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Kairo/Fumm el-Chalīg

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Fumm el-Chalīg ·فم الخليج
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Fumm el-Chalīg (auch Fumm/Fum/Fom el-Khalig/el-Khaleeg, arabisch: ‏فم الخليج‎, Fumm al-Chalīǧ, „die Kanalmündung“) soll hier einen Teil der Kairoer Altstadt bezeichnen, der das Gebiet zwischen der Festung Babylon im Süden und der Straße Kūbrī Magrā el-ʿUyūn (arabisch: ‏كوبري مجرى العيون ‎) im Norden sowie der 'Amr-ibn-el-'As-Moschee im Osten abdeckt. In diesem Gebiet befinden sich ein Aquädukt aus mameluckischer Zeit, mehrere Friedhöfe und mehrere Kirchen im Bereich des Klosters des hl. Merkurius (Abū es-Seifein).

Hintergrund[Bearbeiten]

Plan des Stadtteils Fumm el-Chalīg

Der Name Fumm el-Chalīg, Kanalmündung, deutet auf das Ende eines seit pharaonischen Zeiten bestehenden Kanals hin, der einst den Nil mit dem Roten Meer verband. Er wurde auf Anordnung des Feldherrn ʿAmr ibn el-ʿĀṣ (um 580–664) im 7. Jahrhundert restauriert und diente neben dem Aquädukt der Wasserversorgung von Kairo, aber auch, um über ihn die Versorgung Arabiens mit ägyptischem Getreide abzuwickeln. Er besteht heute nicht mehr, er wurde 1872 zugeschüttet.

Das Gebiet gehörte auch zum antiken el-Fusṭāṭ, das sich in fatimidischer Zeit bis zum Kanal ausdehnte. Von dieser Zeit zeugen aber nur die Kirchen im Bereich des Klosters des Merkurius/Abū es-Seifein.

Weite Teile werden heute von Friedhöfen eingenommen, die aber hier erst im 19. und 20. Jahrhundert angelegt wurden.

Anreise[Bearbeiten]

Mit der Metro[Bearbeiten]

Fumm al-Chalīǧ kann man mit der U-Bahnlinie 1 in Richtung Helwan erreichen. Man kann an den Haltestellen 1 El-Malek es-Saleh (30° 1′ 4″ N 31° 13′ 52″ O) (Aquädukt, deutscher und Commonwealth-Friedhof) oder 2 Mar Girgis (30° 0′ 22″ N 31° 13′ 46″ O), (Alt-Kairo, Kloster Abu es-Seifein) aussteigen. Das Ticket kostet LE 2 (Stand 9/2017).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Beschreibung der Sehenswürdigkeiten erfolgt von Nord nach Süd. Der Aquädukt befindet sich nördlich der Metrohaltestelle El-Malek es-Saleh, alle anderen Stätten südlich davon.

Aquädukt
Brunnenhaus am Aquädukt

Wasserbauten[Bearbeiten]

Im Norden von Alt-Kairo befindet sich ein Aquädukt aus mamlukischer Zeit. Er verband den Nil mit der Zitadelle. Das große, irreguläre sechseckige Gebäude an der Corniche an der Stelle der ehemaligen Kanalmündung diente als 1 Brunnenhaus (30° 1′ 20″ N 31° 13′ 49″ O). Es wurde 1311 (711 AH) in der Zeit des Sultans en-Nasir Muhammed (1284–1341) errichtet, damals direkt am Nil. Es hat etwa einen Durchmesser von 38 Metern und eine Höhe von 25 Metern.

In der Mitte des Brunnenhauses befand sich eine runde Zisterne, die über einen Tunnel direkt mit dem Nil verbunden war. Das Wasser wurde mit Hilfe von sechs sog. Sāqiyas, großen Schöpfrädern, auf den Aquädukt angehoben. Die Schöpfräder wurden mit Ochsen angetrieben.

