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Bako-Nationalpark

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Bako National Park

Fläche: 27,42 km²

Der Bako-Nationalpark (malaiisch: Taman Negara Bako) ist ein nur 27,42km² großer Nationalpark in Malaysias Bundesstaat Sarawak auf der Insel Borneo.

Hintergrund

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Von den 25 terrestrischen Nationalparks in Malaysia ist nur der Penang National Park auf der Insel Penang mit 25,4km² kleiner. Der 1 Bako-Nationalpark befindet sich auf der Halbinsel 2 Muara Tebas und bietet neben malerischen Küstenlandschaften und einsamen Stränden eine hohe Wahrscheinlichkeit, die endemische Tierwelt Borneos erleben zu können. Weitere Höhepunkte sind die aus dem Meer ragenden zahlreichen Felsnadeln und die einsamen Strände.

Der Nationalpark kann nur zu Fuß oder per Boot erkundet werden.

Bako-Nationalpark
BundesstaatSarawak
Einwohnerzahl
Höhe
Lagekarte von Malaysia
Lagekarte von Malaysia
Bako-Nationalpark

Geschichte

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Eine Legende erzählt, dass sich einst eine Frau in einen Fels verwandelt habe und seitdem „Bako“ genannt wird. Die an den Küsten und Flussufern des Nationalparks anzutreffenden Mangrove-Wälder heißen auf Malaiisch „hutan bakau/hutan bako“ und könnten ebenfalls der etymologische Ursprung des Parknamens sein.[1]

Der Bako-Nationalpark ist der älteste in Sarawak. Im Juli 1946 wurde Sarawak als britische Kronkolonie übernommen.[2] Der Park wurde am 1. April 1957 noch unter britischer Kolonialverwaltung gegründet[3], die Kolonialherrschaft endete für Sarawak im Juli 1963 als neuer Bundesstaat von Malaysia.

Klima, Flora und Fauna

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Nasenaffe, fotografiert in der Nähe des Besucherzentrums
Eine Ameise auf der Raffles-Kannenpflanze

Der Nationalpark liegt in den Inneren Tropen, wo die Tagestemperaturen ganzjährig zwischen 25°C und 37°C liegen und nachts um die 25°C („Tropennächte“) schwanken. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt meist zwischen 80 und 90%. Die Trockenzeit ist von April bis September, wobei der April der regenärmste Monat ist. In der Regenzeit zwischen Oktober und März kommt es zu Starkregen mit Überschwemmungen, weil es bis zu 20 Stunden täglich ununterbrochen regnen kann. Dann können einige Wanderwege gesperrt werden.

Das tropische Klima begünstigt die Artenvielfalt von Flora und Fauna, die wegen der geringen Parkfläche allerdings begrenzt ist. Im Park leben 37 Säugetierarten, darunter 21 Affenarten (Gibbons, Haubenlanguren, Makaken, 300 Nasenaffen, 7000 Orang Utans), Borneo-Bartschweine, 11 Arten von Fledermäusen und Palmenhörnchen. Es gibt 24 Reptilienarten wie Leistenkrokodile, Quallen, einige giftige Schlangen oder den 1 Meter langen Bindenwaran und 190 Vogelarten.[4] Hierunter sind 8 Arten der insgesamt 48 Nashornvögel zu beobachten. Unter den 25 Pflanzenarten befinden sich der nur 2,5 Meter hohe Idat-Strauch, Nibong-Palmen und das Bambusgras; es gibt 67 Arten fleischfressender Kannenpflanzen.

Im kleinen Park gibt es – trotz seiner geringen Fläche – sieben Ökosysteme: Mangrove-Wälder (malaiisch: hutan bakau), gemischter Flügelfruchtbaum-Wald (malaiisch: resak), Torfmoorwald (malaiisch: gambut), Heidewald (malaiisch: keranga), Strandvegetation, Felsvegetation und Grasland (malaiisch: padang).

Reisevorbereitung

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Der Nationalpark ist zwar ganzjährig geöffnet, doch sollte die Trockenzeit zwischen April und September für eine Reise genutzt werden. Bei der Reiseplanung ist zu berücksichtigen, dass der Park nur 37km von Kuching entfernt ist und die dortigen Städter den Park als Wochenend- und Feiertagsreiseziel aussuchen.

Wer mehr als einen Tag im Park verbringen will, der sollte die dortige einzige Übernachtungsmöglichkeit von Kuching aus im Voraus buchen. Eine ständige An- und Rückreise zum und aus dem Park ist unwirtschaftlich und zeitraubend. Drei Übernachtungen sollten ausreichend sein.

