Erioll world 2.svg
Vollständiger Artikel

Deir Mār Girgis el-Magmaʿ

Aus Wikivoyage
Welt > Afrika > Nordafrika > Ägypten > Oberägypten > Qinā (Gouvernement) > Deir Mār Girgis el-Magmaʿ
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Deir Mār Girgis el-Magmaʿ
دير مارجرجس المجمع
keine Touristinfo auf Wikidata: Touristeninfo nachtragen

Das koptisch-orthodoxe Nonnenkloster Deir Mar Girgis el-Magma' (arabisch: ‏دير مارجرجس المجمع‎, Dair Mār Girgis al-Maǧmaʿ, auch Deir el-Mēgma) befindet sich südlich des ägyptischen Dorfes Hagir Danfiq und westlich des Dorfes el-Baḥrī Qamūlā an der östlichen Straßenseite in der Wüste, die hier Gebel el-Aṣāṣ genannt wird, westlich des Fruchtlandrandes auf der westlichen Niluferseite im Gouvernement Qinā. Etwa 500 m vom Fruchtlandrand entfernt befindet es sich auf einer kleinen Anhöhe.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise von Luxor aus nach Qamūlā ist unter Qamūlā beschrieben. Nun befindet man sich auf der Wüstenstraße von Qamūlā nach Naqāda. Das 80 × 70 m große Kloster befindet sich unmittelbar am östlichen Straßenrand.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Kloster Deir Mār Girgis ist das größte der Klöster zwischen Naqāda und Qamūlā und besaß vormals vier Kirchen. Die arabische Bezeichnung el-Maǧmaʿ kann mehrere Bedeutungen besitzen, so. z.B. Ort des Zusammenlebens oder Kirchensynode. Die meisten Wissenschaftler plädieren nicht für die Bedeutung der Synode, sondern für die Bedeutung als koinobitische Lebensform der Mönche, das ist das Zusammenleben der Mönche in einer klösterlichen Gemeinschaft. Hier befand sich wohl auch der Bischofspalast (Episkopeion) des Pisentius, Bischof von Qifṭ, während sich sein Grab heutzutage im nur etwa 400 m entfernten Kloster Deir el-Anbā Pisentius befindet.

René-Georges Coquin und Maurice Martin schlagen zudem vor, dass sich die Beschreibung des Deir el-Anba Pisentius von Abū el-Makārim, die von Abū Ṣāliḥ dem Armenier zu Beginn des 13. Jahrhunderts überliefert wurde, auf dieses Kloster bezieht, indem sie die Übersetzung von Evetts wie folgt korrigieren: „Dieses Kloster befindet sich westlich von Qūṣ. Es gibt das Grab des Pisentius außerhalb [des Klosters] und westlich davon gibt es eine Wasserquelle (sicher Deir el-Malāk Mīchāʾīl), die von Unserer Lieben Frau, unseren Herrn Christus zusammen mit dem Recht schaffenden alten Mann Josef besucht wurde.“

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieb Somers Clarke das Kloster mit seinen vier Kirchen und dem Gebäude mit den Mönchszellen (je sechs zu beiden Seiten), die sich innerhalb einer etwa quadratischen Umfassungsmauer befinden. Die älteste Kirche, eine Basilika, ist dem hl. Georg geweiht und heutzutage die besterhaltene Kirche. Die Kirche des Erzengels Michael nördlich der des hl. Georg wurde in den 1920er-Jahren abgebrochen. Auf ihren Überresten erheben sich heute die Unterkünfte für die Nonnen. Südlich der Kirche des hl. Georg befand sich die des hl. Johannes und etwas abgesetzt im Südwesten die der hl. Jungfrau. Die beiden letzteren Kirchen sind stark zerstört, der Erhaltungszustand der Kirche des hl. Johannes ist aber besser als die der hl. Jungfrau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Inneren der Kirche des hl. Georg
Kirche des hl. Johannes
Kirche der hl. Jungfrau

Die heute noch weitgehend erhaltene Kirche des hl. Georg (arabisch: ‏كنيسة مار جرجس‎, Kanīsat Mār Girgis) ist eine dreischiffige Kuppelbasilika aus Lehmziegeln mit breitem Mittelschiff und gilt als die älteste Kirche des Klosters. Ihre Anfänge gehen auf das Ende des 4., Anfang des 5. Jahrhunderts zurück. Die Kuppeln dieser Kirche stützen sich auf Pfeiler und quer laufende Bögen aus gebrannten Ziegeln. In dieser Form ist die Kirche das einzige Beispiel in Ägypten.

