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Frauenfeld

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Frauenfeld
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Frauenfeld ist die Hauptstadt des Kantons Thurgau und zeichnet sich durch eine hohe Wohn- und Lebensqualität aus.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Frauenfeld Burg

Frauenfeld entstand als befestigte kleinstädtische Siedlung im 13. Jahrhundert auf dem Territorium von (Langen- und Kurzen-)Erchingen. "Erichinga" war im 9. Jh. Königshof und Gerichtsstätte mit eigener Kirche und ging bereits in dieser Zeit als königliche Schenkung in den Besitz des Klosters Reichenau über. Der Baubeginn am Turm des Frauenfelder Schlosses lässt sich aufgrund der heute noch erhaltenen Holzbalken auf die Zeit um 1230 datieren. Unmittelbar neben diesem herrschaftlichen Zentrum entstand im zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts die Siedlung, deren Name 1246 erstmals urkundlich erwähnt wird. Bereits 1286 ist Frauenfeld als Stadt bezeugt. Die Vogtei über den reichenauischen Besitz liegt in dieser Zeit bei den Habsburgern, die diese Funktion 1264 von den Kyburgern geerbt hatten.

Nachdem 1460 die Eidgenossen den Thurgau erobert hatten, machten sie Frauenfeld schrittweise zum Verwaltungszentrum der Landgrafschaft. Um 1500 wurde Frauenfeld erstmals Sitzungsort der eidgenössischen Tagsatzung. Der eidgenössische Landvogt residierte ab 1532 im Schloss Frauenfeld. Zwischen 1712 und 1798 tagte die Tagsatzung regelmässig in Frauenfeld. Von dieser Zeit zeugen heute noch die prächtigen Gesandtschaftshäuser der Tagsatzungsorte und das 1791–1793 erbaute Rathaus mit seinem repräsentativen Tagsatzungssaal, in dem heute u.a. der Grosse Rat des Kantons Thurgau tagt. Die Selbständigkeit des Thurgaus, dessen Kantonshauptort Frauenfeld von 1798 an war, löste die alten Handels- und Gewerbebeschränkungen und machte die Bahn frei für eine Industrialisierung im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Viele Betriebe in den Bereichen der Nahrungsmittel- und Lederverarbeitung, der Textil-, Metall- und chemischen Industrie liessen sich vornehmlich entlang der schon im Mittelalter genutzten Murgkanäle nieder.

Heute sind viele Zeugen einstiger Pioniere der Industrialisierung (Walzmühle, Eisenwerk) in vorbildlicher Weise zu Wohn- und Kulturzwecken umgenutzt worden, Frauenfeld ist aber immer noch wichtiger Industriestandort.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Pro Stunde gibt es vier Verbindungen von und nach Zürich. In Richtung Kreuzlingen/Konstanz verkehren jeweils zwei Züge pro Stunde. Die Regionalbahn "Frauenfeld-Wil" bringt Sie zwei Mal stündlich nach Wil, wo Sie Anschluss an die Schnellzüge nach St. Gallen haben.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Ein dichtes Netz an Postautolinien führen sternförmig in die Region.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Frauenfeld ist mit dem Auto über die Autobahnen A7 und A1 erreichbar. Der Flughafen Zürich ist nur 30 Fahrminuten entfernt.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Der Bahnhofplatz Frauenfeld steht ausschliesslich dem öffentlichen Verkehr, den Fussgängern, Velofahrern und Taxis zur Verfügung. Mehr als 800 gedeckte Veloabstellplätze über 400 Autoabstellplätze rund um den Bahnhof ermöglichen allen Benutzern kurze Umsteigewege.

  • Bahn: Es besteht ein attraktives Fahrplanangebot mit stündlich vier Verbindungen, zwei im Fernverkehr und zwei im Regionalverkehr, nach Zürich und Richtung Bodensee. Am Wochenende gibt es drei Verbindungen pro Stunde in beide Richtungen, hinzu kommt ein gutes Nachtangebot durch Bahn und Bus.
  • Frauenfeld-Wil-Bahn: Die Frauenfeld-Wil-Bahn ist eine Regionalbahn, die im Halbstundentakt bis um Mitternacht die beiden Städte verbindet und für Anschlüsse Richtung St. Gallen, Toggenburg und Appenzellerland sorgt.
  • Postauto: Zehn Postautolinien fahren von Frauenfeld aus im Stundentakt sternförmig in die Region. Auf einzelnen Linien verkehren die Busse in Spitzenzeiten alle halbe Stunde.
  • Stadtbus: Auf acht Linienästen bieten die Stadtbuslinien ein komfortables Angebot. Mit einem dichten Haltestellennetz und zahlreichen Warteunterständen wird der Buskundschaft ein guter Service geboten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Schloss ist das eigentliche Wahrzeichen von Frauenfeld und Blickfang aller Besucher der Altstadt. Der Wehrturm wurde um 1230 von den Kyburgern erbaut, die bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1264 im Thurgau regierten. Ihr Erbe traten die Habsburger an. Das um einen Wohntrakt erweiterte Schloss wurde unter ihnen österreichischer Verwaltungssitz. Nach der Eroberung des Thurgaus durch die Eidgenossen residierten die Landvögte im Schloss. Da diese nur je zwei Jahre im Amt waren, nahmen sie am Gebäude wenige Änderungen vor. Sie liessen beispielsweise den Gerichssaal mit allegorischen Fresken und ihren Wappen ausschmücken. 1803 wurde das Schloss zum Verwaltungsgebäude des jungen Kantons. Nach dem Auszug der Verwaltung 1867 kaufte Oberrichten J.J. Bachmann von Stettfurt das Schloss und rettete es damit vor dem drohenden Abbruch. 1955 ging es als Legat an den Kanton zurück mit der Bedingung, darin das Historische Museum einzurichten. Ausgestellt werden hier unter anderem Kunstgegenstände aus dem Erbe der 1848 aufgehobenen Klöster.

