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Maks el-Qiblī

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El-Maks el-Qiblī ·المكس القبلي
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El-Maks el-Qibli (arabisch: ‏المكس القبلي‎, al-Maks al-Qiblī, „die südliche Zollstation“) ist ein Dorf mit etwa 1.400 Einwohnern[1] im Süden der Senke el-Chārga und war eine von sechs Zollstationen an den Passstraßen zur Senke. Die kleine Siedlung liegt etwa 10 Kilometer südlich von Bārīs und 10 Kilometer westlich von Dūsch. 3 Kilometer nördlich befindet sich die Siedlung 1 el-Maks el-Baḥrī (24° 35′ 7″ N 30° 35′ 26″ O), arabisch: ‏المكس البحري‎, al-Maks al-Baḥrī, „die nördliche Zollstation“.

Hintergrund[Bearbeiten]

El-Maks el-Qiblī ist eine Ansiedlung von wenigen Gehöften und war in der Vergangenheit die südlichste der Zollstationen. Sie lag sowohl am Naqb Dūsch (Dusch-Pass) als auch am Darb el-Arbaʿīn.

Die Ausdehnung der Siedlung beträgt etwa 250 Meter in Nord-Süd-Richtung und etwa 150 Meter in Ost-West-Richtung. Das Wasser erhalten die Einwohner der Siedlung aus mehreren Brunnen. Die Bevölkerungszahl von etwa 100 Menschen wurde vom Briten George Alexander Hoskins (1802–1863) im Jahr 1832 erhoben.

Der Überlieferung nach zählt el-Maks el-Qiblī zu den ältesten Siedlungen im Süden der Senke el-Chārga. Wie der deutsche Ethnologe Frank Bliss berichtete, wurde el-Maks el-Qiblī wohl mindestens seit der Mitte des 16. Jahrhunderts besiedelt und ist vielleicht älter als Bārīs. Zu den Gründern gehören die Familie der Chalīl und die Söhne des Familiengründers Sarḥān. Angehörige der Familie des Sarḥān siedelten um 1600 auch in el-Maks el-Baḥrī und später in Bārīs.

Ursprünglich standen die Häuser inmitten der Gärten und unmittelbar an den Außenmauern der Gehöfte. Nach dem vom Sudan ausgegangenen Mahdi-Aufstand (1881–1899) gruppierte sich die Gemeinde aber um den sog. Turm der Derwische.

Der erste Europäer, der diese Siedlung besichtigt hatte, könnte der englische Reisende William George Browne (1768–1813) gewesen sein, der auf seiner Reise entlang des Darb el-Arbaʿīn im Juni 1793 auch die Stadt el-Chārga und die Dörfer Būlāq, Bārīs und Maks aufsuchte. Zwischen dem 13. bis 15. Juni passierte er Mughess, das letzte [südlichste] Dorf der Oase.[2] Zu den antiken Stätten gab er aber keine Hinweise.

Wie Hoskins berichtete, war el-Maks el-Qiblī zu seiner Zeit das südlichste Dorf der Senke el-Chārga – heute ist es Qaṣr Bārīs. Die hiesige Quelle lieferte nur wenig Wasser, das aber bekömmlicher war als das im Norden der Senke. Somit war die bestellbare Fläche nur gering und konnte kaum mehr Personen ernähren. Über die Bevölkerung war Hoskins positiv überrascht: die Einwohner der hiesigen Dörfer, Dūsch und Bārīs eingeschlossen, sind kräftiger und gesünder als die in der Stadt el-Chārga. Zudem waren sich reinlicher und höflicher als in anderen arabischen Dörfern. Für ihr Auskommen mussten die hiesigen Bauern aber schwerer arbeiten. Vom Turm der Derwische konnte Hoskins nichts berichten, weil es ihn noch nicht gab.

Der britische Kartograf Hugh John Llewellyn Beadnell (1874–1944) berichtete von seinem Besuch in el-Maks el-Qiblī 1898 nur, dass es Doum- und Dattelpalmen gab, dass die nutzbaren Landflächen nur klein waren und sie aus isoliert stehenden Brunnen bewässert wurden.[3]

Eine kurze Beschreibung des Turms der Derwische legte erst 1978 Jean Gascou vor. Im Umkreis der Siedlung fand Gascou auch Scherben von römischen oder byzantinischen Weinamphoren und die Überreste eines Ofens vor.

