Das sagenhafte Löstertal

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Das sagenhafte Löstertal ist eine Wanderstrecke in der Umgebung Waderns, die in Dagstuhl am Schloss beginnt, durch den Wald am Eulenkreuz und am Brudermordkeuz vorbei bis nach Kostenbach führt. Der Weg geht weiter über das Schlittchen bis hoch zum Flugplatz in Oberlöstern und durch den Fahrwald hindurch, bis er letztendlich in Dagstuhl endet. Die Gesamtstreckenlänge beträgt 21 km und ist ein örtlicher Rundwanderweg mit der Markierung "M2", der die Schauplätze der Sagen verbindet.

Entstehung der Sagen[Bearbeiten]

Die Sagen und Erzählungen des Löstertales sind Teil der Historie der Hochwaldregion, wobei sie Geschichten eines Lebens aufgreifen, das heute lediglich eine Erinnerung an eine längst vergangene Zeit darstellt. Diese war gekennzeichnet durch soziale Ungerechtigkeit, Kriege, Leid, der Verbindung zu Gott, aber auch der Verbindung zum Aberglauben, zum Unerklärlichen, zum Geheimnisvollen. Die Sagen und Erzählungen aus dem Löstertal spiegeln unterdessen den Versuch der Menschen wider, diese Erfahrungen und Geschehnisse vor einem für sie verständlichen Hintergrund zu rechtfertigen, um somit in der Folge Wege zur Lebensbewältigung zu finden, Gerechtigkeit walten zu lassen oder aber um Trost zu spenden und zu finden. Inhaltlich betrachtet unterscheiden sich die Sagen des Löstertales in vielseitiger Hinsicht innerhalb ihrer Erzählstruktur. Während einige Erzählungen auf historisch belegbaren Ereignissen (der Brudermord) fußen, ist ein Großteil der Sagen ausschließlich märchenhafter Dichtung und Poesie zuzuordnen. Dennoch teilen sich die Mythen um die Löstergegend allesamt die greifbare Nähe durch die verschiedenen Handlungsorte, die auch heute noch einen mystischen Charakter aufweisen.

Die Sagen[Bearbeiten]

Sage von der Gründung Dagstuhls[Bearbeiten]

Der große Kaiser Karl übergab 802 den Bischöfen von Trier die Aufsicht über ein großes Waldgebiet, den Reichswald. Unterhalb davon lag das Gebiet des Herzogs von Lothringen, doch dazwischen war noch viel herrenloses Land, teilweise nur sehr dünn besiedelt, sodass die Menschen sich vor Angriffen selber schützen mussten. In dieser Zeit jagte ein Saarbrücker Ritter mit seinem Knappen durch diese Wälder und genehmigte sich eine Pause an einem Bach. Als dieser schlief, kam eine goldgelbe Biene aus dem Mund des Ritters und versuchte, über den Bach herüber zu kommen. Der Knappe legte die Dague, die Stoßwaffe des Ritters so über das Gewässer, dass das Tier herübergelangen konnte, allerdings verschwand es schnell in einem Erdloch eines Berges. Es kam auch wieder dort heraus und lief den Weg wieder zurück bis in des Ritters Mund. Der Ritter träumte zeitgleich davon, wie er einen Fluss überquerte und in einer Grotte eines Berges einen sehr großen Schatz fand. Nachdem die beiden sich über die Geschehnisse austauschten, ließ der Ritter in dem Berg graben und fand dort einen großen Schatz, mit dem er eine Burg erbaute. Damit auch andere Ritter auf die Burg kamen, die das Kämpfen vom Pferde aus beherrschten und somit die Menschen dort vor Angreifern schützen könnten, halfen die zwölf Waderner Bauern mit Rösselsteinen von ihren Äckern aus, um die Burg zu errichten. Sie wurden so Dienstmannen des Reichen Ritters, Boemund genannt (von Bienenmund). Die Burg wurde nach seiner Waffe, der Dague benannt – Burg Dagstuhl.

