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Latrun

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Latrun
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Latrun ist eine Örtlichkeit in Israel, historische Bedeutung erhielten an dieser strategischen Position an der Verbindungsstrasse zwischen Tel Aviv und Jerusalem eine Kreuzfahrerburg, ein Trappistenkloster und ein in der Mandatszeit errichtetes britisches Polizeifort, welches später unter jordanischer Kontrolle bis zur Rückeroberung im Sechstagekrieg die Zufahrtsachse nach Jerusalem blockierte.

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Tal Ayalon fand nach biblischer Überlieferung (Josua 10,1-11 EU) die Schlacht statt, in der das Heer der Israeliten unter Josua die Amoriter besiegte, nachdem der HERR Sonne und Mond hatte stillstehen lassen und somit seinem Volk einen Zeitvorteil verschafft hatte.

In der Zeit der Kreuzzüge hatte der Orden der Tempelritter auf der strategisch wichtigen Anhöhe eine Kreuzfahrerfestung errichtet, von der nur noch Reste des quadratischen Turms erhalten sind.

In der Nähe eines kleinen arabischen Dorfs gründeten einige Trappisten-Mönche, nur wenige Mitglieder des Zisterzienserordens im französischen Trappe hatten die Wirren der französischen Revolution mit den Klosterenteignungen durchgestanden, in Latrun eine Abtei. Die Mönche kümmerten sich um die Ländereien, legten Weinberge an und gründeten eine Priorei, dennoch wurden sie in den Tagen des ersten Weltkriegs von der damaligen Regierung des osmanischen Reichs ausgewiesen. Erst 1926 konnten sie zurückkehren und mit dem Bau des aktuellen Klosters beginnen; die Wirren der Kämpfe um das Polizeifort Latrun überstand das Kloster durch Neutrlität, 1953 konnte der Bau der Kirche endlich abgeschlossen werden.

Die britische Mandatsmacht baute im Gefolge der Araberaufstände 1936/39 an strategischen Position eine Reihe von Polizeiforts. Eines der Tegart-Forts, die nach ihrem Erbauer ihren Namen erhielten, wurde an der strategisch bedeutenden Position oberhalb der Verbindungsstrasse zwischen Tel Aviv und Jerusalem in Latrun errichtet. In unmittelbarer Nähe wurden Gefangenenlager für deutsche & italienische Kriegsgefangene aus dem Afrikafeldzug, Einwohner von Palästine, die der Kooperation mit den Nazis verdächtigt wurden, Araber, denen Beteiligung an den Aufständen 1936/39 und Kooperation mit der nazifreundlichen arabischen Führung vorgeworfen wurde, und jüdischen Unabhängigkeitskämpfern aus den irregulären jüdischen Milizen. Nach der Unhängigkeitserklärung von Israel übergaben die Briten das Polizeifort an die mit britischer Unterstützung aufgestellte jordanische Arabische Legion.

1957: Blick von jordanischen Stellung auf den Bab al Wad

Wegen fortwährender Angriffe auf Konvois zur Versorgung der jüdischen Bevölkerung im belagerten Jerusalem, die von den jordanischen Einheiten trotz der UN-Resolutionen mit Granatfeuer belegt wurden, versuchte die Führung der jüdischen Haganah die Eroberung des Tegart-Forts. Zwischen dem 24. Mai 1948 und dem 18. Juli unternahmen die jüdischen Truppen mehrfache Versuche, die Festung Latrun einzunehmen und mussten sich unter schweren Verlusten zurückziehen. Der Einsatz von Holocaust-Überlebenden und Kommunikationsprobleme durch die Sprachenvielfalt unter den jüdischen Kämpfern lässt die Erinnerung Schlachten um Latrun nicht so rasch verblassen. Nach der Niederlage der israelischen Truppen blieb das Fort Latrun bis 1967 in jordanischer Hand und war von einem Streifen Niemandsland umgeben, die Hauptstrasse nach Jerusalem blieb für Israelis weiterhin unpassierbar. Zur Versorgung der von arabischen Truppen belagerten Stadt Jerusalem musste zwischen Ende Mai und dem 10. Juni eine Umgehungsstrasse ausserhalb der Reichweite der Geschütze von Latrun gebaut werden, anfänglich mussten die Güter in Traglasten aufgeteilt und später die schweren Fahrzeuge mit Traktoren die Schotterpiste hochgezogen werden. Dennoch konnte über diese sogenannte "Burma Road" und eine provisorische Wasserpipeline als Ersatz für die blockierte Hauptwasserleitung die Versorgung von Jerusalem mit Versorgungsgütern, Waffen, Munition und Wasser sichergestellt werden.

Im Sechstagekrieg wurde der von Ramallah zur Festung Latrun reichende Brückenkopf der jordanischen Armee endgültig eingenommen, Kampfspuren an den Fassaden des Forts Latrun zeugen heute noch von den Kampfhandlungen. Am Ort des Geschehens wurde eine Gedenkstätte und ein Museum, in dem die Abläufe der Schlachten von Latrun dargestellt werden, eingerichtet. Im Museum der israelischen Panzertruppe sind sämtliche in der israelischen Armee eingesetzten Panzerwagen und Beutefahrzeuge ausgestellt.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die meisten Besucher reisen über den Ben Gurion Airport von Tel Aviv ab, der nur gute 15 Fahrminuten entfernt liegt.

