Reiseroute
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Darb el-Arbaʿīn

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Chārga-Pass, etwa 200 Kilometer südlich von Asyūṭ
Darb el-Arbaʿīn ·درب الاربعين
Länge1800 km

Die Piste Darb el-Arbain, arabisch: ‏درب الاربعين‎, Darb al-Arbaʿīn, „Piste der vierzig [Tage]“, ist die wohl bedeutendste Karawanen- und Pilgerroute durch die Westliche Wüste. Die wohl seit dem Alten Reich in Teilen genutzte Piste verbindet das einstige Kobbei (Kobbé) bzw. el-Fāschir im sudanesischen Distrikt Darfur über eine Strecke von etwa 1.800 Kilometern mit der ägyptischen Stadt Asyūṭ. Bis ins 19. Jahrhundert wurden in erster Linie Sklaven, aber auch zahlreiche Waren nach Ägypten geliefert. Heutzutage lässt sich hauptsächlich der ägyptische Teil, zumindest die etwa 300 Kilometer lange Strecke ab Asyūṭ bereisen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Teile der Route sind wohl mindestens seit der 6. altägyptischen Dynastie bekannt. Sie wird erstmals in der Biografie des Herchuf an der Fassade seines Grabs 34n in Qubbet el-Hawa, in der er Transporte entlang der „Oasenstraße“ nennt, erwähnt. Seine Expeditionen führten von Assuan über die sudanesische Oase Salīma.

Die Route wurde bis ins 19. Jahrhundert benutzt, zum Teil von Mekka-Pilgern aus Nordafrika. In Kobbei/Kobbé, später in el-Fāschir wurden für den ägyptischen Bedarf Waren und Sklaven zusammengestellt. Hierzu zählten Packtiere, Elfenbein, Straußenfedern, Gummi arabicum, Gold, Kupfer und Rhinozeros-Horn.

Eine Reise heutzutage ist schwierig, da eine Reihe von Quellen versiegt sind.

Teile der Strecke sind identisch mit einer zweiten Piste, dem Darb el-Gallaba. Sie führt von Kurkur bei Darau nach Biʾr Kuseiba über die heutige ägyptisch-sudanesische Grenze zur Oase Salīma nach Dongola.

Vorbereitung[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Route[Bearbeiten]

Verlauf im Sudan[Bearbeiten]

Stationen entlang des Darb el-Arbaʿīn

Im Folgenden wird der Verlauf von Süden nach Norden bis an die ägyptisch-sudanesische Grenze angegeben. Bei den meisten Zwischenstationen handelt bzw. handelte es sich um Wasserstationen.

  • 1 Kobbei (13° 51′ 55″ N 24° 54′ 34″ O), auch Kubay/Kubayh/Kobb/Kobbe/Kobbé/Cobbé, in der sudanesischen Provinz Darfur war der Ausgangspunkt der Karawanenrouten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.
  • Die Quelle 4 Biʾr en-Naṭrūn (18° 13′ 0″ N 26° 38′ 0″ O), ‏بئر النطرون‎, etwa 564 Meter hoch, Biʾr el-ʿAṭrūn oder Biʾr el-Malḥa, ‏بئر الملحة‎, „Salzquelle“, ist etwa 400 Kilometer von Kobbei/Kobbé entfernt.
  • Nach 240 Kilometern erreicht man die anderthalb Kilometer lange Senke und 6 Oase Salīma (21° 22′ 0″ N 29° 19′ 0″ O), auch Selima, ‏واحة سايمة‎, Wāḥat Salīma, 303 Meter hoch, die eine Art Verkehrsknoten darstellt. Aus südwestlicher Richtung erreicht man die Senke über den Darb el-Arbaʿīn und aus südöstlicher Richtung über den Darb el-Gallaba, von Dongola kommend. Und die Entfernung bis zum Nil bei ʿAbrī (arabisch: ‏عبري‎) beträgt nur etwa 120 Kilometer, was sich mit Kamelen in etwa drei Tagen bewältigen ließ. Die Senke besitzt einen Brunnen und einen Hain mit etwa 2.000 Palmen und stellte somit einen wichtigen Haltepunkt am Darb el-Arbaʿīn dar. Aus vorchristlicher Zeit sind keine Überreste bekannt. In der Nähe zur Quelle fanden sich die Überreste eines etwa zehn mal sechs Meter großen Gebäudes mit arabischen Graffiti, welches wohl in römischer Zeit als Unterkunft für hier zur Bewachung stationierten Soldaten diente. Beduinen berichteten, dass es sich bei diesem Gebäude um ein christliches Kloster oder um das Heim einer Frau namens Salīma gehandelt haben könnte, die den Reisenden berauschende Getränke dargeboten habe.

