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Seiser Alm

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Die Seiser Alm, im Hintergrund die Langkofelgruppe
Kurzdaten
Hauptstadt Compatsch
Währung Euro (EUR, €)
Fläche 57 km²
Sprachen Ladinisch, Deutsch, Italienisch
Zeitzone MEZ
Logo der Seiser Alm

Die Seiser Alm (italienisch Alpe di Siusi, ladinisch Mont Sëuc) ist mit einer Größe von 57 km² die größte Hochalm Europas in den Südtiroler Dolomiten in Italien . Auf einer Höhe von 1680 m s.l.m. bis 2350 m s.l.m. liegend ist sie eines der größten geschlossenen Hochplateaus in den Alpen. Das touristisch intensiv erschlossene Gebiet lädt im Sommer zu ausgedehnten Wanderungen und Radtouren ein und im Winter zum Ski und Snowboard fahren.

Orte[Bearbeiten]

Blick von einem Wanderweg auf den Langkofel
Abendansicht des Plattkofels
Rosszähne von Süden mit Schutzhaus Tierser Alpl
  • 1 Compatsch, seltener Kompatsch ist der Hauptort der Seiser Alm. Von Seis am Schlern ist er tagsüber, da die Zufahrtstraße zur Seiser Alm von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr für den privaten Personenverkehr gesperrt ist, mit der 4.300 Meter langen Seiser-Alm-Bahn zu erreichen, welche einen Höhenunterschied von 800 Metern überwindet und für die Strecke 15 Minuten benötigt. Alternativ kann man auch mit der Buslinie 10 "Seiser Alm Express" (Seis am Schlern <> Kastelruth <> Compatsch) fahren, bzw. bei geschlossener Umlaufbahn Seiser-Alm-Bahn in der Nebensaison mit der Buslinie 179 (Seis am Schlern <> Kastelruth <> Compatsch <> Saltria). Weitere Informationen unter www.seiseralm.it und www.sii.bz.it.
  • 2 Saltria liegt am Ende der Straße über die Seiser Alm. In dem kleinen Ort, in welchem sich auch Hotels und Pensonen befinden, sind auch die Talstationen zweier Seilbahnen zu finden und die Buswendeschleife der Linienbusse. Wer nach Saltria will, muss in Compatsch in die Buslinie 11 "Almbus" (Compatsch <> Ritsch <> Saltria) einsteigen, oder kann in der Nebensaison auch ohne Umsteigen aus dem Tal hinauf nach Saltria fahren mit der Buslinie 179 (Seis am Schlern <> Kastelruth <> Compatsch <> Saltria).

Berge[Bearbeiten]

