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São Tomé

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São Tomé
São Tomé und Príncipe hat keine übergeordnete Region.
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São Tomé ist die größte Insel des vor der westafrikanischen Küste liegenden Staates São Tomé und Príncipe. Im Nordosten liegt die gleichnamige Hauptstadt, die hier ebenfalls mit beschrieben wird.

Hintergrund[Bearbeiten]

Fast 90 Prozent der Einwohner des Landes leben auf dieser Insel, die vereinfacht gesagt, 48 mal 32 Kilometer groß und vergleichsweise gebirgig ist. Das tropische Hochlandklima macht die Hanglagen ideal für Kaffee- und Kakaoanbau.

Wellblechbaracken existieren wie am Festland, sind aber weniger auffällig und wirken nicht ganz so elend. Oft sieht man Eingeborenen ihre Wäsche in Bächen reinigen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

1 Aeroporto Internacional de São Tomé (Knapp 5 km nördlich der Stadt).

Aus Mitteleuropa gibt es keine Direktflüge, es fliegt nur die portugiesische TAP. Außer einem Umstieg in Lissabon wird fast immer noch eine Zwischenlandung in Westafrika (meist Accra) stattfinden. Die günstigsten Flüge kosten im Herbst 2018 über € 1200.

1 TAP (Buchungsbüro), Avenida Marginal 12 de Julho. Tel.: +239 222 2307.

Zum afrikanischen Festland gibt es Verbindungen nach Luanda (Angola) und Libreville (Gabun). Die meisten afrikanischen Fluggesellschaften haben in der EU aus Sicherheitsgründen Landungsverbot. Das gilt auch für die halbstaatliche STP Airways. Deren tägliche Inlandflüge nach Príncipe fanden im März 2018 mit einer gemieteten 27 Jahre alten Turbopropmaschine statt. Die 40-50minütige Veranstaltung kostet gut € 200 retour.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt unregelmäßig Fahrten nach Príncipe, die Boote gelten als nicht allzu sicher.

Mobilität[Bearbeiten]

In Marktnähe sind

  • 2 Taxistandplatz, Av. Conceição. Taxen sind Gelb und fahren immer als Sammeltaxi. Einzelnutzung kostet entsprechend, der Preis ist auszuhandeln.
  • 3 Minibushalt, Av. Giovanni. Ohne Fahrpläne.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke in der Stadt São Tomé
Das Fort São Sebastião (2015).

Die mangelnde wirtschaftliche Entwicklung hat dafür gesorgt, daß in der Stadt São Tomé vergleichsweise viel Bausubstanz aus kolonialer Zeit erhalten geblieben ist. Die Bevölkerungsentwicklung war jedoch wie überall in Afrika rapide: 1971 lebten hier 3500 Menschen, 1991 bereits 43200 und 2014 53500 mithin ein Viertel der Einwohner des Staates. Die mehrstöckigen Gebäude kann man an den Fingern einer Hand abzählen.

Im 2015/6 renovierten 1 Fort São Sebastião, inklusive alter Kanonen und Statuen der drei Entdecker der Inseln, ist zugleich das Nationalmuseum (2018: € 4). Einer der Räume ist den Arbeiterunruhen von Bateta 1953 gewidmet, ein weiterer ist mit den heimischen Schildkrötenarten befaßt.

Das ehemalige Fort São Jerónim wurde während der Besetzung durch die Holländer 1641-49 angelegt.

Tipp
Noch 2008 herrschte am Präsidentenpalast strenges Photographierverbot, weiterhin hatte jedermann in der Umgebung während der durch Trompenstoß mittags und abends angekündigten Wachwechsel stillzustehen. Ob diese Regelungen nach dem Regierungswechsel 2011 noch in Kraft sind ließ sich 2018 nicht eruieren. Im Zweifelsfall sollte man sehr diskret Bilder machen.

Die Residenz des portugiesischen Gouverneurs, in der heutigen Form aus dem Jahre 1956, wurde zum Präsidentenpalast aufgewertet. Schräg über dem Platz ist die Kathedrale. Deren Bau geht auf das Ende des 16. Jahrhunderts zurück, die heutige Fassade mit den Türmen stammt aus den 1950ern.

