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Tutuala

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Tutuala ist ein Ort in Osttimors Distrikt Lautém am östlichen Ende der Insel, dem Cabo Cutcha. Der kleine Ort ist der Ausgangspunkt für Ausflüge zur Insel Jaco und in den Nino Konis Nationalpark. Außerdem finden sich hier mehrere Tausend Jahre alte Höhlenmalereien, die noch jung sind, verglichen mit den Spuren der ersten Besiedlung der Insel. Auch wenn man sich hier vorkommt, wie am Ende der Welt; Von hier aus zogen vermutlich die Vorfahren der Aborigines nach Australien.

Kirche von Tutuala
Kirche von Tutuala
Tutuala
Distrikt Lautém
Einwohner Im Subdistrikt: 3.847 (2010),
im Suco: 1.339 (2004)
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Lage
Lagekarte von Osttimor
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Tutuala

Hintergrund[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Der Subdistrikt Tutuala
Ein Fatu nahe dem Ort Tutuala

Der Ort Tutuala ist der Hauptort des gleichnamigen Subdistrikts, der aus der Ostspitze der Insel Timor und der kleinen Insel Jaco besteht. Der gesamte Subdistrikt gehört zum Nino Konis Nationalpark, ebenso das Meeresgebiet vor der Küste. An der Westgrenze liegt der Lagoa Ira Lalaro (auch Suro-bec), Osttimors größter See, der in der Trockenzeit allerdings stark zusammenschrumpft. Die Landschaft ist durch Savannen, auf denen Pferde, Büffel und Rinder grasen, und Wäldern mit einer reichen Vogelwelt geprägt. Gerade die Nordküste beim Ort fällt steil zum Meer ab, im Gegensatz zu anderen Teilen des Landes aber, prägen hier keine Berge die Landschaft. Es gibt aber einige Fatu, die für das Land typischen Steilhänge. Der Westen des Subdistrikts ist Teil des Fuiloro-Plateaus, dem Überbleibsel einer Lagune eines urzeitlichen Atolls. Aufgrund seiner großen Fläche fällt es unmerklich nach Süden hin, von einer Höhe von 700 m auf 500 m ab. Nach Süden wird das Plateau durch das Paitcheau-Massiv abgegrenzt, dass nochmal 960 m erreicht.

Tutuala bildet, wie so viele Orte Osttimors keinen geschlossenen Ort, sondern ist eine sehr lockere Ansammlung von Hütten und kleinen Häusern. Manche sind aus Stein mit Wellblechdach, andere aus Lehm und Stroh. Nicht anders sehen die anderen Siedlungen im Subdistrikt aus. Mehara, der zweitgrößte Ort, liegt auf halben Weg zwischen Bauro und Tutala. Voher kommt man noch durch Poros durch. Südlich des Ira Lalaro liegt das Dorf Malahara,zu dem so etwas ähnliches wie eine Straße von Mehara aus führt. Wenn man Glück mit dem Weg hat, kann man dann sogar bis nach Lospalos weiterfahren.

Der Berg Paitchau und der Ira Lalaro und die Insel Jaco wurden von BirdLife International zu Important Bird Areas erklärt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der Subdistrikt hat 3.847 Einwohner (2010), der Suco 1.339 (2004). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Fataluku. Im Suco Mehara, westlich von Tutuala leben die letzten Sprecher der Nationalsprache Makuva, der einzigen im Distrikt heimischen malayo-polynesischen Sprache. In den ersten Jahren lernen die Kinder in der Schule die Amtssprache Tetum, bei weiterer Ausbildung auch die Amtssprache Portugiesisch, was auch einige alte Leute noch aus kolonialen Tagen sprechen. Englisch brachten ausländische Truppen und Polizisten in den letzten Jahren nach Osttimor. Bahasa Indonesia, die Sprache der ehemaligen Besatzer, stößt nicht überall auf Gegenliebe.