Schlern (links) mit Santner- und Euringerspitze (rechts)
Blick auf die Puflatscher Schwaige
Seiser Alm und Langkofel, Holzschnitt von Max Sparer (1886-1968)
  • 3 Langkofel (3181 m) - Der Hauptgipfel der Langkofelgruppe ist ein bekannter Kletterberg, der erstmals am 13. August 1869 durch Paul Grohmann (1838–1908) bestiegen wurde. Der verhältnismäßig lange Normalweg führt durch die Südwestwand hinauf auf den Gipfelverbindungsgrat (II) und über diesen weiter zum Gipfel (III). Mit der Seilbahn kommen Wanderer bis zur Langkofelscharte (2681 m); die Langkofelhütte (ladinisch Utia de Dantersasc, italienisch Rifugio Vicenza) liegt auf einer Höhe von 2253 Metern bei der Einmündung des Plattkofelkars in das Langkofelkar und dient als Stützpunkt für Wanderungen und Klettereien in der Langkofelgruppe. Auf dem Gipfel des Langkofels selbst befindet sich eine Biwakschachtel (Bivacco R. Giuliani al Sassolungo) als Notunterkunft.
  • 4 Plattkofel (2969 m) - Seinen Namen verdankt der Plattkofel seiner auffälligen Form eines rechtwinkligen Dreiecks, welches am besten von der Seiser Alm aus zu erkennen ist. Ausgangspunkt für eine Wanderung auf den Plattkofel kann neben der Langkofelhütte (2253 m) auch die Plattkofelhütte (ladinisch Utia de Sas Plat, italienisch Rifugio Sasso Piatto) sein, welcher in einer Höhe von 2297 Metern auf dem Fassajoch liegt. Die beiden Berghütten werden vom Oskar-Schuster-Steig (Klettersteig, I–II, teilweise mit Seilen gesichert), der direkt über den Gipfel führt, miteinander verbunden.
  • 5 Rosszähne (2653 m) - Die durch kleine Einschartungen eingeschnittene Gipfelreihe, deren größte Erhebung der etwa in der Mitte der Kette aufragende Große Rosszahn (2653 m) ist, ist Teil der Schlerngruppe und wird durch den Maximilian-Klettersteig (schwer, lange Tour mit kurzen gesicherten Stellen) erschlossen. Dieser überschreitet ausgehend von der Tierser-Alpl-Hütte (2444 m) den gesamten Rosszahnkamm bis zur Roterdspitze, welche mit 2655 Metern der höchste Gipfel der Schlerngruppe ist. Von der Roterdspitze kann man über den Dolomitenhöhenweg (Via Alpina) bis zum Schlern weiterwandern.
  • 6 Schlern (2563 m) - Trotz seiner geringen Höhe gilt der Schlern aufgrund seiner charakteristischen Form als Wahrzeichen Südtirols. Bestiegen werden kann der Gipfel vom Schlernhaus (italienisch Rifugio Bolzano oder Rifugio Bolzano al Monte Pez) aus, welches auf einer Höhe von 2457 Metern liegt. Da man den höchsten Punkt des Schlernplateaus, den Petz (italienisch Monte Pez, 2536 m), bereits in nur etwa 20 Minuten vom Schlernhaus erreichen kann, ist die Berghütte im Gegensatz zu anderen alpinen Berghütten weniger als Stützpunkt für Gipfelbesteigungen, sondern mehr als eigenständiges Tourenziel von Bedeutung. Der einfachste Wanderweg über die Saltnerhütte bzw. Saltner Schwaige hinauf zum Schlernhaus wird als Touristensteig bezeichnet.
  • 7 Puflatsch (2176 m) - Als guter Aussichtspunkt bekannt ist der Puflatsch ein beliebtes Wanderziel im Sommer. Die einfachste Aufstiegsmöglichkeit ist von Compatsch her und führt über die Puflatschhütte (auch Dibaita, italienisch Rifugio Bullaccia, 1950 m) zur Puflatschalpe. In dieser beginnt die Puflatschumrundung (PU); entweder folgt man weiter dem Fahrweg zur Arnikahütte, um dann über das Goller Kreuz den Gipfel zu erreichen, oder man wandert auf etwas direkterem Wege über das Filiner Kreuz. Eine weitere Aufstiegsmöglichkeit ist der Schnürlsteig vom Weiler Pufels her. Im Gipfelbereich sind auch die sogenannten Hexenbänke zu finden.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Seiser Alm bei Icaro, im Hintergrund die Langkofelgruppe
Die Langkofelgruppe vom Kleinen Moos aus fotografiert
Unterwegs im Kleinen Moos, im Hintergrund die Langkofelgruppe

„Es ligt auch ab den dorf Castelreudt die allerschonische und grosse alm, so man nit jr gleichen in landt findt, und man eine teische meil [deutsche Meile] wegs von dorf hinauf ist, genant die Seysser Almb, darauf man jarlichen in sumber in die 1.500 kie [Kühe] und bey 600 ogsen [Ochsen] erhalten und nichgest [nicht weniger als] in die 1.800 futer hey [Fuder Heu] herab gefiert werten und auch etliche heuter zendten [hundert Zentner] schmalz und käs gemacht werten. So solten auch bey 400 heythillen [Heustädel] darauf stein und 100 kaserthillen [Schwaigen] und umb Jacobi [25. Juli] bey 4 oder 5 wochen bey 4.000 man und weib daroben ligen und arbeyten tain in hey und das kroffigist [kräftigste] und peste hey, so man in landt findt, ist.“

