Moskau/Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft

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Die Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, russisch: Выставка достижений народного хозяйства, Wystawka Dostischenij Narodnowo Chosjajstwa, „Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft“, kurz ВДНХ, WDNCh, ist ein Messegelände mit Erholungs- und Vergnügungspark am Moskauer Prospekt Mira 119. Sie wurde 1939 als Leistungsschau der sowjetischen Volkswirtschaft gegründet. Zwischen 1992 bis 2014 hieß sie Allrussisches Ausstellungszentrum, russisch: Всероссийский выставочный центр, Wserossijskij Wystawotschnyj Zentr. Zum Komplex gehören nun auch der Botanische Nikolai-Zizin-Garten und der Ostankino-Park am Fernsehturm Ostankino.

Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft
Allrussisches Ausstellungszentrum
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Anreise[Bearbeiten]

Mit der Metro[Bearbeiten]

  • Der Hauptzugang ins Ausstellungsgelände erfolgt von der Metrostation ВДНХ (engl. VDNKh, deutsch WDNCh): Linie 6 (Kaluschsko-Rischskaja Linija), auf den meisten Linienschemen ist sie orange. Bei dieser Station hält auch die Einschienenbahn, die von der Metrostation Timirjajewskaja (Serpuchowsko-Timirjasewskaja Linija, Nr. 9, grau), kommt. Weiters fährt bei der Metrostation WDNCh auch die Straßenbahn. Für eine Besichtigung des Ausstellungszentrums empfiehlt sich diese Metrostation, da in unmittelbarer Nähe sich weitere Sehenswürdigkeiten befinden: Das Museum der Kosmonauten, der Fernsehturm von Ostankino sowie das Hotel Kosmos.
  • Die hinteren Bereiche des Ausstellungsgeländes, wo sich die Kosmosrakete befindet, kann man auch von einem Seiteneingang erreichen, wodurch es von der Metrostation Ботанический Сад (Botanitscheskij Sad; Botanischer Garten) kürzer zu gehen ist. Diese Station liegt ebenfalls an der orangen Linie. In unmittelbarer Nähe dieser Station befindet sich der namensgebende Botanische Garten.

Mobilität[Bearbeiten]

Das weitläufige Ausstellungsgelände kann man nur zu Fuß besichtigen. Man kann nach Erreichen des hinteren Teiles zur anderen Metrostation gehen, um nicht alles zurückgehen zu müssen (s. oben).

Hintergrund[Bearbeiten]

Haupteingang des Ausstellungsgeländes
Wostok vor Kosmospavillon
Kosmospavillon mit Sputnik 1

Es gibt in Moskau einen Platz, der von keinem Touristen unerschlossen bleibt. Es ist hier alles angesammelt, was man sich von einer alten Stadt vorstellt, derer Geschichte mit den Jahren immer erlebnisreicher wurde bis dass sie in der Mitte des 20. Jahrhunderts ihre wohl dramatischste Phase erreichte. Dieser Ort vereinigt die Bauten, die die exotischsten Ortschaften Russlands und seiner nächsten Nachbarn repräsentieren. Hier findet man fantastische Brunnen, die von den Volksmärchen inspiriert wurden.( nach Volksmärchenmotiven). Im Sommer ist das Gelände voll Blumen und Waldgrüne und im Winter steht hier eine der größten Eisbahnen der Welt. Dies ist ein Messegelände, ein architektonisches Denkmal, ein Park, ein Ort für die schöpferische Tätigkeit und Erholung... Der Name von diesem Ort ist WDNCh – vier Buchstaben, die Abbreviatur, welche in Russland jeder kennt, und die im Ausland seltsamerweise so wenig bekannt ist.

Welches Bild symbolisiert den ehemaligen Ruhm der Sowjetunion? Meistens ist es die Paarskulptur von einem Mann und einer Frau, die über ihren Köpfen Hammer und Sichel halten. Diese Figur heißt „Arbeiter und Kolchosbäuerin“ und existiert wirklich. Ursprünglich wurde dieses Monument für den sowjetischen Pavillon auf der 1937 in Paris durchgeführten Weltausstellung errichtet. Von den französischen Organisatoren wurde die Messe so geplant, dass der sowjetische Pavillon, gekrönt mit der 20 m hohen Figurengruppe, sich in dramatischer Opposition zum Pavillon von Nazi-Deutschland, gekrönt mit dem Reichsadler mit Hakenkreuz, befand.