Am Ostende befinden sich drei Haikale (Allerheiligste), links für den hl. Menas (Mār Mīnā), in der Mitte für den hl. Georg (Mār Girgis) und rechts für die hl. Jungfrau (el-ʿAḏrāʾ). Nur vor dem mittleren Heikal gibt es eine Ikonenwand. Auf ihr sind Jesus und die zwölf Apostel bzw. Maria und Jesus dargestellt. Der Zugang zum mittleren Haikal besteht aus zwei schmalen Türen und einem Mittelfenster.

Linkerhand der Kirche des hl. Georg befinden sich die Unterkünfte der Nonnen etwa an der Stelle der ehemaligen Kirche des Erzengels Michael (arabisch: ‏كنيسة الملاك ميخائيل‎, Kanīsat al-Malāk Mīchāʾīl). Johann Georg, Herzog zu Sachsen (1869–1938), berichtete von dieser Kirche, dass sich in der Apsis zwar zerstörte, aber schöne Fresken befunden haben, die etwa um 1000 entstanden sind. Zentrales Motiv war der thronende Christus, wie er von Engeln umgeben ist, und darunter die Darstellung der zwölf Apostel.

Rechterhand der Kirche des hl. Georg befinden sich die Überreste der Kirche des hl. Johannes (arabisch: ‏كنيسة أبو حنّس‎, Kanīsat Abū Ḥinnis), die zumindest in der letzten Bauphase ebenfalls als unregelmäßige dreischiffige Basilika gestaltet war. Auch hier bestand der Zugang zum mittleren Haikal aus zwei schmalen Türen und einem Mittelfenster. Im Bereich der mittleren westlichen Kuppel befand sich ein 1,2 m tiefes Becken, dass über einen Kanal von außen mit Wasser befüllt werden konnte. Südlich der Kirche befand sich der Brunnen.

Noch weniger ist von der Kirche der hl. Jungfrau erhalten (arabisch: ‏كنيسة العذراء‎, Kanīsat al-ʿAḏrāʾ), die sich etwas abgesetzt von den drei anderen Kirchen im Südwesten befindet. Sie war viel kleiner als die anderen Kirchen, auch dreischiffig, aber nicht mit Kuppeln, sondern mit Tonnengewölben gedeckt. Am Ostende befand sich die Apsis, die halbrunde Altarnische, mit zwei Seitenräumen.

Küche[Bearbeiten]

Restaurants gibt es im nahe gelegenen Luxor oder in Theben-West.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte gibt es im nahe gelegenen Luxor oder in Theben-West.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch des Klosters lässt sich mit dem Besuch der Klöster Deir el-Malāk Mīchāʾīl bei Naqāda, Deir eṣ-Ṣalīb und Deir Abū el-Līf im Dorf Ḥāgir Danfīq, Deir el-Anbā Pisentius, Deir Mār Buqṭur und Deir el-Malāk Mīchāʾīl bei Qamūlā verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • [Abū al-Makārim] ; Evetts, B[asil] T[homas] A[lfred] (Hg., Übers.) ; Butler, Alfred J[oshua]: The churches and monasteries of Egypt and some neighbouring countries attributed to Abû Sâliḥ, the Armenian. Oxford : Clarendon Press, 1895, S. 233 f, Fol. 81 b. Verschiedene Nachdrucke, z. B. Piscataway : Gorgias Press, 2001, ISBN 978-0-9715986-7-6..
  • Clarke, Somers: Christian antiquities in the Nile Valley : a contribution towards the study of the ancient churches. Oxford : Clarendon Pr., 1912, S. 130–140, Tafeln XXXIX auf S. 131 und XL auf S. 132.
  • Johann Georg, Herzog zu Sachsen: Streifzüge durch die Kirchen und Klöster Ägyptens. Leipzig : Teubner, 1914, S. 56 f., Tafeln 77–79, Abb. 169–174.
  • Johann Georg, Herzog zu Sachsen: Neue Streifzüge durch die Kirchen und Klöster Ägyptens. Leipzig : Teubner, 1930, S. 47, Tafeln 60 f., Abb. 132–136.
  • Coquin, René-Georges ; Martin, Maurice ; Grossmann, Peter: Dayr al-Majmaʿ. In: Atiya, Aziz Suryal (Hg.): The Coptic Encyclopedia ; Bd. 3: Cros - Ethi. New York : Macmillan, 1991, ISBN 978-0-02-897026-4, S. 819–822.
Vollständiger ArtikelDies ist ein vollständiger Artikel, wie ihn sich die Community vorstellt. Doch es gibt immer etwas zu verbessern und vor allem zu aktualisieren. Wenn du neue Informationen hast, sei mutig und ergänze und aktualisiere sie.
Erioll world 2.svg