Marx Sittich (1600): „Tiroler Landesbeschreibung“

Anreise[Bearbeiten]

Die Langkofelgruppe von den Wiesen Cherta aus fotografiert
Hochplateau der Seiser Alm im Sommer
Hochplateau der Seiser Alm im Winter

Mit dem Auto[Bearbeiten]

Compatsch ist der Hauptort der Seiser Alm

Die Straße von Seis am Schlern nach Compatsch ist von morgens 9.00 Uhr bis abends um 17.00 Uhr für den privaten Verkehr gesperrt; die Parkgebühr des Parkplates in Compatsch beträgt 15 Euro pro Tag. Gäste, die auf der Seiser Alm eine Unterkunft gebucht haben, erhalten eine Sondergenehmigung, welches gegen einen entsprechenden Reservierungsnachweis des Hotels bei Beginn der Straßensperre kostenlos bezogen werden kann. Die Abfahrt von Compatsch ist übrigens jeder Zeit möglich.

Im Winter ist die Mitnahme einer Winterausrüstung (Winterreifen, Schneeketten) Pflicht, letztere sind bei Schnee auf den Straßen anzubringen, mit welchem bis in den April zu rechnen ist. Die Zufahrtsstraße der Seiser Alm wird nicht so gut gewartet wie Hauptverkehrsstraßen, demzufolge ist mit nicht geräumten und vereisten Abschnitten zu rechnen.

Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln[Bearbeiten]

Seiser Alm Express[Bearbeiten]

Die Buslinie 10 "Seiser Alm Express" verkehrt in der Hauptsaison täglich hinauf auf die Seiser Alm. Der Fahrtverlauf ist Seis Bushof <> Kastelruth Bushof <> Info-Point <> Spitzbühl-Frommer <> Compatsch. Die einfache Fahrt kostet 10 Euro, Hin- und Retourfahrt 15 Euro (Stand Winter 2014/2015). Für Hunde besteht eine gesetzliche Maulkorbpflicht in den Bussen. Die Fahrpläne und weitere Informationen findet man unter www.seiseralm.it.

Seiser Alm Bahn[Bearbeiten]

Die Seis-Seiser Alm Umlaufbahn, kurz Seiser Alm Bahn, verbindet Seis am Schlern mit Compatsch. Sie verkehrt in der Hauptsaison täglich von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr, die Einzelfahrt kostet 10 Euro, Berg- und Talfahrt kosten 15 Euro (Stand Winter 2014/2015). Für Hunde besteht eine Maulkorbpflicht in den Bahnkabinen. Weitere Informationen unter www.seiseralm.it.

Umlaufbahn Seiser Alm[Bearbeiten]

Die Umlaufbahn St.Ulrich - Seiser Alm (Ovovia Alpe di Siusi) verbindet St. Ulrich in Gröden mit der nördlichen Seiser Alm. Sie verkehrt in der Hauptsaison täglich von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr, die Einzelfahrt kostet 11,20 €, Berg- und Talfahrt kosten 16,20 €, bzw. mit Sessellift Sonne 18,90 €. Letzterer ist täglich in der Hauptsaison von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr in Betrieb und schließt direkt an die Kabinenbahn an. Kinder bis inklusive acht Jahre fahren in Begleitung ihrer voll zahlenden Eltern kostenlos; für Hunde besteht eine Maulkorbpflicht in den Bahnkabinen (Stand Winter 2014/2015). Weitere Informationen unter www.seiseralm-seilbahn.com.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Franziskuskirche in Compatsch
Pfarrkirche St. Leonhard in Pufels
Das Rosarium Uhrerhof mit Blick auf St. Ulrich in Gröden

Linienbusse (ÖPNV)[Bearbeiten]

Folgende Buslinien verkehren in der Haupt- und Nebensaison über die Seiser Alm und sind in der Combi Card und Seiser Alm Card Gold inbegriffen (Stand Preise Winter 2014/2015):

Preise: Einfache Fahrt 10 Euro; Hin- und Retourfahrt 15 Euro
  • Linie 11 "Almbus": Compatsch <> Ritsch <> Saltria
Preise: Einfache Fahrt 2 Euro
Preise: Einfache Fahrt 3 Euro; Hin- und Retourfahrt 5 Euro
Verkehrt nur bei geschlossener Seis-Seiser Alm Umlaufbahn!