2 Fábrica de Chocolate Claudio Corallo (Schokoladenfabrik), R. do Município. Mit Besichtigungsmöglichkeit. Hochpreisiger Liebling der Hochglanzmagazine. Obwohl noch ein Drittel der Insel mit Kakao bepflanzt ist, handelt es sich bei dem 1993 von einem Italiener gegründeten Betrieb um den einzigen, der vor Ort weiterverarbeitet. Die Herstellung erfolgt von Hand. Geöffnet: Mo.-Sa. 7.30-17.00. Preis: Die einheimischen Arbeiter können sich die Früchte ihrer Arbeit nicht leisten.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Das ehemalige Krankenhaus einer Kakaoplantage bei 2 Roça Agua Izé. Überwachsen im Wald kann man noch Spuren der alten Plantagenbahn finden.

Siesta während der nachmittäglichen Hitze ist üblich. „Leve, leve“ als „ruhig, ruhig“ ist ein die Lebenseinstellung kennzeichnender Ausspruch.

3 Casa das Artes Criação Ambiente e Utopias (Kulturzentrum). Seit 2008 in den Hallen die ursprünglich der Trocknung von Kakaobohnen dienten, die per Bimmelbahn angeliefert wurden, dann als Lager des Bauhofs dienten. Mit Kunstgalerie und Musikschule.

Strände

Anmietung von Quads, Tauchausrüstung und leider auch Jetskis ist möglich. Tauchgänge kosten, wenn man sie von einem Ressort bucht € 80-90 p.P., bei unabhängigen Anbietern € 55.

Stadtnah:

  • 1 Praia Emília.
    • Am Nordende das Luxusresort Omali Lodge
    • Kaum weniger geboten wird im Damole Guest House, 50 m vom Strand
    • Ferienwohnungen mittlerer Kategorie bietet die hinter dem Krankenhaus gelegene 1 Residencia de Ito Gomes (☎ +239 990 7667)

Die Strände der Insel, oft eher kleine Buchten mit schmalen Sandstreifen, sind nicht zu vergleichen mit denen auf Koralleninseln im indischen Ozean. Es sind im Uhrzeigersinn aus der Hauptstadt nach Süden entlang der Küstenstraße (EN2):

  • 2 Praia das Pombas.
  • 3 Praia Colonia Açoriana.
  • 4 Praia Micondo.
    • In einem Gebäude einer ehemaligen Plantage auf der anderen Seite der Küstenstraße ist das Hotel Micondo.
  • 5 Praia S. João de Angolares. Bei einem Dorf, entstanden aus der Plantage João de Angolares, die heute auch ein Hotel (☎ +239 992 9475) beherbergt (Aug. 2018: € 60). Ein portugiesischer Fernsehkoch hat sie vor wenigen Jahren übernommen und kocht hier großartig auf. Am Dorfplatz gibt es es einen WLAN-Hotspot.
    • Refugio de Kangingin d'Elisio, im Dorf
  • 6 Praia Grande. Abgelegen.
  • 7 Praia Inhame, Roca de Porto Alegre. Seit 2012 wird ein Seeschildkröten-Schutzgebiet (Projekt Tatô) betrieben. Die im Dezember und Januar gelegten Eier werden in Brutkästen geschützt.
  • 8 Praia Jalé.
    • Unterkünfte in der Jalé Ecolodge sind auf 2-3 Personen zugeschnitten und liegen preislich im mittleren Bereich.

Die Südspitze São Tomés liegt nur zwei Kilometer nördlich des Äquators. Der südliche Teil der Westküste ist felsig. Es gibt lediglich einen Fußweg bis kurz vor 1 Santa Caterina. Für diesen Treck sollte man 2-3 Tage einplanen.

Im Norden folgt die Hauptstraße nicht der Küste, sondern geht durch die Ortschaften 2 Conde (10 km von São Tomé) und 3 Guadalupe bis zur Küste beim kleinen Leuchtturm von 4 Lagua Azul.