Anreise[Bearbeiten]

Mikroléts, Minibusse dienen als öffentliches Verkehrsmittel, das Tutuala mit der Distrikthauptstadt Lospalos verbindet. Der Bus kann sehr voll sein, da kann ein großer Rucksack zu Schwierigkeiten führen. Die Mikroléts halten nahe der Grundschule (Escola Primaria Tutuala) in Tutuala, in Lospalos ist der Markt die Haltestelle.

Wer über einen Mietwagen verfügt, kann Tutuala über die Piste erreichen (Luftlinie etwa 25 km), die von der Überlandstraße in Bauro (zwischen dem Ort Lautém und Lospalos) abzweigt.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Wer mit dem eigenen Boot unterwegs ist, kann vor der Küste ankern. Vom Strand gegenüber der Insel Jaco aus führt eine Straße nach Tutuala.

Mobilität[Bearbeiten]

Wer zum Strand will, sollte nicht der Aussage trauen, dass man nur 20 Minuten von Tutuala zu Fuß benötigt. In Luftlinie sind es fünf Kilometer und die neun Kilometer lange Sandpiste, die sich die 70 Höhenmeter durch den Wald runterschlängelt, ist regelmäßig durch starke Regenfälle beschädigt. Bestenfalls mit einem geländegängigen Wagen kann man hier runterfahren. Wer sich auf Schusters Rappen auf den Weg macht, muss unbedingt genügend Wasser zum Trinken mitnehmen. Gleiches gilt für Mountainbiker, die später auch den Hang wieder rauf fahren möchten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Historische Stätten in Tutuala
Höhlen von Ile Kére Kére
  • Kirche von Tutuala. Den Turm der kleine Dorfkirche ziert das Dach eines Uma Lulik, den traditionellen heiligen Häusern des Osten Timors, die inzwischen zum nationalem Symbol wurden.
  • Höhlen von Ile Kére Kére und O Hi. In den Kalksteinhöhlen, nahe dem Strand von Tutuala finden sich Malereien, deren genaues Alter nie bestimmt wurde. Schätzungen gehen von 2.000 bis 6.000 Jahren aus. Sie zeigen Jagdszenen, animistische Symbole, wie Schildkröten und andere Tiere, Boote und Handabdrücke. Die Form der Boote deutet auf eine austronesische Herkunft hin, was der Papua-Herkunft der meisten Sprachen im Distrikt widerspricht. Es ist unklar, ob die Zeichnungen die Boote der Künstler oder vorbei fahrende Boote darstellen. Es gibt auch Bilder von Pferden, die, genauso wie die anderen Nutztiere auf Timor, durch frühe Einwanderer eingeführt wurden. Die Haupthöhle Lena Hara, etwas weiter südlich, wurde 1963 entdeckt. Wissenschaftliche Untersuchungen konnte Besiedlungen bis 30 bis 35.000 Jahren zurück nachweisen. Hier fand man 2009 eine 10.000 Jahre alte Steingravur, die ein Gesicht zeigt. Achtung! Der Weg zu den Höhlen ist lang, bei der Hitze beschwerlich und natürlich nicht ausgeschildert. Wer ihn geht, wird aber mit einem herrlichen Ausblick auf das Meer und auf die Insel Jaco.
  • Höhle von Jerimalai. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung auf Timor wurden 2006 in dieser Kalksteinhöhle nahe Tutuala entdeckt. Sie sind mindestens 42.000 Jahre alt. Die Funde erhärten die Theorie, dass sich der moderne Mensch auf der Südroute über die Kleinen Sundainseln von Asien nach Australien ausbreitete.
  • Alte Befestigungsanlagen. Rund um Tutuala gibt es mehrere alte Festungsanlagen (lata irinu), mit denen die Fataluku früher ihre Siedlungen schützten. Mehrere Mauern und Fundamente sind erhalten. Direkt bei Tutuala befindet sich Haro, westlich Lochami. Bei Ile Kére Kére liegt Mua Mimiraka, bei Lena Hara Ili Mimiraka. Weitere Siedlungsreste sind Lorilata, Tutunchau und Ober- und Unter-Lopomalai.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Der Strand der Insel Jaco
