Kuching
| Kuching | |
| Bundesstaat | Sarawak |
|---|---|
| Einwohnerzahl | 325.132 (2010) |
| Höhe | 8 m |
| Social Media | |
Kuching | |
Kuching ist die Hauptstadt des ostmalaysischen Bundesstaates Sarawak.
Hintergrund
[Bearbeiten]1 Kuching (Malaiisch „kucing“ für „Katze“, die auch im Stadtwappen enthalten ist) liegt auf der Insel Borneo und ist dort mit 515000 Einwohnern die dritt größte Stadt der Insel. Kuching ist das touristische Drehkreuz für Reisen innerhalb von Borneo. In der Stadt überwiegen demografisch die Chinesen (33,6 %), gefolgt von Malayen (31,8 %), indigenen Iban (23,3 %) und Bidayuh (7,4 %).
Geschichte
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Das bereits wirtschaftlich entwickelte Sultanat Brunei trieb ab 1824 Handel mit dem gerade gegründeten Singapur und exportierte dorthin unter anderem Schwarzen Pfeffer, Kampfer und das von den indigenen Dayak geförderte Antimon.[1] Die Gegend, aus der das Antimon-Erz stammte, wurde „Sarawak“ genannt (Malaiisch „serawak“ für „Antimon“). Die wachsende Bedeutung dieser Gegend nutzte 1827 das Sultanat und entsandte Pengiran Indera Mahkota Muhammad Saleh (in der Fachliteratur kurz Mahkota genannt) als Gouverneur der Provinz Sarawak.[2] Im selben Jahr gründete Mahkota die Hauptstadt der neuen Provinz, Kuching.
Als der britische Soldat und Abenteurer James Brooke im August 1838 mit seinem Kanonenboot in Kuching landete, gab es dort noch Zwangsarbeit in den Antimon-Minen im Auftrage des Sultans von Brunei. Nach einer Rebellion der Minenarbeiter stellte sich Brooke auf die Seite des Sultans, schlug die Rebellion nieder und erhielt zum Dank die Landrechte über Sarawak. Brooke wurde offiziell am 18. August 1842 zum ersten weißen Rajah ernannt und gründete im selben Jahr das Königreich Sarawak mit der Hauptstadt Kuching.
Brooke folgte im August 1868 sein Sohn Charles Brooke, der 1879 das Fort Margherita zum Schutz des durch Kuching fließenden, 217 km langen 1 Sungai Sarawak bauen ließ. Am 20. Januar 1884 brach in der Stadt ein großes Feuer aus, das sich von der Carpenter Street (damals Attap Street) durch starke Winde auf Main Bazaar, China Street, Bishopgate Street und Rock Road ausbreitete. Bereits im Mai 1884 begann die Verwaltung mit dem Wiederaufbau, der 1886 beendet werden konnte. Am 14. Juni 1888 schloss Charles Brooke ein Abkommen mit Großbritannien, das Sarawak unter britischen Schutz stellte. Charles Brooke sorgte in Kuching für den Bau eines Abwassersystems, eines Krankenhauses, eines Gefängnisses (1896) und eines Basars.
Während des Zweiten Weltkriegs besetzten japanische Truppen Kuching von 1942 bis 1945. Die japanische Regierung errichtete in der Nähe von Kuching ein Lager in Batu Lintang, in dem Kriegsgefangene und Zivilisten untergebracht waren. Den Krieg überlebte die Stadt unversehrt. Der letzte Rajah von Sarawak, Sir Charles Vyner Brooke, entschied sich im Juli 1946, Sarawak als Teil der britischen Kronkolonie an die britische Regierung abzutreten. Kuching blieb während der Zeit der Kronkolonie als Hauptstadt erhalten. Nach der Gründung Malaysias im August 1963 behielt Kuching seinen Status als Landeshauptstadt und erhielt im August 1988 den Status einer Stadt (Bandar Raya Kuching).
