Ḥalfat el-Biʾr

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Ḥalfat el-Biʾr · حلفة البئر
Höhe
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Halfat el-Bir (arabisch: ‏حلفة البئر, Ḥalfat el-Biʾr) ist eine archäologische Stätte im Nordosten der ägyptischen Senke ed-Dāchla. Der Felsen ist mit zahlreichen Felszeichnungen aus der Vorgeschichte bis zur griechisch-koptischen Zeit überzogen. Neben den Darstellungen südlich von Tineida gehören sie zu den bedeutendsten Felszeichnungen der Senke, für die sich hauptsächlich Archäologen interessieren dürften.

Anreise[Bearbeiten]

Eine Anreise ist nur mit einem geländegängigen Allradfahrzeug möglich. Bei der Auswahl eines Fahrers achte man auf seine Ortskenntnis. Es gibt zwei Anreisemöglichkeiten: Entweder man biegt etwa 4 Kilometer westlich von Tineida bei 1 25° 31′ 22″ N 29° 18′ 23″ O von der Fernverkehrsstraße nach Norden ab, fährt etwa 2 Kilometer durch die Wüste zwischen den Feldern nach Norden, fährt dahinter in nordöstlicher Richtung weiter und erreicht nach ca. 4 Kilometern die Stätte. Die alternative Anfahrt beginnt in 1 ʿAin Aṣīl (25° 33′ 35″ N 29° 17′ 30″ O): hier fährt man in ostnordöstlicher Richtung und erreicht nach reichlich 5 Kilometern die Stätte.

Hintergrund[Bearbeiten]

2 Ḥalfat el-Biʾr (25° 34′ 0″ N 29° 20′ 0″ O) befindet sich am etwa 360 Kilometer langen Darb eṭ-Ṭawīl, der von Asyūṭ bzw. Benī ʿAdī im Niltal nach Tineida bzw. auf halben Weg zwischen ʿAin Aṣīl und dem Naqb Balāṭ (Balāṭ-Pass) führt. Damit wird auch das gehäufte Auftreten von Felszeichnungen an dieser Stelle verständlich. Die Zeichnungen datieren in den Zeitraum von vorgeschichtlicher und prädynastischer Zeit bis in die griechisch-koptische Zeit.

Die Datierung ist nicht einfach. Kriterien können das Ausmaß der Verwitterung sein, das natürliche Vorkommen von Tieren (z. B. Strauße), mögliche spätere Übermalung oder der pharaonische Darstellungsstil. Im Fall der griechisch-koptischen Inschriften ist es etwas einfacher: diese kann man (im Prinzip) lesen. Die Inschriften nennen in der Regel nur die Namen der Durchreisenden wie z. B. den eines Panare aus Gōlōle, Sohn des Chaēre.[1]

Mobilität[Bearbeiten]

Natürlich kann man den Felsen nur zu Fuß ergründen. Gelegentlich muss man den Fels etwas hinaufsteigen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bespiele für Menschen und Lastentieren aus vorgeschichtlicher Zeit

Die Landschaft an dieser Stelle wird von mehreren parallelen schmallangen Sandsteinfelsrücken geprägt, die etwa von Südwest nach Nordost gerichtet sind. Im Norden dieser Felsen befinden sich Sanddünen.

Die Felszeichnungen befinden sich vorwiegend auf den Nordwest-Flanken und der anschließenden Ostseite der schmallangen Felsrücken. Zu den Tierdarstellungen aus vorgeschichtlicher und frühdynastischer Zeit gehören Antilopen, Strauße, Giraffen und Elefanten. Aus pharaonischer Zeit stammen Personendarstellungen in pharaonischer Kleidung, Viehhirten und Rinder sowie Bootsdarstellungen. Letzteres ist in der Wüste bzw. Steppe ungewöhnlich, besitzt vielleicht aber einen Bezug zu den Titeln wie Schiffskapitän der hiesigen Oasengouverneure der 6. Dynastie.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte gibt es in Mut und in Qasr ed-Dachla.

Ausflüge[Bearbeiten]

Ḥalfat el-Biʾr lässt sich zusammen mit Tineida, ʿAin Aṣīl, Qilāʿ eḍ-Ḍabba und Balāṭ besuchen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Giddy, Lisa L.: Egyptian oases : Baḥariya, Dakhla, Farafra and Kharga during Pharaonic times. Warminster: Aris & Phillips, 1987, S. 253–255, 273–282.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Timm, Stefan: al-Wāḥ ad-Dāḫila. In: Das christlich-koptische Ägypten in arabischer Zeit ; Bd. 6: T - Z. Wiesbaden: Reichert, 1992, Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients : Reihe B, Geisteswissenschaften ; 41,6, ISBN 978-3-88226-561-3, S. 2945 f.
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