Für den Eintritt in den Nationalpark ist der Reisepass mitzubringen. Nur wer sehr gut vorbereitet ist, sollte auf einen Führer durch den Regenwald verzichten.

Anreise

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Nächstgelegene Stadt ist die Hauptstadt von Sarawak, Kuching . Im Norden der Stadt beginnt am Kreisverkehr (wo das berühmte Monument mit der Katze steht) Richtung Osten die Jalan Bako , die zunächst Richtung Osten und dann nach Nordosten über 37km bis nach Bako Bazaar (Kampung Bako) führt.

Die Asia Bus Route 1 fährt täglich zwischen 07:00 und 15:00Uhr stündlich nach Bako Bazaar (Kampung Bako). Die letze Rückfahrt von dort nach Kuching ist um 17:30Uhr. Die Bushaltestelle ist die Kuching Sentral der roten Busse mit der Nr. 1 in Kuching. Die Fahrtzeit dauert etwa 45min. Auch Taxen übernehmen die Fahrt dorthin.

Übersicht

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Am Bako National Park Customer Service Centre (im Folgenden: Zentrum) gibt es folgende Hinweisschilder:

geografischer Ort Entfernung
in km
Lintang Trail5,8
Telok Pandan Besar1,9
Telok Pandan Kecil2,6
Tajor Waterfall3,5
Telok Tajor4,0
Tanjong Rhu4,2
Telok Paku0,8

Einzelheiten

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Karte
Karte von Bako-Nationalpark
Nibong-Palmen
Der Strand von Telok Pandan Besar
Silberner Haubenlangur

Eingangs- und Ausgangstor ist in Bako Bazaar der 1 Bako National Park Entrance (Ticketing Booth) , wo auch die Eintrittsgebühr zu zahlen ist. Als Gegenleistung erhält man eine Wanderkarte, auf der 16 Wanderwege farbig markiert sind. Am Eingang trägt man sich in das Trekking-Buch mit der Reisepass-Nr. und Namen ein, was eine etwaige spätere Suche erleichtern kann. Deshalb muss man sich vor Verlassen des Parks wieder austragen. Das Besucherzentrum informiert über gesperrte Wege und berät über die Wandermöglichkeiten, die an der Verweildauer im Park orientiert sein müssen.

Vom Besucherzentrum aus führt ein kurzer Weg zur 1 Abfahrtstelle der Fähre (Öffnungszeiten: 08:00 bis 16:15Uhr), die über den 3 Sungai Bako in das Südchinesische Meer fährt zur 2 Anlegestelle der Fähre im Bako-Nationalpark . Diese liegt in der Meeresbucht 4 Telok Assam und wird nach 30-40min Bootsfahrt – die nur bei Flut stattfindet – erreicht.[5] Die Rückfahrt mit dem Boot muss bereits bei der Hinfahrt mit den Bootsführern abgestimmt werden.

Ein kurzer Weg von der Anlegestelle endet im Hauptquartier 2 Bako National Park Customer Service Centre (Telok Assam). Von hier aus beginnen die verschiedenen Wanderwege. Der kürzeste (0,5km vom Zentrum) ist der Tanjung Sapi Trail, der an einem 1 Aussichtspunkt Richtung Westen endet, wo Sonnenuntergänge über dem Meer beobachtet werden können. Der längste ist der Lintang Trail (5,8km) mit hoher Wahrscheinlichkeit von Tierbeobachtungen, der die Mangroven, Kerangas und Sumpfgebiete durchquert.

Die Wanderwege führen durch primären tropischen Regenwald, der am Meer im Mangrovensumpf endet. Einige Wanderwege verlaufen über Holzstege.

Richtung Norden

Von der Bootsanlegestelle gibt es einen Wanderweg entlang der Küste über viele Wurzeln Richtung Norden über 0,8km vom Zentrum zum 1 Tanjung Paku . Auf dem Weg dorthin können die seltenen Nasenaffen beobachtet werden.

Ein Abzweig vom Wanderweg nach Tanjung Pako führt zum Wanderweg an den 157m hohen Hügel 5 Bukit Tambi . Auf dem Weg zum Bukit Tambi führt ein weiterer 2 Abzweig Richtung Nordosten zum 2 Telok Bandan Besar Viewpoint (1,9km vom Zentrum) bzw. zum 6 Tajor Waterfall im Südosten und von dort zurück zum Bukit Tambi. Biegt man am Abzweig nach Norden ab, gelangt man zur schönen 7 Paku Bay (0,8km).