Burgruine Dagstuhl

Die Sage vom Reinert auf Burg Dagstuhl[Bearbeiten]

Diese Sage, welche auf die ehemalige Burg Dagstuhl als Handlungsort zurückzuführen ist, thematisiert das Leben eines Bauern und eines Vogtes, welcher von Zeitgenossen unter dem Namen „wilder Reinert“ bekannt war. Um sich selbst an den Gaben des Lebens bereichern zu können, betrog selbiger dessen Untergebene um das ihnen eigentlich zustehende Brot, indem er Sägemehl unter das tatsächlich benötigte Mehl mischte. Nach Beschwerden eines Bauern wegen unaufrichtigem Handel bei den herrschenden Instanzen, schwor Reinert eben jenen Bauern den Untergang und Tode. Seine Autorität und Führungsposition ausnutzend, befahl Reinert dem Bauern als Botschafter binnen einer festen zeitlichen Angabe einen fernen Ort hinter dem Hochwald zu bereisen und wieder nach Dagstuhl zurückzukehren. Da die von dem Verwalter festgelegte zeitliche Begrenzung an Absurdität grenzte und es folglich nicht möglich war, die von ihm ausgewählte Strecke innerhalb dieses Zeitraumes zurückzulegen, beschwor der angsterfüllte Bauer auf dem Weg alle ihm bekannten Geister. Als selbiger den Teufelskopf, die höchste geografisch gelegene Erhebung des westlichen Hochwaldes, erreichte, erschien ihm ein feuriger Wagen, der von vier Rossen gezogen wurde. Der Fuhrmann dieser Kutsche hatte Mitleid mit dem klagenden Bauern, weshalb er ihm zur Bewerkstelligung dieser unmöglichen Aufgabe verhalf. Um Gerechtigkeit für die Taten Reinerts walten zu lassen, verwandelte gleicher bei der Ankunft an der Burg Dagstuhl den Betrüger Reinert mittels einer Peitsche in ein Ross, das von diesem Zeitpunkt an dazu verdammt war, die Kutsche als fünftes Tier zu ziehen. Wenige Tage nach diesem Ereignis fanden die Bürger Dagstuhls den Leichnam des Vogtes. Trotz einer Bestattung war es Reinert verwehrt, sein Seelenheil zu erlangen. Sein Geist, der fortwährend unter der Waderner Brücke weilte, bereitete den Menschen der Umgebung Unglück, bis ein frommer Herr der Kirche ihn schließlich in eine Flasche bannen konnte.

Die Sage von der weißen Frau von Dagstuhl[Bearbeiten]

Schlosskapelle Dagstuhl
Steinkreuz an der Straßenkurve

Ein Schafhirt hütete seine Herde am Schlossberg und hörte immer um Mitternacht Klagelieder vom Schloss. Als er nachschaute, sah er eine weiße Frauengestalt, die aus der Schlosskapelle kam und über den Schlosspark ging, um dann an einem Steinkreuz an der Straßenkurve zu weinen und zu klagen. Der Hirte konnte dies nicht ertragen, sodass er eines Nachts zu ihr ging und sie grüßte. Die Frau erzählte ihm, dass sie in der Gruft keine Ruhe finden könne, da sie an dieser Stelle, an der das Kreuz steht, einen Mann ermorden ließ und dass der Hirte ihr bei ihrer Erlösung helfen könne. Er solle um Mitternacht zum Schlossbrunnen gehen und dort einen goldenen Schlüssel aus dem Mund eines Frosches holen, der nur zu genau dieser Zeit dort war. Diesen Schlüssel müsse er der weißen Frau dann bringen und alles schweigend durchführen, da sonst der Fluch nicht gebrochen werden könne. Der Hirte erklärte sich dazu bereit, ihr zu helfen und wartete in der nächsten Nacht schon am Brunnen bis es Mitternacht schlug. Der Frosch erschien an der Oberfläche des Wassers und gab den Schlüssel frei. Als der Hirte danach griff und das Maul des Frosches berührte, schaute dieser plötzlich den Hirten ganz komisch und mit großen Augen an, sodass der Hirte erschrak und ihm ein „Oh Gott“ entfuhr. Im selben Moment erklang ein tiefer Schmerzensschrei in der Nacht. Der Hirte ließ den Schlüssel in den Brunnen fallen und der Frosch verschwand. Die weiße Frau erschien klagend vor dem Hirten und sagte ihm, dass sie den Fluch jetzt noch viele weitere Jahre tragen müsse und dass ihr Retter noch lange nicht geboren würde. Sie verfiel in endloses Weinen und Schluchzen, sodass der Hirte von nun an in jeder Nacht von diesen Schreien geweckt wird und vor lauter Angst in seinem Karren zurückbleibt.