Die nördlicher gelegene Siedlung el-Maks el-Baḥrī besteht wohl mindestens seit dem 17. Jahrhundert, auch wenn die noch datierbaren Ereignisse nicht vor 1800 liegen. Hier wohnten die Familien der Sāfī und Schindāwī sowie Teile der Ḥasnīya-Sippe.

Anreise[Bearbeiten]

Das Dorf ist leicht zu erreichen. Es liegt etwa 10 Kilometer südlich von Bārīs auf der Ostseite der Fernverkehrsstraße 25. Mit Bussen und Minibussen kann man nach el-Maks el-Qiblī gelangen. Die meisten Busse enden in Bārīs, manchmal fahren sie auch weiter. In Bārīs gibt es aber Minibusse, die nach el-Maks el-Qiblī fahren.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Pisten im 2 Dorf (24° 33′ 19″ N 30° 36′ 40″ O) lassen sich mit einem Taxi bzw. PKW befahren. Aufgrund der geringen Größe des Dorfes kann man es gut zu Fuß ergründen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Turm der Derwische in el-Maks el-Qiblī

Im Süden des Dorfes befindet sich der festungsartige 1 Turm der Derwische (24° 33′ 18″ N 30° 36′ 49″ O), arabisch: ‏طابية الدراويش‎, Ṭābīya ad-Darāwīsch. Dieser zweigeschossige Turm mit einem Anbau im Norden wurde in der Zeit der britischen Okkupation Ägyptens um 1893 errichtet, um die Einfälle von Mitgliedern des Armee des Mahdi, aus dem Sudan kommend, in die Senke abwehren zu können. Vergleichbare Bauten gab es in der Vergangenheit an verschiedenen Stellen im Südteil der Senke in der Nähe von Brunnen.

Der Turm wird heute von einer einheimischen Familie bewohnt, die auch für dessen Erhalt sorgt. Eine Besichtigung ist dennoch möglich.

Küche[Bearbeiten]

In Bārīs gibt es direkt an der Fernverkehrsstraße Lebensmittelgeschäfte und Cafés.

Unterkunft[Bearbeiten]

Eine Unterkunft wird üblicherweise in der Stadt el-Chārga gewählt. Zudem gibt es ein saisonal genutztes Zelt-Camp nordwestlich von Qaṣr Dūsch.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch der Siedlung lässt sich mit dem Besuch von Qaṣr Dūsch, ʿAin Manāwir und Qaṣr Bārīs verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hoskins, George Alexander: Visit to the great Oasis of the Libyan desert. London: Longman, 1837, S. 148–151.
  • Gascou, Jean ; Wagner, Guy ; Grossmann, Peter J.: Deux voyages archéologiques dans l’oasis de Khargeh. In: Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO), ISSN 0255-0962, Bd. 79 (1979), S. 1–20, Tafeln I–VI, insbesondere S. 10, Tafel III.B.
  • Bliss, Frank: Wirtschaftlicher und sozialer Wandel im „Neuen Tal“ Ägyptens : über die Auswirkungen ägyptischer Regionalentwicklungspolitik in den Oasen der westlichen Wüste. Bonn: Politischer Arbeitskreis Schulen, 1989, (Beiträge zur Kulturkunde ; 12), ISBN 978-3-921876-14-5, S. 95 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen nach dem ägyptischen Zensus von 2006, eingesehen am 3. Juni 2014.
  2. Browne, W[illiam] G[eorge]: Travels in Africa, Egypt, and Syria, from the year 1792 to 1798. London: Candell and Davies, Longman and Rees, 1799, S. 186.
  3. Beadnell, Hugh John Llewellyn: An Egyptian Oasis : an account of the oasis of Kharga in the Libyan dessert, with special reference to its history, physical geography, and water supply. London: Murray, 1909, S. 84.
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