Die Strände an der Nordküste erreicht man über kleinere Straßen bzw. Pisten. Es sind, von São Tomé aus kommend:

  • 9 Praia Capitania. Beim Dorf Micolo, vergleichsweise klein.
  • 10 Praia dos Governadores. September bis März ist Schildkrötenbrutzeit, der Strand ist dann bewacht. Etliche der Eier werden ausgegraben und in einer Aufzuchtstation in einen Inkubator gelegt.
  • 11 Praia dos Conchas. Etwa 1 km von Lagua Azul.
  • 4 Neves. Im Dorf ist die Inselbrauerei Rosema.
    • Hotel Mucumbli, Ponta Figo (An den Hängen etwa 1 km außerhalb Neves). Tel.: +239 990 8737. Mit Eselvermietung zum Reiten. Man darf im Park auch Campen. Preis: obere Mittelklasse.

Einkaufen[Bearbeiten]

Die Markthalle in São Tomé.

3 Markthalle (Mercado Municipal). Im Umfeld weitere Geschäfte. Wegen des Fixkurses ist das Wechseln von Euro-Bargeld an den Ständen hier kein Problem.

Ausländische Kreditkarten funktionieren normalerweise nicht an Geldautomaten, Abhebungen müssen am Schalter durchgeführt werden.

Küche[Bearbeiten]

Gerne serviert werden Touristen derartige Riesenkrabben. Zum Essen erhält man einen Hammer, um die Scheren knacken zu können (ca. 300 nDb; 2018).

Um den Parque Popular, am zentralen Kreisverkehr liegen mehrere Restaurants.

1 Papa Figo. Tel.: +239 222 7261. Wer absolut nicht ohne westliche Kost wie Pizza sein kann, ist hier richtig. Geöffnet: 12.00-22.00. Preis: € 10 p.P.

2 Asas de Aviao (The Airplane), beim Flughafen. Restaurant gebaut um zwei alte Flugzeuge, die von Portugal zur Unterstützung der Freiheitskämpfer in Biafra eingesetzt und dann stehen gelassen wurden.

Nachtleben[Bearbeiten]

1 Pico Mocambo, Ave. Amilcar Cabral. Eine der wenigen Bars der Insel. Bemerkenswert ist der ausgeschenkete lokale Fruchtschnaps bzw. Rum.

Unterkunft[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

  • Guesthouse Kayla, R. Palma Carlos 113, hat nur 3 Zimmer
  • 3 Vila Marylin. Flughafenabholung auf Anfrage. Preis: € 45 o.F.

Gehoben[Bearbeiten]

4 Miramar, Av. Marginal 12 de Julho, 69,. Tel.: +239 222 2778. Erbaut 2008/9, seitdem bevorzugte Absteige von Entwicklungshelfern, Geschäftsleuten und US-Personal. Restaurant, Pool und Sauna.

5 Hotel Praia. Tel.: +239 222 6235. Große Zimmer (bzw. Apartments), aber für den Preis schlecht gepflegte Ausstattung, sicher nich die 5* (Landeskategorie) wie behauptet. Pool und Fitnesstudio. Auch einige Bungalos auf einer ins Hafenbecken gebauten Mole. Preis: überteuert.

Sicherheit[Bearbeiten]

Für afrikanische Verhältnisse ist die Insel sehr sicher. Speziell auf Touristen und deren vermeintlich dicke Brieftaschen zielende Gauner und Betrüger gibt es allerdings. Lediglich der Verkehr entspricht mit seinen Sitten denen des Kontinents.

Gesundheit[Bearbeiten]

1 Delegacia de Saúde de São Tomé. Eine von Taiwanesen betriebenen Poliklinik, deren Ärzte Englisch sprechen. Geöffnet: Mo.-Fr. 9.00-17.00.

2 Hospital Central, bairro do hospital. Geöffnet: 24 h Notaufnahme.

In der Hauptstadt gibt es Müllcontainer, die durchaus auch benutzt werden. Insgesamt ist besonders Plastikmüll ein Problem, der auch Teile der Küste verschmutzt.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

3 Hauptpost, Avenida Marginal 12 Julho.

Voice of America unterhält eine große Sendeanlage im Osten der Insel. Die Tatsache, daß strengstes Photgraphierverbot herrscht läßt auf nicht-zivile Verwendung schließen.