Sage von dem Ritter mit dem goldenen Bein[Bearbeiten]

Der Ritter Bodo hatte im Kriege sein Bein verloren, welches er durch ein goldenes ersetzen ließ. Als er starb, wurde es mit ihm begraben. Eines Tages stahl sein Knecht es jedoch. Um Mitternacht kam der Geist des Ritters und forderte sein Bein zurück, welches der ängstliche Knecht ihm entgegenwarf. Der Geist des Ritters verschwand. Daraufhin brachte der Knecht in Eile das Bein zurück in die Gruft und seitdem ließ sich der Geist Bodos auch nicht mehr blicken.

Das unbekannte Kreuz[Bearbeiten]

Die Sage vom unbekannten Kreuz schildert im Wesentlichen den tragischen Todesfall eines elsässischen Botschafters in der Nähe des Schlossberges der damaligen Burg Dagstuhl. Um regierenden Mächten der Burg eine dringende Nachricht übermitteln zu können, entsandte einer der Vierherren von Dagstuhl, welcher seinen Sitz im Elsass hatte, einen Botschafter zur Burg. Da dieser der Anstrengung des Weges nicht gewachsen war, brach er am Schlossberg tödlich zusammen. Den gefundenen Leichnam des Mannes bewahrte man in der Burgkapelle auf. Da der Botschafter als Fleckensteiner jedoch protestantischen Glaubens gewesen war, in der Umgebung rund um Dagstuhl aber bis zur Preußenzeit lediglich katholische Friedhöfe aufzufinden waren, war es den Verwaltern der Burg nicht möglich, den Mann zu bestatten. Um ihm dennoch eine Ruhestätte errichten zu können, galt es den Botschafter entweder in einem beliebigen Garten eines Bürgers oder diesen in seiner Heimatstadt auf einem protestantischen Friedhof zu begraben. Da sich kein Freiwilliger unter dem Volke zur Bestattung des Leichnams in eigenem Garten fand und Verwandte des Mannes nicht willig waren, die Stolgebühr für die Überführung des Leichnams in den Elsass zu tragen, begruben ihn die Burgleute am vierten Tage an der Stelle, an der er zuvor tödlich verunglückte. Um sein Haupte zu ehren, markierten sie die Stelle mit einem kleinen, niedrigen Friedhofskreuz.

Der Geiz ist die Wurzel allen Übels[Bearbeiten]

