Anne Beadell Highway
| Anne Beadell Highway | |
| Streckenlänge: 1340 km |
Der Anne Beadell Highway (ABH) ist eine Schotterpiste im Outback von Australien, der zwischen Coober Pedy (Südaustralien) und Laverton (Westaustralien) über 1340 km verläuft. Er ist nicht in das nummerierte australische Straßensystem integriert.
Hintergrund
[Bearbeiten]Der 1 Anne Beadell Highway ist eine Abenteuerstrecke, die nur für Fahrzeuge mit Allradantrieb und hoher Bodenfreiheit geeignet ist, deren Insassen über umfassende Off-Road-Kenntnisse verfügen müssen. Von Interesse ist die abgelegene und von wenigen Aborigines besiedelte Halbwüsten-Landschaft im Outback, besondere Sehenswürdigkeiten außer dem 1 Red Centre gibt es dagegen nicht: „Die Straße ist das Ziel“. Die Längenangaben schwanken zwischen 1320 und 1375 Kilometern. Auf der gesamten Strecke gibt es nur eine Versorgungsmöglichkeit, die über knappe Vorräte verfügt.
Geschichte
[Bearbeiten]Die Gegend um den Highway erkundete als Erster der Australier Richard Maurice, der zwischen 1897 und 1902 die 2 Tallaringa Well durchquerte, einem Teil der 3 Great Victoria Desert .[1] Sie ist mit 348.750 km² die größte Wüste im Outback. Er grub einen artesischen Brunnen (englisch: well), der noch heute an dieser Stelle existiert.
Der australische Landvermesser Len Beadell (1923-1995) erhielt 1947 den Auftrag, eine geeignete Stelle im Outback für eine Raketenbasis zu suchen. Er entschied sich für das Gelände um das Dorf 1 Woomera Village , wo noch 1947 das heutige Sperrgebiet 4 RAAF Woomera Range Complex entstand. Beadell gründete 1950 die „Gunbarrel Road Construction Party“, die Straßen im westlichen Outback bauen sollte und die die Verbindung zwischen der Raketenbasis in Woomera und einem geplanten Atomtestgelände herzustellen plante.
Beadell erkundete ab April 1952 während der „Operation Totem“ die Gegend für ein britisches Atomtestgelände, das er im Oktober 1953 im Emu-Field entdeckte. Der erste Atomtest („Totem I“) fand hier am 15. Oktober 1953 (10 Kilotonnen um 07:00 Uhr) und der zweite („Totem II“) am 27. Oktober 1953 (8 Kilotonnen um 07:00 Uhr) auf einem 31 Meter hohen Turm statt.[2] Len Beadell ließ für die militärische Infrastruktur sieben “Bomb-Roads” bauen, von denen der Anne Beadell Highway (ABH) der längste ist. Er benannte diese Straßen nach Familienangehörigen, Anne war seine Frau. Die Bauarbeiten am Highway begannen im März 1953 in Höhe des Emu-Field, im September 1962 konnte Neale junction angebunden werden, am 17. November 1962 konnte die letzte Lücke am 5 Yeo Lake geschlossen werden
Klima, Flora und Fauna
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Das Outback hat heißes und trockenes Wüstenklima mit sehr hohen Tagestemperaturen von mehr als 40 °C und bis zu 50 °C. Die Trockenzeit liegt zwischen April und Oktober und ist mit Tagestemperaturen um die 30 °C milder als die Regenzeit zwischen Dezember und März, deren Tagestemperaturen um die 40 °C schwanken. Falls es regnet, gibt es heftige Niederschläge, die Straßen schnell unpassierbar machen können (englisch: flash floods). Wüstentypisch liegt die Menge des Jahresniederschlags trotzdem nur um die 200 mm. Die Nachttemperaturen können zwischen Juni und August auf 10 °C, zwischen April und Oktober um die 20 °C liegen. Die beste Reisezeit ist Mai bis September mit Temperaturen um die 35 °C, nachts kann es auf unter 0 °C abkühlen, deshalb sind bei Übernachtungen warme Schlafsäcke erforderlich. In dieser Zeit liegt die Luftfeuchtigkeit bei wüstenhaften 35 %, der meiste Regen fällt im Sommer.
Im widrigen Klima können nur wenige Lebewesen überstehen. Unter den rund 100 Säugetierarten befinden sich im Outback die allgegenwärtigen Kängurus (nicht alle der 61 Arten), Beutelteufel, Dingos, Echidnas, Kamele, Koalas oder Fledermäuse. Zu den maximal 400 Vogelarten gehören die flugunfähigen Emus, zudem Kraniche (wie der endemische Brolga-Kranich), Papageienarten (Kakadus, Loris) sowie der Wellensittich. Unter den 390 Reptilienarten befinden sich insbesondere Bartagamen, Dornteufel oder Kragenechsen. Zu den 140 Schlangenarten gehören höchst giftige Exemplare wie die Mulga oder der Taipan. Immerhin gedeihen 1500 Pflanzenarten in der ariden Region, darunter auch 2 Arten des Eukalyptusbaums (englisch: gum tree), Akazien, der Australische Baobab, Banksien, Kasuarinen und Mulgas. An Gräsern dominiert das Spinifex-Gras.
