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Gebel en-Nūr

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Gebel en-Nūr ·جبل النور
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Gebel en-Nur, arabisch: ‏جبل النور‎, Ǧabal an-Nūr, ist ein Dorf und eine archäologische Stätte in Mittelägypten im Gouvernement Beni Suef auf der Ostseite des Nils. Im Süden des Dorfs befinden sich die Überreste einer antiken Stadt, ihres Friedhofs und eines Isis-Tempels aus der Zeit Ptolemaios’ II., der erst 2014 freigelegt wurde.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lageplan von Gebel en-Nūr

Lage[Bearbeiten]

Das Dorf Gebel en-Nūr befindet sich auf der Ostseite des Nils etwa 14 Kilometer südwestlich von Neu-Beni Suef und etwa zweieinhalb Kilometer nördlich vom Dorf Gheiyāḍa asch-Scharqīya. Als Orientierungspunkt kann auch das neue Gaskraftwerk etwa 5 Kilometer südlich des Dorfs dienen. Haupterwerbszweig des Dorfs ist die Landwirtschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort fehlt noch in vielen Reiseführern. Bis zur Veröffentlichung von Farouk Gomaà und seinen Mitarbeitern im Jahr 1991 war diese Stätte selbst in der Wissenschaft so gut wie unbekannt. Erst 2014 wurde der Isis-Tempel aus der Zeit Ptolemaios’ II. durch Mitarbeiter des ägyptischen Antikendiensts freigelegt.[1]

In ptolemäischer Zeit wurde hier eine Stadt angelegt, die noch weitestgehend unter einem Schutthügel mit größenordnungsmäßig 500 Metern Länge in Nord-Süd-Richtung und 150 Metern Breite begraben ist. Keramikfunde an der Oberfläche stammen aus der Spät bis zur arabischen Zeit. Zur Stadt gehörte ein Tempel in ihrem Südteil. Nordöstlich der Stadt befindet sich der einstiger Felsgräber-Friedhof, der bisher noch nicht untersucht wurde. Die Gräber wurden schon teilweise geplündert. Gomaà fand ein größeres Grab vor, dass vier Grabkammern an den Seien und eine an der Rückseite der Zentralkammer besitzt. Am Grabeingang lagen drei menschengestaltige Steinsärge.

Gomaà schlug auch vor, dass sich hier der römische Ort Alyi bzw. Aiy befunden haben könnte, der aus dem Itinerar des Antonius, einem Straßenverzeichnis des römischen Reichs, und der Notitia Dignitatum, einem römischen Staatshandbuch, bekannt ist. Eine Klärung steht aber noch aus. Kandidat wäre auch das zehn Kilometer weiter südlicher gelegene el-Muḍill el-Qiblī, das besser zu den Entfernungsangaben passt, aber nur über wenige antike Siedlungsreste verfügt.

Anreise[Bearbeiten]

In Beni Suef überquert man den Nil, um auf die Ostseite zu gelangen. Man fährt 4 Kilometer weiter geradeaus bis zu einem Kreisverkehr östlich von Neu-Beni Suef, um bei 1 29° 1′ 41″ N 31° 7′ 21″ O auf die Fernverkehrsstraße nach Gebel en-Nūr in südwestliche Richtung zu gelangen. Auf dieser Fernverkehrsstraße erreicht man das Dorf nach zwölf Kilometern. An der Südspitze des Dorfs kann man auf einer Piste weiterfahren und das Fahrzeug im Bereich des Wächterhäuschens parken.

Mobilität[Bearbeiten]

Den Weg zum Tempel und zum Friedhof muss man zu Fuß zurücklegen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Überreste des ptolemäischen Tempels

Der Friedhof und der ptolemäische Tempel befinden sich südlich vom Dorf.

  • 1 Dorf Gebel en-Nūr. (28° 57′ 25″ N 31° 1′ 56″ O)
  • 2 Friedhof von Gebel en-Nūr. (28° 56′ 34″ N 31° 1′ 56″ O)
  • 3 Isis-Tempel. Der 27 Meter lange Kalksteintempel aus der Zeit Ptolemaios’ II. (Regierungszeit 285 bis 246 v. Chr.) befindet sich im Fruchtland, etwa 400 Meter südlich vom südlichen Dorfrand. Er war von einer etwa quadratischen Umfassungsmauer mit einer Seitenlänge von etwa 70 Metern umgeben, wobei sich der Tempel etwa im Nordostviertel des Areals befindet. Es ist der erste ptolemäische Tempel, der im Gouvernement Beni Suef gefunden wurde. Der Pylon zum Tempel befindet sich auf der Westseite. Der Tempel steht noch etwa reichlich einen Meter an und verfügt nur noch über wenige Dekorationsreste im Sockelbereich, auf dem Ptolemaios II. mit Opfergaben vor dem Nilgott Hapi dargestellt ist. Einzelne Räume des Tempels lassen sich ausmachen. Nach ersten Untersuchungen soll der Tempel für die Göttin Isis errichtet worden sein. Zum Schutz des Tempels wurden die reliefierten Mauern wieder vergraben. (28° 56′ 46″ N 31° 1′ 47″ O)

Küche[Bearbeiten]

Restaurants findet man in Beni Suef.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte findet man in Beni Suef.

Ausflüge[Bearbeiten]

Die Besichtigung von Gebel en-Nūr lässt sich mit dem Besuch von Beni Suef und anderen Stätten auf der Nil-Ostseite wie dem Kloster der hl. Jungfrau bei Bayāḍ, ‏‏بياض‎, und dem Kloster des hl. Antonius in Deir el-Meimūn verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gomaà, Farouk ; Müller-Wollermann, Renate ; Schenkel, Wolfgang: Mittelägypten zwischen Samalūṭ und dem Gabal Abū Ṣīr : Beiträge zur historischen Topographie der pharaonischen Zeit. Wiesbaden : Reichert, 1991, (Tübinger Atlas des Vorderen Orients : TAVO / Beihefte / B ; 69), ISBN 978-3-88226-467-8, S. 72, 80, 184, 245, Tafeln LII, LIII.

Einzelnachweise

  1. Egyptian archaeologists unearth Ptolemy II temple for Isis, Nachricht auf Luxor Times vom 19. Mai 2014.
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