Auf dem Höhenzug „Der Hals“, welcher sich von der ehemaligen Schäferei bei Dagstuhl bis zum Kaisergarten erstreckte, fanden sich zu jener Zeit auf den Äckern der Bauern zahlreiche Steine, die trotz des Fehlens eines Gewässers abgeplattet und rundlich in ihrer Form waren. Obwohl diese aufgrund der Meereswogen aus der Tertiärzeit ihre linsenförmige Gestalt erhalten haben, war es für die damaligen Bürger Dagstuhls ein rätselhaftes, ungeklärtes Phänomen, weshalb sich folgende Sage etablierte. Einst lebte ein sehr reicher, korrupter und geiziger Bauer, der nicht bereit war, etwas von seinen Habseligkeiten abzugeben. Als selbiger eines Tages auf seinem Acker Linsen säte, begegnete er einem alten gebrechlichen Mann, der über das Leid seiner verwitweten Tochter klagte. Da diese mit ihren Einnahmen nicht fähig war, ihre sieben Kinder zu ernähren, bat der Mann den Bauern um eine Handvoll Linsen. Als der Bauer jedoch die Bitte des Mannes verwehrte, dieser dennoch um Erbarmen flehte, vertrieb der Bauer diesen mit einer Peitsche in den Wald. Nachdem sich die Gestalt des Bettlers zwischen den Tannen plötzlich in Nebel auflöste, schallte eine Stimme aus dem Wald, die drohte, alle Linsen des Bauers zu Steinen zu verwandeln. Bevor der Reiche seine Untat begleichen konnte, verwandelten sich nach den Worten der Stimme alle Linsen in Steine, von deren Last der Bauer erdrückt wurde.

Die Sage vom Eulenkreuz[Bearbeiten]

Das Eulenkreuz

Wenn man einem Weg aus dem Löstertal hinauf ins Hochmoor folgt, entdeckt man unter der größten Eiche ein Holzkreuz, das sogenannte Eulenkreuz. Ein erschöpfter Bauer aus Mettnich marschierte in einem tiefen Winter durch den Hochwald mit einem mit Wolle gefüllten Sack auf dem Rücken, die er in die Waderner Spinnerei bringen wollte. Der Mann brach aus Erschöpfung durch die Last, die Kälte und seinen Hunger im Schnee zusammen. Er schlief ein, wurde zugeschneit und als der Schnee im Frühling dann wegtaute flogen die ganzen Eulen aus dem Wald um den Leichnam. Als man diesen dann durch die Eulen fand wurde an dieser Stelle eben das besagte Kreuz errichtet.

Auch war an der Stelle des Eulenkreuzes der Hexentanzplatz, der in der Walpurgisnacht voll von Hexen gesäumt war, die dort ihre Feste feierten und den Menschen Schaden zufügen konnten. Am nächsten Morgen verschwanden sie dann aber wieder. Eines Morgens ging ein Bauer zu seiner Wiese, um dort das Futter für die Tiere zu mähen. Es umgab ihn eine völlige Stille und als er zum ersten Hieb mit der Sense ansetzte, war die ganze Wiese voller Pferdeköpfe. Aus Angst vor diesem Zauber ging er nachhause. Als er mittags wieder zurückkehrte, waren die Köpfe verschwunden und alles war wie zuvor.

Allerlei Mären aus der Loestergegend[Bearbeiten]

Um den Gebirgsrücken zwischen dem Ortsteil Rathen und dem Dilberg kursieren vielseitige Märchen und Sagen, welche im Kern das Schicksal der vier Schlösser aufgreifen, die auf diesem Gebirgsrücken von gottlosen Gesellen errichtet wurden. Aufgrund zahlreicher Raubzüge verschworen sich die Bürgerinnen und Bürger der Umgebung gegen die Schlossherren und verbrannten, als diese sich wieder auf einem Raubzug befanden, deren erbaute Schlösser. Seither sei das Grundstück jenes Gebirgsrücken, das einst von den Schlössern geziert wurde, verflucht. Betrat einer der Bürger das Grundstück, um beispielsweise seiner Feldarbeit nachzugehen, sauste ihm ein Fass entgegen, welches gegen einen Baum prallte und mit einem ohrenbetäubenden Knall zerbrach. Eine andere Sage berichtet von einem Schäfer, welcher am Weihnachtstag die Christmette in der Pfarrkirche Lockweiler, eines in der Nähe des Gebirgszuges gelegenen Ortes, besuchen wollte. Als jener die Schlösser passierte, stand vor ihm plötzlich ein großes Tor. Daneben wuchs ein gewaltiger Rosenstrauch mit einer glühenden, goldenen Rose. Aus Angst, die Rose zu pflücken, eilte der Knabe zu seiner Mutter, die ihm auftrug die Rose sofort nach Hause zu bringen. Als der Schäfer den Gebirgsrücken aber wieder erreichte, fand er anstelle des Tores lediglich die Fichten des Waldes, umhüllt in einer schaurigen Stille. Der Rosenbusch mitsamt goldener Rose war nicht mehr aufzufinden, der Zauber schien vorüber. Der junge Mann, der durch das Pflücken der goldenen Blume Reichtum erlangt hätte, lebte fortan in ärmlichen Verhältnissen.