Fahrpläne und weitere Informationen findet man auf www.seiseralm.it und www.sii.bz.it

Bergbahnen[Bearbeiten]

Eine Vielzahl von Liften und Bahnen sind über die Seiser Alm verteilt. Nachfolgend eine kleine Auswahl:

Seggiovia Panorama Sesselbahn[Bearbeiten]

Die Panorama 6er Sesselbahn verbindet Compatsch (1815 m) mit dem gleichnamigen Berggasthof Panorama (2015 m) nördlich des Ladinser Mooses. Mögliche Wanderziele ausgehend von der Bergstation können sein die Laurinhütte (2021 m), die Sattler Schwaige (2080 m) oder die Peterlunger Schwaige (2033 m) an der Peterlunger Lacke. Die Sesselbahn ist in der Wintersaison täglich von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr in Betrieb und in der Hauptsaison im Sommer täglich von 08:30 Uhr bis 18:00 Uhr (Nebensaison Sommer nur bis 17:00 Uhr). Weitere Informationen unter www.panoramaseiseralm.info.

Telecabina Florian[Bearbeiten]

Der Florianlift verbindet als Vierersessellift Saltria mit der Williams Hütte (2100 m). Von dieser sind zu Fuß in kurzer Zeit Zallinger Hütte (2037 m), Murmeltierhütte (2132 m) und Plattkofelhütte (2300 m) erreichbar. Der Sessellift ist in der Hauptsaison täglich von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet; die Preise betragen in der Wintersaison 7 Euro einfach und 10 Euro hin und retour, sowie in der Sommersaison 9,50 Euro einfach und 15 Euro hin und retour. Fahrräder werden gegen einen Aufpreis von 2 Euro befördert (Stand Winter 2014/2015). Weitere Informationen unter www.florianlift.it.

Im Winter[Bearbeiten]

Im Winter sind die Bahnen von 9:00 bis 17:00 Uhr in Betrieb, mit Ausnahme der Spitzbühlbahn, welche um 8:30 geöffnet wird, sowie die Gondelbahnen, die von 8:00 bis 18:00 Uhr in Betrieb sind. Die meisten Bahnen sind modern und haben eine hohe Kapazität (4-er und 6-er-Sessellifte).

Skipässe können im Skipassbüro in Compatsch bezogen werden (unter der Woche bis 14 Uhr, am Wochenende bis 16 Uhr). Sie gelten für die Seiser Alm und für die Skiregion Grödner Tal. Behinderte erhalten gegen einen entsprechenden Nachweis einen Rabatt von 20%. Gegen einen geringen Aufpreis kann ein Skipass für alle 12 Skiregionen der Dolomiten gelöst werden, das Angebot heißt Dolomiti Superski.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Seiser Alm im Sommer
Blick aus dem Florianlift nach Saltria
Kühe und Weiden auf der Seiser Alm

Hexenbänke[Bearbeiten]

Die Hexenbänke sind im Gipfelbereiches des Puflatsches (2176 m) zu finden und stellen wie Sessel geformte Felsstufen aus Augitporphyr dar; eine selten zu sehende Gesteinsformation handelt, von welcher man einen schönen Blick über Kastelruth und das Grödner Tal hat. Laut der Sage, welche auch auf einer Holztafel in der Nähe des Berggasthofs Puflatsch zu lesen ist, sitzt auf den Hexenbänke gerne die Oberhexe, während sie die schönen Aussicht genießt. Nachts versammeln sich dann an den Hexenbänken die Schlernhexen, bevor sie mit einem ausgelassenen Geschreie und als geschlossene Horde über die Seiser Alm zum Schlern hinüber fliegen, um dort dann meist Donnerstags wilde Feste zu feiern.