Klima
[Bearbeiten]Kuching liegt in den Inneren Tropen. Infolgedessen herrscht ein tropisches Klima mit ganzjährig konstant heißen Temperaturen tagsüber (27 °C bis 32 °C) und nachts um die 25 °C („Tropennächte“). Die relative Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch und liegt mindestens bei 85 % bis 90 %. Die Regenzeit fällt in den Zeitraum Oktober bis März, die Trockenzeit liegt entsprechend zwischen April und September. Den meisten Regen gibt es im Oktober, die meisten monatlichen Regentage (20) gibt es im April und Oktober.
Anreise
[Bearbeiten]Mit dem Flugzeug
[Bearbeiten]Der 1 Kuching International Airport (IATA: KCH) hat Verbindungen nach Kuala Lumpur, Singapur und anderen Flughäfen außerhalb Borneos. Das Flugnetz der AirBorneo (früher: MASwings) von Kuching innerhalb Borneos für kleinere Flughäfen ist beachtlich.
Mit dem Bus
[Bearbeiten]Die Buslinien der 1 Kuching Sentral (Adresse: Lot 1960, Block 226, KNLD 4 1/2 Mile, Kong Ping, Off, Jalan Penrissen) bedienen seit März 2012 die Strecken nach Kota Kinabalu, Tawau und Sandakan sowie Strecken im indonesischen Kalimantan.
Auf der Straße
[Bearbeiten]Borneo ist in großen Teilen noch eine unbewohnte, unerschlossene und wilde Insel. Berühmteste Straße (Linksverkehr) und Hauptachse ist der noch im Bau befindliche, derzeit 2251 km (davon 1007 km in Sarawak, 168 km in Brunei und 1076 km in Sabah) lange, vierspurige Pan Borneo Highway als Asian Highway
von Telok Melano nach Tawau (1659 km). Er heißt in Kuching Jalan Bintulu-Miri. Auch Fernbusse benutzen diese Strecke.
Mobilität
[Bearbeiten]Die Sehenswürdigkeiten der Stadt können bequem zu Fuß erreicht werden. Der ÖPNV wird durch die grünen City Public Link Busse gewährleistet, doch kommt es regelmäßig zu Verspätungen und Ausfällen. Die Stadtverwaltung plant mit dem Kuching Urban Transportation System (KUTS) eine Verbesserung. Das Taxi-System ist dagegen besser organisiert. Es gibt die rot-gelb markierten und die blauen Taxis.
Distrikte
[Bearbeiten]Die Stadt ist in drei großflächige Distrikte aufgeteilt:
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich am Südufer des Sarawak-Flusses.





Kirchen / Tempel / Moscheen
[Bearbeiten]Nach dem Baujahr geordnet gibt es folgende kirchlichen Bauwerke:
- 1 Tua Pek Kong Temple (Tokong Tua Pek Kong, Kuching) bereits auf 1770 zurückzuführender taoistischer Tempel, der 1876 umgestaltet wurde.
- 3 St. Joseph's Cathedral (Katedral St. Joseph, Kuching) 1891 erbaute römisch-katholische Kirche, die 1976 renoviert wurde.
- 5 Petra Jaya State Mosque 1984 eröffnete Staatsmoschee.
- 6 Masjid India Bandar Kuching 2019 eingeweihte, auf einer Plattform auf den Fluss errichtete Moschee.
Burgen, Schlösser und Paläste
[Bearbeiten]Bauwerke
[Bearbeiten]- 5 Kuching Old Courthouse (Mahkamah Lama Kuching) im 1871 errichteten Gebäude befand sich einst das Gerichtsgebäude.
- 6 General Post Office Kuching aus der kolonialen Zeit im Jahre 1931 erbautes Postamt mit korinthischen Arkaden.
- 1 Swinburne University of Technology Sarawak Campus (Universiti Teknologi Swinburne Kampus Sarawak) 2000 in Kuching eröffneter Zweig der Swinford University.
- 7 New Sarawak State Legislative Assembly Building (Bangunan Dewan Undangan Negeri Sarawak Baru) im Mai 2009 eingeweihter Bau der gesetzgebenden Versammlung des Bundesstaats Sarawak.