Die Sage vom ungetreuen Klostervogt[Bearbeiten]

Es war einmal ein Vogt, der die Gaben für die Armen einfach für sich behalten wollte und konnte so auch nach seinem Tod einfach nicht seine Ruhe finden. Ein Jude, der sich mit der Zauberei auskannte, bannte den Geist des Vogtes in eine Flasche, die von einem mit vier Rappen bespannten Wagen ins Eulenloch in Buweiler transportiert wurde. Als sie am Ziel ankamen, zäunte man den Platz um den Geist ein. Die Menschen, die an diesem Platz vorbeifuhren, sahen den Geist in Form eines großen schwarzen Hundes. Um vor dem Geist sicher zu sein, mussten sie einfach nur „Je heü in Gottes Namen“ rufen.

Die Sage vom Reiter ohne Kopf und Kragen[Bearbeiten]

Bei Buweiler ging ein Mann des Nachts mit schnellem Schritt über die Laudebächerwiese, obwohl man sich so spät nicht mehr am Wasser aufhalten sollte. Er vernahm das Wiehern eines Pferdes und erblickte ein Schimmel mit Reiter, welches über die Wiese ritt. Es berührte nicht den Boden und das Zaumzeug schimmerte im Mondlicht. Der Umhang des Reiters wehte im Wind und nach dem Sprung über den Bach war das Pferd mit dem Reiter im Nebel verschwunden. Am nächsten Tag ging der Mann wieder an die Stelle, um die Hufabdrücke des Pferdes zu suchen, doch wurde er nicht fündig.

Sage von den Schatzgräbern im Wellerbruch[Bearbeiten]

Zwei Männer gingen in einer Nacht zum Wellerbruch, der zwischen Rathen und Buweiler liegt, um ihr Vorhaben, den dort vergrabenen Schatz zu finden, umzusetzen. Nach einigen Stunden stoßen die beiden auf einen Kasten, der den Schatz beinhaltet und waren froh darüber. Dann entdeckten sie über sich einen riesigen Mühlstein, der nur an einem sehr dünnen Faden befestigt über ihnen hing. Eine Schere war kurz davor diesen durchzuschneiden, sodass die Männer die Flucht ergriffen. Am nächsten Tag sah man nichts mehr von den Geschehnissen in der Nacht zuvor, kein Loch, kein Mühlstein, kein Schatz.

Sage von der wilden Frau[Bearbeiten]

Steilhang an der Löster

In der Nähe von Oberlöstern wurde ein 25 m hoher Steilhang von der Löster geschaffen. Dieser ist besonders für Kinder sehr gefährlich, weshalb man ihnen von der wilden Frau erzählt, die dort im Gebüsch lauert und auf neugierige Kinder wartet. Die Frau lockt die Kinder bis zur Kante des Abgrundes, um die Kinder dann ins Tal zu stürzen. Die gehorsamen Kinder bleiben verschont, da sie diese Stelle von Beginn an meiden.

Der Marksteinrücker[Bearbeiten]

Im „Kälbergarten“, einem Wiesenstück in der Nähe des ehemaligen Lochbrunnens in Kostenbach, finden sich zahlreiche Grenzsteine, die scheinbar willkürlich in die Wiesen gesetzt wurden. Passierten die Bauern des Löstertales zu jener Zeit den „Kälbergarten“, sprach eine Stimme zu ihnen, der kein Sprecher zuzuordnen war. Für die Bauern galt die Stimme jedoch unumstritten einem bereits verstorbenem Betrüger, der die Grenzsteine zu eigenem Gunsten setzte. Das Versetzen der Marken zur damaligen Zeit wurde als eines der größten Verbrechen angesehen.