Franzikuskirche[Bearbeiten]

Die Kirche zum Hl. Franziskus (ladinisch Dlieja de San Francesch, italienisch Chiesa di san Francesco) wurde 2008 in Compatsch erbaut und am 20. September 2009 dem Hl. Franziskus (Franz von Assisi) geweiht. Bereits in den 1960er Jahren hatte es Pläne gegeben, auf der Seiser Alm eine Kirche zu erbauen. Als Grundlage für die Gestaltung der Franziskuskirche entschied sich der Architekt Walter Dietl für die Taube, da diese neben dem Symbol für den Heiligen Geist das biblische Urmotiv für Frieden und Geborgenheit, Verständigung und Begegnung, sowie Ruhe und Sicherheit ist. So stellt auch der Grundriss der Kirche die Konturen eines Taubenkörpers dar.

Pfarrkirche St. Leonhard[Bearbeiten]

Die 8 Pfarrkirche St. Leonhard ist eine kleine unter Denkmalschutz stehende Kirche in Pufels, einem kleinen Weiler nördlich der Seiser Alm, welcher administrativ zu Kastelruth gehört. Die erste Kapelle Viehpatron St. Leonhard in Pufels wurde spätestens im 13. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut. Gegen Ende des 15. Jahrunderts wurde sie gotisiert und vergrößert; erstmals 1339 wurde eine Kirche in Pufels erwähnt. Von dieser ist heute noch der romanische Turm erhalten, während sie 1555 erweitert und im Jahre 1740 verlängert und barockisiert wurde. 1855 wurde dann das Kirchenschiff erweitert, 1895 entstand der Turmhelm. Ebenfalls sehenswert in Pufels ist das Rosarium Uhrerhof, welches über 5000 Rosen mit Blick auf die Dolomiten beherbergt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Im Sommer[Bearbeiten]

Wandern[Bearbeiten]

Über die Seiser Alm verlaufen Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 350 Kilometern. Gute Ausgangspunkte sind Compatsch und Saltria, zwischen welchen der Almbus hin und her pendelt. Wer nicht nur durch die offene Almlandschaft der Seiser Alm wandern will, der findet zwischen Saltria und Monte Pana (oberhalb von St. Christina in Gröden) auch Wanderwege durch Wälder.

Hans & Paula Steger Weg[Bearbeiten]

Der Hans & Paula Steger Weg zwischen Compatsch und Saltria ist ein 4,65 km langer Natur- und Kulturweg, der auch für Kinderwagen geeignet ist. Informationstafeln am Wegesrand informieren über die Region und erzählen von der Sage des Partschott. Markiert ist der Spazierweg mit der Nr. 30; durch mehrere Bushaltestellen am Wegesrand und weitere kreuzende Wanderwege kann der Hans & Paula Steger Weg beliebig verkürzt oder verlängert werden. Bei ausreichender Schneelage wird der Hans & Paula Steger Weg im Winter als Winterwanderweg präpariert; kreuzende Skipisten können über Brücken gefahrlos passiert werden.

Puflatschumrundung[Bearbeiten]

Die auch Puflatsch-Rundweg oder Puflatschrunde genannte Wanderroute hat eine Länge von etwa zehn Kilometern und ist als Nr. 14, Nr. 24 und PU markiert. Sie verläuft von Compatsch aus über die Puflatschhütte und die Arnikahütte zum Goller Kreuz. Von diesem wandert man mit schöner Aussicht vorbei an den sagenumwobenen Hexenbänke und dem Gipfel des Puflatsches zum Filiner Kreuz. Nun zurück in südlicher Richtung über die Puflatschalpe nach Compatsch.

