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Taroko-Nationalpark

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Eingang zum Taroko-Nationalpark
Taroko-Nationalpark
CountyHualien Taichung Nantou
Einwohnerunbekannt
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Tourist-Info Webhttp://www.taroko.gov.tw
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Lage
Lagekarte von Taiwan
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Taroko-Nationalpark

Der Taroko-Nationalpark (太魯閣國家公園) gehört zu den 8 Nationalparks in Taiwan und ist besonders bekannt durch seine gleichnamige Schlucht, die der Fluss Liwu tief in die aus Marmor bestehenden Felsen geschnitten hat.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Taroko-Nationalpark umfasst eine Fläche von 92.000 Hektar und befindet sich in den drei Provinzen Hualien, Taichung und Nantou. Das Gebiet hat eine beeindruckende Geologie inklusive dreier Berggipfel mit über 3000 Meter Höhe. In einem Tag ist es somit möglich von der flachen Küste des Pazifik auf eine Höhe von 3000 Metern zu kommen. Der Park beherbergt die bekannte Taroko-Schlucht, die Klippen von Chingshui, die Baiyang-Wasserfälle und den Shakadang-Fluss.

Das Gebiet wurde durch die Japaner erschlossen, als diese Expeditionen ins Hinterland auf der Suche nach Rohstoffen durchführten. Nach 1945 wurde durch die KMT das ehrgeizige Projekt des Central Cross Island Highway direkt in der Taroko-Schlucht realisiert, welches dem Zweck dienen sollte, in Kriegszeiten schnell Streitkräfte von einer Seite auf die andere Seite der Insel zu bringen. Der Highway Nr. 8 ist auch heute noch die Hauptverkehrsachse im Park und führt zu fast allen Sehenswürdigkeiten. Für die Öffentlichkeit wurde der Park erst 1986 freigegeben.

Die ursprünglichen Bewohner des Gebietes sind die Atayal. Während der japanischen Besatzung kämpften die Menschen von Taroko entschieden gegen die japanischen Expeditionen, unterlagen den Japanern aber. Sie wurden zwangsumgesiedelt und leben heute in den Dörfern Hsiu Lin, Choshi und Wan Rung. Im Park erinnern vor allem die Namen noch an die alten Siedlungsgebiete. Für einen Besuch des Parks sollte man mehrere Tage einplanen. Wer nur die Schlucht besuchen will, kommt mit einem vollen Tag aus.

Klima[Bearbeiten]

Subtropischer Regenwald und alpines Klima, teilweise mit Schnee im Winter.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Vom subtropischen immergrünen Wald bis hin zum alpinen Nadelwald findet man im Park alle Vegetationsformen. Aufgrund seiner besonderen Geologie und des dort herrschenden Mikroklimas gibt es auch jahreszeitliche tropische Regenwälder, z.B. in der Nähe der Jinheng-Brücke.

Es gibt sehr viele Vogelarten, Schlangen und Insekten, welche an das spezielle Klima des Parks angepasst sind.

Anreise[Bearbeiten]

Bahn

Wenn man mit der Bahn aus Taipeh oder Hualien kommt, steigt man am besten am Bahnhof Xincheng aus, der dem Park am nächsten liegt, um von hier aus z.B. mit einem geliehenen Motorroller weiter zu fahren.[1]

Bus

Vom Bahnhof in Hualien fahren Busse z.B. der Hualien Bus Company in unterschiedlicher Taktung in den Park. Es gibt auch eine Busverbindung zwischen Ost- und Westküste, welche im Park hält. [2] Der Taiwan Tour Bus bietet ebenfalls Ausflüge nach Taroko an [3]

Taxi

Man kann sich mit einem Taxi oder einem Fahrer direkt in und durch den Park fahren lassen. Hierzu sollte man aber schon weit im Voraus alles organisieren, da nur wenige Taxifahrer für einen kompletten Tagesausflug zur Verfügung stehen. [4]

Flugzeug

Am Flughafen von Hualien befindet sich eine Bushaltestelle zum Nationalpark.

Taroko-Schlucht
Schwalbengrotte

Mobilität[Bearbeiten]

Mit dem Bus kommt man sehr gut voran, man sollte aber immer den letzten Bus für die Rückfahrt im Auge behalten. Das Bequemste ist das Auto und ein Fahrer, welcher einen überall hinfährt. Wer mutig ist, fährt die engen Straßen mit einem Roller. Für Unerfahrene ist dies aber nicht zu empfehlen, da permanent Reisebusse mit Reisegruppen über die Straßen donnern. Der Weg ist dabei immer der Highway Nr. 8.

Wer viel Zeit hat, kann den Park zu Fuß über die alten Wege erkunden, dafür sollten aber mehrere Tage eingeplant werden mit Übernachtungen im Park.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Taroko-Schlucht mit ihren Marmorsteinen, aber der Park bietet wesentlich mehr als nur die Schlucht, weshalb man zum Beginn des Besuches das Besucherzentrum aufsuchen sollte, um sich über die Möglichkeiten und Sehenswürdigkeiten im Parkmuseum zu informieren. Aktuelle Informationen sind auch wichtig, da sich durch Erdrutsche täglich die Zugänge zu den Sehenswürdigkeiten und der Zustand des Park ändern können.

Taroko-Schlucht

Der Higway Nr. 8 windet sich entlang der Taroko-Schlucht. Entstanden ist die Schlucht durch die Erosionen des Liwu-Flusses. Durch Erdbeben und Bergeinbrüche entstand eine wunderschöne Mäanderlandschaft, welche besonders durch ihren weißen Marmor als Werk der Götter bekannt ist. Die Auswaschungen durch den Fluss sowie das Schmelz- und Regenwasser formten wunderschöne Gesteinsformationen, welche meist einen Namen haben.
Die Hauptattraktionen der Schlucht sind:

Die Schwalbengrotte: Eine Klippe, in welcher durch Auswaschungen natürliche Nistplätze für die heimischen Schwalben entstanden. Zusätzlich findet man Löcher in den Wänden, durch welche das Grund- und Regenwasser des Berges in den Fluss fließt.