Sage vom unheimlichen Hund in der Ofenecke[Bearbeiten]

Ab einem bestimmten Tag wollten die Bewohner des Dorfes nicht mehr ihr Bier in der Wirtschaft trinken, die früher im alten Latzenhaus in Kostenbach war, weil ab 22 Uhr immer ein großer schwarzer Hund hereinkam und sich brav neben den Ofen legte. Die Leute hatten Angst vor ihm und wollten etwas gegen ihn unternehmen. Dazu schlugen sie mit Knüppeln auf ihn ein, doch der Hund wurde immer und immer größer, bis er verschwand. Daraufhin ließ man das Haus segnen und seitdem geschah dort auch nichts mehr.

Sage vom Backesmännchen im Gemeindehaus[Bearbeiten]

Das Backesmännchen trieb sein Unwesen damals im Gemeindebackhaus in Kostenbach am Latzebrunnen. Es aß die ganzen Brote auf, die die Frauen in der Nacht gebackt hatten, die Wärme des Ofens gestohlen oder den Ofen so hoch geheizt, dass die Brote alle verbrannten.

Der Brudermord im Gehemm[Bearbeiten]

Brudermordkreuz

Im Jahre 1739 stellten die heutigen Ortsteile des Löstertales Kostenbach, Buweiler und Rathen Filialen der Pfarrei Kastel innerhalb der Herrschaft Schaumberg dar, die wiederum zu der Herrschaft Lothringen zählte. Um ihre religiösen Pflichten erfüllen zu können, sprich den Gottesdienst zu besuchen, waren die Bürger dieser drei Gemeinden gezwungen, den sogenannten „Kirchenpfad“ – einen dreißig- beziehungsweise vierzigminütigen Fußmarsch – durch das vom Volke benannte „Gehemm“ bis nach Kastel zu überqueren. Durch diese kirchliche Zusammengehörigkeit zwischen den Bewohnern des Pfarrortes und denen der drei Lösterdörfern, verliebte sich im selbigen Jahr ein junger Mann aus Kostenbach in ein Mädchen aus Kastel. Obwohl das Mädchen ihn ehelichen wollte, versuchte der jüngere Bruder des Mannes die Eheschließung zu verhindern, da auch er innige Gefühle für die Dame aus Kastel entwickelte. Nachdem alle Versuche seinerseits, dem Mädchen zu imponieren, gescheitert waren, plante der Jüngere dessen älteren Bruder zu ermorden. An einem sommerlichen Sonntagmorgen an jenem Hain, der im Volksmund heute immer noch als „Gehemm“ bezeichnet wird, überfiel er seinen älteren unwissenden Bruder und erschoss ihn mit einer vom Vater gestohlenen Flinte. Den Leichnam versteckte der Bruder im Wald und begab sich schließlich in sein Heimatdorf. Dort berichtete er seinen Eltern er habe einen Hirsch erlegt, sei jedoch zu müde, um ihn ins Haus der Familie zu verfrachten. Als die Eltern am gleichen Abend den Leichnam des Tieres im „Gehemm“ suchten, fanden sie den Körper ihres ältesten Sohnes. Als die Eltern mitsamt des Leichnams wieder in Kostenbach angekommen waren, war ihr jüngstes Kind bereits verschwunden. Wegen ihrer Frömmigkeit ließen die Eltern des Ermordeten an jener Stelle im „Gehemm“ zwischen Kastel und Kostenbach ein Steinkreuz errichten, welches fortwährend an den tragischen Brudermord erinnern sollte. Noch heute markiert das Kreuz die Stelle dieses Mordes.

