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Laguna Mar Chiquita

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Versunkener Wald am Ufer bei Miramar

Die 6.000 km² große Laguna Mar Chiquita ist der zweitgrößte See Südamerikas und der größte Argentiniens. Der salzhaltige See mitsamt der Uferregion steht unter Naturschutz und gehört zu den sogenannten RAMSAR-Stätten, besonders wertvolle Habitats. Bekannt ist er vor allem für seine Tierwelt, seine bizarren Küstenlandschaften und die Bademöglichkeiten.

Dieser Artikel behandelt die Region rund um den See und damit den Nordosten der Provinz Córdoba, der zum argentinischen Chaco gehört.

Orte[Bearbeiten]

  • Morteros, 20.000 Einwohner, die größte Stadt der Mar-Chiquita-Region, lebhaftes Industriezentrum
  • Miramar, 2.500 Einwohner, der einzige Ferienort, der direkt am See liegt. Ein Teil wurde in den 1980er Jahren überschwemmt, ab 1992 wurde der Ort neu aufgebaut
  • La Para an der Südküste
  • Marull an der Südküste, 3.000 Einwohner

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Mar-Chiquita-See entwässert einen großen Teil Nordwestargentiniens. Da er keinen Abfluss hat, ist er salzhaltig, allerdings nicht mehr so stark wie vor seiner starken Ausdehnung nach 1970. Damals hatte er einen ähnlichen Salzgehalt wie das Tote Meer und war dadurch ein beliebtes Kur-Reiseziel. Heute ist der Salzgehalt auf einen Wert ähnlich des Meerwassers gesunken.

Eine Besonderheit von Mar Chiquita ist seine stark schwankende Oberfläche. So hat er in Hochwasserzeiten bis zu 10.000 Quadratkilometer Ausdehnung und übertrifft dann sogar den Titicacasee. Bei Dürren kann er dagegen auf unter 2.000 Quadratkilometer Fläche absinken. Dies liegt an den besonders im Norden sehr flachen Ufern und den schwankenden Niederschlagsmengen in ihrem Einzugsgebiet, in dem es eine deutliche Regenzeit im Sommer und eine Trockenzeit im Winter gibt. Bis heute stellt diese Besonderheit eine Herausforderung für die Menschen dar, die rund um den See leben, insbesondere für die Bauern, die ihre Felder je nach Wasserstand anlegen müssen. Im Süden und Osten ist wegen der dort relativ hohen Ufer die Situation weniger wechselhaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Strand bei Miramar

Der Mar-Chiquita-See und besonders der Ort Miramar an seinem Südufer war bis etwa 1975 wegen dem Salzgehalt des Wassers eines der Haupt-Touristikzentren Argentiniens. Mitte der 1970er Jahre dehnte sich der See jedoch stark auf die heutige Größe aus. Ein Großteil von Miramar wurde überschwemmt und schließlich 1992 endgültig aufgegeben und gesprengt. Heute steht der Naturschutz im Vordergrund, auch wenn der Badetourismus wieder etwas aufgelebt ist. Doch wegen der höheren Ausdehnung und der damit verbundenen niedrigeren Salinität ist der See als Kurziel inzwischen nicht mehr bedeutend.

Zeugnis der Geschichte von Miramar ist das Luxushotel Hotel Viena. Um dieses ranken sich zahlreiche Veschwörungstheorien, insbesondere soll es nach dem Zweiten Weltkrieg als Versteck für hochrangige Nazis gedient haben.

Landschaft[Bearbeiten]

Die Küste ist im Norden flach und von Sümpfen geprägt, im Süden und besonders im Osten leicht wellig. Im Nordwesten befinden sich zum Teil recht große Inseln.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Geographisch zählt die Umgebung zum Gran Chaco. Es dominieren Grasflächen mit kleineren Waldgebieten. Am Südufer wird Landwirtschaft betrieben, weswegen dort die Naturlandschaft weitgehend Kulturland gewichen ist. Im Südwesten dagegen, in der Nähe der Ortschaft Playa Grande, gibt es einen fast wüstenhaften Abschnitt, der durch die hohe Salinität des Bodens entstanden ist.

Mar Chiquita ist vor allem als Zwischenstation bei Zugvögeln bekannt. Zu diesen gehören zahlreiche Arten, die von den Küsten Patagoniens jahreszeitlich bedingt nach Mittel- und Nordamerika ziehen. Insbesondere Flamingos und verschiedene Arten von Reihern lassen sich an der Mündung des Río Xanaes (8 km westlich von Miramar) gut beobachten, dort gibt es auch einen Aussichtsturm.

Anreise[Bearbeiten]

Der am besten erschlossene Ort Miramar ist mit dem Bus von Córdoba etwa 5 mal am Tag zu erreichen. Mit dem Auto - und noch besser mit dem Fahrrad - sind die Möglichkeiten weit vielfältiger, so gibt es ein recht enges Wegenetz rund um die gesamte Ost- und Südküste. Anders im sumpfigen Norden und Westen, an den man nur per Boot gelangt.