Ein Dingo-Zaun soll die Zivilisation vor dem Eindringen dieser verwilderten Haushunde in landwirtschaftlich genutzte Gebiete schützen. Die Wildkaninchen werden durch einen weiteren Zaun ferngehalten.
Erst 2003 wurde der Versorgungsnotstand für Touristen am Highway verringert durch das Ilkurka Roadhouse, das durch seine isolierte Lage das einsamste Roadhouse in ganz Australien ist.
Reisevorbereitung
[Bearbeiten]Zwischen Mai und September dürfte die Piste trocken sein, so dass pro Tag bei einwandfreien Straßenbedingungen etwa 200 km Strecke zurückgelegt werden können (keine Nachtfahrten). Sanddünen, Eisenstein-Bodenwellen und Wellblechprofil verringern die Geschwindigkeit und damit die Etappenlänge. Unter diesen Voraussetzungen sind für die 1340 km mindestens 7 Tage Reisedauer (einschließlich Pausen und Besichtigungen) zu veranschlagen.
Mindestens 6 Wochen vor Reiseantritt müssen einige Genehmigungen (englisch: permits) eingeholt werden:
- Woomera Prohibited Area: für die Durchfahrt siehe die Webseite Australisches Verteidigungsministerium (englisch);
- das Maralinga Tjarutja Incorporated-Permit für die Durchfahrt durch diese Schutzgebiete über die eMail senioradmin@maralinga.com.au;
- den Mamungari Conservation Park über die eMail aw.landscapeboard@sa.gov.au;
- der Anne Beadell Highway zwischen Yeo und Yamarna: siehe Webseite Western Australia, Abteilung für Landplanung und kulturellem Erbe (englisch).
- Department of Indigenous Affairs Antragsformular
Die Zusammenstellung der Permits findet sich auf der Webseite Ilkurka permits (englisch) Die Permits sind problemlos per Email zu beantragen und werden innerhalb weniger Tage erteilt. Die Gebühren können per Kreditkarte bezahlt werden.
Wer die anspruchsvolle Offroad-Strecke befährt, benötigt einen gut gewarteten und ausgerüsteten Allradantrieb mit hoher Bodenfreiheit, 2 Ersatzreifen, Benzinkanister mit 100 Litern Inhalt und eine rote Flagge an der Antenne. Solche Fahrzeuge werden in Coober Pedy vermietet. Ferner sind Erfahrungen mit Offroad-Driving und eine hohe physische und psychische Belastbarkeit erforderlich. Da man nur im Ilkurlka Roadhouse Kleinigkeiten einkaufen kann, muss der Reisende alle Vorräte an Speisen und Getränken aus Coober Pedy mitbringen. Für die mindestens sechs oder sieben Tage dauernde Reise benötigt der Reisende Wasser - ca. 6 Liter pro Tag und Person - und Verpflegung inklusive einer drei- bis viertägigen Reserve, mindestens ein Reserverad - empfohlen sind zwei - sowie Werkzeug und kleinere Ersatzteile. Ein HiJack-Wagenheber und ein Kompressor zum Regulieren des Reifendrucks können sich als hilfreich erweisen. Eine Erste-Hilfe-Ausrüstung sollte nicht fehlen (gehört in Australien in der Regel nicht zur Ausstattung eines Mietfahrzeuges). Wer über kein Sat-Phone verfügt oder keines mieten will oder kein Funkgerät mitführt, sollte mindestens eine Notfunkbake (Epirb) mitführen. Eine Ab-/Rückmeldung ist in Coober Pedy/Laventon nicht notwendig und nicht erwünscht.
Der Umgang mit Karte und Kompass sollte dem Reisenden vertraut sein. GPS ist nicht unbedingt erforderlich. Als Kartenmaterial bietet sich die vom Hema-Verlag herausgegebene Great Desert Tracks Central Sheet Map Hema an. Die von der RAA (Royal Automobile Association of South Australia) - Geschäftsstelle in Port Augusta - herausgegebene Karte Flinders Ranges & Outback ist für ADAC-Mitglieder kostenlos und deckt den südaustralischen Teil des Anne Beadell Highways ab, der von Quality Publishing Australia herausgegebene Atlas Roads & Tracks den westaustralischen Teil.
Die Piste ist häufig sandig. Westlich der westaustralischen Grenze überquert sie einige niedrige Dünenkämme; sonst verläuft sie in den Dünentälern, die sich meist in Ost-West-Richtung erstrecken. Wellblechartige Abschnitte wechseln sich mit wenigen Weichsandpassagen und Auswaschungen ab. Beiderseits der Grenze ist der Highway stellenweise sehr schmal.
Weil Unterkünfte fehlen, ist für Camping ein Schlafsack mitzuführen, wobei die Kälte der Nacht berücksichtigt werden muss.
Anreise
[Bearbeiten]Es wird davon ausgegangen, dass der Anne Beadell Highway kein eigenständiges Reiseziel darstellt, sondern im Rahmen einer Rundreise befahren werden soll. Idealer Ausgangsort ist dann die Opal-Stadt 2 Coober Pedy , die am Stuart Highway liegt. In der Stadt gibt das 1 Coober Pedy Visitor Centre (lot 773 Hutchison St; geöffnet Montag bis Freitag 09:00 bis 17:00 Uhr, Samstag und Sonntag 09:00 bis 13:00 Uhr) Auskunft über den aktuellen Zustand der Piste. Hier kann man auch den Benzinvorrat für das am Anne Beadell Highway befindliche Ilkurka Roadhouse vorbestellen.