Die monumentale propagandistische Geste der Sowjetunion sorgte für internationalen Knalleffekt. Dadurch beschloss die bolschewistische Führung, die Skulptur nach Moskau zurückzuholen, um diese in einem weiteren Projekt - Allunions-Landwirtschaftsausstellung 1939, orientiert hauptsächlich auf das heimische Publikum, einzusetzen. Das Monument wurde vor dem damaligen Messeeingang gestellt, wo es Hunderttausende von Besuchern aus dem ganzen Land empfing.

Die Figur „Arbeiter und Kolchosbäuerin“ ist auch heute am selben Ort zu sehen (nach der jüngsten Restaurierung wurde das Monument auf einem erhöhten Postament aufgestellt, in dem sich das Museum und das Ausstellungszentrum befinden).

Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass selbst die Ausstellung erhalten geblieben ist. In den letzten 75 Jahren wurde diese mehrmals umgestaltet und ausgebaut, aber nie vernachlässigt. In diesem Sinne ist ihr Schicksal ganz anders, als, zum Beispiel, das der Veranstaltungsorte von vielen Weltausstellungen (Expo), welche meistens verfallen oder mit Gewerbeobjekten bebaut werden.

Heute trägt die Ausstellung den Namen WDNCh (russisch ВДНХ) – von der russischen Abkürzung des Namens „Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft“. Diesen Namen bekam die Ausstellung Ende der 1950er Jahre, als der damalige sowjetische Führer Nikita Chruschtschow beschloss, dass die ursprüngliche Landwirtschaftsthematik der Messe die steigenden Wissenschafts- und Industrieambitionen der Sowjetunion nicht wiederspiegelt.

Heute befindet sich die WDNCh tief in der Stadt, in fünf Metrostationen nördlich des Kremls. Das Ausstellungsgelände ist nach wie vor die unbestrittene Hauptattraktion für die Moskauer und Touristen und zieht jedes Wochenende von bis zu 500 000 Besuchern an. Anziehend sind sowohl das riesige Architekturensemble, als auch die größte Moskauer Parkanlage mit Brunnen, Wasserbecken und buntem Pflanzenreich.

Der Name der Ausstellung spricht davon, dass diese zur Präsentation der fortschrittlichen Errungenschaften der sowjetischen Wirtschaft gedacht wurde. Aber vielmehr verkörperte sie glückliche kommunistische Zukunft, von der die Sowjetunion in Wirklichkeit noch sehr weit entfernt war. Zur Errichtung solch einer utopischen „Stadt in der Stadt“ wurden die besten Architekten, Kunstmaler und Bildhauer des Landes hinzugezogen.

Schon gleich nach der Eröffnung wurde die WDNCh in sowjetischen Zeitungen als „Stadt der Märchenschlössern“ bezeichnet, als eine „Märchenstadt, wo aus dem Grünen und Blumen ausgefallene Bauwerke in die Höhe ragen, geschmückt mit Spitzen, Türmen, blitzenden Gewölben und vergoldeten Statuen“. Kaum vorstellbar, wie atemberaubend diese architektonische Pracht auf die Besucher der Ausstellung wirkte: einfache Bauer, die den Bürgerkrieg, Zwangskollektivierung und Massenhunger hinter sich hatten.

Die Sowjetmacht zerstörte Kirchen und alte Schlösser von Gutsbesitzern-Ausbeutern ausbeutenden Grundherren – und baute anschließend neue sowjetische Schlösser. Vor allem wurden es das Komplex von Moskauer U-Bahn und – WDNCh! Als die WDNCh nach dem zweiten Weltkrieg rekonstruiert wurde, wirkte diese noch pompöser und großzügiger. Nun symbolisierte die Ausstellung den Triumph des sowjetischen Volkes, das den Krieg gewonnen und das zerstörte Land wiederaufgebaut hatte.

Nachdem der italienische Regisseur Federico Fellini die WDNCh besucht hatte, soll er diese als „Traum eines besoffenen Konditoren“ bezeichnet haben. Vonseiten des großen Künstlers ist es sicher als Belobung zu buchen. Der berühmte sowjetische Kunstwissenschaftler Wladimir Tolstoi schrieb anders: „Der Besucher der Ausstellung, nachdem er kühn geschwungene Linien von Pavillons, in der Sonne blitzende Turmspitzen und Glaskuppeln erblickt hat, verspürt unwillkürlich das von Kindheit an bekanntes Gefühl. Er ist wie in der geheimnisvollen und wunderbaren Märchenwelt.

