom Markt aus fahren die Kleinbusse (Mikrolét), mit denen man die kleinen Orten in der Umgebung erreicht. Während die Straße nach Dili gut ausgebaut ist, sind die anderen Straßen meist Pisten mit vielen Schlaglöchern, die in der Regenzeit teils unpassierbar werden.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Region ist für timoresische Verhältnisse relativ ebenerdig, weswegen hier auch nicht ganz so fitte Radfahrer eine Chance haben. Allerdings gibt es keinen Verleih. Also sucht man sich am besten eine Mitfahrgelegenheit oder erkundet den Ort zu Fuß. Praktisch ist es natürlich, wenn man bereits in Dili einen Jeep oder ein Motorrad gemietet hat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Suco Fuiloro[Bearbeiten]

Heiliges Haus in Lospalos

Der Blickfang überhaupt in Lospalos ist das traditionelle, heilige Haus und der daneben liegende überdachte Versammlungsplatz. Es wurde in den 1990ern errichtet. In Fataluku nennt man die Häuser mit den steilen Strohdächern Lee-teinu, in Tetum Uma Lulik. Früher wurden in ihnen heilige Gegenstände der animistischen Religion aufbewahrt. Sie sind typisch für die von Fataluku bewohnte Region Timors. Man findet sie mal schlechter, mal besser erhalten zum Beispiel in Com oder Iralafai (Suco Bauro). Zwei weitere Lee-teinu finden sich in der Siedlung Titilari, im Norden des Sucos Fuiloro. 2003 befanden sie sich in einem schlechten Zustand. Inzwischen sind sie aber zu einem nationalem Symbol ganz Osttimors geworden und ihre steilen Dächer finden sich in vielen modernen Bauten wieder, so am Flughafen Dilis oder auf dem Palast des Staatspräsidenten. Auch die katholische Kirche von Lospalos krönt das Dach eines Lee-teinu. Ein Gebäude aus der portugiesischen Kolonialzeit findet sich ebenfalls.

Möglicherweise lassen sich noch Reste der portugiesischen Festung in Fuiloro finden. Hier gibt es auch ein Flugfeld, das unter anderem von den Japanern im Zweiten Weltkrieg benutzt wurde.

Das Don Bosco College ist eine der bekannteren Bildungszentren des Landes. Im alten Marktgebäude entsteht seit Ende 2012 ein Kunst- und Kulturzentrum. Es soll die Vielfalt des Distrikts Lautéms präsentieren.

Suco Bauro[Bearbeiten]

Traditionelle Häuser in Iralafai

In Iralafai gibt es drei Lee-teinu. Der Suco ist Teil des Nino Konis Santana Nationalpark.

Suco Lore I[Bearbeiten]

Schnapsbrennerei in Lore

Ein Gebiet um Lore mit 10.906 ha wurde mit seinem Wald und den umgebenden Reisfeldern von BirdLife International als Important Bird Area ausgewiesen. Hier finden sich noch Teak, Sandelholz und Bambus, in denen mindestens 24 geschützte Vogelarten leben, wie die Grüne Timortaube oder der Gelbwangenkakadu. Auch der größte noch existierende Küstenwald der gesamten Insel Timor liegt in diesem Gebiet, etwa 40 km südlich von Lospalos. 2007 wurde es Teil des Nino Konis Santana Nationalparks. Eventuell finden sich hier auch noch Reste des alten portugiesischen Forts aus dem 17. oder 18. Jahrhundert.

Neben der Zuckerproduktion ist die Schnapsbrennerei ein einträglicher Erwerbszweig des Dorfes. Der Schnaps wird in Lospalos verkauft.

Suco Lore II[Bearbeiten]

Ein kleiner Suco am Rande des Nino Konis Nationalparks.

Suco Muapitine[Bearbeiten]

Im Norden reicht in der Regenzeit ein Teil der Lagoa Ira Lalaro, des größten Sees Osttimors, bis in den Suco hinein, der sich ansonsten im Subdistrikt Tutuala ausdehnt. Der See büßt aber in der Trockenzeit einen großen Teil seiner Oberfläche ein und verschwindet dann aus dem Suco. Der Suco ist Teil des Nino Konis Santana Nationalpark.