Es schließt sich der Aquädukt mit einer Gesamtlänge von etwa 3.400 Metern an, am anderen Ende befindet sich ebenfalls ein Turm mit Schöpfrädern im Südwesten der Zitadelle. Zuerst verläuft der Aquädukt etwa ostwärts und biegt nach etwa 2.200 Metern in nördliche Richtung zur Zitadelle ab. Der Aquädukt ist heute nicht mehr vollständig, er besaß wohl zwischen 300 und 350 Pfeilern. Heute ist er an mindesten sechs Stellen unterbrochen. Aufgrund des zur Zitadelle hin ansteigenden Geländes nimmt die Höhe des Aquädukts immer mehr ab.

Brunnenhaus und Aquädukt wurden aus großen Steinblöcken errichtet. Creswell (siehe Literatur) gibt Abmaße von bis zu 1,3 Metern an.

Brunnen und Aquädukt wurden immer wieder erweitert, zuletzt unter dem Sultan el-Ghūrī (1441–1516) zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Der Namenszug dieses Sultans ist z.B. am Nilbrunnenhaus und im Bereich der Südseite des sechsten Pfeilers erhalten. Der Aquädukt wurde bis ans Ende des 18. Jahrhunderts genutzt, wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts repariert und war dann noch einmal für 50 Jahre im Einsatz.

Der Kanal, der einst den Nil mit dem Roten Meer verband, wurde 1872 zugeschüttet.

Friedhöfe[Bearbeiten]

An der Nordseite der Straße 12 Schāriʿ Gabbānat Maslamī befindet sich der 2 deutsche Friedhof (30° 0′ 54″ N 31° 13′ 54″ O) in recht geringer Entfernung südlich der Metrohaltestelle El-Malek es-Saleh. Der ca. 3.200 Quadratmeter große Friedhof wird von einer hohen Natursteinmauer umgeben. Schatten spenden Palmen und Eukalyptusbäume.

König Fu'ad I. (1868–1936) überließ 1932 das Gelände des heutigen Friedhofs der deutschen Kolonie, fünf Jahre später gelangte der Friedhof in den Besitz der deutschen Gesandtschaft. Der Besitz wurde 1955 nochmals von der ägyptischen Regierung bestätigt. Instandhaltung und Betrieb des Friedhofs werden heutzutage vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland finanziert.

Hinter dem Eingangsgebäude befindet sich eine Gedenktafel für die 176 Kriegstoten der Jahre 1914–1918. Dahinter erstrecken sich in der Friedhofsmitte die Soldatengräber in Doppelreihen, die von Efeu überwuchert sind. 27 weitere Gräber wurden erst 1953 durch die Umbettung von Soldaten des Friedhofs von Tell el-Kebir angelegt.

Im Umkreis um die Kriegsgräber befinden sich 125 zivile Gräber. Die ältesten befinden sich unmittelbar an der Friedhofsaußenmauer.

Das bedeutendste ist das 3 Grab Nr. 37 (30° 0′ 57″ N 31° 13′ 54″ O) von Theodor Bilharz (1825–1862) in der Nordwestecke (hinten links). Der verwitterte Grabstein zu ebener Erde trägt die Inschrift: „Doctor Theodor Bilharz, geb den XXIII März MDCCCXXV [in] Sigmaringen, gest den IX Mai MDCCCLXII in Alt-Cairo“. Zum Gedenken wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Gedenktafel an der Friedhofsmauer angebracht. In Arabisch und Deutsch wird dem Mediziner gedacht: „Dr. Theodor Maximilian Bilharz widmete sein Leben der leidenden Menschheit, der er im Jahre 1851 durch die Erforschung der nach ihm benannten Krankheit neue Wege der Heilung wies. Ägypten und Deutschland gedenken seines Lebens und Wirkens in Dankbarkeit und Verehrung.“

Ein Schweizer Onkel weckte in Theodor Bilharz den Forscherinstinkt. Von 1844 bis 1849 studierte er anfänglich in Freiburg im Breisgau, später in Tübingen Medizin, Anatomie, Pathologie, Botanik und andere Fächer. 1850 promovierte er zum Dr. med. in Tübingen. Im selben Jahr folgte er Wilhelm Griesinger (1817–1868) als Assistent nach Kairo und wurde Chefarzt an verschiedenen Krankenhäusern. 1855 wurde er Professor der Anatomie an der Medizinischen Hochschule in Kairo. Bereits 1851 entdeckte er den Auslöser, einen Fadenwurm, der später nach ihm benannten Krankheit Bilharzia haematobia (auch Schistosoma haematobium), einer Blutharnruhr. Als er im März 1862 die an Typhus erkrankte Ehefrau des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha, Alexandrine von Baden, behandelte, infizierte er sich selbst und verstarb wenige Wochen später.