Weitere mögliche Ausgangspunkte sind Marull und La Para, jeweils etwa 10 km von der Südküste entfernt und näher an Córdoba, sowie Morteros und Ceres, 15 bzw. 25 km von der Ostküste entfernt.

Gebühren/Permits[Bearbeiten]

Das Betreten des Reservats ist dort, wo es erlaubt ist, gratis. Nur wenige Stellen, an denen z.B. wichtige Brutkolonien von Flamingos bestehen, sind abgesperrt. Auch für das Bootfahren bedarf es keiner besonderen Genehmigung.

Mobilität[Bearbeiten]

Es gibt zwei Hauptverkehrsachsen, die beide gebührenden Abstand von mindestens 5 km zum See halten: die Ruta Provincial 17 parallel zum Südufer und die Ruta Provincial 1 parallel zum Ostufer. Auf der RP 17 fahren die Busse zwischen Córdoba und Miramar bzw. Córdoba-Morteros, während auf der RP 1 die meisten Busse zwischen San Francisco und Ceres (über Morteros) verkehren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Hotel Viena, in Miramar. Das alte, heute halb im Wasser versunkene Luxushotel ist von Mythen umrankt. Heute beherbergt es ein kleines Museum und kann besichtigt werden.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Am besten lässt sich die Landschaft per Fahrrad erkunden. Die Feldwege rund um das Süd- und Ostufer können nach Regenfällen allerdings schlammig werden, weshalb ein Mountainbike oder ein geländegängiges Trekkingrad sehr nützlich sind. Zudem muss man beachten, das es neben Miramar keine Ortschaften mit Versorgungsmöglichkeiten direkt am Ufer gibt.

Eine Boots- oder Kanutour auf dem See ist ein echtes Abenteuer, kann aber wegen dem bei Wind doch merklichen Wellengang auch anstrengend sein, man sollte also genug Kondition mitbringen, gerade wenn man vorhat, die Inseln und Gegenden am Westufer zu erkunden.

Einkaufen[Bearbeiten]

In Miramar gibt es einige Nutria-Zuchtbetriebe. Produkte, die aus den Fellen dieser Tierart hergestellt werden, sind bei Käufern sehr beliebt. Ebenfalls ein beliebtes Souvenir ist Salzschlamm zu Kurzwecken, der aus dem zentralen Teil des Sees herausgebaggert wird.

Küche[Bearbeiten]

Neben Fisch wird auch Nutriafleisch in den Restaurants von Miramar angeboten. Daneben findet man natürlich auch Fastfood, italienische Küche oder Rindfleisch.

Unterkunft[Bearbeiten]

Hotels und Herbergen[Bearbeiten]

In Miramar gibt es einige Mittelklassehotels und daneben zahlreiche Herbergen (hospedajes). Ebenfalls bieten Morteros und Ceres (an der Ostküste) sowie La Para und Marull einfache Unterkünfte.

  • Hotel Miramar, Miramar. 3 Sterne.
  • Hostería Portal del Mar, Miramar. 3 Sterne.

Camping[Bearbeiten]

Nur in Miramar sowie an einem Strand zwischen La Para und Marull gibt es Campingplätze direkt am See. Die anderen Orte liegen abseits.

  • Camping Don Osvaldo, 1 km westlich von Miramar. Sehr flacher Strand.
  • Camping Portal de Ansenuza, 1 km östlich von Miramar.
  • Camping Bahía de los Sanavirones, 1 km östlich von Miramar.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima der Gegend ist subtropisch mit heißen, feuchten Sommern und milden, trockenen Wintern, zwischen den beiden Hauptjahreszeiten gibt es sehr schroffe Übergänge ohne langen Herbst oder Frühling. Etwa 9 Monate im Jahr, mit Ausnahme der Wintermonate zwischen Juni und August, kann man im See baden. Die Wassertemperatur liegt im Sommer um 25 °C und selbst im Winter nur selten unter 15 °C.

Sicherheit[Bearbeiten]

Um Hab und Gut braucht man sich in der Region keine Sorgen zu machen. Allenfalls in der Hochsaison können sich vereinzelte Gauner in Miramar einfinden.

Ruderer und Kanuten sollten den Wellengang bei den häufig starken Winden und die Strömungen nicht unterschätzen.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Die nordöstlichen Sierras de Córdoba haben mit ihren kargen, relativ niedrigen Gipfeln ein eigenes Gepräge. Sie sind vom See aus über die RP 17 zu erreichen. Villa Tulumba ist eine ruhige Kleinstadt mit Flair des 19. Jahrhunderts ca. 100 km westlich des Sees. Cerro Colorado mit seinen Ausgrabungsstätten und Höhlenmalereien liegt noch etwa 30 km nördlich von Villa Tulumba.
  • San Francisco, lebhafte Stadt an der Grenze zwischen Córdoba und Santa Fe mit 80.000 Einwohnern, 60 km südlich von Morteros

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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