Streckenverlauf
[Bearbeiten]Vom Stuart Highway führt ein 2 Abzweig zum Old Stuart Highway , der die 1 Eisenbahnstrecke des The Ghan überquert. Danach gelangt man zum Abzweig Anne Beadell Highway bei der Mabel Creek Station , der „Meile 0“ des Anne Beadell Highway (9 km von Coober Pedy entfernt).
Übersicht
[Bearbeiten]Die Mabel Creek Station gilt als „Meile 0“ des Anne Beadell Highway, der Richtung Westen führt:
| geografischer Ort | Entfernung in km |
|---|---|
| Mabel Creek Station / Meile 0 | 0 |
| Tallaringa Conservation Park | 54 |
| Dog Fence | 6 |
| Emu Field | 221 |
| Anne’s Corner | 176 |
| Vokes Hill Corner | 147 |
| Ilkurka Roadhouse | 114 |
| Neale | 283 |
| Laverton | 339 |
| Gesamtstrecke | 1340 |
Von der Mabel Creek Station sind es bis zur nächsten Versorgungsmöglichkeit Ilkurka Roadhouse 718 km, alle Zwischenstopps vorher und nachher sind ohne jegliche Versorgung.
Einzelheiten
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- 1 Mabel Creek Station ist eine historische und aktive Rinderfarm im Outback, die von indigenen Antakirinja Matu-Yankunytjatjara geführt wird und mit dem Mabel Creek Station Airport einen eigenen Flugplatz besitzt. Sie gilt als „Meile 0“ des Anne Beadell Highway. Hier befindet sich ein Hinweisschild für die Entfernungen auf dem Highway.
- 2 Dog Fence der 5614 km lange Dingo-Zaun durchzieht ganz Australien und schützt die Landwirtschaft vor den Wildhunden. Er muss nach der Durchfahrt wieder geschlossen werden.
- 6 Tallaringa Conservation Park ein 1991 errichtetes und 12.689 km² großes Schutzreservat, dass auch in der Dürreperiode noch Vegetation aufweist.
- 7 Emu Field ist das ehemalige britische Atomtestgelände, zu dessen Zweck der ABH gebaut wurde. Totem I und Totem II sind durch Marksteine gekennzeichnete Gebiete mit einer Strahlenbelastung über dem zulässigen Grenzwert. Man sollte sich hier nur kurz aufhalten und nichts anfassen.
- 2 Anne’s Corner der 286 m hoch liegende Abzweig führt zum Mount Davies Track, der über 416 km zum Mount Davies führt.
- 8 Maralinga Lands Western Boundary 168.955 km² großes Schutzgebiet für die indigenen Maralinga; Genehmigung zum Durchfahren erforderlich. 1984 erhielten die Maralinga die Landrechte, die formelle Rückgabe erfolgte 2009.
- 3 Vokes Hill Corner ein Abzweig zur 268 km langen Cook-Road, die im Süden zur Cook railway station der Indian-Pacific Railway führt.
- 10 Mamungari Conservation Park 1970 errichtetes 21.289 km² großes Schutzgebiet; eines der 12 Biosphären-Reservate Australiens.
- 3 Grenze zu Westaustralien eine verrostete Tonne weist auf die Grenze zwischen Süd- und Westaustralien hin. Hier gibt es eine Umstellung der Uhrzeit: Südaustralien folgt der Daylight Savings Time, Westaustralien dagegen nicht. In Fahrtrichtung Westen, „Spinifex Country“ genannt, wird die Uhr deshalb um 2 ½ Stunden zurückgedreht.
- 11 Serpentine Lakes sind Teil des Mamungari Conservation Parks; eine Kette von Salzseen in Nord-Süd-Richtung, die eine Fläche von 97 km² erreichen können.
- 1 Ilkurka Roadhouse. Tel.: (0)890371147 ein 2003 errichtetes und zunächst von indigenen Tjuntjuntjara geführtes Roadhouse (Laden, Restaurant, Toiletten, Tankstelle für Diesel/Opal, Besucherzentrum mit Kunstausstellung und Picknick-Plätzen). Die Tankstelle hat nicht dauerhaft Benzin, man sollte es rechtzeitig in Coober Pedy ordern. WiFi und Telefon sind vorhanden. Seit Januar 2023 wird das Roadhouse vom englisch-stämmigen Philip Merry geführt. Geöffnet: Montag bis Freitag 08:15 bis 17:00 Uhr, Samstag 08:15 bis 12:00 Uhr, Sonntag wird auf Anfrage geöffnet. Preis: Camping kostet AUD 20 pro Fahrzeug.
- 4 Wrack eines Kleinflugzeugs das Flugzeug stürzte am 28. Januar 1993 ab, als dessen Tankzuführung zu den Propellern versagte, was vier Schwerverletzte zur Folge hatte.
- 3 Neale Junction Kreuzung mit dem Connie Sue Beadell Highway nach Warburton.
- 12 Neale Junction Nature Reserve ein 7.245 km² großes Schutzgebiet mit Eukalyptus- und Mulgabäumen.
- 14 Yeo Lake Nature Reserve 3219 km² großes Schutzgebiet um den Yeo Lake, einem vogelreichen Salzsee, 66 km lang und 14 km breit. Das Roadhouse ist verlassen.