  • Insel Jaco und Valu-Strand. Der Strand Valu, mit seinem weißen Sand, ist ein Tropentraum. Nicht anders ist der Strand auf der Insel Jaco. Früher war der Zutritt zu der als heilig geltenden Insel verboten, doch heute kann man sich von den Fischern für ein paar Dollar rüberfahren lassen. Oder man fährt mit ihnen hinaus zum Fischen. Das Meer ist hier ideal zum Schnorcheln. Auch der Strand ist ein Heiligtum, dass mit mehreren Totems bestückt ist. Hier finden sich Überbleibsel des alten Volksglauben, der unter dem dominierenden katholischen Glauben noch sehr lebendig ist. Das erkennt man auch auf den Friedhöfen Tutualas und anderer Orte Osttimors, bei denen auf den Gräbern neben Kreuzen friedlich Büffelschädel zu finden sind. (Wikipedia: Jaco und Strand von Valu)
Der Nino Konis Nationalpark
  • Nino Konis Nationalpark. Der Nationalpark wurde wenige Jahre nach der Erlangung der Unabhängigkeit Osttimors gegründet und nach dem Freiheitskämpfer Nino Konis Santana benannt, der in Tutuala geboren wurde. Er umfasst 68.000 Hektar Landfläche und 55.600 Hektar im Meer. Geschützt werden sollen Natur, und das kulturelle und historische Erbe in der Region. Dazu gehören Korallenriffe und der größte verbliebene intakte tropische Flachland- und Monsunregenwald der Region. Im Regenwald finden sich zahlreiche Orchideen. Außerdem hat das Gebiet mythologische Bedeutung für die Bevölkerung und es gibt historisch wichtige Orte aus der portugiesischen Kolonialzeit und der Zeit der japanischen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. Der Nationalpark beherbergt unter anderem 25 Vogelarten, die nur auf Timor und benachbarten Inseln zu finden sind, darunter der gefährdete Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) und die grüne Timortaube (Treron psittaceus). Ein Traum für Hobby-Ornithologen. In den Wäldern leben Mähnenhirsche (Rusa timorensis), an den Küsten Leistenkrokodile, Meeresschildkröten und im Meer viele Korallen und Meerestiere. Einmal im Jahr werden an bestimmten Stellen an der Küste Meci-Würmer gesammelt. Die Ernte dieses maritimen Ringelwurms markiert den Beginn eines neuen Jahreszyklus für die Landwirtschaft und wird in den Dörfern festlich begangen. (Wikipedia:Nino Konis Nationalpark)
Die Fahrt zum Starnd von Valu ist nur mit Geländewagen möglich
  • Mechi-Fest. Am Valu Beach findet zweimal jährlich das Mechi (Wikipedia: Mechi) statt. Im letzten Mondviertel vom Februar findet das kleinere Mechi kiik und bei Neumond im März das große Mechi boot statt. Dabei werden die Geschlechtssegmente des maritimen Meci-Wurms (Wikipedia: Meci) im Rahmen eines großen Festes gesammelt, die an diesen Tagen vom Wurm zur Vermehrung freigelassen werden. Es wird getanzt und gesungen. Die Würmer werden roh mit Chili und Zitrone mariniert und gelten in Form von Salat als Delikatesse. Daneben werden bei dem Festmahl Fisch, Mais, Reis, Bohnen, Palmwein und Betelnüsse gereicht. Die rituellen Opfergaben am Tag nach der Ernte werden fane, das „Füttern der Geister“ genannt.

Einkaufen[Bearbeiten]

Weit gestreut: Die Häuser von Tutuala

Es gibt einen kleinen Dorfladen, der aber nicht viel zu bieten hat. Selbst abgepacktes Trinkwasser kriegt man nicht unbedingt, dann nimmt man halt stattdessen ein paar Dosen Coca Cola.