Friedrich-August-Weg[Bearbeiten]

Der Friedrich-August-Weg, markiert als Nr. 7A, 9 und 557, verbindet auf circa 10,5 Kilometern Saltria mit dem Sella Joch. Unterwegs kommt man vorbei an der Zallinger Hütte (2037 m), der Plattkofelhütte (2300 m), dem Rif. Sandro Pertini (2300 m), dem Rif. Friedrich August (2298 m) und dem Rif. Salei (2222 m). Der Aufstieg von Saltria aus kann mit dem Florianlift verkürzt werden. Am Sella Joch befindet sich eine Bushaltestelle, von welcher man hinunter nach Gröden fahren kann.

Hexenquellen Barfuß- und Erlebnisweg[Bearbeiten]

Der Hexenquellen Barfuß- und Erlebnisweg regt als Rundweg auf einer Länge von zwei Kilometern die verschiedenen Sinne des Menschen an. Der durchwegs eben verlaufende Wanderweg beginnt an der Tirler Alm / Hotel Tirler und ist durch Kunstwerke über die Hexe Curandina und der weisen Eule Emma markiert. Zwischenziele und Stationen des Sinnes-Erlebnisweges sind unter anderem das Naturdenkmal Schwefelquellen im "Hexenwald" und der Hexenblick Puflatsch.

Klettern[Bearbeiten]

Oskar-Schuster-Steig[Bearbeiten]

Der Oskar-Schuster-Steig führt von der Langkofelhütte (2253 m) hinauf auf den Plattkofel (2860 m). Als mittelschwere Bergtour (II. Schwierigkeitsgrad (UIAA)) weist er nur wenige gesicherte Abschnitte auf, trotzdem ist er für Anfänger nicht empfehlenswert! Wegen der großen Steinschlaggefahr neben der üblichen Kletterausrüstung unbedingt einen Schutzhelm tragen. Der Abstieg vom Plattkofel erfolgt über den viel begangenen und einfach zu begehenden Wanderweg Nr. 527 zur Plattkofelhütte, von welcher man über den Friedrich-August-Weg zurück zum Sella Joch gelangt.

Maximilian Klettersteig[Bearbeiten]

Der Maximilian Klettersteig verläuft von der Tierser-Alpl-Hütte (2444 m) aus über den gesamten Rosszahnkamm. Durch kurze gesicherte Abschnitte befindet sich der Klettersteig im II. Schwierigkeitsgrad (UIAA). In der Roterdscharte (2435 m) befindet sich ein Notabstieg Richtung Süden. Der Abstieg beginnt westlich der Roterdspitze (2655 m) und führt zurück zur Tierser-Alpl-Hütte. Diese ist von Compatsch aus entweder über die Rosszahn Scharte (2499 m) oder die Dialer-Seiser Alm Hütte (2145) erreichbar.

Mountainbike[Bearbeiten]

Zahlreiche Schotterwege auf der Seiser Alm eignen sich gut zum mountainbiken. Mögliche Ziele einer Mountainbiketour sind zum Beispiel die Tierser-Alpl-Hütte (2444 m) oder die Zallinger Hütte (2037 m). Wer mit dem Rad hinauf zur Seiser Alm fahren will kann dies von Kampidel im Fasstal (über Mahlknecht), St. Christina in Gröden (über Monte Pana), Runggaditsch (über Pufels) und Seis am Schlern (über Frommer) tun. Alle Seilbahnen transportieren weiter auch Fahrräder.

Laufen[Bearbeiten]

Das Hochplateau der Seiser Alm weist verhältnismäßig nur geringe Steigungen auf, weshalb es auch gut für ausgedehnte Lauftouren geeignet ist. Zahlreiche Tourenvorschläge erschließen das Gebiet. Weitere Informationen unter www.seiseralm.it.