- 15 Point Kidman 497 m hoher Berg, ebenfalls 1906 von Frank Hann entdeckt.
- 3 Laverton 1898 gegründete Kleinstadt mit 900 Einwohnern, berühmt geworden durch die Goldvorkommen in der Nähe. Etwa 30 Kilometer von Laverton entfernt befindet sich am Mount Weld eines der größten bislang bekannten Vorkommen Seltener Erden außerhalb von China. Im Ort gibt es Supermarkt, Tankstellen, ein Hotel und ein Motel sowie einen Campingplatz. Für medizinische Notfälle gibt es ein kleines Hospital. In Laverton beginnt/endet der Anne Beadell Highway.
Von Laverton aus kann man über den Goldfields Highway 49 nach 545 km den Ort Norseman erreichen, der am National Highway
liegt.
Beschreibung der Etappen
[Bearbeiten]- Coober Pedy → Mabel Creek Station
Von der Ortsmitte Coober Pedys führt der Weg zum Stuart Highway, dem nach Norden am Flughafen vorbei gefolgt wird. Nach knapp 5 km am Hinweisschild nach Mabel Creek zweigt eine Schotterstraße nach links ab, der man folgt. Zunächst führt die Straße noch durch die Geröllhügel der Opalsucher. Diese werden immer weniger, bis schließlich eine flache, spärlich bewachsene Wüstenlandschaft beiderseits der Straße beginnt. Nach 40 km überquert der Highway die Trasse des Ghan. Hinter dem Gleiskörper beschreibt die Straße eine 90-Grad-Rechtskurve, und man sieht rechts der Straße den Haltepunkt Manguri, der den Bahnhof von Coober Pedy darstellt.
Nach weiteren 7 km zweigt die Straße zum Mabel Creek Homestead nach links ab. Das Homestead darf nur mit Genehmigung der Eigentümer oder in Notfällen betreten werden. Die Durchfahrt über das zum Homestead gehörende Land ist jedoch ohne Genemigung erlaubt, sofern die Anweisungen auf den entlang der Straße angebrachten Schildern eingehalten werden. Der Anne Beadell Highway ist bis hierhin eine gut ausgebaute Schotterstraße, die ohne Probleme zu befahren ist.
- Mabel Creek Station → Tallaringa Well
Ab dem Hinweisschild fährt man 1,7 km bis zu einer Kreuzung - links geht es zum Mabel Creek Homestead, rechts zum Mt. Clearance Homestead - überquert diese und fährt nach weiteren 700 m links ab. Nach 2,1 km erreicht man die ursprüngliche Trasse des Anne Beadell Highways und biegt nach rechts auf ihn ab. Die meist schnurgerade verlaufende Straße erreicht nach weiteren 17 km ein Flugfeld. Nun sind es noch 56 km bis zum Dingozaun.
Auf der Strecke kommt man immer wieder durch Gatter, die in dem Zustand hinterlassen werden sollen, in dem man sie vorgefunden hat; . h. wenn sie geöffnet werden müssen, sollen sie auch wieder geschlossen werden. Der Straßenzustand verschlechtert sich nach Verlassen des Mabel Creek Homesteads dramatisch. Das Wellblechprofil (englisch: Corrugations) ist wahrscheinlich das heftigste ganz Australiens. Bis zum Dingozaun gehört das Land zur Mabel Creek Station. Am Dingozaun biegt der Anne Beadell Highway nach links ab und führt drei Kilometer nach Süden. Dann wird der Dingozaun überquert, und es geht wieder drei Kilometer zurück. Dabei sind diese sechs Kilometer hervorragend zu befahren; leider existiert eine Geschwindigkeitsbeschränkung.
Direkt am Dingozaun beginnt der Tallaringa Conservation Park. Der Highway führt nun in westsüdwestliche Richtung meist durch Dünentäler und ist in schlechten Zustand. Die niedrigen Dünen sind mit Desert Karrajong, Akazien und Wüsten-Eukalypten bewachsen. Zwischen den Bäumen breiten sich Wüstengräser und Gestrüpp aus. Ist der Wüstenboden mal nicht bewachsen, sieht man die ‚Rote Erde‘ Australiens. Immer wieder wechseln sich bewachsene Geländeabschnitte mit Steinwüste ab. Nach ungefähr 59 km erreicht man das Bohrloch Tallaringa Well. Camping ist im Park an freien Stellen beiderseits der Straße erlaubt, die nicht mehr als 50 m von der Trasse entfernt sind. In der Umgebung des Bohrlochs gibt es gut geeignete Übernachtungsmöglichkeiten. Das eigentliche Bohrloch liegt 500 m links des Tracks.
- Tallaringa Well → Emu Junction
Der Tallaringa Conservation Park soll eine für inneraustralische Wüsten typische Trockenzone schützen. Neben den oben bereits angesprochenen Gewächsen ist auch die Tierwelt interessant: Kängurus und Dromedare sieht man häufig, selten trifft man auf Dingos. Reptilien sieht man selten, mal einen Waran oder eine Schlange. Bei den Vögeln überwiegen Glanz- und Alexandrasittiche, im dichten Gestrüpp fühlen sich mehrere Arten von Trappen wohl.