Das lokale Handwerk bietet die traditionellen, gewebten Tücher Timors, die hier oft Krokodilmotive zeigen. Gleiches gilt für Holzschnitzereien. Das Krokodil spielt eine wichtige Rolle im Schöpfungsmythos der Insel. Auch die Schalen von Schildkröteneiern wird durch Gravuren verziert, dieses Souvenir ist aber ebenso verboten, wie die Schalen tropischer Muscheln oder Korallen. Das Verbot gilt sowohl für die Ausfuhr aus Osttimor, als auch für die Einfuhr nach Europa. Wer erwischt wird, kann sich auf eine saftige Geldstrafe gefasst machen.

Küche[Bearbeiten]

In der Pension kann man als Gast auch essen. Ansonsten ist Selbstversorgung angesagt.

Nachtleben[Bearbeiten]

Gibt es nicht.

Unterkunft[Bearbeiten]

Strand gegenüber von Jaco

Am Ende des Dorfes, wo das Land steil zum Meer abfällt, steht eine Villa aus der portugiesischen Kolonialzeit. Früher waren hier UN-Polizisten untergebracht, heute gibt es hier eine kleine Pension (Pousada) mit einfachen Zimmern und noch einfacherem Badezimmer. Wasser wird täglich aus dem Fluss in ein großes Becken geschöpft, in das man sich aber nicht setzt. Man schöpft daraus Wasser und wäscht sich außerhalb. Dabei sollte man sparsam sein, damit das Wasser für alle reicht. Man wird sich erst des Luxus von fließenden Wasser bewusst, wenn man es schafft, sich mit zwei Bechern Wasser komplett zu waschen.

Am Strand von Valu gibt es inzwischen ein Eco-Village, dass Touristen feste Unterkünfte bietet.

Inzwischen soll es weitere Einwohner Tutualas geben, die Touristen Zimmer vermieten.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Die Pension ist die Anlaufstelle für Touristen. Weitere Möglichkeiten sich zu informieren dürften die Polizeistation, die Schule und der Pfarrer der Kirche sein. Die Polizisten wurden von UN-Personal ausgebildet, sprechen also vielleicht etwas Englisch. In der Schule kann man vielleicht bei den Lehrern mit Portugiesisch weiter kommen.

Gerade die Höhlen, aber auch viele andere interessante Plätze sind heilige Plätze der traditionellen, animistischen Religion Timors. Zwar sind die Timoresen inzwischen nominell fast alle Katholiken, das heißt aber nicht, dass die alten Tabus nicht mehr gelten. Daher sollte immer darauf geachtet werden, dass man die Erlaubnis zum Besuch von den Einheimischen erhält. Der Vorteil dabei ist, dass man so auch meist einen Führer bekommt, der einen Dinge zeigen kann, die einem sonst entgehen würde. Die paar Dollar, die das kostet sind gut investiertes Geld.

Ausflüge[Bearbeiten]

Reisfeld bei Mehara
  • Mehara. Das zweitgrößte Dorf des Subdistrikts auf halben Weg nach Tutuala. Hier finden sich noch viele traditionelle Hütten. (Wikipedia:Mehara)
  • Lagoa Ira Lalaro. Der See mit seinen Sümpfen ist ein Paradies für die Vogelwelt. Über 200 ansässige Arten wurden hier gezählt. 2007 entdeckte man hier auch eine bis dato unbekannte Schlangenhalsschildkröte. Achtung! Unbedingt sich vor Mücken schützen, auch wegen der übertragbaren Krankheiten. Im Salzwasser leben auch Leistenkrokodile. (Wikipedia:Ira Lalaro)
  • Paitchau-Massiv. Die Berge erreichen etwa 960 m und grenzen das Hochplateau von der Südküste ab, die relativ unbesiedelt ist. Natur pur mit einer beeindruckenden Vogelwelt. (Wikipedia:Paitchau)

Karten der anderen Subdistrikte Lautéms[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


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