Gräber auf dem deutschen Friedhof
Kriegsgräber
Grab von Theodor Bilharz
Theodor Bilharz

In unmittelbarer Nähe zum deutschen Friedhof befindet sich auch der 4 Friedhof der Schweizer Gemeinde.

Im Süden des deutschen Friedhofs befindet sich der 5 Cairo War Memorial Cemetery Cairo War Memorial Cemetery im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsCairo War Memorial Cemetery (Q65455871) in der Datenbank Wikidata (30° 0′ 52″ N 31° 13′ 51″ O), dessen Eingang sich an seiner Westseite, an der Schāriʿ Abū Seifein befindet. Der Friedhof ist samstags bis donnerstags von 7:30 bis 14:30 Uhr geöffnet, Tel.: +20 (0)2 2290 1247. Von den Angestellten kann man sich das Gräberverzeichnis aushändigen lassen. Im Ersten Weltkrieg befanden sich in Kairo das Hauptquartier der britischen Streitkräfte und ein Militärkrankenhaus. Das Krankenhaus wurde auch in der Zeit des Zweiten Weltkriegs genutzt.

Der Kriegsgräber-Friedhof wurde 1920 auf dem Gelände des früheren Neuen Britischen Protestantischen Friedhofs angelegt, wovon die zumeist älteren Gräber von Zivilisten, hauptsächlich von Briten, aber auch von einigen Ausländern, im Norden der Anlage zeugen. In diesem Bereich des Friedhofs befinden sich die Gräber im Schatten alter Bäume und Palmen.

Aufgrund der bereits angelegten zivilen Gräber ist der Friedhof asymmetrisch. Im Nordosten und Süden befinden sich die Kriegsgräber der Commonwealth-Truppen. In Kairo sind dies 2411 Gräber. Der Hauptteil, 2057, ist für die Gefallenen aus dem 1. Weltkrieg, darunter 1376 Briten, 493 Australier und 156 Neuseeländer, bestimmt. 1960 wurden weitere 85 Soldaten des Ersten Weltkriegs vom Kriegsfriedhof in el-Minya hierher umgebettet.

Commonwealth War Cemetery
Commonwealth War Cemetery
Commonwealth War Cemetery

Auf dem Weg nach Osten gelangt man zu einem monumentalen Kreuz und kurz vor der Rückwand zu einem Gedenkstein mit der Inschrift „Their Name Liveth for Evermore“. In Ägypten gibt es ca. 38.000 Soldatengräber der Commonwealth-Truppen.

Südöstlich hinter dem Commonwealth-Friedhof, aber mit seinem Eingang auf der Ostseite befindet sich der 6 lateinische (katholische) Friedhof (30° 0′ 46″ N 31° 13′ 57″ O) von Alt-Kairo.

Mausoleum des Suleimān Pascha el-Faransāwī[Bearbeiten]

Grab des Suleiman Pascha
Lateinischer Friedhof

Südlich der vorgenannten Friedhöfe im Bereich der Corniche befindet sich das 7 Mausoleum des Suleiman Pascha el-Faransawi (30° 0′ 35″ N 31° 13′ 43″ O), in einer Seitenstraße, etwa in der Nähe der Holzbrücke zu Nilinsel Rōḍa. Suleiman Pascha el-Faransawi (1788–1860) war ein französischer Offizier in der Armee Muḥammad ʿAlīs. Dar Grab ist eines der wenigen in Kairo erhaltenen Beispiele der Eisengussarchitektur des 19. Jahrhunderts. Die Eisengusskapelle beschützt sein Marmorgrab. Die Innenwände der Kapelle sind bis in die Decke mit Stuckornamenten verziert.

Suleiman Pascha war ursprünglich französischer Offizier namens Joseph Anthelme Sève. Wie viele andere europäische Berater kam er nach der Napoleonischen Niederlage nach Ägypten, um unter dem Vizekönig Muhammad Ali zu dienen. Um diese Position eines Offiziers im Militär erreichen zu können, konvertierte er zum Islam. Er starb 1860.

Zwei Jahre nach Suleiman Paschas Tod gab sein Schwiegersohn Scharīf an den Architekten Carl von Diebitsch (1819–1869)[1] den Auftrag, für Suleiman Pascha ein Grabmal zu errichten. Die Eisengusselemente wurden in der Gießerei Ilsenburg vorgefertigt und vor Ort montiert. In seiner Form nimmt er Bezug auf englische Gartenpavillons des 18. Jahrhunderts, wurde aber mit orientalischen Ornamenten ausgeschmückt.

Das Grabmal ist achteckig, die Außenseite des Umgangs ist mit Arkaden gestaltet. Die Grabhalle selbst ist gemauert und besitzt einen Eingang, die restlichen Flächen nur Blendnischen. Auf der Halle befindet sich eine hölzerne Kuppel, die mit Zinkblech belegt war. Das Mausoleum ist etwas erhöht, eine kleine Treppe führt zum Umgang.

Die Umzäunung und das Grabmal seiner Witwe, der Griechin Maria Myriam Hanem, im Nordwesten der Anlage wurden erst später angelegt. Das Grabmal wurde 1896, ein Jahr nach ihrem Tod, in klassischer Weise angelegt: Der Grundriss des Grabes ist quadratisch, der Eingang befindet sich auf der Ostseite. An den anderen drei Wänden wurden Fenster angebracht. Bekrönt wird das Gebäude von einer achtseitigen Trommel und einer Kuppel. Die Außenseiten besitzen kaum Schmuck. Auch ihr Grab ist aus Marmor mit vergoldeten Buchstaben. Der einzige Schmuck ihrer Kapelle befindet sich in den Kuppelzwickeln.

Kloster und Kirchen[Bearbeiten]

Auf dem Gelände des 8 Merkurius-/Abū-es-Seifein-Klosters (30° 0′ 45″ N 31° 13′ 51″ O) im Westen der ʿAmr-ibn-el-ʿĀṣ-Moschee befinden sich nebeneinander drei historische Kirchen. Das Kloster wird von etwa 45 Nonnen bewohnt.

Der Märtyrer Merkurius, einer der beliebtesten Reiter- oder Militärheiligen, wurde 224 in Eskentos in Kappadokien unter dem Namen Philopater als Sohn eines Offiziers der römischen Armee geboren. Auch er wurde später Offizier in der römischen Armee. Man berichtet, dass zur Zeit des römischen Kaisers Decius die Stadt Rom gegen ein Heer von Berbern in Überzahl verteidigt werden musste. Nach einigen Tagen erschien Merkurius der Erzengel Michael, der ihm ein zweites, ein göttliches Schwert überreichte, mit dem er die Schlacht für sich entscheiden konnte. Von diesem Ereignis rührt die arabische Bezeichnung Abū es-Seifein, Vater der beiden Schwerter, her und er wird auf Ikonen als berittener Krieger mit zwei gekreuzten Schwertern dargestellt. Ab 249 begann Decius (Regierungszeit 249–251), Christen zu verfolgen. Da Merkurius nicht vom Christentum abschwören wollte, wurde er von seinen militärischen Rängen enthoben und im kappadokischen Caesarea gefoltert. Am 4. Dezember 250 wurde er im Alter von 25 Jahren enthauptet.

Mit einer Länge von 31,5 Metern und einer Breite von 21 Metern ist die Kirche des hl. Merkurius (auch Mercurius, Abū es-Seifein) eine der größten Kirchen von Alt-Kairo. Der heutige Bau stammt aus dem 10. Jahrhundert. Die Kirche wurde erstmals in der Zeit des Patriarchen Abraham (975–978) erwähnt und zu Beginn des 13. Jahrhunderts von Abū el-Makārim (in der Überlieferung durch Abū Ṣāliḥ dem Armenier) beschrieben.[2] 1080 wurde die Kirche Treffpunkt von 47 Bischöfen, die ein Regelwerk für die koptischen Christen auf Geheiß des Wesirs und Feldherrn Badr ed-Dīn el-Gamālī († 1094) erstellten. Im 16.–18. Jahrhundert wurde die Kirche als Begräbnisstätte mehrerer Patriarchen genutzt.

Die Kirche besteht aus einem Narthex (Vorraum) mit vier Säulen und zwei Pfeilern, dem Hauptschiff, einem Chūrus (Querhalle vor den Altarräumen) und dem Sanktuar für den hl. Merkurius in der Mitte, für die hl. Jungfrau links und den Erzengel Gabriel rechts. Letztere Kapelle dient heute als Taufkapelle. Über dem Hauptschiff befindet sich eine gewölbte Holzdecke. Rechts vor dem Sanktuar befindet sich der Ambon (Kanzel) mit 15 Säulen.

Über der Ikonenwand befinden sich zwei Reihen mit Ikonen, die von Johannes dem Armenier und Ibrahim el-Nasikh 1752 gestaltet wurden. In der oberen Reihe sind dies die Ikonen für Christus und der hl. Jungfrau in der Mitte, links zusätzlich die des Erzengels Michael und von drei Aposteln, rechts die des Erzengels Gabriel und weiterer drei Apostel. In der zweiten Reihe werden biblischen Themen gezeigt. Die Inschriftenbänder in Koptisch und Arabisch nennen Psalmen.

Im Sanktuar mit seinem Altar sind Christus und mit Kreaturen, Symbolbilder der vier Evangelisten, und Seraphim im Baldachin sowie den zwölf Aposteln und erneut Christus in Fresken an den Wänden dargestellt.

Im der Kirche gibt es zahlreiche bedeutende Ikonen, die sich an den Wänden und den Pfeilern befinden. So z.B. die Darstellung der 24 Ältesten der Apokalypse und eine Ikone mit der Darstellung von sieben Aposteln (mit Andreas in der Mitte, links Jakob und Philipp, rechts Simon, Bartholomäus und Thomas). Eine weitere Ikone ist die von Philipp dem Diakon, der einen äthiopischen Eunuchen zum Christentum bekehrt.

Eine Tür in der Nordostecke der Kirche führt zur Krypta des hl. Barsauma des Nackten (Barsūm el-ʿAryān, † 1317), der hier zu Beginn des 14. Jahrhunderts über 20 Jahre gelebt haben soll.

Im Norden der Kirche befindet sich ein Hof, von dem aus man zur Oberkirche mit fünf Heikalen und einem weiteren Gebäude mit drei Heikalen, einer davon für den persischen Märtyrer Yaʿkūb al-Muqatta (el-Farisi). Auf der Schirmwand sind Heilige, Tiere und Vögel dargestellt.

Die Oberkirche enthält einige bedeutende Gemälde aus dem Mittelalter, auch wenn deren Erhaltungszustand nicht der beste ist. So findet man zum Beispiel die Darstellung Christi mit Moses und Elija und die des thronenden Christus.

Etwa 20 Meter südlich der Kirche des hl. Merkurius befindet sich die Kirche des hl. Schenute (el-Anba Schinuda, 46. Patriarch). Es ist unbekannt, seit wann sie besteht, erstmals wurde sie 743 erwähnt. Die Basilika ist 35 Meter lang, 15 Meter breit, 15 Meter hoch und besaß seinen Eingang an der Westseite. Die Schiffe werden von je fünf Marmorsäulen und zwei Pfeilern unterteilt. Der Ambon wurde aus Holz gefertigt.

Die hölzerne Ikonenwand mit Einlegearbeiten aus Elfenbein trägt sieben Ikonen, eine für die hl. Jungfrau in der Mitte, die anderen zeigen je zwei der zwölf Apostel. Die Apsis des Heikals ist mit der Darstellung des segnenden Christus ausgeschmückt. Der rechte Heikal ist für den Erzengel Michael bestimmt.