Die nächste Wasserstelle Biʾr esch-Schabb – sie befindet sich bereits auf ägyptischen Boden – würde man nach etwa 130 Kilometern erreichen können.

Verlauf in Ägypten[Bearbeiten]

Es folgt der Verlauf von Süden nach Norden, beginnend an der ägyptisch-sudanesischen Grenze:

  • 7 Bir esch-Schabb (22° 18′ 45″ N 29° 44′ 15″ O), ‏بئر الشب‎, Brunnen des Jünglings, 250 Meter hoch, ist die südlichste Station in Ägypten und etwa 35 Kilometer von der ägyptisch-sudanesischen Grenze entfernt.
  • Nach 140 Kilometern erreicht man Stadt 1 Bārīs im Süden der Senke el-Chārga, nach 225 Kilometern den Hauptort der Senke, 2 el-Chārga.
  • Das Dorf 3 Benī ʿAdī stellt den Endpunkt der Karawanenroute dar.
  • In der benachbarten Stadt 4 Asyūṭ wurden die Waren gehandelt.

Sicherheit[Bearbeiten]

Eine Reise entlang des Darb el-Arbaʿīn stellt eine aufwändige Wüstenexpedition dar. Sie wird von erfahrenen einheimischen Führern durchgeführt. Sie benötigen hierfür mehrere geländegängige Fahrzeuge (4×4), ausreichend Wasser und Proviant und ein Satellitentelefon.

Ausflüge[Bearbeiten]

Steinbrüche von Gebel el-ʿAṣr[Bearbeiten]

Teil der Sitzstatue des Chephren mit dem Horus-Falken aus Dioritgneis

Etwa 66 Kilometer nordwestlich von Neu-Abu Simbel, westlich der Straße Abu Simbel - el-Uweinat und etwa 15 Kilometer westlich des Namen gebenden 260 Meter hohen Bergs 13 Gebel el-ʿAṣr (22° 48′ 12″ N 31° 21′ 39″ O), befinden sich die 14 Steinbrüche von Gebel el-ʿAṣr (22° 48′ 23″ N 31° 12′ 59″ O), die vom Alten Reich bis in griechische Zeit ausgebeutet wurden. Berühmtheit erlangten diese Steinbrüche, weil hier das Material für Statuen des Königs Chephren gebrochen wurde.

Steleninschriften vor Ort bezeugen, dass der Steinbruch vom Alten bis zum neuen Reich genutzt wurde. Scherbenfunde stammen zudem aus römischer Zeit.

In dem etwa zehn Kilometer großen Gebiet finden sich an verschiedenen Stellen unterschiedliche Gesteine vulkanischen Ursprungs wie Granite, Basalte, Gabbro und Amphibolit. Von besondere Bedeutung sind die Dioritgneise, sog. Chephren-Gneise, und Anorthositgneise, die hier als Blöcke bis zu zehn Meter Länge gefördert werden können. Klemm und Klemm (siehe Literatur) haben für diese Gesteine die Bezeichnung Gneis gewählt, weil sie parallel texturiert sind und einen Feldspatanteil von über 20 Prozent enthalten. Die Dioritgneise besitzen einen hohen Anteil grünlicher Hornblende, während die Anorthositgneise hornblendefrei sind. Zwischen beiden Grenzen gibt es zahlreiche Varietäten.

Die gebrochenen Steinblöcke wurden über eine Steinbruchpiste zum Nil transportiert.

Gebel Ramla[Bearbeiten]

Seit 2001 wird das Gebiet des 15 Gebel Ramla (22° 42′ 37″ N 30° 30′ 17″ O), auch Gebel Ramlah, etwa 140 Kilometer westlich von Abu Simbel, von einer multinationalen Grabungsmission, der „Combined Prehistoric Expedition“, die vorwiegend aus polnischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern besteht, untersucht. Das Areal ist nicht einfach zu erreichen, es liegt etwa 25 Kilometer nördlich der Straße Abu Simbel - el-Uweinat.

Zu den wichtigsten Funden gehören zahlreiche Gräber aus Gräber aus neolithischer Zeit vor etwa 6.500 Jahren. Es ist der erste derartige Friedhof in der Westlichen Wüste. Bestattet wurden sowohl Erwachsene als auch Kinder, die auf ihrer rechten Seite im Grab liegen. Zu den Grabbeigaben zählen Schmuck, Nadeln aus Bein, Kosmetik und dekorierte Tongefäße.