Frauenfeld Baliere

Die Baliere am Kreuzplatz ist eines der ältesten Fachwerkhäuser im Thurgau. Das Wohnhaus wurde 1557 für Hans Hoffmann, Balierer oder Schwertfeger erbaut und beherbergt heute die Stadtische Galerie.

Der Barockbau Bernerhaus Bankplatz, ehemals Absteigequartier der bernischen Tasatzungsabgeordneten. Im Parterre wechselnde Ausstellungen des Kunstvereins.

Fabrikanlage Eisenwerk aus dem 20. Jahrhundert. Erbaut 1908 bis 1926. Revitalisierung ab 1984 durch Genossenschaft. Heimatschutzträger 1991. Architekturpreis 1980-1990. Neue Nutzung: Wohnen, Gewerbe, Freizeit und Kultur (Mehrzwecksaal, Kleintheater, Restaurant, Kunsthalle.

Ehemals Sommer- und Rebhaus Guggenhürli von Minister Kern mit kleiner historischer Sammlung. Geöffnet am 1. Sonntag des Monats, 10 - 12 Uhr.

Barockbau Luzernerhaus, ehemals Absteigequartier der luzernischen Tagsatzungsabgeordneten. Enthält heute das Naturmuseum Thurgau.

Klassizistisches, siebenachsige Rathaus, errichtet 1790-1794 von Joseph Purtscher unter Einbezug bestehender Mauerkerne von 1667-1669. Im Eigentum der Bürgergemeinde. Im Grossen Bürgersaal tagt der Gemeinderat, im Sommerhalbjahr auch der Grosse Rat.

Der Plättli-Zoo mit zirka 50 Tierarten, Streichelzoo, Grillplatz und Spielplatz ist das ganze Jahr geöffnet.

Kirchen[Bearbeiten]

  • St. Johann-Kirche Im Kurzdorf: schliches Gotteshaus mit Fresken aus der Zeit um 1400.
  • St. Laurentius-Kirche In Oberkirch: Mutterkirche von Frauenfeld mit wertvollen Glasgemälden aus dem frühen 14. Jahrhundert.
  • St. Nikolaus-Kirche Katholische Pfarrkirche, Neubarock 1904-1906, mit hervorragender neuer Orgel.

Museen[Bearbeiten]

  • Historisches Museum Thurgau im Schloss Frauenfeld. Die ältesten Exponate stammen aus dem 13. Jahrhundert. Alltagsgegenstände bilden den Schwerpunkt dieser volkskundlichen Sammlung. Neben der Dauerausstellung werden im Schloss auch Sonderausstellungen gezeigt. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 14 - 17 Uhr, Tel. +41 52 724 25 20
  • Naturmuseum und Museum für Archäologie Thurgau Das Luzernerhaus, de bemerkenswerte Barockbau an der Freiestrasse 26, beherbergt die beiden Museen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 17 - 17 Uhr, Sonntag 12 - 17 Uhr. Naturmuseum Museum für Archäologie

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Plättli-Zoo, Hertenstrasse 41, 8500 Frauenfeld. mit zirka 50 Tierarten, Streichelzoo, Grillplatz und Spielplatz Geöffnet: ganzjährig geöffnet.

Sport[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche Sportanlagen wie Skatepark, Turnhallen, Tennishalle und -plätze, Vitaparcours, Sportplätze, Eishalle und ein Hallen-, Frei- und Sprudelbad und für alle Altersgruppen.

