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Mīt Ghamr

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Mīt Ghamr ·ميت غمر
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Mit Ghamr (auch Meet Ghamr, arabisch: ‏ميت غمر‎, Mīt Ghamr) ist eine ägyptische Stadt im Nildelta im Gouvernement ed-Daqahlīya mit etwa 117.000 Einwohnern. Sie liegt am (rechten) Ostufer des Damietta-Nilarms genau gegenüber ihrer Schwesterstadt Ziftā.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage und Bedeutung[Bearbeiten]

Die Stadt liegt fast im Zentrum des Nildeltas etwa 90 Kilometer nördlich von Kairo. Viele andere große Städte befinden sich in recht geringer Entfernung: el-Manṣūra befindet sich in etwa 45 Kilometer Entfernung im Nordosten, ez-Zaqāzīq in ca. 30 Kilometer Entfernung im Südosten, Banhā in etwa 35 Kilometer Entfernung im Süden, Ṭanṭā in etwa 30 Kilometer Entfernung im Westen und el-Maḥalla el-Kubrā in etwa 30 Kilometer Entfernung im Norden.

Im Westen wird die Stadt durch den Damietta-Nilarm begrenzt. Im Osten durchquert der Taufīqī-Kanal,arabisch: ‏‏الرياح‏ ‏التوفيقي‎, ar-Raiyāḥ at-Taufīqī, die Stadt. Der Großteil der Stadt befindet sich südlich der Bahnlinie.

Der Name der Stadt deutet daraufhin, dass sich hier einst überflutetes Ödland befunden hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit dem Mittelalter wurde Mīt Ghamr von arabischen Autoren erwähnt. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gehörte Mīt Ghamr zusammen mit der Stadt Ṣahragt el-Kubrā zu einem Bistum.[1]

1672 gelangte der Dominikanerpater Johann Michael Wansleben (1635–1679) mit einem Boot auf der Reise von Dumyāṭ nach Kairo hierher und notierte:

„Auf halben Weg zwischen Damietta und Kairo ist Mitgamr, eine sehr schöne und große Stadt, gelegen auf der Ostseite des Nils. Wir landeten an, und ich fand dort viele schöne Häuser und einen weiträumigen [schönen] Basar oder Marktplatz, wo alle Arten von Esswaren verkauft werden sollten. Hier sind auch sehr viele koptische Christen.“[2]

Mit etwa 117.000 Einwohnern[3] (1928 12.000[4]) ist Mīt Ghamr die zweitgrößte Stadt im Gouvernement ed-Daqahlīya. Von großer Bedeutung ist die hier ansässige Aluminiumindustrie, die 70 % der Gesamtproduktion Ägyptens erzeugt, zudem gibt es Ziegelfabriken und Eisenhandel. Im Umland wird mit dem Anbau von Weizen, Reis und Baumwolle hauptsächlich Landwirtschaft betrieben.

Orientierung[Bearbeiten]

Bedeutende Straßen sind die Būr Saʿīd St. (arabisch: ‏شارع بور سعيد‎, Port Said St.), die Ahmed Orabi St. (arabisch: ‏شارع أحمد عرابي‎), die el-Geish St. (arabisch: ‏شارع الجيش‎) und die Mekka el-Makrama St. (arabisch: ‏شارع مكة المكرمة‎).

Anreise[Bearbeiten]

Stadtplan von Mīt Ghamr

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Mīt Ghamr ist mit Zügen aus Kairo (Ramsis Sq.), Ṭanṭā und ez-Zaqāzīq erreichbar. Der 1 Bahnhof Mīt Ghamr befindet sich im Norden der Stadt an der Südseite der Gleisanlagen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Im Osten wird die Stadt von der Autobahn von Banhā nach el-Manṣūra umgangen. Im Bereich der Autobahnabfahrt stößt die Autobahn von ez-Zaqāzīq hinzu. Auf der Autobahn kann man Mīt Ghamr im Norden umrunden und den Nil über eine 2 Brücke überqueren. Von hier aus gelangt man auch nach Ziftā.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Service-Taxis und Busse fahren ab el-Manṣūra, ez-Zaqāzīq, Banhā, Ṭanṭā und Kairo. Der zentrale 3 Busbahnhof befindet sich nördlich der Bahnlinie. Der Kairoer Busbahnhof befindet sich in ʿAbūd (arabisch: ‏عبود‎). Die Anreise mit einem Servicetaxi aus Kairo kostet LE 5 (Stand 10/2011).

Eine Anreise ist auch über Ziftā möglich.

Mobilität[Bearbeiten]

Westlich des Bahnhofs und am Kanal im Osten gibt es Übergänge über die Gleisanlagen. Die Eisenbahnbrücke nach Ziftā dient auch dem Fahrzeugverkehr.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Moscheen[Bearbeiten]

  • Ghamrī-Moschee (مسجد الغمري, Masǧid al-Ghamrī).
  • Moschee des Prinzen Ḥamād (زاوية (مسجد) الأمير حماد, Zāwiya (Masǧid) al-Amīr Ḥamād). Die Moschee stammt aus dem Jahr 1615.