Der Tunnel der neun Windungen ist eine beeindruckende Felsenschlucht mit teilweise nur zehn Metern Abstand zwischen den Wänden.

Die Cihmu-Brücke befindet sich an der Stelle, wo der Laosi-Fluss in den Liwu-Fluss mündet. Der Marmor und der grüne Schiefer und die S-förmige Faltung geben dem Mündungsgebiet einen besonderen Reiz. Besonders der lose Schiefer führt immer wieder zu Steinschlägen und Hangabbrüchen im Westen der Brücke. Der Froschfelsen befindet sich südlich der Cihmu-Brücke und ist ein großer Marmorfelsen mit einem Pavillon zu Ehren von Chiang Ching-kuos Mutter.

Der Schrein des ewigen Frühlings wurde zu Ehren der beim Bau des Highway ums Leben gekommenen Arbeiter errichtet und wurde mehrfach durch Erbeben zerstört. Der Schrein ist eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Schlucht.

Buluowan

Buluowan

Buluowan ist ein alter Siedlungsplatz der indigenen Ureinwohner von Taroko. Das Plateau befindet sich zwischen Mt. Sanjiaohul im Norden und dem Mt. Tai im Süden. Buluowan bedeutet Echo in der Sprache der Einheimischen, da der Donner hier bei Gewittern besonders laut sein soll. Es gibt ein oberes und ein unteres Plateau, welche durch einen Weg verbunden sind. Neben einem wunderschönen Blick über die Schlucht findet man hier ein Museum über die Einheimischen und Nachbauten der traditionellen Siedlungsgebäude.

Shakadang-Tal

Das Shakadang-Tal durch welches sich der Shakadang-Fluß mit seinem klaren blauen Wasser windet, bietet besondere Felsformationen aus Glimmer und Marmor und einen der schönsten Wanderwege im Taroko-Park. Das Wort "Shakadang" kommt aus der Sprache der Ureinwohner, die dort Backenzähne von Tieren fanden.

Shakadang-Wanderweg

Cingshui-Klippen

Cingshui-Klippen

Die Klippen gehören zur höchsten Steilküste der Welt. Eine Fahrt auf dem Suao Highway kann einem so manches Mal die Sprache verschlagen, wenn einem ein LKW entgegen kommt, da man zwischen Straße und dem Meer, welches 800 Meter unter einem liegt, nichts weiter hat als Luft.

Baiyang-Wasserfall

Entdeckt wurde die Region durch einen Energieversorger, welcher auf einer Expedition Orte für ein Wasserkraftwerk suchte. Die gebauten Straßen fielen aber einem Erdbeben zum Opfer, weshalb es heute nicht mehr so einfach ist, in das Gebiet zu gelangen. Steinschläge machen die Wege zusätzlich oft unpassierbar. Wer Ruhe und Zeit hat, sollte die Wanderung zum Wasserfall auf jeden Fall unternehmen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Im Taroko-Nationalpark gibt es sehr viele Wanderwege. Wichtig ist, zu wissen, dass man für die meisten eine Sondergenehmigung benötigt, ohne die man die Wege nicht begehen kann. Die Anmeldung erfolgt in den diversen Parkstationen oder online, wenn möglich sobald man weiß, wann man wohin möchte. Abhängig von Zustand des Weges werden die Freigaben erteilt oder abgelehnt. Auf vielen Strecken besteht Helmtragepflicht. Die Schutzhelme kann man sich am Parkeingang oder in den Parkstationen ausleihen.

Die meisten Wanderwege sind Überbleibsel aus der Zeit der Erschließung des Parks und der Errichtung des Highways, oder es sind alte Versorgungswege aber auch alte Jagdpfade der Einheimischen. Interessante Wege sind der Dekalun-Wanderweg (ca. 3 Stunden), der Shakadang-Weg (ca. 2 Stunden, Spaziergang), der Baiyang-Wasserfall-Wanderweg (1,5 Stunden) und der Lianhua-Teich-Wanderweg (3 Stunden) sowie diverse kleinere Wege mit einer Gehzeit von bis zu 30 Minuten.

Küche[Bearbeiten]

Im Taroko-Nationalpark gibt es nicht sehr viele Möglichkeiten um zu speisen. Im Taroko-Besucherzentrum, in Buluowan, Lushui, Guanyuan, beim Schrein des ewigen Frühlings und in Tianxiang gibt es kleine Läden mit Snacks. In Tianxiang findet man Restaurants in den Hotels.

Unterkunft[Bearbeiten]

In Tianxiang sind die einzigen Hotels innerhalb des Parks. Diese sind aber meist mit Touristengruppen gefüllt, weshalb man sich zeitig um Zimmer kümmern sollte, oder besser, sich eine Unterkunft in Xincheng oder Hualien suchen. Kleine Unterkünfte gibt es noch in Buluowan, Tianxiang, Guanyuan und Songxue.

Wer gern zeltet, findet diverse Zeltplätze, meist direkt neben dem Highway Nr. 8.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die hohen Felsklippen sind nicht zu unterschätzen. Vor allem durch Erdbeben und Taifune können Erdrutsche und Steinschläge verursacht werden. Deswegen werden bei Gefahr immer wieder die Schlucht oder Teile von ihr gesperrt.

Im Gebiet leben auch diverse giftige Schlangen und Insekten, deren Stiche allergische Reaktionen hervorrufen können.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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