Die Forschungen sind noch nicht abgeschlossen. So wurden erst jüngst die Bestattungen von 60 Erwachsenen gefunden, aber auch ein Friedhof für Neugeborene.[1] An einem Skelett wurden Einschnitte am Oberschenkel gefunden. Eine derartige Praxis ist für das Neolithikum eher ungewöhnlich.

Literatur[Bearbeiten]

Darb el-Arbaʿīn[Bearbeiten]

  • Morkot, Robert: The Darb el-Arbain, the Kharga Oasis and its forts, and other desert routes. In: Bailey, Donald M. (Hg.): Archaeological research in Roman Egypt : the proceedings of the seventeenth Classical Colloquium of The Department of Greek and Roman Antiquities, British Museum, held on 1-4 December, 1993. Ann Arbor, Mich. : Journal of Roman Archaeology, 1996, (Journal of Roman Archaeology / Supplementary series ; 19), ISBN 978-1-887829-19-9, S. 82–94.

Sklavenhandel[Bearbeiten]

  • Fisher, Allan G. B. ; Fisher, Humphrey J[ohn]: Slavery and Muslim society in Africa : the institution in Saharan and Sudanic Africa and the trans-Saharan trade. London : Hurst, 1970.
  • Mowafi, Reda: Slavery, slave trade and abolition attempts in Egypt and the Sudan, 1820 - 1882. Stockholm : Esselte, 1981, (Lund studies in international history / Historiska Institutionen vid Lunds Universitet ; 14), ISBN 978-91-24-31349-4.
  • Manning, Patrick: Slavery and African life : occidental, oriental and African slave trades. Cambridge : Cambridge University Press u.a., 1990, (African studies ; 67), ISBN 978-0-521-34396-1.

Biʾr Kuseiba[Bearbeiten]

  • Connor, Douglas Roger: The neolithic of the Egyptian Sahara : results of survey and excavation in the Bir Kiseiba region. Dallas : Southern Methodist Univ., Diss., 1983.
  • Wendorf, Fred ; Schild, Romuald ; Close, Angela E.: Cattle-keepers of the eastern Sahara : the neolithic of Bir Kiseiba. Dallas : Southern Methodist Univ., Dep. of Anthropology, 1984.

Gebel el-ʿAṣr[Bearbeiten]

  • Engelbach, Reginald: The quarries of the western Nubian Desert : a preliminary report. In: Annales du Service des Antiquités de l’Égypte (ASAE), ISSN 1687-1510, Bd. 33 (1933), S. 65–74, 4 Tafeln.
  • Andrew, G.: Note on the “Chephren Diorite”. In: Bulletin de l’Institut d’Egypte (BIE), Bd. 16 (1934), S. 105–109.
  • Engelbach, Reginald: The quarries of the western Nubian Desert and the ancient road to Tushka : (survey expedition, February 1930, under the direction of Mr G. W. Murray, director topographical survey).. In: Annales du Service des Antiquités de l’Égypte (ASAE), ISSN 1687-1510, Bd. 38 (1938), S. 369–390, 9 Tafeln.
  • Huth, Annette ; Franz, Gerhard: Structural development of the Precambrian basement in the Bir Safsaf-Aswân area, SW-Egypt. In: Geologische Rundschau, ISSN 0016-7835, Bd. 77,2 (1988), S. 439–451, doi:10.1007/BF01832390.
  • Klemm, Rosemarie ; Klemm, Dietrich D.: Steine und Steinbrüche im alten Ägypten. Berlin [u.a.] : Springer, 1993, ISBN 978-3-540-54685-6, S. 423–426, 454 [Tafel 16.6].

Oase Salīma[Bearbeiten]

  • Leach, T[homas] A[rchibald]: The Selima Oasis. In: Sudan Notes and Records, Bd. 9,2 (1926), S. 37–49, Tafeln.
  • Fakhry, Ahmed: Selima. In: Helck, Wolfgang ; Westendorf, Wolfhart (Hg.): Lexikon der Ägyptologie ; Bd. 5: Pyramidenbau - Steingefäße. Wiesbaden : Harrassowitz, 1984, ISBN 978-3-447-02489-1, Sp. 830.

Gebel Ramla[Bearbeiten]

  • Institute of Archaeology and Ethnology, Polish Academy of Sciences, Poznań Branch ; Kobusiewicz, Michał (Hg.): Gebel Ramlah : final Neolithic cemeteries from the Western Desert of Egypt. Poznań : Inst. of Archaeology and Ethnology, 2010, ISBN 978-83-89499-69-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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