Architektonisch gesehen ist die WDNCh im Stil des Neoklassizismus gebaut, welcher in der Sowjetunion ab Mitte 1930er Jahre als die einzige ideologietreue Stilrichtung eingeführt wurde. Nicht von ungefähr wurde gerade 1936 in der UdSSR der klassische Traktat von Andrea Palladio „Die vier Bücher zur Architektur“ breit veröffentlicht. Für die Anhänger dieses Renaissance-Architekten stehen in der WDNCh zahlreiche Verweise an die Architektur von Venedig und Vicenza zur Verfügung.

Zu einer weiteren Inspirationsquelle wurde für die sowjetischen Architekten die im Jahr 1893 in Chicago veranstaltete Weltausstellung World’s Columbian Exposition. Schneeweiße Pavillons-Schloesser mit klassischen Säulenreihen, naturalistische Skulpturen von Nutztieren, künstliche Gewässer, offene Theater, Tiergärten – all diese Ideen sind auch in Moskau zustattenkommen. Aber die Ausstellung in Chicago überlebte nur 2 Jahre und wurde war durch einen Brand vernichtet, die WDNCh hingegen entwickelte sich weiter.

Neben den palladianischen Phantasien sind in der WDNCh sehr interessante Objekte auch in anderen Stilen zu finden und zwar – Art Deco, Barock, orientalische Stilisierungen, sowjetisches Modernismus. Tatsächlich war die WDNCh ein Laboratorium, wo die Architekten ihre Phantasien mit den ideologischen Dogmen des „sozialistischen Realismus“ zu vereinigen versuchten, um prächtige und beeindruckende Bauwerke zu errichten.

Noch eine Besonderheit verbindet die Moskauer Metro und die WDNCh - und zwar die im Überfluss vorhandene kommunistische Symbolik. Bildnerische Darstellungen von sowjetischen Wappen ragen über die Giebel von WDNCH-Pavillons hinaus. Allerlei Sicheln und Hämmern verschönern die Grafik und die Flachrelief überall. Rote Sterne, Fahnen, Kornähren, Zahnräder – während eines Spaziergangs in der WDNCh kann man die vollständige Enzyklopädie des „großen sowjetischen Stils“ abfassen. Im Unterschied zu den osteuropäischen Ländern hat man hier nicht vor, diese Symbole abzubauen. Die hinter ihnen stehende Ideologie ist schon längst hinfällig worden und heute sieht man diese Symbole als Teil der Museumsexposition an.

Die WDNCh ist ein Paradies für Fotofans. Wohl jeder zweite hat hier eine Fotokamera in der Hand. Wo sonst findet man solch ungewöhnliche Dekorationen – Betonbulle auf dem Dach des dreistöckigen Gebäudes, riesige vergoldete Kornähre in der Stauseemitte, Raumflugzeuge vor dem Hintergrund römischer Säulen...

In den letzten Monaten sucht die WDNCH, wenn man es so sagen darf, ihre neue Zweckbestimmung. Welche Errungenschaften hat Russland heute hier zu zeigen? Wie muss man das im Zeitalter des Internet und globaler Informationsverfügbarkeit machen? Inzwischen erweist sich die Bildung eines Museum-Clusters als meist logischer Entwicklungsweg. In Moskau fehlt es traditionell an Museumsraum, hingegen besteht in der WDNCh kein Mangel sowohl an Fläche, als auch an Besuchern. Für einige Museen sind bereits die WDNCh-Pavillons zu Expositionen Zur Verfügung gestellt – ein Teil davon ist schon in Betrieb, die anderen werden es in nächster Zeit. Im Herbst 2015 wurde WDNCh zur Hauptbühne von Moskauer Biennale der Gegenwartskunst. In jüngster Zeit ging die große Street-Art-Ausstellung zu Ende. Unter den alten Kolonnaden der WDNCh beginnen sicher neue Winde zu wehen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Ausstellungsgelände am Prospekt Mira 119 ist ganztägig geöffnet.

Der zentrale Pavillon[Bearbeiten]

Bei Errichtung der zentralen WDNCh-Baute nahmen die Architekten als Orientierung ein früheres Architekturdenkmal – die Admiralität in Sankt-Petersburg. Dieselbe vergoldete Spitze, die von weitem her zu sehen ist, dieselbe Kolonnade im mittleren Stockwerk, seitliche Statuen. Innerhalb des Pavillons ist ein wunderschönes Skulpturpanneau erhalten geblieben, dessen Fläche 90 m2 beträgt. Das Panneau bezieht die ganze Wand und stellt feierliche Prozession von sowjetischen Menschen dar – insgesamt sind es über eineinhalbtausend Figuren verschiedener Größe.