Konsulate[Bearbeiten]

EU-Bürger können sich in Notfällen an die 4 portugiesische Botschaft wenden.

Nachbarländer

5 Nigeria. Tel.: +239 222 5404.

6 Gabun (Embaixada do Gabão), R. Damão.

Ausflüge[Bearbeiten]

Weithin sichtbar ist der 5 Pico Cao Grande im Süden der Insel. Er ragt fast 300 m aus dem umliegenden Nationalparksgebiet auf.

Roças (sprich: „rosa“) sind die ehemaligen Plantagen-Herrensitze. Sie wurden nach der Unabhängigkeit verstaatlicht und als Genossenschaften fortgeführt – was meist hieß „in die Pleite getrieben.“ Zu den Anlagen gehören immer eine Kirche, Schule, Arbeitersiedlung und Krankenstation. Die Menge des im Landes angebauten Kakaos ist seit der Unabhängigkeit auf ein Drittel gesunken.

Roça Agostinho Neto

Am häufigsten besucht wird die noch bewirtschaftete, große 6 Roça Agostinho Neto, früher genannt Roça Rio do Ouro. Die hier lebenden Kinder betteln Touristen extrem aggressiv an. Man erreicht die Plantage, die früher vor allem von angolanischen Arbeitern bewirtschaftet wurde, über eine Schotterstraße, die zwischen Conde und Guadalupe abzweigt.

Roça Bombaim

Zum Hotel umgebaut wurde das Herrnhaus der 6 Roça Bombaim. Die ehemalige Arbeitersiedlung verfällt.

Botanischer Garten[Bearbeiten]

Den botanischen Garten 7 Bom Sucesso (Spende erbeten) erreicht man auf der EN3 von São Tome. Die ausgebaute Straße endet beim 8 Museu Do Cafe. Dieses zeigt den Betrieb der Roça Monte Cafe, der ehemals größten Arabicakaffee-Plantage der Insel, die heute nur noch in kleinem Umfang hochwertige Bohnen produziert. Vom verschlungenen Pfad geht ein Weg zum 9 São Nicolau Waterfall. Hier lauern auch kleine Ganoven von der auf dem Festland bekannten Art des „Guide“ speziell auf weiße Touristen.

In São Tomé werden überteuerte Halbtagestouren angeboten. Vor allem für Kleingruppen lohnt es sich privat ein Taxi für den ganzen Tag anzuheuern.

Es besteht die Möglichkeit außerhalb der Regenzeit den mit 2024 m höchsten Berg der Insel von hier zu besteigen, oder dem Wanderweg hinab zur Ostküste bei Roça Agua Izé zu folgen.

Eine Unterkunft ist die abgelegene 7 Quinta da Buala (☎ +244 948 723 268).

Obo Nationalpark[Bearbeiten]

Südlich des Hauptmassivs nimmt der 235 km² große Nationalpark weite Teile des Gemeindegebiets von Me-Zochi und Lemba sowie Teile von Caué ein. Geschützt wird hier tropischer Regenwald mit einer reichen Artenvielfalt. Das EU-finanzierte Programm ECOFAC kümmert sich um das Schutzgebiet. Man vermittelt auch geführte Gruppentouren zu deutlich geringeren Preisen als kommerzielle Anbieter.

Im Dschungel kommt die schwarze Baumkobra (Pseudohaje nigra) vor. Diese sind giftig aber extrem scheu.

Rólas[Bearbeiten]

Das Weltkartenmosaik um das Äquatordenkmal auf einem Hügel der Insel Rólas.

Ilhéu das Rólas (Erreichbar per Boot von Ponta Baleia). Die 3 km² große „Schildkröteninsel“ liegt direkt auf dem Äquator. Es wohnen hier ca. 400 Menschen, die meisten im Dorf São Francisco. Neben den Stränden im Norden gibt es einige “blowholes” an der feligen Küste im Süden.

8 Pestana Equador. Tel.: +351 218 442 001. Luxushotel mit Pool und der einzige Arbeitgeber. Preis: ab € 220 mit HP.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe im Landesartikel.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch im Landesartikel.

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