Die Menhirsage[Bearbeiten]

Um den Menhir in Oberlöstern handelt eine Sage, die auch von anderen Stellen, vor allem in Luxemburg, existiert. Im ganzen Land herrschte Krieg, die Menschen hatten fast kein Hab und Gut mehr, die Häuser wurden teilweise zerstört. Und obwohl die Menschen nichts mehr besaßen, wurden sie trotzdem noch überfallen und beraubt. Als eine Mutter davon hörte, floh sie Richtung Süden mit ihrem Kind vor dem Tod, genauer in Richtung des Primstales. Dort hoffte sie auf gutmütige Menschen zu treffen, doch wurde sie auf dem Weg so müde und es war so heiß, dass sie glaubte, sie würde sterben. Als die Frau mit dem Kind auf die Knie niedersank, betete sie zu Gott, er solle Erbarmen haben und sie und ihr Kind vor dem Verdursten retten. Dieses Gebet fand Gehör, denn ganz nah an dem Feld, wo sie niederfiel, fand die Mutter einen kleinen Bach, an dem sie und ihr Kind tranken und danach weiterzogen, niemand wusste wohin.

Rund um den Wellstein in der Lösterschweiz[Bearbeiten]

Schlittchen

Folgende Sage greift die Entstehung des sogenannten „Schlittchens“ auf, einem felsigen Wanderweg im Walde bei Oberlöstern. Der Legende nach, sei jener Wanderweg durch die Hand des Teufels entstanden, der mit Neid auf die Schönheit des Ortes Löstertal blickte. Um die Dörfer des Löstertals zu zerstören, packte selbiger in einen Korb immensen Ausmaßes große Steine, mit dem er über die Ortschaften flog. Aufgrund der unzulänglichen Stabilität des Korbes, brach ein Teil des Korbbodens über dem Lösterwald, wodurch die Felsbrocken jenes Waldgebiet besäten. Da die Wände des Korbes sich durch das Aufbrechen des Bodenteiles jedoch verengten, entwich ein letzter Fels der Hand des Teufels nicht. Über einer Wiesenlandschaft in der Nähe des Ortsteiles Rathen, brachen aber auch diese Wände entzwei, sodass dieser letzte Fels von nun an jenes Wiesengrundstück schmückte. Im Volksmund erhielt er den Namen „Wellstein“, die Wiesen und Äcker im Umkreis worden fortwährend als „Wellerbruch“ bezeichnet. Da der „Wellstein“ sich laut Mythos aus den Fängen des Teufels befreien konnte, gab man ihm die wunderliche Eigenschaft, sich bei Läuten der Mittagsglocken der Kirche zum Lösterbach zu wälzen, um seine Reinheit zu erhalten. Sollte man jedoch versuchen dieses Phänomen zu beobachten, würde sich der „Wellstein“ nicht bewegen.

Die Sage vom Wandermich[Bearbeiten]

Auf der alten Straße, die von Oberlöstern nach Wadrill fließt, lebt oben auf dem Berg der Wandermich, der sehr hinterhältig ist und Wanderern in der Nacht auflauert. Wenn er einen sieht, springt er auf seinen Rücken und krallt sich an dem Wanderer fest. Von Angst getrieben rennt dieser den Berg hinab, bis er am Lohbach ankommt, welcher durch das Tal fließt. Da der Wandermich nicht über das Wasser hinüber kann, ist der Wanderer den Geist los.

Die weiße Frau im Farenwald bei Buweiler[Bearbeiten]

Vor ungefähr achtzig Jahren bewachte ein Schäfer bei Nacht in den Wiesen nahe des Ortes Buweiler seine Schafsherde, als er am sogenannten „Farenwald“, einem Waldstück bei Wadern, eine in weiße Leinen gehüllte Frau erblickte. Diese führte den Schäferjungen zu einem Graben hin, in dem eine Schlange wachte. In dem Maul des Tieres befand sich ein goldener Schlüssel, welchen die weiße Frau zur Erlösung ihrer Seele gebrauchte. Damit der Mann sie retten konnte, galt es, den Schlüssel mittels seines eigenen Munds aus dem Maul der Schlange zu holen, wobei ihm lediglich drei Versuche gestattet waren. Als er aus Angst vor dem Fauchen des Tieres auch bei dem dritten Versuch scheiterte, begann die Frau bitterlich zu weinen. Noch immer war sie nicht erlöst und erneut dazu verdammt, einhundert Jahre ruhelos zu wandern, bis sich die Schlange wieder zeigen würde.

