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Bet Guvrin

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Bet Guvrin, בית גוברין (hebr.), ehem. Baitogabra, Βαιτογαβρά (griech.), Bayt Jibrin
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Bet Guvrin ist ein Kibbuz resp. eine kleine Ortschaft in der Schefela im südlichen Israel. In der Umgebung fanden sich seit der Antike verschiedene Siedlungen, die bekannteste ist die "Höhlenstadt" Maresha.

Hintergrund[Bearbeiten]

Ruinen des arab. Dorfs Bayt Jibrin
Kreuzfahrerkirche von Gibelin

Der heutige Kibbuz wurde von Veteranen des Palmach 1949 gegründet, nachdem die arabische Bevölkerung der nahen arabischen Ortschaft Bayt Gibrin geflohen und das Gebiet entvölkert war.

Die Ortschaft war als Nachbarstadt der Edomiter- resp. Idumäer-Hauptstadt Maresha seit dem 6. Jhdt. v.Chr. besiedelt, stand aber lang im Schatten des mächtigen Maresha. Nachdem diese von Hasmonäerkönig Hyrcanos II erobert und geschleift worden war, entwickelte sich die an der antiken Strasse von Jerusalem nach Ashkalon besser; von Flavius Josephus wird berichtet, dass die Römer den Ort Bet Guvrin im Jahre 68 n.Chr. eroberten. Unter Kaiser Septimius Severus erhielt die Siedlung Stadtrecht und hieß fortan griechisch Eleutheropolis (Stadt der Freien), der wichtige Verkehrsknotenpunkt wurde ausgebaut und erhielt öffentliche Gebäude und ein Amphitheater, Wasser musste mit Aquädukten aus dem Hinterland zugeführt werden. Zunehmend stieg der Anteil der jüdischen Bevölkerung und eine Synagoge wurde errichtet.

In der byzantinischen Zeit wurden Kirchenbauten errichtet, nach der Eroberung durch die Araber wurde ein Großteil der Steinbrüche in den "Bell Caves" ausgehauen. Nach der Rückeroberung durch die Kreuzfahrer wurde die Stadt befestigt, die Kirche St. Anna erneuert und die Kreuzfahrerburg Gibelin erbaut, die allerdings 1187 von Saladin erobert und weitgehend zerstört wurde. Später wurde die Kreuzfahrerfestung unter Suleiman dem Prächtigen teilweise wieder aufgebaut und diente der Sicherung der Straßenverbindung von Jerusalem nach Gaza.

In der Folge versank die Siedlung auch als Folge von verschiedenen Stammeskonflikten in die Bedeutungslosigkeit. Eine zu Beginn des 2. Weltkriegs errichtete britische Polizeistation im Bereich des arabischen Dorfs Bayt Gibrin wurde von den Ägyptern übernommen und im Israelischen Unabhängigkeitskrieg im Oktober 1948 eingenommen. Die arabische Bevölkerung verließ das Gebiet, in dem im Frühjahr 1949 von ehemaligen Palmach-Mitgliedern ein Kibbuz errichtet wurde. Neben lokalem Handwerk ist heute der Bet Guvrin - Maresha National Park ein Anziehungspunkt für Touristen.

1838 identifizierte der amerikanische Archäologe Edward Robinson Bethgebrim als das antike Eleutheropolis, um 1890/1900 wurden von P. G. Bliss und A. S. Macalister Ausgrabungen unternommen, 1902 die Sidonischen Begräbnishöhlen entdeckt. Erst in den Sechziger- und Siebzigerjahren wurde das Gelände systematisch ausgegraben.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die meisten ausländischen Reisenden werden auf dem Luftweg über den Flughafen Ben Gurion Tel Aviv anreisen.