  • Sportplatz Kleine Allmend: Leichtathletikanlage, Rasenfelder, Laufsportanlagen, tagsüber frei zugänglich. Neben der Sportanlage ist ein Skatepark.
  • Sportanlage Auenfeld neben der Kaserne. Turnhalle, Aussenanlagen (Beachvolleyballfeld, Rasenspielfeld);
  • Kunsteisbahn, im Winterhalbjar verfügbar, mit Aussenfeld und Eisfeld in der Halle.
  • Bademöglichkeiten: Hallenbad mit 25-m-Becken und Sprudelbad mit 34° warmem Wasser ganzjährig geöffnet, im Sommer ist ein Freibad mit 50-m-Becken und 85 m langer Rutschbahn verfügbar.
  • Velo-, Skater- und Wanderparadies: Die sanfte Hügellandschaft der Region Frauenfeld lädt zum Wandern und Geländesport ein. Frauenfeld ist Ausgangspunkt zahlreicher Velo-, Skater und Wanderrouten. Erwähnt seien hier nur die Nordostschweizerer Kulturroute "Auf den Spuren von Burgen, Schlössern und Klöstern" und vier Panoramawege.
Stählibuck Turm
  • Aussichtspunkt: Beliebtes Ausflugsziel ist der oberhalb Frauenfeld in der Nähe des Weilers Dingenhart gelegene Stählibuckturm. Von der Plattform mit Panoramatafel des vor über 100 Jahren erstellten, gut unterhaltenen Aussichtsturms aus sieht man bei guter Fernsicht bis in die Vorarlberger, Innerschweizer und Berner Alpen. Er ist über verschiedene Wanderwege bequem zu erreichen. Der idyllischste führt von Frauenfeld aus durch das Mühletobel, vorbei an einem gut ausgeschilderten Waldlehrpfad.

regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Fasnacht, Narrenkongress,Internationaler Fasnachtsumzug (jährlich Februar/März), Murganesen
  • Thurgauer Frühjahrsmesse (jährlich Ende März), TG-Messe
  • Blues Festival, Internationale Künstler (jährlich im März), Blues Festival
  • Historischer Handwerker- und Warenmarkt, Schloss Wellenberg (alle zwei Jahre Anfang Juni), Schloss Wellenberg
  • Open Air Frauenfeld, grösstes HipHop-Festival Europas (jährlich Juli), Open Air
  • generations, Internationales Jazztreffen (alle zwei Jahre Ende September), generations
  • Frauenfelder Krimitage (alle zwei Jahre, November), Krimitage

Einkaufen[Bearbeiten]

Mehrere Einkaufszentren bieten ein umfangreiches Sortiment. Zahlreiche Detailgeschäfte in der Innenstadt ergänzen das vielseitige Angebot.

Küche[Bearbeiten]

Es gibt ein umfangreiches Angebot an Restaurants zu allen Sparten.

  • Winzerapéro im Sommer in der Frauenfelder Altstadt: jeweils Samstags präsentieren die Weinbauern aus der Region zur Degustation ihrer feinen Tropfen und weitere Spezialitäten.

Nachtleben[Bearbeiten]

Frauenfeld bietet ein buntes zeitgenössisches Kulturleben. frauenfeld-events.ch informiert Sie zuverlässig und aktuell über Veranstaltungen in Frauenfeld.

Unterkunft[Bearbeiten]

Hotel

Camping

Ausflüge[Bearbeiten]

Zur Regio Frauenfeld gehören das Thurtal, das Seebachtal, die Abhänge des Seerückens und das Gebiet um den Wellenberg mit dem unteren Murgtal. Die Landschaft des westlichen Kantonsteils wird geprägt von der Thur mit ihrem breiten Tal. Die Südhänge sind zum grossen Teil mit Reben bewachsen. Lohnende Ziele sind die Seen des Seebachtals, der Barchetsee, zahlreiche Schlösser und Aussichtspunkte wie der Stählibuck oder der Sonnenberg.

Kartause Ittingen

Das ehemalige Kloster Kartause Ittingen nur einige Fahrminuten von Frauenfeld entfernt. Rund 700 Jahre lebten hier Mönche. Zuerst die Augustiner und ab 1461 bis zur Auflösung des Klosters 1848 die Kartäuser. Seit 1983 betreibt die privatrechtliche Stiftung Kartause Ittingen unter dem Leitspruch "Erhalten und Beleben" in den ehemaligen Klostergebäuden ein Kultur- und Saminarzentrum mit vielseitigen Angeboten. Neben den kulturellen Impulsen gibt es gepflegte Gärten und kulinarische Genüsse mit Produkten aus der Selbstversorgung und Hotelzimmer in einer modern klösterlichen Atmosphäre.

Das Ittinger Museum und das Kunstmuseum Thurgau bilden den Kern der Kartause Ittingen. Im Ittinger Museum wird die Geschichte des Ortes und die Eigenheiten des Katäuserordens thematisiert. Das Kunstmuseum Thurgau ist die bedeutendste Kulturinstitution im Bereich der bildenden Kunst im Kanton. Kartause Ittingen

Beim Greuterhof Islikon und Telefonmuseum "Telephonica" handelt es sich um ein Beispiel für die Anfänge des Fabrikbaus im 18./19. Jahrhundert. Hier hatte eine Textilfärberei und -druckerei ihren Sitz. Heute wird der auch für Tagungen und Seminare genutzt. Das Gebäude beherbergt auch das familienfreundliche Telefonmuseum Telephonica. Die Geschichte der Telefonie, Triumphe, tragische Niederlagen, grotesken Fehlentwicklungen und umwälzenden Erfindungen ist im Telefonmuseum auf greifbare Weise auch kindergerecht dargestellt.

Sehenswertes im weiteren Gebiet um Frauenfeld

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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