Der Zauberfarn[Bearbeiten]

Der Wald zwischen Wadern und Gehweiler wird Fahrwald genannt, der eigentlich Farnwald heißt, aufgrund der großen Mengen von Farnkräutern dort. Dieser Farn ist eine ganz eigene Pflanze. Er hat nie Blüten, doch sieht man unter den Wedeln im Spätsommer rote Sporenbehälter, in denen sich die feinen Samen befinden. Im Farnwald wächst außerdem noch der Zauberfarn, der sich optisch nicht von dem normalen Farn unterscheiden lässt, jedoch wird man unsichtbar für andere, sobald man den Samen des Zauberfarns an sich trägt. Ein Schneider aus Wadern brachte dem Pastor aus Wadrill eine selbstgemachte Soutane und sprach auf dem Rückweg mit einigen Menschen, die vor ihren Häusern in Gehweiler saßen. Weiter im Fahrwald, dort wo die Straße von Löstertal nach Wedern führt, traf er einen Bekannten, grüßte und gab diesem die Hand. Der Bekannte jedoch erschrak und ging geraden Weges weiter. Der Schneider wunderte sich über dieses ungewöhnliche Verhalten, da er ja nichts Böses getan hatte. Beim Kaisergärtchen überholte er die Hebamme, die mit seiner Frau entfernt verwandt war. Da es schon dunkel wurde, grüßte er und schlug vor, dass sie zusammen den Weg weitergehen. Der Frau entfuhr ein Entsetzensschrei, sie sprach einen Schutzspruch gegen Hexerei und Zauberei aus und lief mit ihren Röcken über dem Kopf in das erste Haus auf dem Berg Tabor. Die Bewohner des Hauses lauschten der Erzählung der Frau ungläubig. Auch der Mann fand die Geschehnisse im Wald sehr sonderbar und war froh, daheim zu sein, wo seine Frau und Tochter auf ihn warteten. Er trat herein, wünschte einen guten Abend und setzte sich wie immer auf den Lehnstuhl neben dem Ofen. Die beiden Frauen blickten zur Tür, sahen nichts und erklärten ihre Verwunderung damit, dass sie sich die Rückkehr des Schneiders wünschten und sie es sich eingebildet hatten. Der Mann zog die Schuhe aus und erst als er einmal tief einatmete, bemerkten die beiden Frauen ihn. Der Mann hatte die Samen des Zauberfarns in seinen Schuhen unwissend mitgetragen und war so für die Bekannten im Wald und seine Familie unsichtbar gewesen. Seitdem wurde im Fahrwald nach diesen Samen gesucht, doch jeder, der sie vielleicht gefunden hat, würde das natürlich für sich behalten, da man unsichtbar alle Gespräche belauschen könnte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Wadern (Hrsg.): Die geheimnisvolle Reise durch das sagenhafte Löstertal. Wadern 2001.
  • Joachim Conrad/Stefan Fleisch (Hrsg.): Burgen und Schlösser an der Saar. Saarbrücken.
  • Mathias Enzweiler: Sagen und Geschichten des Kreises Merzig-Wadern. Merzig 1959.
  • Karl Lohmeyer: Die Sagen der Saar von der Quelle bis zur Mündung. Saarbrücken.
  • Vereinsgemeinschaft Löstertal (Hrsg.): Das Löstertal in sieben Jahrhunderten. Löstertal.

Weblinks[Bearbeiten]