Denkmäler
[Bearbeiten]Museen
[Bearbeiten]- 10 Sarawak State Museum (Sarawak Muzium) 1891 durch Charles Brooke erbautes Museum, das eine Sammlung von Artefakten und Gegenständen beherbergt, die die Kultur Sarawaks zeigen, sowie eine bedeutende Sammlung von archäologischem Material über das Leben der verschiedenen ethnischen Gruppen auf Borneo.
- 11 Chinese History Museum (Muzium Sejarah Cina, Sarawak) ein im alten chinesischen Gerichtsgebäude aus 1912 eingerichtetes Museum über das Leben der Chinesen in Sarawak in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
- 12 Kuching Cat Museum (Muzium Kucing Kuching) darf in Kuching nicht fehlen. Es wurde 1993 gegründet und zeigt über 4000 Artefakte, die im Zusammenhang mit Katzen stehen. Es klärt darüber auf, dass „kucing“ zwar „Katze“ heißt, aber der Stadtname könnte auch vom Baum „Mata kuching“ mit seinen Katzenaugen-ähnlichen Früchten oder vom chinesischen Wort „cochin“ stammen, das für „Hafen“ steht.
- 13 Borneo Cultures Museum (Muzium Budaya Borneo), Jalan Tun Abang Haji Openg, 93400 Kuching, Sarawak am 9. März 2022 eröffnetes Museum, das die Kultur der Ethnien auf Borneo präsentiert. Es ist das größte Museum in Malaysia.
Parks
[Bearbeiten]- 2 Orchid Garden ein am 5. Mai 2009 eröffneter und Orchideenpark mit 75000 Orchideen in 75 Arten sowie Bambus und andere endemische Pflanzen aus Borneo.
Verschiedenes
[Bearbeiten]- 14 Kuching Waterfront 900 Meter langer Teil der Jalan Main Bazaar südlich des Flusses mit kolonialen Shop-Houses, Touristenbazar und Restaurants.
- 15 Tun Salahuddin Bridge (Jambatan Tun Salahuddin) mautpflichtige, 4 km lange Autobrücke über den Sungai Sarawak.
- 16 Darul Hana Bridge (Jambatan Darul Hana) ist eine s-förmig gebaute und von zwei 45 m hohen Pylonen gestützte, 276 Meter lange Fußgängerbrücke.
Aktivitäten / Ausflüge
[Bearbeiten]In der Nähe der Stadt befinden sich der nur 27 km² große Bako National Park (26 km von Kuching) mit der endemischen Flora und Fauna und der 66,1 km² Fläche beinhaltende und bis zur Mangrovenküste reichende Kuching Wetlands National Park (34 km).
Bilder
[Bearbeiten]- Das Fort Margherita
- Der Gouverneurspalast Astana
- Das Parlament von Sarawak
- Das prunkvolle General Post Office
- Das Borneo Cultures Museum
Einkaufen
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Neben dem traditionellen 17 WeekendMarket in der Jalan Satok (samstags und sonntags) gibt es in der Stadt auch viele kleine klimatisierte Supermärkte und Souvenirshops. Der größte Supermarkt in der Stadt ist 1 Ting & Ting , 30A Jalan Tabuan.
Küche
[Bearbeiten]In der Stadt dominieren die malaiische Küche und die chinesische Küche. Erstere ist geprägt von der muslimischen Vorschrift „halal“ (kein Schweinefleisch, allenfalls Lamm- und Hühnerfleisch sowie Fisch) wie bei den Gerichten Ayam goreng (gebratenes Huhn), Ikan goreng (gebratener Fisch) oder Nasi goreng (gebratener Reis). Die chinesische Küche kennt diese asketischen Vorschriften nicht.
- 1 Bla Bla Bla, 27, Jalan Tabuan. Tel.: +60 (0)82-233944 Chinesisches Restaurant, das vom selben Inhaber wie The Junk eröffnet wurde. Aufwendig gestaltetes, balinesisches Interieur. Das Bla Bla Bla ist für außergewöhnliche Speisen bekannt.