Nach Verlassen des Tallaringa-Bohrlochs wendet sich der Anne Beadell Highway nach Westnordwesten. Die Fahrt wird weiterhin von sehr großen Corrugations bestimmt, für deren Überquerung es keine geeignete (schonende) Geschwindigkeit gibt. Die Rüttelei ist bei jeder Geschwindigkeit gleich heftig. Nach 46 km erreicht man den Marker 654 und nach weiteren 15 km den Marker 653. Diese Marker wurden von der Gunbarrel Construction Party aufgestellt und enthalten Informationen über Richtungen und Entfernungen. Nach insgesamt 108 km erreicht der Anne Beadell Highway den Ort, an dem 1962 die britischen Streitkräfte zwei Kernwaffen zündeten.
- Abstecher Ground Zero
Der Weg rechts führt zu zwei Obelisken - Totem 1 und 2, die die Nullpunkte markieren. Die Nullpunkte erkennt man auch an den leichten Senken, die durch die Detonationen entstanden sind. Hier und da kann man etwas geschmolzenen Stahl erkennen. Der Weg nach links führt zu einem kleinen Hügel, von dem aus die Detonationen beobachtet wurden. Angeblich strahlt das Gelände nicht mehr, doch vorsichtshalber sollte man nichts berühren.
Jetzt sind es bis Emu Junction noch 17 km. Die Ansiedlung Emu existiert nicht mehr. An der Kreuzung zweigt ein Track nach Süden zum Eyre Highway ab; die Durchfahrt ist jedoch verboten. Nach rechts geht es zum Emu Junction Airfield, das von Minengesellschaften benutzt wird. In der Umgebung Emu Junctions gibt es gute Übernachtungsmöglichkeiten.
- Emu Junction → Grenze Südaustralien/Westaustralien
Nach Verlassen von Emu Junction wird der Anne Beadell Highway schmaler und kurviger. Um eine Beschädigung der Außenspiegel zu vermeiden, empfiehlt es sich, diese zumindest einzuklappen; besser ist, sie abzuschrauben. Wegen der häufig weit in die Straße ragenden Äste kommt es leicht zu Kratzern im Autolack. Die Straße führt zunächst weiter in westnordwestliche, später in westliche Richtung. Extreme Wellblechpassagen wechseln sich mit sandigen Abschnitten ab. Selten gibt es steinige oder felsige Teilstücke. Nach ungefähr 51 km erreicht man eine Weggabelung, Anne's Corner. Der Highway folgt dem nach links führenden Track. Der Weg nach rechts heißt Mt. Davies Road und führt über die Pipalyatjara Community zur Warburton Road (520 km). Len Beadell und die Gunbarrel Construction Party planierten diesen Teil des Anne Beadell Highways von Mabel Creek Station bis Anne's Corner in zwei Monaten Anfang 1953 und im November 1957.
Nach 75 km erreicht der Highway die Grenze des Mamungari Conservation Parks. 2011 war die Parkgrenze noch durch ein Namensschild mit dem ehemaligen Namen Unnamed Conservation Park gekennzeichnet. Der Mamungari CP ist ein Weltbiosphärenreservat; es besteht aus roten Sanddünen und Salzseen - geschützt wird die typische Fauna und Flora der Großen Victoria-Wüste. Der Park ist zudem für die indigene Bevölkerung, die den Park gemeinsam mit der südaustralischen Nationalparkverwaltung betreut, von großer kultureller Bedeutung. Der Straßenzustand ist wegen extremer Wellblechabschnitte unverändert schlecht. Die Piste führt durch lang gezogene Dünentäler, deren Dünen von Spinifex, Mulga- und Akazienbüschen bewachsen sind. Nach 27 km erreicht die Straße Vokes Hill Corner. Der nach links abbiegende Weg führt über Cook, einer Siedlung des Maralinga Tjarutja Volkes, zum Eyre Highway (370 km). Diese Straße darf nur mit einer zusätzlichen Genehmigung befahren werden. An der Abzweigung liegt ein Besucherbuch aus, mit dem die Maralinga Tjarutja Community die Anzahl der Reisenden ermitteln will.
Die Landschaft verändert sich wenig; der Highway wird noch enger und kurviger. Nach 170 km erreicht man die westaustralische Grenze. Hier endet auch der Mamungari CP. Innerhalb des Parks ist Campen 100 m beiderseits des Anne Beadell Highways gestattet. Zwischen den Längengraden 129°20’E und 129°48’E ist es völlig verboten. Ungefähr einen Kilometer, bevor der Highway Westaustralien erreicht, überquert er die meist ausgetrockneten Serpentine Lakes. Am Ostufer befinden sich sehr gute Übernachtungsmöglichkeiten. Den Abschnitt von Vokes Hill bis zur Grenze stellte die Construction Party 1962 fertig.
- Grenze Südaustralien/Westaustralien → Ilkurlka Roadhouse
Nach dem Überqueren der Serpentine Lakes erreicht der Anne Beadell Highway Westaustralien. In der Nähe der Grenze steht ein Hinweisschild der Tjuntjunjara Community, auf dem die Entfernungen zu den vier Campingmöglichkeiten und deren Einrichtungen beschrieben sind. Übernachten ist auf den Plätzen 1, 3 und 4 kostenlos. Der Anne Beadell Highway trägt ab der Grenze in Westaustralien auch den Namen Serpentine Lakes Road und führt bis westlich des Ilkurlka Road Houses durch die Spinifex Native Title Area.
