Alaska Route 4
| Alaska Route 4 | |
| Länge 429 Kilometer |
Die Alaska Route 4 (auch: Richardson Highway;
) ist eine Panoramastraße in Alaska, die über 429 km (268 mi) von Delta Junction nach Valdez führt.
Hintergrund
[Bearbeiten]Das Straßennetz in Alaska ist wegen der geringen Bevölkerungsdichte sehr dünn. Asphaltierte Hauptverkehrsstraßen sind neben der Alaska Route 4 noch die Alaska Route 1 (oder Glenn Highway;
), der Anchorage mit Glennallen und Tok verbindet, die Alaska Route 2 (oder Glenn Highway;
) zwischen Anchorage und Tok und die Alaska Route 3 (auch George Parks Highway genannt;
) zwischen Fairbanks und Anchorage. Der Dalton Highway (
) schließlich ist eine schwierige Schotterpiste von Fairbanks nach Prudhoe Bay. Nur etwa ein Drittel aller Highways in Alaska ist asphaltiert.[1] Die Alaska Route 4 ist vollständig asphaltiert und gut ausgebaut.
Geschichte
[Bearbeiten]Die Alaska Route 4 ist die älteste Fernstraße in Alaska. Bereits 1884 bestand ein von den indigenen Ahtna angelegter Weg im heutigen Keystone Canyon. Der heutige Richardson Highway war den Goldsuchern bereits 1898 als „Valdez to Eagle Trail“ bekannt. 1899 wurde die 149 km lange Strecke zwischen Valdez und Tonsina für Packpferde ausgebaut. Im Jahre 1901 war die Strecke bis Eagle verbessert. Im Dezember 1904 bot die Valdez Transportation Company einen 9-tägigen Personentransport von Valdez nach Fairbanks auf Pferdeschlitten an. Nachdem im Januar 1905 die Alaska Road Commission gegründet wurde[2], kümmerte sich deren erster Präsident Wilds P. Richardson um den Ausbau der Straßenverbindung von Valdez nach Fairbanks. 1910 wurde sie zur „Wagon Road“ hochgestuft. So konnte 1913 bereits das erste motorisierte Fahrzeug die gesamte Strecke bewältigen.
Reisevorbereitung
[Bearbeiten]Der Reisende darf davon ausgehen, dass die Alaska Route 4 ein selbst zur Hauptreisezeit einsamer Highway mit geringem Verkehrsaufkommen ist. Das hat einerseits eine geringe Unfallgefahr zur Folge, andererseits kann bei Pannen keine sofortige Hilfe erwartet werden.
Geht man von Reiseetappen von 200 km täglich unter Vermeidung von Nachtfahrten aus, kann die Strecke mit Auto rechnerisch innerhalb von zwei Tagen absolviert werden. Längere Besichtigungen sollten zu zusätzlichen Übernachtungen genutzt werden.
Anreise
[Bearbeiten]Delta Junction verfügt lediglich über den nationalen Flughafen 1 Delta Junction Airport (IATA: DJN) , Fairbanks über den internationalen Flughafen Fairbanks International Airport (IATA: FAI) . Von Fairbanks aus wird die Alaska Route 2 bis Delta Junction benutzt. Wird die Alaska Route 4 als „Nebenprodukt“ etwa vom Alaska Highway aus befahren, ergeben sich weitere Anreisemöglichkeiten mit Calgary und Edmonton in Kanada.
Streckenverlauf
[Bearbeiten]Unterstellt wird der Beginn in Delta Junction.
Übersicht
[Bearbeiten]| Ortschaft | Streckenlänge in km |
Streckenlänge in mi |
|---|---|---|
| Delta Junction | 0 | 0 |
| Fort Greely | 7 | 4 |
| Gakona | 216 | 135 |
| Glennallen | 30 | 19 |
| Thompson Pass | 144 | 90 |
| Valdez | 32 | 20 |
| gesamt | 429 | 268 |
Einzelheiten
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Die 1 Alaska Route 4 beginnt in
- 1 Delta Junction wurde erst am 15. Juli 1957 gegründet und hat heute knapp 1000 Einwohner. Hier endet/beginnt der Alaska Highway, der in Alaska offiziell Alaska Route 2 (
) heißt und aus Kanada kommt. Seine Fortsetzung nach Fairbanks ist die Alaska Route 2. Die Alaska Route 4 zweigt nach Süden ab und erreicht. - 2 Fort Greely Hat 450 Einwohner und ist bekannt für diverse militärische Einrichtungen zur Luftverteidigung gegen Sibirien.
- 3 Donnelly am 15. Dezember 1960 gegründet, wurde die Siedlung am 7. März 1974 als „inaktive Stadt“ aus der Volkszählung herausgenommen. Südlich von Donnelly führt die Alaska Highway 4 entlang am.
- 1 Delta River ein 256 km langer, mäanderreicher Fluss. Ein guter Ausblick bietet der.
- 1 Rainbow Mountain Viewpoint atemberaubender Ausblick auf die Landschaft um den breiten Delta River.