Unterkunft
[Bearbeiten]Die Webseite Booking.com listet für Kuching 871 Hotels/Lodges/Motels aller Kategorien auf. Darunter befinden sich unter anderem:
Günstig
[Bearbeiten]- 1 Check In Lodge, 177, Jalan Padungan sauberes Gästehaus mit teilweise fensterlosen klimatisierten Zimmern und spärlicher Einrichtung. Es gibt einen Schlafsaal mit Etagenbetten für 40 RM.
Mittel
[Bearbeiten]- 2 Meritin Hotel, 315, Jalan Padungan saubere und komfortable, gut ausgestatte Zimmer, auch Dreibett- und Familienzimmer vorhanden.
Gehoben
[Bearbeiten]Zu empfehlen sind in der gehobenen Klasse in Kuching das 3 Astana Wing - Riverside Majestic Hotel (272 Zimmer), 4 Pullman Kuching (389 Zimmer) oder das 5 Hilton Kuching (315 Zimmer).
Sicherheit
[Bearbeiten]Siehe auch: Sicher reisen
Kuching ist ein sicheres Reiseziel. Die Kriminalität ist gering. Da die gesamte Insel islamisch geprägt ist, müssen sich Touristen an die asketischen Vorschriften anpassen, also Speisen und Getränke sind „halal“ (kein Schweinefleisch, nur Lamm-, Fisch- oder Hühnerfleisch, kein Alkohol). Von den Mittelklasse-Hotels aufwärts gibt es hiervon Ausnahmen für internationale Gäste. Zu wenige Kleidung, die wegen Sonnen- und Malaria-Schutz ohnehin ungünstig wäre, wird nicht gerne gesehen. Es kann vorkommen, dass Bus- oder Taxifahrer bei längerer Fahrt unterwegs die Fahrt unterbrechen, um zu beten.
Gesundheit
[Bearbeiten]Siehe auch: Sicher reisen
Siehe auch: Tropenkrankheiten
Es besteht ein mittleres Malariarisiko aufgrund des Plasmodium knowlesi-Erregers durch die nachtaktive Anopheles-Mücke. Der Malariaschutz erfolgt einerseits durch körperbedeckende, helle Kleidung (lange Ärmel und lange Hosen, trotz Hitze) und andererseits durch die sich wiederholende Anwendung von Insektenschutzmitteln auf freie Körperstellen, eine etwaige Malaria-Prophylaxe sowie Malaria-Netze über den Betten. Vor Antritt der Reise sollte man sich bei einem Arzt mit reisemedizinischen Fachkenntnissen informieren, ob eine medikamentöse Prophylaxe notwendig ist.
Bei Speisen gilt der Tropen-Grundsatz „Koche es, brate es, schäle es oder vergiss es!“ (englisch: boil it, cook it, peel it, or forget it). Mit anderen Worten: nur heiß angerichtete Speisen und nur Schalenobst, aber keine Salate, kein Trinkwasser, kein Speiseeis und keine Eiswürfel in Getränken.
Praktische Hinweise
[Bearbeiten]Das 2 Visitor Information Centre Kuching ist von 09:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und befindet sich in der Jalan Tun Abang Haji Openg im Sarawak Tourism Camplex.
Literatur
[Bearbeiten]- Moritz Jacobi/Renate Loose/Stefan Loose/Mischa Loose, Reiseführer Malaysia, Brunei und Singapore, Stefan Loose Reiseführer - MairDumont, 2009, S. 448 ff.; ISBN 978-3616036021.
Weblinks
[Bearbeiten]www.dbku.gov.my – Offizielle Webseite von Kuching
Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Gathorne Cranbrook, Sarawak, Borneo, in 1941, Cambridge Scholars Publishing, 2024, S. 2
- ↑ Graham Saunders, A History of Brunei, Oxford University Press, 1991, S. 73; ISBN 978-1138863453