Suco Raça[Bearbeiten]

Auf der Fahrt vom Ort Lautém nach Lospalos fährt man an Raça vorbei. Das Dorf liegt 16 km von der Nordküste und 12 km von Lospalos entfernt. Früher standen hier zwei der schönsten heiligen Häuser der Region, sie sind aber in den letzten Jahren der indonesischen Besatzung verschwunden.

Einkaufen[Bearbeiten]

Markt in Kural

Das alte Marktgebäude brannte bei den Unruhen 1999 komplett aus. Heute besteht der Markt in Kural, der zwischen Fuiloro und Lospalos liegt, aus einer Reihe von Ständen, an denen landwirtschaftliche Produkte und Kleinwaren angeboten werden.

Wie auch in anderen Teilen des Landes sind die traditionellen, gewebten Stoffe, die Tais, ein schönes Mitbringsel. Die Stoffe unterscheiden sich je nach Region.

Essen[Bearbeiten]

Kleine Gerichte und Lebensmittel erhält man am Markt. Einige kleine Restaurants in Lospalos bieten auch Speisen an, so das 27@ Restaurant und das Mini Café Lospalos am Kreisverkehr bei der protestantischen Kirche.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte sind rar. Zum Beispiel kann man in Restaurants fragen, ob es einen Hinterraum mit einem Bett gibt, so im Esperança Restaurant & Guest House am Kreisverkehr für etwa 8 US-Dollar. Im Ayr Restaurant & Guest House gibt es für ein paar Dollar mehr noch ein Frühstück dazu. Ein weiteres Hotel ist das Hotel Roberto Carlos. Möglicherweise hat auch der Pfarrer der Kirche oder eines seiner Gemeindemitglieder ein Bett zu vermieten.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Gegenüber der Moschee befindet sich das Büro der Distriktsregierung, links von der Moschee, die Straße runter hat der lokale Radiosender Rádio Comunidade de Lospalos RCL seinen Sitz, wo man eventuell auch ein paar Informationen bekommt. Daneben gibt es in Lospalos eine Polizeistation und ein kommunales Gesundheitszentrum. Auch in den anderen Hauptorten der Subdistrikte findet man im Notfall medizinische Hilfe.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Distrikt Lautém
  • Subdistrikt Iliomar. Die Region am Rio Irebere ist vor allem für Vogelkundler interessant. Außerdem gibt es an der Küste Überbleibsel aus der portugiesischen Kolonialzeit, wie zum Beispiel einen alten Leuchtturm. Früher war hier ein Hafen. Der Posten wurde 1904 gegründet, ist aber längst wieder verfallen. Die Straße zwischen Iliomar und Lospalos ist durch Schäden von der Regenzeit immer wieder längerfristig unterbrochen. (In der wikipedia:Iliomar)
  • Subdistrikt Lautém. Ein alter portugiesischer Landsitz und eine koloniale Festung sind die Hauptsehenswürdigkeiten des Ortes Lautém. In der Nähe des Orts Lautém wurden Höhlenzeichnungen gefunden, die einige tausend Jahre alt sein dürften. In Com gibt es ein kleines Ressort am Strand und ein traditionelles, heiliges Haus. Com ist Teil des Nino Konis Santana Nationalpark. (In der wikipedia:Lautém)
  • Subdistrikt Luro. Das Bergland von Lautém und mit eine der entlegensten Regionen des Landes. (In der wikipedia:Luro)
  • Subdistrikt Tutuala. Tutuala bildet den äußersten Osten des Landes. Der Ort Tutuala lässt sich in einigen Stunden mit dem Auto oder Mikrolét, vorbei am Ort Mehara erreichen. Etwas südlich der Straße liegt der Ira Lalaro, Osttimors größter See. An der Ostspitze befindet sich die kleine, unbewohnte Insel Jaco mit schönen Sandstrand und guter Gelegenheit zum Schnorcheln. Der Subdistrikt ist teilweise bewaldet und gehört komplett, wie das umgebende Meer, zum Nino Konis Nationalpark. Tutuala bildet den Kern des ersten Nationalparks des Landes. In Ile Kére Kére, einer der vielen Kalksteinhöhlen, befinden sich bis zu 5000 Jahre alte Malereien. (In der wikipedia:Tutuala)

Weiter Karten vom Distrikt Lautém[Bearbeiten]


Weblinks[Bearbeiten]


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