Auf dem Weg zum Tajor-Wasserfall (3,5km vom Zentrum) zweigt Richtung Norden ein Wanderweg nach 8 Tanjung Rhu ab. Vom Zentrum bis hier sind es 4,2km. Der anstrengende, abgelegene Weg ermöglicht Wildbeobachtungen und endet an einsamen Buchten im Norden der Halbinsel.

Nordosten

Ein weiterer Wanderweg führt bis zur Nordspitze des Nationalparks, der Meeresbucht 9 Telok Limau , von wo aus ein toller Blick auf die Insel 10 Pulau Lakei möglich ist.

Richtung Osten

Der östlichste Punkt der Wanderung ist das 1 Tanjung Po Lighthouse . Der nur 15m hohe Leuchtturm aus Stahlfachwerk wurde 1872 errichtet und befindet sich in 131 Metern Höhe. Sein Funkfeuer kann 24 Seemeilen weit empfangen werden.

Richtung Südosten

Der Wanderweg 3 Jalan Serait Trail ist 4,8km lang und verläuft in südlicher Richtung vorbei am Hügel 3 Ulu Assam .

Bilder

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Aktivitäten

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16 gut beschilderte Wanderwege von kurzen (1,6km einschließlich Rückweg) bis langen (21km einschließlich Rückweg) stehen für ausgedehnte Wanderungen zur Verfügung. Auch geführte Nachtwanderungen sind möglich. Bootsfahrten im Südchinesischen Meer sind erlaubt und kostenpflichtig. Auskunft über alle Wanderwege und ihren aktuellen Status gibt es bei Sarawak Forestry. Angeln, Schwimmen und Tauchen sind nicht erlaubt.

Gebühren

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Erwachsene Ausländer zahlen 20 RM, Kinder bis 18 Jahre 7 RM.

Unterkunft

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Im Park befindet sich die 1 Bako National Park Lodge / Forest Lodge . Sie besteht aus der Forest Lodge Type 6 (Hütte mit Klimaanlage) zum Preis von etwa 75 RM/Nacht, der Forest Lodge Typ 5 (225 RM) und der Forest Lodge Type 4 (Hütte mit Ventilator, 2 Zimmer; etwa 75 RM/Nacht). Es handelt sich um einfache Holz-Bungalows mit 2 separat zugänglichen Zimmern in der Nähe des Hauptquartiers.

Ferner gibt es dort ein Hostel und Campsites.

Sicherheit

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Siehe auch: Sicher reisen
Siehe auch: Tropenkrankheiten
Malaysia gilt als sicheres Reiseland, Kriminalität gegenüber Touristen kommt recht selten vor. Deshalb kann sich der Reisende auf andere Gefahren konzentrieren:

Die Wanderwege können auch in der Trockenzeit nass und rutschig sein, insbesondere die Holzstege. Man geht über Wurzeln, Äste und Steine oder über Holzstege inmitten des Regenwaldes. Die Orientierung ist wegen der Beschilderung und wegen der begrenzten Parkfläche gut.

Eine große Gefahr geht bei Wanderungen von Wildtieren aus. Fernhalten sollte man sich von Schlangen wie der giftigen Tempelotter (englisch: Wagler's Pit Viper). Affen sind hier meist Fluchttiere, doch darf man sie nicht in die Enge treiben. Schwimmen und Tauchen sind wegen der Leistenkrokodile verboten. Bei allen Wanderungen sind genügend Wasservorräte mitzuführen. Der Reisende muss seine Wanderpläne so einrichten, dass eine Rückkehr bis 18:00Uhr möglich ist, danach wird es ohne geführte Wanderung in der schnell eintretenden Dunkelheit auch wegen der Orientierung schwierig. Die Wanderungen sind zwar kurz, doch wegen der hohen Luftfeuchtigkeit anstrengend.

Rund um die Meeresbucht 11 Telok Sibur ist eine Schutzzone eingerichtet, die nicht betreten werden darf.

Gesundheit

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Siehe auch: Sicher reisen
Siehe auch: Tropenkrankheiten
Der Regenwald ist starkes Malaria-Gebiet. Vor Antritt der Reise sollte ein reisemedizinisch versierter Arzt konsultiert werden, der über eine Malaria-Prophylaxe entscheidet. Während der Reise kann Malariaschutz durch helle, körperbedeckende Kleidung (auch lange Ärmel und Hosen, trotz der Hitze), wiederholend angewandte Malariasprays oder Malarianetze für nachts gewährleistet werden. Blutegel wie etwa im Taman Negara-Nationalpark gibt es im Bako-Nationalpark nicht.

Literatur

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  • Tamara Thiessen, Bradt Travel Guide – Borneo, Bradt Travel Guides, 2008, S. 249 ff.; ISBN 978-1841622521.

Webseite

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Einzelnachweise

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