Der Brunnen „die Völkerfreundschaft“[Bearbeiten]

Der Brunnen der Völkerfreundschaft ist wohl das meist erkennbare Symbol des WDNCh-Geländes. Die allegorische Komposition aus 16 goldenen Frauenfiguren stellt 16 Republiken der UdSSR dar. Jede von den Statuen trägt eine Landestracht und alle zusammen tanzen sie um eine Garbe, welche aus den gängigen Landwirtschaftskulturen gebunden ist. Das beliebte Vergnügen der Touristen ist das Erraten der Nationalität von jeweiliger Statue.

Der Brunnen „die steinerne Blume“[Bearbeiten]

Der größte Brunnen des WDNCh-Geländes ist in Form von einer riesigen Blume, bestehend aus zahllosen Edelsteinen, errichtet. Die Idee der steinernen Blume ist aus den Volksmärchen des Uralgebirges gekommen – einer Region, die reich an Halbedelsteinen ist. Um den Effekt von Edelsteinen zu erreichen, hat man die mittelalterliche Technologie verwendet – die Glasmosaik. Das fantastische Bild ergänzen tausend Wasserfäden, die in den Abendstunden bunt beleuchtet werden.

Der Pavillon „Ukraine“[Bearbeiten]

In der WDNCh hatte jede Sowjetrepublik ihren eigenen Pavillon. Hier kann man die Analogie zu den Weltausstellungen finden – in der WDNCh waren es bloß statt verschiedenen Staaten die Teile eines Staates, der UdSSR, vertreten. Und in der Tat war die UdSSR, abgeschirmt von übriger Welt durch den eisernen Vorhang, wie eine selbstständige Welt. In dieser Welt gab es genug eigene Exotik – Sandwüsten des Turkestans, arktische Eiswüsten, subtropisches Gebiet des Schwarzen Meeres, europäische Städte der Baltischen Republiken.

Die Ukraine war die zweitgrößte - nach Russland - Sowjetrepublik. Ihr Pavillon in der WDNCh ist in einer merkwürdigen eklektischen Manier errichtet. Eine Menge von Kornähren im Dekor zeigen, dass die Ukraine sich in der Ackerbauwirtschaft spezialisierte. Vergoldete Spitze und eine weiße Krone auf dem Dach verweisen aber auf prächtige Bauten des Südindiens oder Indochinas.

Die Rakete „Wostok“[Bearbeiten]

Gleich nachdem die UdSSR den Weltraum zu erobern begann, wurde die Weltraumthematik zu einer der wichtigsten in der WDNCh. Die Nachbildungen der ersten Satelliten zogen Hunderttausende von Besuchern an. Deren Besichtigung war ein Pflichtpunkt im Programm von internationalen Delegationen. Später wurde es zur Ausstellung von Weltraumflugzeugen ein ganzer Pavillon ausgestattet. Und im Jahr 1967 wurde es vor dem Pavillon eine 38 Meter hohe Nachbildung der Trägerrakete „Wostok“ aufgestellt. Mit solch einer Rakete startete Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch ins Weltall. Bemerkenswert ist, dass es ursprünglich an der Stelle der Rakete die Betonstatue Stalins von etwa gleicher Höhe stand. Zu Anfang 1950er Jahre verfiel sie und wurde unter strengster Geheimhaltung abgenommen. Rechts von der Rakete befindet sich heute noch ein Weltraum-Exponat – das Modell von Buran-Raumfähre, die das Gegenstück zum US-Space-Shuttle bieten sollte. Diese hat auch einen Raumflug durchgeführt, aber nur ein einziges Mal.

Die Kuppel des Kosmospavillons[Bearbeiten]

Dieser größte WDNCh-Pavillon wurde ursprünglich als Pavillon für die Mechanisierung der Landwirtschaft erbaut. Aber den Moskauern ist er eher als „Kosmospavillon“ bekannt. Die Weltraumexposition war hier in Betrieb ab Mitte 1960er Jahre bis zur Auflösung der Sowjetunion. Der interessanteste Teil des Pavillons ist die Glaskuppel im hinteren Teil des Gebäudes. Die Kuppelhalle hat den inneren Durchmesser von 40 Meter und ist fast so groß wie die des Petersdoms in Rom. Die Glaskuppel ist allein 60 Meter hoch (nicht gerechnet die Konstruktion aus Kornähren obendrauf). So etwas gibt es in Moskau nirgendwo noch.

