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Musṭurud

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Musṭurud ·مسطرد
Gouvernement Qalyūbīya
Einwohner
106.280 (2006)
Höhe
19 m
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Lage
Lagekarte des Nildeltas in Ägypten
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Musṭurud

Musturud (auch Mostorod, arabisch: ‏مسطرد‎, Musṭurud) ist eine kleine Industriestadt im Nordosten von Kairo im Gouvernement el-Qalyūbīya mit 106.280 Einwohnern (2006).[1] Von Bedeutung ist die Kirche der hl. Jungfrau, die sich entlang der Fluchtroute der hl. Familie befindet, und alljährlich im August ein wichtiges Pilgerziel darstellt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Stadt Musṭurud befindet sich etwa 3 Kilometer nordwestlich des Kairoer Stadtteils el-Maṭarīya und nordöstlich der Stadt Schubrā el-Cheima im Süden der Kairoer Ringstraße und etwa 10 Kilometer nördlich des Kairoer Stadtzentrums. Das Stadtbild wird hauptsächlich durch verschiedene Unternehmen wie Ölraffinerien, Unternehmen der Stahlverarbeitung, Textil- und Elektronikfabrikanten geprägt.

Die Stadt wird vom Ismailiya-Kanal (arabisch: ‏ترعة الإسماعيلية‎, Turʿat al-Ismāʿīlīya) durchschnitten.

Der Ort war Station der hl. Familie auf ihrer Rückreise nach Palästina. Hier fanden sie in einer Höhle Zuflucht, und das Wasser des nahe gelegenen Brunnens wurde zum Trinken, Waschen und Baden benutzt. Der Ort wird auch gelegentlich el-Maḥamma (arabisch: ‏المحمة‎, „das Bad“) genannt.

Anreise[Bearbeiten]

Die einfachste Anreise mit dem Auto oder Taxi bietet sich über die Kairoer Ringstraße an. Für die Stadt gibt es einen eigenen Abzweig (30° 9′ 48″ N 31° 18′ 13″ O) nach Süden.

Die Stadt ist nicht an das Kairoer U-Bahnnetz angebunden. Die nächstgelegene Station wäre Matariya an der Linie 1 nach el-Marg etwa 3 Kilometer östlich von Musturud.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nordseite der Kirche der hl. Jungfrau
Im Inneren der Kirche der hl. Jungfrau
Treppe zur Höhlenkapelle
Höhle der hl. Familie
Wasser vom heiligen Brunnen

Die Hauptsehenswürdigkeit ist natürlich der Kirche der hl. Jungfrau Maria (30° 8′ 22″ N 31° 17′ 29″ O, arabisch: ‏كنيسة السيدة العذراء مريم‎, Kanīsat as-Saiyida al-ʿAḏrāʾ Maryam, Tel.: +20 (0)2 4220 1530, (0)2 4223 1372), die sich an der Westseite des Ismailiya-Kanals befindet (ca. 250 Meter nördlich gibt es eine Brücke über den Kanal). Durch den erst 1961 errichteten Glockenturm im Nordosten des Geländes gelangt man zum Eingang der Kirche, der sich an ihrer Nordseite befindet.

Die Kirche ist dreischiffig, im Osten befinden sich die drei Heikale (Sanktuare) für Johannes den Täufer (Nord, links), für die hl. Jungfrau (Mitte) und den hl. Georg (rechts). Die Heikale sind durch eine hölzerne Schirmwand mit Einlegearbeiten vom Gemeinderaum abgetrennt. Der Oberteil der Ikonenwand wird durch verschiedene Ikonen ausgefüllt. Die Schirmwände in den Seitenschiffen sind älter als die in der Mitte und sollen aus dem Mittelalter stammen. An der Südwand der Kirche befinden sich weitere Ikonen wie z.B. die der hl. Jungfrau, der hl. Dimiana, der Mariä Himmelfahrt, des Martyriums des hl. Petrus, der Steinigung des hl. Stephanus und die Auferweckung des Lazarus.

An der inneren Nordseite der Kirche führen zwei sich gegenüber liegende Treppen – im Osten und im Westen – zu einem kleinen Höhlenheiligtum, das mit einer Ikone der hl. Jungfrau und Kerzen geschmückt ist. Diese Höhle diente der hl. Familie als Obdach während ihrer Rückreise ins Heilige Land.

Östlich dieser Höhle befindet sich der Brunnen, aus dem die hl. Familie das Wasser zum Trinken und Waschen bezog. Der Überlieferung nach wurde er von Jesus selbst angelegt. Über die Wasserhähne an der Seite kann man das Brunnenwasser entnehmen.

Direkt über der Höhle wurde die moderne Kirche errichtet. Der erste belegte Neubau einer Kirche für die hl. Jungfrau entstand hier 1185 zur Zeit des Patriarchen Markus III. Man vermutet aber, dass es an dieser Stelle bereits Vorgängerbauten seit 374 (Jahr 91 AM des koptischen Kalenders) gegeben hat.

Die Kirche ist mit Kuppel über den Allerheiligsten und im Mittelschiff bekrönt, auf denen sich je ein Kreuz befindet.

Unmittelbar im Osten der Kirche befindet sich die große Moschee (arabisch: ‏المسجد الكبير‎, al-Masǧid al-Kabīr) von Musturud.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Anlässlich der Wiederkehr von Mariä Himmelfahrt findet alljährlich in der Zeit vom 7. bis zum 22. August ein Mulid (Fest) statt, zu dem einige Hunderttausend Pilger anreisen. Weitere besondere Gottesdienste finden am 24. Baschans/Paschons (1. Juni) anlässlich der Ankunft der hl. Familie in Ägypten und am 8. Ba'ūna/Paoni (15. Juni) anlässlich der Kirchweihe im Jahr 91 AM der koptischen Zeitrechnung (374 n. Chr.).

Küche[Bearbeiten]

Restaurants findet man üblicherweise in Kairo.

Unterkunft[Bearbeiten]

Zahlreiche Unterkünfte befinden sich der der Nachbarstadt Kairo.

Ausflüge[Bearbeiten]

Natürlich bieten sich Ausflüge nach Kairo an. In relativ geringer Entfernung befinden sich der Jungfrauenbaum und der Obelisk Sesostris’ I. in el-Maṭarīya und der Sommerpalast von Muḥammad ʿAlī in Schubrā el-Cheima.

Literatur[Bearbeiten]

  • Meinardus, Otto F. A.: Christian Egypt, ancient and modern. Cairo : American University in Cairo Press, 1977 (2. Auflage), ISBN 978-977-201-496-5, S. 253 f.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Koptisches Synaxarium (Martyrologium) zum zum 8. Ba'ūna (Coptic Orthodox Church Network)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen nach dem ägyptischen Zensus von 2006, Central Agency for Public Mobilization and Statistics, eingesehen am 15. Dezember 2014.
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