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Takrūr

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et-Takrūr ·التكرور
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Et-Takrur (arabisch: ‏التكرور‎, at-Takrūr, auch ‏الدكرور‎, ad-Dakrūr; Siwi: Adrar en Ibrīk) ist ein Dorf im Nordwesten und Nordosten des Dreifachhügels Gebel et-Takrur (‏جبل التكرور‎, Ǧabal at-Takrūr) etwa 4 Kilometer südwestlich der Stadt Siwa und 3 Kilometer südlich von Aghūrmī.

Hintergrund[Bearbeiten]

Gebel et-Takrur ist ein Dreifach-Kalksteinfelsen (genau genommen sind es sogar vier Hügel), der sich inmitten einer ausgedehnten Sandebene befindet. Diese Berge sind auch unter den Namen Gebel el-Hamāda, „Berg der Steinwüste“, Gebel al-Hammamāt, „Hügel der (Sand)bäder“ oder in Siwisch als „Adrar (Abū) Brīk“ bekannt. Der nordöstliche Hügel wird zudem Gebel Nasra und der zweite Gebel Tunefan genannt.

Die Namen deuten auf verschiedene Nutzungen hin. In der Vergangenheit wurden die Gipfel der Berge auch als Steinbruch genutzt. In diesem Zusammenhang wurden griechische Inschriften gefunden, die die Schreiber als Steinmetz oder Maler ausweisen.

Die zweite Bezeichnung geht auf eine heutige Nutzung zurück. In den Sommermonaten Juni bis August werden die Sandflächen für die Behandlung von Rheuma und Arthritis verwandt. Die Patienten werden hierzu bis zum Kopf im Sand eingegraben und verweilen hier täglich 15 bis 30 Minuten über einen Zeitraum von zwei Wochen.

Zudem wurden die Hügel in der Antike auch für Bestattungen genutzt, wenn auch nicht in dem Maße, wie dies auf dem Gebel el-Mautā der Fall war.

Anreise[Bearbeiten]

Er-Takrūr ist über Asphaltstraßen von Aghūrmī oder der Stadt Siwa aus erreichbar.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hügelkette Gebel et-Takrur mit den Sandflächen für die Sandbäder
Mittlerer Hügel im Gebel et-Takrūr
Grab im Gebel ed-Takrūr
Im Inneren des Grabes
Antiker Steinbruch im Gebel et-Takrūr
Pfeilergrab im Gebel et-Takrūr

Außer den Hügeln als solche gibt es kaum Sehenswertes. Die als Familiengräber ausgeführten großen Felskammern an den Flanken des mittleren Hügels verfügen teilweise über Säulen oder Pfeiler, jedoch nicht über Inschriften.

An der Ostseite des zweiten Felsens von Nordosten befindet sich das 1 größte Felsengrab (29° 11′ 16″ N 25° 33′ 5″ O). Der Eingang ist mit einer Hohlkehle dekoriert. Eine große Halle führt zu drei Felsenkammern in der Rückwand und einer weiteren Kammer an der rechten Wand. Die vier Säulen wurden weggebrochen. Außer modernen Graffitis gibt es keinerlei historische Inschriften. Zu den Funden gehörten nur Keramikscherben.

Vor dem mittleren Hügel befindet sich östlich eine flache Erhebung, die man im Süden (einfacher) oder im Norden umrundet. Bei der Umrundung im Norden trifft man auf ein weiteres Felsengrab mit sechs Pfeilern in zwei Reihen und Nischen an der Rückwand. Bei der Umrundung im Süden passiert man die Überreste eines antiken Steinbruchs. Es fehlte auch nicht an neuzeitlichen Versuchen, hier nach Schätzen zu graben. Gefunden wurde nichts.

An den Außenseiten der Felsen befinden sich sechs griechische Inschriften der Steinbrucharbeiter aus dem späten 4. oder frühen 3. Jahrhundert v. Chr. Hierzu gehören z.B. die des Steinmetzes Paideas (Παιδέας τέϰτων) und von Philon; Hermon, der Wachsmaler (Φίλων, ῞Ερμων ἐνϰαυτής). Die eingeritzten Buchstaben sind etwa 1 bis 2 Zentimeter groß.