- 2 Richardson Monument 1932 errichtete Plakette für den Brigadegeneral Wilds Preston Richardson, einem Straßenbaupionier, nach dem der Highway benannt ist.
- 2 Summit Lake der See ist 11,4 km lang, 1,8 km breit und hat eine Fläche von 16,5 km².
- 3 Isabel Pass ein 988 Meter hoher Bergpass.
- 4 Paxson Lake der See hat eine Fläche von 14.5 km². Von hier sind es noch 89 km bis zur nächsten Ortschaft.
- 5 Gakona Glacier ein 32 km langer Gletscher, der eine Fläche von 112 km² umfasst und von der Straße aus sichtbar ist.
- 5 Gulkana Ortschaft mit 110 Einwohnern. In der Nähe liegt der.
- 6 Gulkana Glacier ein 7 km langer Gletscher. Der Highway passiert bei Paxson die Gletscherzunge in 9,5 km Entfernung.
- 6 Willow Creek 190 Einwohner. Südlich des Ortes liegt am Highway der.
- 7 Willow Lake 2,19 km² kleiner See. Kurz vor Glennallen kreuzt die Trans-Alaska-Pipeline die Straße.
- 7 Glennallen über 400 Einwohner. Wenige km östlich liegt der Wrangell-St. Elias-Nationalpark, eine Zufahrt erfolgt am.
- 8 Pippin Lake mit einem Abzweig in östlicher Richtung des Edgerton Highway (oder Alaska Route
). - 8 Tonsina hat 55 Einwohner und die überregional bekannte Tonsina River Lodge – Hotel, Bar, Laden und Tankstelle. Nahebei liegt der.
- 9 Thompson Pass ist ein 855 m hoher Bergpass, auf dem mit jährlich 13 m gemessenem Schneefall die schneereichste Wetterstation in Alaska steht.
- 10 Keystone Canyon ein 4,8 km langer Canyon mit 183 Meter hoch aufragenden Steilwänden. Innerhalb des Canyons befinden sich in Straßennähe zwei große Wasserfälle:
- 11 Valdez knapp 400 Einwohner, im Jahre 1790 nach dem spanischen Marineminister Antonio Valdés y Fernández Bazán benannt. Die Stadt wurde durch das „Karfreitagsbeben“ am 27. März 1964 vollständig zerstört, jedoch schnell wieder aufgebaut. Hier enden die Alaska Route 4 und die Trans-Alaska-Pipeline im Ölhafen.
Zwischen Gulkana und Tonsina führt die Alaska Route 4 am östlich liegenden Wrangell-St. Elias-Nationalpark vorbei. Nördlich von Tonsina verläuft der Edgerton Highway (Alaska Route
) über 12 Chitina in den Nationalpark. Von der Alaska Route 4 ist der namensgebende Vulkan 12 Mount Wrangell (4317 m) zu sehen.
Bilder
[Bearbeiten]- Die Alaska Route 4 südlich von Delta Junction
- Glennallen mit der Alaska Route 4
- Nahe dem Isabel-Pass (988 m)
- Mount Billy Mitchell (2199 m)
- Der Gulkana-Gletscher
- Der Mount Wrangell von der Alaska Route 4 aus
- Zwischen Thompson Pass und Copper Center im “Indian Summer”
- Eine Postkarte (nach 1898) zeigt die Route der Goldsucher mit Pferdeschlitten, wo ungefähr heute der Thompson-Pass verläuft
- Der Thompson Pass (855 m)
- Im Keystone Canyon kurz vor Valdez
Unterkunft
[Bearbeiten]An der Alaska Route 4 gibt es nur wenige Unterkünfte. Zu erwähnen sind die einsam gelegenen 1 The Lodge at Black Rapids (8 Zimmer) in der Nähe eines Militärgeländes, die 2 Tonsina River Lodge (17 Zimmer), wo der Highway 4 den gleichnamigen Fluss überquert, und die 3 Alaska Rendezvous Lodge (10 Zimmer). Die Webseite Booking.com listet für Glennallen 5 Hotels/Lodges/Motels mittlerer Kategorie auf. In Delta Junction gibt es 8 und in Valdez 4 Unterkünfte.
Sicherheit
[Bearbeiten]Die beste Reisezeit für die ganzjährig befahrbare Alaska Route 4 ist zwischen Mai und Oktober. Während der Sommersaison ist die Sicherheit auf der asphaltierten Strecke relativ hoch, doch kann es – wie in ganz Alaska – zu Wildwechsel (Bären, Wapitis, Dall- und Dickhornschafe, Wölfe) kommen. Dann ist rechts an den Straßenrand zu fahren und gegebenenfalls anzuhalten. Die Mückenplage ist enorm. Es besteht eine geringe Siedlungsdichte mit Orten zwischen 50 und 1000 Einwohnern. Das Tankstellennetz ist dünn, deshalb sollte bei jeder Gelegenheit vollgetankt werden. Touristische Fazilitäten sind insgesamt knapp.
Literatur
[Bearbeiten]- Helga Walter/Arnold Walter, Kanada-West, Alaska: Highways des Nordens, PAW-Verlag, 2006, S. 63 ff.; ISBN 9783934918122.