Seiser Alm Halbmarathon[Bearbeiten]

Der Seiser Alm Halbmarathon feierte 2013 seine Premiere und startet 2015 in der 3. Auflage. Die 21 Kilometer lange Strecke weist 601 Höhenmeter auf; die Teilnehmerzahl ist auf 500 Läufer beschränkt. Zugehörig zum Halbmarathon ist die Seiser Alm Running EXPO. Die Seiser Alm ist in den ersten Sommermonaten ein traditionelles Trainingsgebiet der kenianischen Marathonläufer, welche sich unter den besonderen Höhenbedingungen der Seiser Alm auf die Herbstmarathons vorbereiten.

Fliegen[Bearbeiten]

Ein beliebter Startplatz für Paragleiter, Drachen und Modelflieger ist die Spitzbühlhütte (1980 m) an der Bergstation des Spitzbühlliftes. Auch Tandemflüge starten von der Berghütte, angeboten von Tandem Paragliding. Weitere Informationen unter www.seiser-alm-it und www.suedtirol.info.

Im Winter[Bearbeiten]

Skigebiet Seiser Alm[Bearbeiten]

Das Skigebiet Seiser Alm befindet sich in einer Höhe von 1.060 bis 2.245 Metern und ist mit dem Skigebiet Gröden, sowie Dolomiti Superski, dem weltweit größten Skikarussell mit über 1.220 Pistenkilometern, verknüpft. Auf der Seiser Alm bestehen 60 Pistenkilometer (30 km leicht, 29 km mittelschwer, 1 km schwer), verbunden durch 23 Aufstiegsanlagen (2 Kabinenbahnen, 17 Sessellifte, 4 Schlepplifte). Nachtrodeln findet immer Dienstags und Donnerstags am Marinzenlift von 19.00 bis 22.00 Uhr statt.

Snowpark Seiser Alm[Bearbeiten]

Der Snowpark Seiser Alm wurde von der ISPO mit einem Snowsummit Award ausgezeichnet und ist der größte Snowpark Südtirols und der zweitgrößte Snowpark Italiens. Mit einer Länge von 1,5 Kilometern ist er etwas abseits des Pistenbereiches nahe der Laurinpiste zu finden und in zwei Bereiche unterteilt. Hauptattraktion ist neben den etwa 70 Obstacles eine 120 Meter lange Halfpipe.

Langlauf[Bearbeiten]

Die Langlaufloipen der Seiser Alm sind Teil des Langlaufski-Karussells Dolomiti Nordicski, dem größten Langlaufskigebiet Europas mit über 1.300 km Loipen. Allein auf der Seiser Alm werden elf Loipen mit einer Gesamtlänge von rund 80 km in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden präpariert.

Rodeln[Bearbeiten]

Auf der Seiser Alm werden im Winter knapp 20 Pistenkilometer für Rodler präpariert. Die einzelnen Rodelbahnen sind Icaro-Monte Piz (1,4 km), Panorama (1,4 km), Spitzbühl (2 km), Puflatsch (2 km), Molignon (3,5 km), Zallinger (5 km), Tuffalm (2,1 km) und die Naturrodelbahn am Völser Weiher (2,1 km).

Das Blaue Band der Seiser Alm[Bearbeiten]

Das Blaue Band der Seiser Alm ist ein alljährlich stattfindendes Skirennen im Breitensport. Nachdem das traditionsreiche Rennen erstmals von 1947 bis 1958 ausgetragen wurde, wird es vom Fußballclub Team 92 Schlern seit der Wintersaison 2000/2001 wieder veranstaltet. Das Skirennen wird in einer alpinen Kombination zwischen Abfahrtslauf und Slalom gewertet. Weitere Informationen unter www.dasblaueband.it.