Mit dem Überqueren der Grenze ändert sich auch die Zeitzone. Der Straßenzustand westlich der Grenze verbessert sich dramatisch. Die Piste wird sandiger und die Corrugations werden kleiner. Nach der Rüttelei in Südaustralien meint man zu schweben. Sie bleibt allerdings schmal. Der Anne Beadell Highway verläuft die nächsten ungefähr 80 km in allgemein westliche Richtung zwischen den Dünen der großen Victoria-Wüste. Danach verläuft er für ungefähr 40 km in nordwestliche Richtung und überquert eine Reihe Dünen. Diese sind nicht höher als zehn Meter. Die Auf- und Abfahrten sind zwar sandig, aber nicht tief. Trotzdem sollten sie in einem niedrigen Gang mit hoher Drehzahl möglichst weit links fahrend überquert werden. Nach Überquerung der Dünen wendet sich die Straße wieder nach Westen.
Nach insgesamt 165 km erreicht man eine Straßenkreuzung mit der Aboriginal Business Road. Diese Straße darf nur mit zusätzlichen Genehmigungen befahren werden. Links westlich der Kreuzung befindet sich das Ilkurlka Roadhouse. Außerhalb der Öffnungszeiten ist es möglich, telefonisch Leistungen abzurufen (Tel.: (08) 9037 1147). Da vom Roadhouse die Gemeinden des indigenen Tjuntjunjara Volkes in dem umgebenden Gebiet versorgt werden, erhält man dort alle Güter für den täglichen Lebensgebrauch; die Preise sind hoch. Am Roadhouse gibt es eine Campingmöglichkeit. Dort gibt es Duschen und Toiletten. Die Übernachtungsgebühr beträgt AUD 10,00, nur Duschen kostet AUD 3,00.
- Ilkurlka Roadhouse → Neale Junction


Der Anne Beadell Highway führt weiter nach Westen. Er ist manchmal steinig und nicht mehr so eng und kurvig. Auch sind keine Dünen mehr zu überqueren. An manchen Stellen führt er über Kilometer geradeaus durch die Wüste. Nach ungefähr 59 km erreicht man ein Hinweisschild, das zu einem Flugzeugwrack nach rechts weist.
- Abstecher Flugzeugwrack

Die Piste zum Flugzeugwrack ist feinsandig, an den Dünen tiefsandig. Die Dünen sind bis zu sechs Meter hoch und verlaufen in Ost-West-Richtung. Die Ab-/Auffahrten an den Nordhängen sind steiler als die auf der Südseite. Insgesamt beträgt die Länge des Abstechers etwas mehr als 8 km oder 18 Dünen. Der Track ist leicht zu befahren, nur die Auffahrten sind manchmal kurvig. Das Flugzeug gehörte einer Minengesellschaft und ist am 28. Januar 1993 hier abgestürzt. Die vier Insassen wurden dabei teilweise schwer verletzt. Erst 1995 wurde der Track zum Wrack angelegt. Das Flugzeug war nach dem Absturz völlig intakt, nur die Instrumente waren zerbrochen. Im Laufe der Jahre raubten Vandalen die Motoren. Immer mehr Teile des Wracks verschwanden, weil auch viele Besucher ein einziges Souvenir mitnahmen.
Die Piste verläuft meist in allgemein westlicher Richtung, häufig über mehrere Kilometer schnurgerade. Der Bewuchs an den Seiten geht zurück, sodass der Weg optisch breiter wirkt. Der Untergrund ist fest und erlaubt höhere Geschwindigkeiten als bisher; Wellblechstrecken sind kurz und haben nur niedrige Wellen. Nach ungefähr 44 km erreicht der Anne Beadell Highway die Grenze der Neally Junction Nature Reserve und nach weiteren 47 km eine ehemalige Landebahn, an deren nördlichen Ende der Reisende Felsmalereien der Ureinwohner anschauen kann. In der Nähe der Landebahn befindet sich eine Übernachtungsmöglichkeit.
Nach weiteren 25 km erreicht man Neale Junction, die Kreuzung mit dem Connie Sue Highway. Dieser Track führt von Rawlinna (330 km) an der Trans-Australian-Railway im Süden nach Warburton (330 km) an der Great Central Road im Norden. Seinen Namen hat der Track von Len Beadells Tochter, die Kreuzung benannte er nach seinem Sohn. Ungefähr 500 m weiter nach Westen befindet sich eine Übernachtungsmöglichkeit mit einer einfachen Sanitäreinrichtung.
- Neale Junction → Laverton

Der Anne Beadell Highway wird nun breiter. Der Untergrund besteht aus festen Sand - selten sind felsige oder steinige Abschnitte. Ab und zu zwingen Auswaschungen zum langsamen Fahren. Nach Regenfällen wird der Track zu einer glitschigen Schlammpiste. Wenn man von heftigen Regenfällen überrascht wird, ist es zweckmäßig, nicht weiter zu fahren. Die Piste ist meist nach spätestens einem Tag abgetrocknet und eine gefahrlose Weiterfahrt möglich.
