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ʿAin Schams ed-Dīn

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ʿAin Schams ed-Dīn ·عين شمس الدين
Mounesis · Μουνησις
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Die Überreste der römisch-byzantinischen Siedlung 'Ain Schams ed-Din (auch Ain/Ayn Schams/Shams el-Din, französisch: Chams el-Din, arabisch: ‏عين شمس الدين‎, ʿAin Schams ad-Dīn, „Quelle ‚Licht der Religion‘“, griechisch: Munisis/Mounesis) liegen etwa 70 Kilometer südlich der Stadt el-Chārga in der ägyptischen Senke el-Chārga auf der östlichen Straßenseite, ungefähr an der Stelle des Hassan Fathy Village, etwa 250 Meter östlich der Straße. Die hiesige Kirche ist eine der ältesten Kirchen Ägyptens.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Kirche wurde 1975/1976 vom Institut Français d’Archeologie Orientale freigelegt. Dabei wurden etwa 70 griechische Graffiti und Zeichnungen aus der Mitte und der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts an den Wänden der bereits vorhandenen Kirche entdeckt. Diese Inschriften, die in die Zeit nach dem Tod Konstantins des Großen (* um 270–288, † 337) datieren, können zum religiösen Leben der damaligen Zeit Auskunft geben.

In den Inschriften flehten die Schreiber, die weder Namen und Funktion hinterlassen haben, Gott, den Heiland, und Jesus Christus, den Beschützer, um Hilfe und Trost an. Die Schreiber bezeichnen sich selbst nur als Diener Gottes. Darstellungen bzw. Nennungen der hl. Jungfrau und anderer Heiliger fehlen dagegen.

Der antike Name der Siedlung, Munisis/Mounesis, was etwa Wasser der Isis bedeutet, fand sich auch auf einem der Graffiti. Damit besitzt der antike Name einen Bezug zum Isiskult in der römischen Zeit.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise kann mit eine PKW oder Taxi von el-Chārga oder Bārīs aus erfolgen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Lehmziegel-Ruinen der dreischiffigen Kirche ʿAin Schams ed-Dīn stammen aus der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Damit gehört sie sicher zu den ältesten Kirchen Ägyptens.

Der Grundriss der Kirche entspricht dem in konstantinischer Zeit gewohnten. Man erreicht das Kirchenschiff über eine Vorhalle im Süden. Das Hauptschiff und die beiden Seitenschiffe sind durch Säulenreihen voneinander getrennt. Die beiden Seitenschiffe waren durch einen Westumgang miteinander verbunden. Im Osten besaß die Kirche einen Chor.

Unterkunft[Bearbeiten]

Eine Unterkunft wird üblicherweise in der Stadt el-Chārga gewählt. Zudem gibt es noch ein saisonal genutztes Zelt-Camp nordwestlich von Qaṣr Dūsch.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch der archäologischen Stätte lässt sich mit dem Besuch von Hassan Fathy Village, Qaṣr Dūsch, Bārīs, ʿAin Manāwir und anderer Stätten entlang der Fernverkehrsstraße 25 verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wagner, Guy: Inscriptions et graffiti grecs inédits de la Grande Oasis (rapport préliminaire, Khargeh et Dakhleh, mars et juin 1975). In: Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO), Bd. 76 (1976), S. 283–288, insbesondere S. 285 f.
  • Supplementum epigraphicum Graecum (SEG), ISSN 0920-8399, Band 26 (1976–1977 [1979]), Nr. 1783–1791.
  • Wagner, Guy: Les textes de Chams el Din. In: Les oasis d’Égypte : à l’époque grecque, romaine et byzantine d’après les documents grecs. Caire: Inst. français d’archéologie orientale, 1987, (Bibliothèque d’étude ; 100), ISBN 978-2-7247-0050-3, S. 27–47, insbesondere Nr. 11 (S. 29), Nr. 49 (S. 36–38), