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Kairo/Bāblūn ed-Darag

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Bāblūn ed-Darag ·بابلون الدرج
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Bāblūn ed-Darag (auch Bablun el-Darag, Babylon el-Darag, arabisch: ‏بابلون الدرج‎, Bāblūn ad-Daraǧ, „Babylon der Stufen“ oder zu den Stufen von Babylon) ist Teil der Kairoer Altstadt und befindet sich ca. ein Kilometer südlich der Festung Babylon und südlich der Kairoer Ringstraße.

Anreise[Bearbeiten]

Plan von Bāblūn ed-Darag

Man erreicht das Gebiet gut zu Fuß ab der Festung Babylon in Alt-Kairo. Im Süden der Festung läuft man ca. 130 Meter nach Südosten und läuft nun ca. 200 Meter nach Süden und gelangt entlang der Straße Schāriʿ el-Ḥigāra, ‏شارع الحجارة‎, zur 1 Überführung über die Ringstraße (30° 0′ 8″ N 31° 13′ 50″ O). Hinter der Überführung beginnt Bāblūn ed-Darag.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Glockenturm der Kirche der hl. Jungfrau
Treppe zur Kirche der hl. Jungfrau
Mittelschiff der Kirche der hl. Jungfrau
Eingang zur Kirche der hl. Kyrus und Johannes
Kirche der hl. Kyrus und Johannes
Mittelschiff der Kirche der hl. Kyrus und Johannes
Eingang zur Kirche des Prinzen Tadros
Blick auf das mittlere Sanktuar

Auf engstem Raum befinden sich hier drei Kirchen. Der arabische Historiker el-Maqrīzī (1364–1442) nennt die Kirche von Babylon und Kirche des hl. Theodor namentlich.[1] Eine erste umfangreichere Beschreibung wurde von Alfred Joshua Butler (1850–1936) vorgelegt.[2]

Kirche der hl. Jungfrau[Bearbeiten]

Die nördlichste Kirche ist die 1 Kirche der hl. Jungfrau Kirche der hl. Jungfrau in Bablun ed-Darag in der Enzyklopädie Wikipedia Kirche der hl. Jungfrau in Bablun ed-Darag im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKirche der hl. Jungfrau in Bablun ed-Darag (Q5117950) in der Datenbank Wikidata (30° 0′ 6″ N 31° 13′ 51″ O), ‏كنيسة العذراء مريم‎, Kanīsat al-ʿAḏrāʾ Maryam, die zu Recht den Namen Bāblūn ed-Darag, zu den Stufen von Babylon trägt. Sie gehörte zum einstigen Kloster Deir Bāblūn ed-Darag, ‏دير بابلون الدرج‎, das aber schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht mehr als Kloster genutzt wird.

Auch von dieser Kirche wird angenommen, dass sie sich entlang der Fluchtroute der hl. Familie befand. In ihr ist der Patriarch Zacharias (1004–1032) bestattet.

Das Kloster und die Kirche befinden sich auf der Südseite der Straße Schāriʿ es-Saiyida el-Baḥrīya, arabisch: ‏شارع السيدة البحرية‎, und das Kloster ist von einer hohen Ziegelmauer umgeben. Der Eingang befindet sich im Norden. Über eine lange Treppe gelangt man zum Hof der Kirche. Die Kirche füllt das Kloster fast aus. Das Kloster besitzt nur wenige Mönchszellen.

Über den Hof gelangt man in die etwa quadratische Kirche mit einer Länge von 18 Metern. Im Narthex (Vorhalle) befinden sich zwei Taufbecken. Die Kirche besteht aus drei Schiffen, die fast gleich breit sind und jeweils durch einen Pfeiler und zwei Säulen unterteilt sind. Das Mittelschiff misst etwa 5 Meter in der Breite und besitzt eine Gewölbedecke. Die Kirche besitzt drei Sanktuare (Heikale), links für den hl. Marmures, in der Mitte für die hl. Jungfrau und rechts für Amba Bischoi und Amba Ibrahim. Der rechte Schrein besitzt eine Schirmwand mit mehreren alten Ikonen. Hier sollen sich auch Reliquien der hl. Dimiana befinden. Der mittlere Altarraum ist mit Wandgemälden ausgestattet: dargestellt sind der Erzengel Gabriel, Jesus Christus und der Erzengel Michael.

In einem abgetrennten Raum im Südwesten der Kirche befindet sich das Taufbecken.

Aus dieser Kirche stammt ein Lektionar aus dem Jahr 689 AH (1289/1290 n. Chr.), das sich heute im Koptischen Museum befindet.

Kloster des hl. Theodor[Bearbeiten]

Südlich hinter dieser Kirche befindet sich das 2 Kloster des hl. Tādrus/Theodor, ‏دير الأمير تادرس المشرقي‎, Dair al-Amīr Tādrus al-Maschraqī, „Kloster des Prinzen Tādrus, der aus dem Orient stammt“, im Westen der Gasse Hārat el-Maṣnaʿ, ‏حارة المصنع‎ (auch Schāriʿ ed-Deir, ‏شارع الدير‎), in dem sich zwei Kirchen befinden und das von einer Mauer umschlossen ist. Beide Kirchen wurden an der Wende zum 15. Jahrhundert vom Historiker Ibn Duqmāq (1349–1407) erwähnt. Die Kirchen gehen auf das 7. bis 8. Jahrhundert zurück, die Außenmauer ist etwa 3 Jahrhunderte später errichtet worden. Auch dieses Kloster ist heute nicht mehr bewohnt.

Kirche des hl. Kyrus und Johannes[Bearbeiten]

Die nördliche 3 Kirche ist die der hll. Kyrus und Johannes (30° 0′ 5″ N 31° 13′ 52″ O), ‏كنيسة أبو قير/كير ويوحنا‎, Kanīsat Abū Qīr/Kīr wa-Yūḥannā. Der aus Alexandria stammende hl. Kyros (Abū Qīr), der Arme, und sein Schüler, der hl. Johannes (Yūḥannā), der Arme, ein ehemaliger Soldat, der aus Edessa stammte, waren als Ärzte tätig. Ihr Beistand zu Athanasia („die Unsterbliche“) und ihren Töchtern Theoktista, Theodotia und Eudoxia, die alle in der Zeit der Christenverfolgung unter dem Kaiser Diokletian in Kanopus (Abū Qīr) verhaftet wurden, führte dazu, dass sie ebenfalls verhaftet, gefoltert und im Jahr 312 ermordet wurden. Sie wurden zuerst in Kanopus bestattet. Um das 10. Jahrhundert wurden die Reliquien nach Alt-Kairo gebracht, zuerst in die Kirche der hl. Barbara und später in die Kirche der Heiligen Kyros und Johannes im Kloster des Prinzen Taudrus. Ein Teil der Reliquien kehrte von hier in die 1935 errichtete Kirche der Heiligen Kyros und Johannes in Abū Qīr zurück.

Die dreischiffige Kirche besitzt einen unregelmäßigen Grundriss mit einem Eingang im Westen. An der Ostseite besitzt sie drei erhöhte Heikale und davor eine durchgehende Schirmwand und einen Chūrus (Querhalle vor den Altarräumen). Die Heikale sind für den hl. Georg (rechts), die hl. Kyrus und Johannes (Mitte) und für die hl. Jungfrau (links) bestimmt. Im mitteleren Sanktuar ist Jesus Christus in einem Wandgemälde dargestellt. Das Mittelschiff ist mit Kuppeln überwölbt. Die Schiffe werden jeweils durch einen breiten Pfeiler im Osten und schlanken unterteilt.

Im nördlichen Seitenschiff wurden mehrere Ikonen aufgehängt, u.a. mit den Darstellungen des Abrahams Opfer, des hl. Menas, des hl. Georg, der Jungfrau Maria mit ihrem Kind und von Abba Kyrillos. Weitere Ikonen befinden sich zudem an der West- und Südwand.

Nördlich vom Eingang werden die Reliquien beider Heiliger aufbewahrt.

In der Nähe der Kirche befinden sich die (ehemaligen) Mönchszellen.

Kirche des hl. Theodor[Bearbeiten]

Die südliche Kirche ist die 4 Kirche des hl. Tādrus/Theodor, der aus dem Orient stammt, ‏كنيسة الأمير تادرس المشرقي‎, Kanīsat al-Amīr Tādrus al-Maschraqī, die im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. Die heutige Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert, die Ausgestaltung vom Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Kirche ist dreischiffig, ihr Eingang befindet sich im Süden und besitzt einen Narthex, das ist die Vorhalle, mit einem Taufbecken. Ihr Mittelschiff besitzt eine Decke mit drei Kuppeln. Die Schiffe werden jeweils durch zwei Pfeiler und einem Säulenpaar unterteilt. Vor dem mittleren Heikal befindet sich ein Ambon. Die Heikale sind links der hl. Jungfrau und in der Mitte dem hl. Theodor geweiht.

Im nördlichen Seitenschiff der Kirche befinden sich Reliquien des hl. Theodor und des hl. Georg. Die Ikonen über den Reliquien sind etwa 400 Jahre alt. Dargestellt ist u.a. der hl. Tādrus zu Pferde, wie er einen Drachen tötet.

Einen weiteren Kilometer südlich befinden sich die wenigen Überreste einer Kirche für den Erzengel Michael, auch die südliche, el-Qiblī, genannt. Sie wurde am Beginn des 11. Jahrhunderts errichtet.

Küche[Bearbeiten]

In diesem Gebiet gibt es keine Restaurants. Diese findet man z.B. im Kairoer Stadtzentrum.

Unterkunft[Bearbeiten]

In diesem Gebiet gibt es keine Hotels. Diese findet man z.B. im Kairoer Stadtzentrum.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch dieser Kirchen lässt sich mit anderen Stätten in Alt-Kairo verbinden, so z.B. mit der Festung Babylon und dem Koptischen Museum.

Literatur[Bearbeiten]

  • Meinardus, Otto F. A.: Christian Egypt, ancient and modern. Cairo: American University in Cairo Press, 1977 (2. Auflage), ISBN 978-977-201-496-5, S. 298–301.
  • Gabra, Gawdat: Kairo : das Koptische Museum und die frühen Kirchen. Cairo: Egyptian Intl. Publishing Company–Longman, 1996, ISBN 977-16-0238-91 (fehlerhaft), S. 135–137.

Einzelnachweise

  1. Siehe z.B. [Abū al-Makārim] ; Evetts, B[asil] T[homas] A[lfred] (Hg., Übers.) ; Butler, Alfred J[oshua]: The churches and monasteries of Egypt and some neighbouring countries attributed to Abû Sâliḥ, the Armenian. Oxford: Clarendon Press, 1895, S. 328. Verschiedene Nachdrucke, z. B. Piscataway : Gorgias Press, 2001, ISBN 978-0-9715986-7-6.
  2. Butler, Alfred Joshua: The Ancient Coptic Churches of Egypt; Bd. 1. Oxford: Clarendon Press, 1884, S. 250–270. Das Kapitel 5 beschreibt die kleineren Kirchen südlich von Babylon.
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