Alle Hügel lassen sich erklimmen. Der geeignetste Hügel für einen Aufstieg ist der Osthügel. Von den Hügelspitzen hat man eine gute Aussicht auf das umliegende Land.

Aktivitäten[Bearbeiten]

In den Sommermonaten Juni bis August lassen sich hier vorwiegend arabische Patienten in den sog. Sandbädern gegen Rheuma und Arthritis behandeln.

Alljährlich im Oktober wird hier an der Ostseite des nordöstlichen Felsen von et-Takrur das dreitägige Fest von et-Takrur (Siyaha-Fest, sog. Tourismus-Fest, auch Mūlid des Sīdī ʿAlī ibn Hilāl genannt) nach der Ernte bei Vollmond durchgeführt. Hier versammeln sich die Männer mit ihren Kindern. Die missverständliche Bezeichnung Tourismus-Fest bedeutet nicht, dass es ein Fest für Touristen ist, sondern leitet sich von der Tatsache ab, dass nach der Ernte die Einwohner der Senke zum Fest hierher anreisen. Zu diesem Fest reisen etwa 10.000 Siwaer et-Takrūr, um bei gemeinsamer Koranrezitation und Essen die Gemeinschaft zu stärken, Freundschaften aufzufrischen, Streitigkeiten aus dem Wege zu räumen und sich zu versöhnen.

Es empfiehlt sich bei Reisen zu dieser Zeit, rechtzeitig Hotelunterkünfte zu buchen und ein paar Tage früher anzureisen.

Küche[Bearbeiten]

Restaurants gibt es in der nahe gelegenen Stadt Siwa.

Unterkünfte[Bearbeiten]

Einfach[Bearbeiten]

  • 1 Amun Hotel (فندق آمون, Funduq Āmūn), el Takrur (am Fuße des Gebel et-Takrur). Mobil: +20 (0)100 143 1144. Das Hotel wird nur im Sommer (Juni bis August) hauptsächlich von arabischen Touristen etwa eine Woche lang für Heilbehandlungen genutzt. Die Übernachtung einschließlich Frühstück und Sandbäder kostet LE 100 (Stand 9/2007). Das Hotel verfügt über ein altes und neues Gebäude. Die Zimmer sind einfach mit zwei Betten, Palmrippen-Möbeln, Fernseher und Kühlschrank ausgestattet. Im angeschlossenen Restaurant gibt es auch Mittag und Abendessen. (29° 11′ 24″ N 25° 33′ 0″ O)

Mittel[Bearbeiten]

  • 2 Alzaytuna Hotel (früher Qasr El-Zaituna), El Dakrour, Siwa. Tel.: +20 (0)46 460 0037, Mobil: +20 (0)122 222 4209, (0)128 555 9608, Fax: +20 (0)46 460 0037, E-Mail: . Das 2007 von einem neuen Eigentümer übernommene Hotel im Westen des Gebel et-Takrur verfügt über 24 Zimmer, es soll aber in Zukunft noch auf 40 bis 50 Räume erweitert werden. Es ist das flächenmäßig größte Hotel, es verfügt über einen Garten, Swimmingpool und Kinderspielplatz. Geplant sind ein Minigolfanlage undTennisplatz. Die Preise pro Übernachtung und Frühstück betragen im Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmer LE 180, 220 bzw. 270. Mittagessen und Abendbrot kosten LE 40. (29° 11′ 18″ N 25° 32′ 35″ O)
  • Fata Morgana Hotel (فندق فاطامرجانة, Funduq Fāṭāmurǧāna). Tel.: +20 (0)46 460 0237, Mobil: +20 (0)122 417 5188. Das Hotel befindet sich im Süden des Gebel et-Takrur und verfügt über einen Garten mit Swimming-Pool.

Gehoben[Bearbeiten]

Weitere Unterkünfte gibt es in der nahe gelegenen Stadt Siwa.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kuhlmann, Klaus P[eter]: Das Ammoneion : Archäologie, Geschichte und Kultpraxis des Orakels von Siwa. Mainz: von Zabern, 1988, (Archäologische Veröffentlichungen ; 75), ISBN 978-3-8053-0819-9, S. 14, 85–88, Abb. 17, Tafeln 5.b, 6 f., 42.
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