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Qaṣr eḍ-Ḍabāschīya

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Qaṣr eḍ-Ḍabāschīya ·قصر الضباشية
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Qasr ed-Dabaschiya (auch Qasr el-Dabaschiya, Qasr el-Dabashiya, ʿAin Tabāshīr, arabisch: ‏قصر الضباشية‎, Qaṣr aḍ-Ḍabāschīya) ist eine archäologische Stätte im Norden der ägyptischen Senke el-Chārga in der Westlichen Wüste. Von der einstigen römischen Siedlung sind der Tempel, ein Taubenhaus (sog. Kolumbarium (Urnenhalle)) und Gräber erhalten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Ort war seit antiker Zeit bis in die 1950er-Jahre besiedelt. Das Wasser konnte wie im Fall von ʿIzbat Muḥammad Ṭuleib oder ʿAin et-Tarākwa aus Brunnen bezogen werden. Qanate, dies sind unterirdische Aquädukte, waren nicht nötig. Durch neue Wasserbohrungen versiegten aber die Brunnen in diesem Bereich.

Die Keramikfunde zeigten an, dass die Siedlung, der Tempel und das Taubenhaus aus dem 3./4. nachchristlichen Jahrhundert stammten. Die früheste, in einem Grab gefundene Keramik, stammte sogar aus dem Zeitraum von der 27. Dynastie bis zum 1. Jahrhundert n. Chr.

Die Besiedelung erfolgte in der Antike wohl in einiger Entfernung zum Tempel. Die bedeutendste Siedlung befand sich ca. 500 Meter östlich des Taubenturms. Neben dem großen Lehmziegeltempel befanden sich in seinem Osten noch die Reste dreier weiterer Tempel. Zwischen Tempel und Taubenturm sowie im Nordwesten des Taubenturms befanden sich Friedhöfe.

Die Stätte ist seit den britischen Geologen John Ball (1872–1941)[1] und Hugh John Llewellyn Beadnell (1874–1944)[2] und dem US-amerikanischen Ägyptologe Herbert Eustis Winlock (1884–1950)[3] bekannt.

Seit 1990 wurden hier Grabungen durch die Egyptian Antiquities Organization durchgeführt. 1994 fand man im Nordwesten einen Friedhof. Im Grab 41 fand man Hundemumien. Dies deutet darauf hin, dass es hier ähnlich zu den jüngst gefundenen Hundefriedhöfen in Deir el-Munīra[4] einen Anubiskult gegeben haben könnte.

Seit 2004 wurde das Gelände erneut im Rahmen des North Kharga Oasis Survey untersucht.

Anreise[Bearbeiten]

Man verlässt el-Munīra im Norden und biegt von der Fernverkehrsstraße von el-Chārga nach Asyūṭ bei 1 25° 37′ 2″ N 30° 38′ 41″ O nach Westen auf eine Asphaltstraße. Man bleibt nur kurz auf dieser Asphaltstraße, um dann in südwestlicher Richtung ca. 5 Kilometer zur archäologischen Stätte zu fahren. Sie benötigen hierfür ein geländegängiges Fahrzeug (4 × 4) oder ein Motorrad.

Mobilität[Bearbeiten]

Die archäologische Stätte lässt sich zu Fuß ergründen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kolumbarium in Qaṣr eḍ-Ḍabāschīya

Im Süden des Areals erhebt sich der rechteckige, 30 Meter lange und 8,3 Meter breite 1 Tempel (25° 35′ 4″ N 30° 35′ 27″ O). Der aus Lehmziegeln errichtete Bau mit seinen 85 Zentimeter breiten Wänden besteht noch in beträchtlichen Überresten. Er besaß einst einen Stuckverputz, Inschriften waren aber nicht auszumachen.

Er war von Süden nach Norden ausgerichtet und besaß seinen Eingang im Süden. Der Eingang besitzt auf seiner Westseite eine Nische. Der erste Raum ist innen 17,2 Meter lang und 6,5 Meter breit und war einst mit einer hölzernen Flachdecke abgedeckt. An den Seitenwänden gab es je vier Fenster. Im Norden folgt kleinerer Raum mit einer Gewölbedecke, der 8 mal 3,6 Meter groß ist und sicher das Sanktuar darstellte. Dahinter gibt es einen weiteren, engen Raum mit Gewölbedecke, der 3,6 Meter breit und 0,6 Meter tief ist sowie ein Fenster in Ostwand besaß. Dieser Raum wurde wohl für Aufbewahrung des Kultgeräts genutzt oder diente als Gegentempel.

Ca. 500 Meter nördlich davon befindet sich ein 2 Taubenhaus (25° 35′ 31″ N 30° 35′ 14″ O), das nicht selten als Kolumbarium (Urnenhalle) bezeichnet wurde. Es ist zwar nicht das einzige in der Senke, aber sicher das besterhaltene. Der noch etwa 6 bis 7 Meter hohe Turm besitzt eine Seitenlänge von 4,5 bzw. 5,5 Metern und ist heute nach Norden hin offen. Sein Eingang befand sich in erhöhter Position auf der Westseite. Diese Position schütze die Tauben vor Tieren, machte aber die Nutzung einer Leiter zum Betreten notwendig. Im Mittelturm befand sich eine Treppe. An den Innenwänden und im Mittelturm befanden sich zahlreiche etwa 20 Zentimeter tiefe Löcher für die Tiere.

Küche[Bearbeiten]

Restaurants gibt es in der Stadt el-Chārga. Eine Bäckerei und ein Restaurant gibt es auch in el-Munīra.

Unterkunft[Bearbeiten]

Eine Unterkunft wird üblicherweise in der Stadt el-Chārga gewählt.

Ausflüge[Bearbeiten]

Da man für die Anreise ein geländegängiges Fahrzeug (4 × 4) benötigt, das ja auch teurer ist, bietet es sich an, weitere Ziele zu wählen, für die man ebenfalls ein derartiges Fahrzeug benötigt. Mögliche Ziele sind Qaṣr el-Labacha und ʿAin Umm ed-Dabādīb oder Qaṣr el-Labacha und Deir el-Munira. Die Routen lassen sich an einem Tag bewältigen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ikram, Salima ; Rossi, Corinna: North Kharga Oasis Survey 2004 Preliminary Report : Ain el-Tarakwa, Ain el-Dabashiya and Darb Ain Amur. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo (MDAIK), Bd. 63 (2007), S. 167–184, Tafeln 23 f., insbesondere S. 174–177, 181, Tafel 23.b.

Einzelnachweise

  1. Ball, John: Kharga Oasis : its Topography and Geology. Kairo : National Pr. Department, 1900, (Egyptian Geological Survey Report ; 1899,2).
  2. Beadnell, Hugh John Llewellyn: An Egyptian Oasis : an account of the oasis of Kharga in the Libyan dessert, with special reference to its history, physical geography, and water supply. London : Murray, 1909.
  3. Winlock, H[erbert] E[ustis]: Ed Dākhleh Oasis : Journal of a camel trip made in 1908. New York : Metropolitan Museum, 1936, S. 17 f., Tafel X, obere Hälfte. Winlock vergleicht die von ihm bei Tineida gefundenen Tempel mit dem hiesigen.
  4. Dunand, Françoise ; Lichtenberg, Roger: Des chiens momifiés à El-Deir : Oasis de Kharga. In: Bulletin de l’Institut Français d’Archéologie Orientale (BIFAO), Bd. 105 (2005), S. 75–87.

Weblinks[Bearbeiten]

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