Kirchen[Bearbeiten]

Die koptisch-orthodoxen Kirchen gehören zur Diözese von el-Daqahlīya mit dem Sitz in el-Manṣūra.

  • 1 Kirche des hl. Georg (كنيسة مارجرجس, Kanīsat Mār Girgis), el-Asmar St. Bei einem Großbrand in der Stadt um 1920 blieb die Kirche verschont. Besucher der Kirche glaubten, den berittenen Heiligen oberhalb der Kirche gesehen zu haben. (30° 42′ 47″ N 31° 15′ 21″ O)
  • Evangelische Kirche (الكنيسة الانجيلية, al-Kanīsat al-Inǧīlīya), Madrasa aṣ-Ṣadīq St. Koptisch-evangelische Kirche.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • 4 Ziftā-Brücke (كوبري زفتي, Kūbrī Ziftā). Die Brücke verbindet die Stadt mit ihrer Schwesterstadt Ziftā. Die 417 Meter lange Eisenbrücke wurde 1906 von britischen Ingenieuren errichtet. (30° 43′ 21″ N 31° 15′ 4″ O)
  • 5 Stauwehr von Ziftā (قناطر زفتى, Qanāṭir Ziftā). 1881 wurde mit dem Bau der Stauwehr begonnen. Das Wehr wurde in der ersten Phase 1903, endgültig 1952 fertiggestellt. Das Wehr verfügt über 50 Durchlassöffnungen mit 5 Metern Breite. Auf der rechten Flussseite befindet sich eine Schleuse. (30° 44′ 35″ N 31° 14′ 23″ O)

Weitere Sehenswürdigkeiten gibt es auch in der Nachbarstadt Ziftā.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es keine Hotelunterkünfte. Hotels gibt es in den nahe gelegenen Städten Ṭanṭā, ez-Zaqāzīq und el-Maḥalla el-Kubrā.

Lernen[Bearbeiten]

Im Dorf Tafahnā al-Aschrāf (arabisch: ‏تفهنا الأشراف‎) gibt es einen Zweig der Al-Azhar-Universität.

Gesundheit[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es mehrere Krankenhäuser. Darunter befinden sich:

  • Mit Ghamr Oncology Center, El Horreya St. Tel.: +20 (0)50 695 6572, Fax: +20 (0)50 695 6571. Krebsklinik.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Polizei und Passstelle[Bearbeiten]

Banken[Bearbeiten]

Postamt[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

In der Nähe der Stadt befinden sich die Kirche der hl. Jungfrau in Daqādūs und die Kirche des hl. Georg in Mīt Damsīs.

In der Nähe der Stadt gibt es in einigen Dörfern historische Moscheen: Die el-Mitwallī-Moschee (arabisch: ‏مسجد المتولي منصور الخولي‎, Masǧid al-Mitwallī Manṣūr al-Chūlī) in Baschālūsch (arabisch: ‏بشالوش‎) stammt aus dem Jahr 1859, die 1853 errichtete Hilāl-el-Bey-Moschee (arabisch: ‏مسجد هلال البيه‎, Masǧid Hilāl al-Bey) befindet sich in Kaum en-Nūr (arabisch: ‏كوم النور‎), und die Aḥmad-Nāfiʿ-Moschee (arabisch: ‏مسجد أحمد نافع‎, Masǧid Aḥmad Nāfiʿ) in 1 Dundīṭ (30° 41′ 16″ N 31° 18′ 34″ O), arabisch: ‏دنديط‎, datiert ins Jahr 1853/1854 (1270 AH).

Zehn Kilometer südöstlich der Stadt liegt der Ruinenhügel 6 Tell el-Muqdām (30° 40′ 59″ N 31° 21′ 18″ O) nördlich des Dorfs Kafr el-Muqdām, arabisch: ‏كفر المقدام‎, mit den wenigen Überresten einer Tempelanlage Osorkons II. (22. Dynastie). Hier lag wohl das antike Leontopolis, die Löwenstadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Timm, Stefan: Minyat Ġamr. In: Das christlich-koptische Ägypten in arabischer Zeit ; Bd. 4: M - P. Wiesbaden : Reichert, 1988, (Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients : Reihe B, Geisteswissenschaften ; 41,4), ISBN 978-3-88226-211-7, S. 1659.

Einzelnachweise

  1. Muyser, Jacob: Contribution à l’étude des listes épiscopales de l’Église copte. In: Bulletin de la Société d’Archéologie Copte (BSAC), Bd. 10 (1944), S. 115‒176, insbesondere S. 139, 150.
  2. P[ère] Vansleb [Wansleben, Johann Michael]: Nouvélle Relation En forme de Iournal, D’Vn Voyage Fait En Egypte : En 1672. & 1673. Paris : Estienne Michallet, 1677, S. 114 f. Vansleb, F[ather]: The present state of Egypt : or, A new relation of a late voyage into the kingdom, performed in the years 1672 and 1673. London : John Starkey, 1678, S. 71.
  3. Egypt: Governorates & Major Cities, citypopulation.de, eingesehen am 19. April 2014.
  4. Baedeker, Karl: Ägypten und der Sûdan : Handbuch für Reisende. Leipzig : Baedeker, 1928 (8. Auflage), S. 177.
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