Der Track führt nun die nächsten ungefähr 47 km in allgemein westliche Richtung und über Kilometer schnurgerade durch die Wüste. Dann erreicht man eine Abzweigung nach links. Das ist die Ranson Lake Road, die entlang der gleichnamigen Seen nach Laverton (375 km) führt, aber noch seltener als der Anne Beadell Highway befahren wird. Der Anne Beadell Highway wendet sich nach Nordnordwesten und erreicht vor der Norton Craig Range nach ungefähr 64 km eine weitere Abzweigung. Der Track führt rechts weiter, nun in nordwestliche Richtung und erreicht nach 19 km eine Kreuzung, an der man rechts zum meist trockenen Yeo Lake fahren kann. Der Anne Beadell Highway überquert die Kreuzung und man erreicht nach weiteren 31 km die Ruinen des Yeo Homesteads.

Die Ruinen werden heute von der Nationalparkverwaltung betreut, nachdem der Besitzer der Rinder- und Schaffarm sie in den frühen 1960er Jahren wegen Wassermangels aufgeben musste. Die Ruinen sind gut erhalten und bieten sehr gute Übernachtungsmöglichkeiten.
Die Piste wendet sich nun wieder nach Westen. Auf den nächsten ungefähr 65 km bis zum Yamarna Homestead wird der Track schmaler und etwas unübersichtlich. Viele Wege kreuzen den Anne Beadell Highway oder führen nach beiden Seiten von ihm weg. Das Gelände gehört einer Minengesellschaft, die hier nach Bodenschätzen gräbt und dazu unzählige Trassen angelegt hat, die in sämtliche Richtungen führen. Wichtig ist hier: stets in allgemein westlicher Richtung halten und auf dem Hauptweg bleiben. Am Yamarna Homestead gibt es wieder Übernachtungsmöglichkeiten.
Der Anne Beadell Highway führt westlich des Yamarna Homesteads geradeaus auf die White Cliffs Yamarna Road. Die Straße ist breit und eine gut ausgebaute, befestigte und regelmäßig gewartete Schotterstraße. Nach ungefähr 145 km erreicht man den Ortseingang von Laverton. Der Anne Bedeall Highway endet oder beginnt hier.
Genehmigungen
[Bearbeiten]Genehmigungen sind für die Durchfahrt bestimmter Gebiete und für Übernachtungen auf Campsites erforderlich und sind mindestens 6 Wochen vor Reiseantritt einzuholen. Deshalb wurden sie in Reisevorbereitung ausführlich beschrieben.
Ausflüge
[Bearbeiten]Laverton ist eine westaustralische Kleinstadt im Outback am Rande der Großen Victoria-Wüste. Nach 1340 km meist schlechter Piste fühlt sich das Fahren auf Asphalt wie das Gleiten auf ruhigen Wasser an. In Laverton gibt es Tankstellen, ein Hotel und ein Motel sowie einen Campingplatz. Ein Supermarkt ist ebenfalls vorhanden. Für medizinische Notfälle gibt es ein kleines Hospital.
Von Laverton aus führen zwei Straßen in unterschiedliche Richtungen: noch bevor man die Stadt erreicht biegt rechts die Great Central Road ab, die über Warburton (565 km) und den Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark (1167 km) ins Rote Zentrum bis nach Alice Springs (1603 km) führt.
Am westlichen Ende der Ortschaft führt die asphaltierte Laverton-Leonora-Road nach Leonora (125 km) und der Goldfields Highway über Menzies (230 km) nach Kalgoorlie (362 km).
Unterkunft
[Bearbeiten]Unterkünfte im Sinne eines Hotels/Motels gibt es am Anne Beadell Highway nicht. Anstatt dessen übernachtet man im Auto oder entlang des Highways auf einigen einfachen Campingplätzen, so dass Schlafsäcke mitzuführen sind.
Die wichtigste Campsite ist am Ilkurka Roadhouse die 1 Ilkurka Camping Facility ; sie ist gebührenpflichtig. Weitere Campingplätze sind – von Ost nach West – 2 Tallaringa Native Well Camping , 3 Mamungari Conservation Park Camping , 4 No. 4 Campsite westlich der Grenze zu Westaustralien, 5 Neale Junction Camping Area oder 6 Yeo camping area (213 km nordöstlich von Laverton).
Sicherheit
[Bearbeiten]- Allgemeines
Die Strecke als „highway“ zu bezeichnen, ist sogar im australischen Englisch irreführend und übertrieben, es handelt sich vielmehr um eine üble Naturpiste (englisch: track) wie der Oodnadatta Track. Ihre Bodenart ist eisenoxidhaltiger und deshalb roter Laterit-Boden, der dem „Red Centre“ seinen Namen gab. Für diesen benötigt man einen Allradantrieb mit hoher Bodenfreiheit, bei dem der Reifendruck vor Fahrtbeginn auf 0,8 bis 1,5 bar gesenkt werden sollte, um die Aufstandsfläche zu vergrößern. Der größere Kontaktbereich verteilt das Gewicht besser und verhindert, dass die Reifen im Sand durchdrehen oder sich eingraben. Teilweise befindet sich auf der Piste Vegetation, wobei der Mulgabusch Grund für Reifenpannen sein kann. Weite Teile der Piste weisen ein starkes Wellblechprofil auf, über das man mit Tempo 60 bis 80 km/h hinübergleiten sollte, soweit dies tiefe Bodenlöcher zulassen.