RDS-1[Bearbeiten]

Links von der Rakete steht ein Pavillon, in dem sich heute das Polytechnische Museum befindet (solange sein Hauptgebäude am Lubjanka-Platz wegen Rekonstruktion vorübergehend geschlossen ist). Im Museum gibt es ein Ausstellungsobjekt, das man unbedingt besichtigen muss und zwar die erste sowjetische Kernwaffe. Ihre offizielle Bezeichnung RDS-1 (russisch: РДС-1) ist ein Kurzwort von „Spezielles Strahltriebwerk“. Es gab aber auch eine kreativere Interpretation der Bezeichnung – „Russland macht selbst“. Im Museum hat man aus der Bombe eine wirkliche Schaustellung mit Klang- und Leuchtwirkung gemacht.

Botanischer Nikolai-Zizin-Garten[Bearbeiten]

Im Nord-Westen hat das WDNCh-Gelände eigentlich keine Abgrenzung. Man geht einfach weiter und weiter in Richtung Wald und gelangt in den Moskauer Botanischen Garten. Dieser Garten, gegründet im Jahr 1945, ist durch seinen Ausschlusseichenwald mit der Fläche von 5 km2 bekannt. Ein Ausschlusswald im innerstädtischen Bereich ist etwas Einzigartiges in der Weltpraxis des Landschaftsbaus. Die Gesamtfläche des Botanischen Gartens beträgt über 36 km2.

Ostankino-Park am Fernsehturm Ostankino[Bearbeiten]

Außerhalb des Ausstellungsgeländes[Bearbeiten]

Knapp außerhalb, aber in unmittelbarer Nähe des Ausstellungsgeländes befinden sich weitere Sehenswürdigkeiten, deren Besuch sich bei der Gelegenheit gleich anbietet:

  • Museum der Kosmonauten mit Denkmal „Für die Eroberer des Weltraums“. Das Denkmal ist ein hoher Obelisk, der eine Rakete zeigt, die in den Kosmos fliegt. Das Museum im Sockel des Monuments wurde am 10. April 1981 zum 20-jährigen Jubiläum des weltweit ersten bemannten Raumflugs von Juri Gagarin eröffnet. Dort kann man sich über die Geschichte der Raumfahrt informieren, Raketenmodelle sowie persönliche Gegenstände der Kosmonauten besichtigen.
  • Hotel Kosmos, Prospekt Mira 150. Das Hotel ist mit 3000 Betten eines der größten Europas. Es wurde im modernistischen Stil 1979 für die Olympischen Spiele errichtet.
  • Botanischer Garten, direkt bei der Metrostation Botanitscheskij Sad. Mit dem Garten der Zukunft und dem Festivalgarten.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Das Panoramafilmtheater[Bearbeiten]

Das Panoramafilmtheater ist ein 1959 entstandenes Kinotheater mit 11 Bildwänden und einem Blickwinkel von 360˚. Im Sommer desselben Jahres sollte in einem anderen Park Moskaus Sokolniki die erste Amerikanische Nationale Ausstellung stattfinden. Die Amerikaner hatten vor, nach Moskau ihr eigenes Panoramafilmsystem, entwickelt durch Walt Disney Company, zu bringen. Nikita Chruschtschow soll persönlich den Befehl zur Entwicklung sowjetischer Antwort auf amerikanische Vergnügungseinrichtung gegeben haben und in drei Monaten war es geschafft. Das Panoramafilmtheater funktioniert immer noch, allerdings ist der letzte 11-bildwandorientierte Film vor mehr als 20 Jahren gedreht worden.

Einkaufen[Bearbeiten]

Glawtabak[Bearbeiten]

Dieser Pavillon befindet sich im fernsten Teil des WDNCh-Geländes, es ist aber der Mühe wert, hierher zu gelangen. Ein kleines Rundgebäude ist in einem für die UdSSR ungewöhnlichen Stil „Türkerie“ gebaut, also nach türkischen Motiven, wie es in der europäischen Kultur in XVIII.-XIX. Jahrhunderten für das Thema Tabak üblich war. Der Pavillon diente zum Verkauf von in der UdSSR hergestellten Zigarren, Zigaretten und Papirossen.

Küche[Bearbeiten]

Am Gelände befinden sich zahlreiche Restaurants, die von simplen Schaschlikröstereien bis hin zu gehobener Spitzengastronomie reichen.

Unterkunft[Bearbeiten]

Am Gelände selbst gibt es keine Unterkunft. In unmittelbarer Nähe der Metrostation WDNCh befindet sich am Prospekt Mira das prachtvolle Hotel Kosmos.

Ausflüge[Bearbeiten]

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