Mit der Bahn / mit dem Bus[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Latrun liegt an der strategisch wichtigen Position an der Strassenkreuzung zwischen der Schnellstrasse 1 zwischen Tel Aviv und Jerusalem und der 3 nach Aschkelon. Von der Ausfahrt an der Latrun Interchange fährt man einen kurzen Abschnitt auf der 3 und kann dann nach rechts zur Raststätte und dem Panzermuseum beim Tegart-Fort Latrun und nach links zum Trappistenkloster Latrun abbiegen.

Mobilität[Bearbeiten]

Ein Privatfahrzeug erleichtert den Besuch des Klosters und des Panzermuseums und des Fort Latrun sehr. Um das Kloster Latrun sind verschiedene Wanderwege ausgeschildert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kreuzfahrerburg Latrun
  • von der ehemaligen 1 Kreuzfahrerburg Latrun sind nur wenige Ruinen erhalten. In der Nähe lebt eine kleine evangelische Gemeinschaft der Jesus-Bruderschaft Gnadenthal.
Trappistenkloster Latrun
  • 2 Trappisten - Kloster Latrun, P.O.Box 753, 72100 Rahmleh. Tel.: (0)8-9255180, Fax: (0)8-9255084. Geöffnet: Kirchenbesichtigung Sommer 8.30-12.00h, 15.30-17.00h. im Winter 8.30-11.00h und 14.30-16.00h. : das Kloster wurde von französischen Mönchen 1890 im Bereich einer früheren Pilgerherberge gegründet, zunächst wurde eine Priorei gegründet und in den dazu gehörigen 200 ha Boden Reben und Ölbäume angepflanzt. Nach der Plünderung durch die Osmanen 1917 wurde 1926 der Grundstein für das heutige Kloster Latrun gelegt, 1933 war die Krypta und 1953 der Gesamtbau mit dem Glockenturm fertiggestellt.
Die Klosterkirche wird derzeit (Herbst 2017) renoviert; im Kloster werden verschiedene Weine, Olivenöl und andere von den Mönchen produzierte Produkte verkauft. Die Mönche halten die Gebetszeiten nach der Klosterregel des Hl.Benedikt ein, am Samstag wird um 11.30 h (Wintermonate 10.30 h) und am Sonntag um 11.00h (im Winter um 10.00h) die Eucharistie gefeiert, auch Gäste sind zur Teilnahme eingeladen.
Tegart Fort Latrun
Luftbild des Armored Corps Museum
Panzerwagen im Armored Corps Museum
  • 3 Yad La'Shiryon Latrun / Armed Corps Museum, P.O.Box 745, 71106 Lod. Tel.: +972 8925 5268, Fax: +972 8925 5186, E-Mail: . : Um das Tegart-Fort Latrun wurde eine Gedenkstätte und ein Museum der Israelischen Panzertruppen eingerichtet. Im Zentrum steht das von Kampfspuren noch gezeichnete alte Tegart-Fort. Im Innern findet sich eine Gedenkstätte für die in den verschiedenen Kriegen gefallen israelischen Angehörigen der Panzertruppen mit einer Datenbank mit den biographischen Angaben jedes Gefallenen; dazu Konferenzräume und eine Ausstellung mit Informationen zur Schlacht um Latrun. Eine Treppe (barrierefreibarrierefrei Lift) an der Ostseite führt auf die Dachterasse des Forts, wo sich eine gute Aussicht auf die Örtlichkeiten der Kamphandlungen ergibt. Im Hof, ausgerichtet auf die Wand mit den Namen der gefallenen Soldaten, stehen sämtliche von den Israelischen Panzertruppen eingesetzten Panzerfahrzeuge, vor allem auch der Merkava Kampfpanzer. Auf den ehemals von den Briten genutzten Wasserturm wurde 1979 ein Sherman-Panzer gehiecvt, der zum Wahrzeichen des Panzermuseums geworden ist. In einer langen Reihe stehen bei Kampfhandlungen erbeutete Panzer mit Hohheitszeichen der anderen kriegführenden Nationen und hinter dem Museum eine grosse Anzahl gepanzerter Fahrzeuge, die aber nie in den Israelischen Feldzügen zum Einsatz gekommen sind. und eine für die Querung des Suezkanals entwickelte Behelfs-Elementbrücke.
Auf dem Areal befindet sich ebenfalls ein grosses Freilicht-Amphitheater, das für militärische Zeremonien genutzt werden kann. In einer Ecke steht eine spezielle Vogelradaranlage, mit der der Vogelzug beobachtet werden kann. Das Gerät, speziell auf die Bedürfnisse der Ornithologen zugeschnitten, löste den Einsatz des Flughafenradars des Ben Gurion Airport für diesen Zweck ab.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Wanderungen und Spaziergänge auf den markierten Wanderwegen um Latrun
  • Besichtigung der Ausstellung von Panzerfahrzeugen von Yad La'Shiryon
  • an der jüngeren Geschichte Interessierte können auch die Strecke der "Burma Road", der Umgehungsstrasse um das Fort zur Versorgung von Jerusalem und den Nationalpark von Castel besuchen, der Hügel weiter östlich an der Route nach Jerusalem war ebenfalls heftig umkämpft.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • im Shop des Klosters Latrun wird der auf dem Klostergut angebaute Wein, Olivenöl und andere Produkte angeboten.

Küche[Bearbeiten]

  • die Cafebar und das Restaurant der 1 Raststätte Latrun wird auch am Shabbat gern besucht.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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