Küche[Bearbeiten]

  • 2 Gostner Schwaige. Tel.: +39 347 8368154. Die Gostner Schwaige wird regelmäßig vom Gourmetführer „Gault Millau“ mit 14 Punkten ausgezeichnet; alle Speisen werden frisch zubereitet. Die Almhütte liegt auf einer Höhe von 1900 Metern und ist von Juni bis Oktober, sowie von Dezember bis Anfang April geöffnet.
  • 3 Rauchhütte, Saltria 29, 39040 Seiser Alm. Tel.: +39 0471 727830, E-Mail: . Die Rauchhütte im Herzen der Seiser Alm liegt nahe der Straße zwischen Compatsch und Saltria auf einer Höhe von 1750 m, weshalb sie auch gut mit dem Bus zu erreichen ist (eigene Haltestelle).
  • 4 Sanonhütte, Piz 19, 39040 Seiser Alm. Tel.: +39 0471 727002, E-Mail: . Die Sanon Hütte ist die wohl urigste Hütte auf der Seiser Alm (1800 m) und ist von Anfang Dezember bis Ostern, sowie in der Sommersaison von Ende Mai bis Ende Oktober geöffnet.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • 1 Adler Mountain Lodge, Pizstraße 11, 39040 Seiser Alm. Tel.: +39 0471 723000, Fax: +39 0471 723077, E-Mail: . Die 2014 eröffnete Adler Mountain Lodge liegt in Alleinlage direkt im Skigebiet der Seiser Alm. Neben den Almsuiten kann man auch einzeln in Chalets urlauben.

Sicherheit[Bearbeiten]

Bergrettungsdienst Seis, Tel. +39 0471 705222 (rund um die Uhr) oder 118. Weitere Informationen unter www.bergrettung.it/seis.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Die Einkaufsmöglichkeiten sind beschränkt. Ausser einem ganz kleinem Lebensmittelladen an der Hauptstrasse mangelt es an einem Laden für den täglichen Bedarf. Im Winter schliessen viele Restaurants in Compatsch bereits um ca. 18 Uhr, weswegen man für die Abendverpflegung auf hoteleigene Angebote angewiesen ist. Dagegen hat es viele touristisch ausgerichtete Läden (im Winter: Schneesportartikel sowie Ski- oder Schlittelverleih).

Ein öffentliches WC befindet sich an der Bergstation der Seiser Alm Bahn.

Klima[Bearbeiten]

Die Dolomiten sind nach Norden durch den Alpenhauptkamm vor Tiefdruckgebieten und kalten Nordwinden geschützt, das Klima ist eine Mischung aus alpinen Hochgebirgswetter mit Einflüßen aus dem Meeresklima der Südalpenregion, allgemein weisen die Dolomiten ein kontinental-alpines Klima auf:

  • Die Sommer gelten als sonnenreich, warm und trocken. Regen ist eher selten, die Tagestemperaturen erreichen bis zu 25 °C und in den Hochtälern bis 20°C. Wegen des ständigen leichten Winds im Gebirge ist die Luft nur selten "stickig", nachts kühlt es sich ab.
  • Der Herbst tritt, verglichen zu den nördlich der Alpen gelegenen Regionen deutlich verspätet auf, Hochdrucklagen sind meist recht stabil und dann auch nebelfrei und sonnig.
  • Die Winter gelten als trocken und kalt, zwischen Dezember und März führt die Statistik etwa 100 Sonnentage, Temperaturen von bis -20°C können erreicht werden.
  • Das Frühjahr beginnt dann, je nach der Höhenlage, erst im April oder im Mai, in den Tälern auch schon etwas früher, die Saison für Skifahrer ist aber meist etwas kürzer als in den zentralen und nördlichen Teilen der übrigen Alpen.

Eine besonders ausgeprägte Saison für Niederschläge gibt es nicht.

Das Klima ist für die Dolomiten insgesamt ohne besonders ausgeprägte Unterschiede etwa gleich, die Unterschiede ergeben sich örtlich aus der Höhenlage und aus der Ausrichtung zur Sonne, im Südwesten macht sich der Einfluss der Adria mit etwas mehr Wolken bemerkbar.

Das aktuelle Bergwetter für Südtirol auf www.provinz.bz.it.

Weblinks[Bearbeiten]

Die Seiser Alm mit den Geisler-, Puez und Cirspitzen, sowie Sella- und Langkofelgruppe
Die Seiser Alm mit den Geisler-, Puez und Cirspitzen, sowie Sella- und Langkofelgruppe


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