Die südlichste der drei Kirchen ist die Kirche der hl. Jungfrau, auch el-Damschirīya, genannt. Der zweite Name stammt von einer bedeutenden Persönlichkeit aus Damschir, der eine Restauration der Kirche im 18. Jahrhundert ermöglichte. Auch ihr genaues Alter ist nicht bekannt. Der heutige Bau stammt vom Ende des 8. Jahrhunderts, nachdem die Kirche 785/786 zerstört wurde. Auch diese Kirche ist als Basilika gestaltet, sie ist 19 Meter lang, 11,5 Meter breit und 9 Meter hoch. Ihr Eingang befindet sich an der Südwand.

Das Hauptschiff besitzt eine Kuppeldecke und die Seitenschiffe eine Flachdecke. Am Ostende befinden sich zwei Heikale, der linke ist mit einer Kuppel bedeckt und der hl. Jungfrau geweiht, der rechte für den Erzengel Michael.

Moscheen[Bearbeiten]

Nördlich der Festung Babylon und südlich des Lateinischen Friedhofs befindet sich die älteste Moschee Ägyptens und Afrikas, die 9 Moschee des ʿAmr ibn el-ʿĀṣ (30° 0′ 36″ N 31° 13′ 59″ O). Sie ist im Artikel Alt-Kairo beschrieben.

Küche[Bearbeiten]

In diesem Gebiet gibt es keine Restaurants. Diese findet man z.B. im Kairoer Stadtzentrum.

Unterkunft[Bearbeiten]

In diesem Gebiet gibt es keine Hotels. Diese findet man z.B. im Kairoer Stadtzentrum.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch von Fumm el-Chalīg lässt mit dem Besuch anderer Stätten in Alt-Kairo verbinden. Aufgrund ihrer Nähe bieten sich Babylon und die Nilinsel er-Rōḍa an.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kirchen
    • Meinardus, Otto F. A.: Christian Egypt, ancient and modern. Cairo : American University in Cairo Press, 1977 (2. Auflage), ISBN 978-977-201-496-5, S. 288–296.
    • Gabra, Gawdat: Kairo : das Koptische Museum und die frühen Kirchen. Cairo : Egyptian Intl. Publishing Company–Longman, 1996, ISBN 977-16-0238-91 (fehlerhaft), S. 129–135.
  • Aquädukt
    • Creswell, K.A.C.: The Muslim Architecture of Egypt : Vol. II: Ayyūbids and Early Baḥrite Mamlūks ; A.D. 1171—1326. Oxford : Oxford Univ. Press, 1959, S. 255–260, Tafeln 99 f. Nachdruck: New York : Hacker Art Books, 1978
  • Grab des Suleiman Pascha
    • Pflugradt-Abdel Aziz, Elke: The Mausoleum for Soliman Pasha “el-Faransawi” in Cairo. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo, Bd. 44 (1988), S. 205–214.
    • Pflugradt-Abdel Aziz, Elke: Islamisierte Architektur in Kairo : Carl von Diebitsch und der Hofarchitekt Julius Franz ; preußisches Unternehmertum im Ägypten des 19. Jahrhunderts. Bonn, Univ., Diss., 1992, 2003, S. 18–25.
  • Theordor Bilharz
    • Senn, Ernst: Theodor Bilharz : ein deutsches Forscherleben in Ägypten ; 1825–1862. Stuttgart : Ausland- und Heimat-Verl., 1931, (Schriften des Deutschen Ausland-Instituts Stuttgart : Reihe D, Biographien und Denkwürdigkeiten ; 5).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl von Diebitsch starb in Kairo, sein Grab befindet sich auf dem englischen Friedhof.
  2. [Abū al-Makārim] ; Evetts, B[asil] T[homas] A[lfred] (Hg., Übers.) ; Butler, Alfred J[oshua]: The churches and monasteries of Egypt and some neighbouring countries attributed to Abû Sâliḥ, the Armenian. Oxford : Clarendon Press, 1895, S. 116–122, Fol. 34.b–37.b. Verschiedene Nachdrucke, z. B. Piscataway : Gorgias Press, 2001, ISBN 978-0-9715986-7-6.
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