- Fahrweise
Auch wenn die Fahrzeugdichte nur in der Hochsaison - im australischen Winter - bis zu acht Kfz pro Tag steigt, sollte an unübersichtlichen Stellen die Geschwindigkeit herabgesetzt werden, um bei Gegenverkehr rechtzeitig ausweichen oder anhalten zu können. Beim Fahren auf Wellblech, deren Wellen zwischen Mabel Creek Station und der südaustralischen Grenze kilometerweise sehr ausgeprägt sind, wird empfohlen, zur komfortableren Fahrt den Reifendruck zu verringern.
- Bei Begegnungen mit Wildtieren ist mit erhöhter Aufmerksamkeit zu fahren:
- Kängurus und Emus laufen häufig auf gleicher Höhe neben dem Fahrzeug her und überqueren dann in selbstmörderischer Manier die Straße direkt vor dem Fahrzeug.
- Kamele benutzen häufig die Piste und verlassen sie auch nach Hupen oder Drängeln nicht. Da hilft nur Geduld.
- Schlangen und Echsen heizen sich gerne auf der Piste auf. Sie flüchten bei Herannahen eines Fahrzeuges in beliebige Richtungen, also auch vor das Fahrzeug. Bei Sichtungen die Geschwindigkeit herabsetzen und den Reptilien die Flucht ermöglichen.
- Feuer
Die Vorschriften zum Umgang mit Feuer sind genau einzuhalten. Beim Abstellen des Fahrzeuges sollte sich kein Spinifex unter dem Fahrzeug befinden, da sich dieses Gras am heißem Auspuff entzünden kann. Nach langen Fahrten über einen bewachsenen Streifen in der Mitte der Straße, sollte überprüft werden, ob sich viele Samen und Gräser am Boden des Fahrzeugs gesammelt haben und diese entfernt werden.
- Pannen
Unbedingt beim Fahrzeug bleiben. Ein Auto wird aus der Luft besser erkannt als Personen. Mit einem Sat-Phone kann das Problem genau beschrieben werden und Hilfe gezielt auf den Weg gebracht werden. Mit einem Epirb wird ein allgemeiner (Funk-)Notruf ausgesendet. Meist wird dann von einer nahe gelegenen Farm ein Mitarbeiter mit einem Fahrzeug ausgesendet, der feststellen soll, was geschehen ist. Häufig wird stattdessen auch ein Hubschrauber eingesetzt. Unerwartete Ereignisse wie Pannen oder plötzlich auftauchender heftiger Regen können die Reise verzögern. Im März 2024 überschwemmte ein Starkregen die Gegend und den Highway bis zu 1 Meter Höhe, er wird dann selbst für allradgetriebene Fahrzeuge unpassierbar. Wildwechsel durch Kamele und Kängurus sind täglich zu erwarten. Die Begegnung mit gut getarnten, giftigen Schlangen, Skorpionen und Spinnen kann Lebensgefahr bedeuten.
Die Verseuchungsgefahr ist in der Umgebung des ehemaligen Atomtestgeländes hoch, hier sollte man sich nur kurz aufhalten und nichts anfassen. Keineswegs sollte man auf dem Boden schlafen und keine Wildtiere jagen und verspeisen.
Der 4 Banjawarn Airport (ICAO: YBJW) beim Ilkurka Roadhouse wird für den Postversand, Charter-Flüge und den medizinischen Notfalldienst der 1 Royal Flying Doctor Service (Standort: 28 Davis Drive, Alice Springs; Tel. 08 8958 8600) genutzt, um die akut Erkrankten in ein Krankenhaus auszufliegen. Ein kleines Hospital befindet sich in Laverton.
Gesundheit
[Bearbeiten]Die Gefahr der Dehydrierung ist in der Wüste besonders hoch, so dass ausreichender Wasservorrat (6 Liter pro Tag/Person) mitzuführen ist. Bei großer Hitze ist jegliche Anstrengung zu vermeiden. Wenn der Körper Temperaturen über 40 °C nicht mehr regulieren kann, droht ein Hitzschlag.
Die Haut ist einer extrem hohen Exposition der Sonne ausgesetzt, so dass sonnenabweisende Kleidung, Sonnenbrillen und Sonnencremes mitzuführen sind. Sehr störend und lästig sind die harmlosen, millionenfach vorhandenen Australischen Busch-Fliegen (Musca vetustissima), deren Verjagen mit der Hand vor dem Gesicht den Ausdruck des „australischen Grußes“ (englisch: Aussie salute) hervorgebracht hat. Die Australier haben hierfür den Akubra-Hut mit am Hutrand herunterhängenden Korken erfunden.
Literatur
[Bearbeiten]- Greg Walker, Anne Beadell Highway, Design Interaction, 2009; ISBN 978-0980515848.
- Otmar Lind/Andrea Niehues, Australien Outback-Handbuch, 4. Auflage. Reise Know-How Edgar Hoff Verlag, Rappweiler 2008, ISBN 978-3-923716-24-1.
- Rob van Driesum, Outback Australia, 3. Auflage. Lonely Planet Publications Pty Ltd, Footscray 2002, ISBN 1-86450-187-1.
Weblinks
[Bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Tom Gara, Tackling the Back Country: Richard Maurice's expeditions in the Great Victoria Desert, in: South Australian Geographical Journal Vol. 93, 1994, S. 42-60
- ↑ Roger Cross/Avon Hudson, Beyond Belief: The British Bomb Tests. Australia's Veterans Speak Out, Wakefield Press, 2005, S. 22