Mit der Bahn / mit dem Bus[Bearbeiten]

Mit der Bahn kann man mit den Zügen der Israel Railways bis Kiryat Gat anreisen )tagsüber alle 30 Min. ab Tel Aviv, Fahrtdauer 40 Min., von dort aus geht es nur per Bus weiter. Die Busse der Linien 11 der Busgesellschaft Egged fahren den Kibbuz zweimal täglich an. Die Ruinen des alten Bet Guvrin mit dem Amphitheater liegen relativ nahe, bis zu den Ausgrabungen von Maresha ist ein erheblicher Fußweg (3 km bis ans Ende des Parks) einzurechnen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der Hauptstraße 40 welche aus dem Großraum Tel Aviv resp. dem Flughafen Ben Gurion an Lod und Rehovot vorbei in südlicher Richtung führt, geht vor Kiryat Gat die Hauptstraße 35 in östlicher Richtung ab. Hier entsteht ebenfalls eine Ausfahrt der neueröffneten mautpflichtigen Autobahn 6. Der Kibbuz Bet Guvrin liegt östlich der Strasse, in den Nationalpark Bet Guvrin - Maresha geht es rechterhand.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Ruinen des antiken Bet Guvrin mit dem Amphitheater liegen in Hauptstraßennähe, von dort her zu den ersten Sehenswürdigkeiten des Maresha - Nationalparks sind etwa 800 m und für den Rundweg insgesamt um 6 km zurückzulegen; diese Distanzen sind vor allem in der Sommerhitze weniger anstrengend mit dem eigenen Fahrzeug zurückzulegen, an den verschiedenen Sites des Nationalparks finden sich Parkplätze.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ruinen der Kreuzfahrerburg
Ruinen in Bet Guvrin
das römische Amphitheater von Bet Guvrin
die Columbariumhöhle von Maresha
Mohnfelder im Frühjahr
Mohnfelder bei Bet Guvrin

südlich des Orts liegt der

Bet Guvrin - Maresha National Park. Tel.: +972 (0)8-681-2957, +972 (0)8-681-1020, Fax: (0)8-681-2957. Geöffnet: Sommer 08.00-17.00h, Okt.-März 08.00-16.00h. Preis: 29/15 NIS.

Die Besichtigung der nördlich der Strasse 35 gelegenen Ausgrabungen der römischen Stadt sind im Eintrittspreis inbegriffen:

  • 2 römisches Amphitheater , es gehörte zu den öffentlichen Gebäuden der römischen Stadt Bet Guvrin / Eleuteroplis, davon werden noch etliche Ruinen erforscht, u.a. wurden Ruinen ausgedehnter 3 Thermen Thermenanlagen freigelegt.
Im gleichen Areal liegen auch die Ruinen der 4 Kreuzfahrerburg .

Aktivitäten[Bearbeiten]

Im Vordergrund steht die Besichtigung der Ausgrabungsgelände von Maresha und auch der römischen Siedlung bei Bet Guvrin mit dem Amphitheater. Manche wandern auf dem Israel Trail am Gelände vorbei.

Vor allem im Frühjahr sind die Mohnfelder in der Schefela um Bet Guvrin ein Anziehungspunkt für lokale Besucher.

Einkaufen[Bearbeiten]

Im Kibbuz gibt es einen Lebensmittelladen.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • nordöstlich von Bet Guvrin liegt das 5 Mausoleum von Tamim al-Dari , das Grab des Gefährten von Mohammed ist heute noch eine islamische Pilgerstätte. Es sind noch zwei Gräber lokaler Sheiks erhalten.
  • in der Nähe finden sich verschiedene Höhlen und weitere antike Siedlungsspuren, für die die Schefela bekannt ist.
    • Höhlen von 1 Khirbet Midras oder Horvat Midras ebenfalls mit Columbarien (Taubenschlägen), Teil der Adullam Grove Nature Reserve
    • die Ruinen von 2 Khirbet Tsura oder Hirbet Tzura
    • die Ruinen auf dem Siedlungshügel von 3 Tel Goded
    • die Ruinen von 4 Khirbet Beit Loya mit u.a. einem byzantinischen Mosaikfußboden
Columbarium in Tel Goded
Columbarium von Khirbet Midras
Mosaikfussboden in Khirbet Beit Loya

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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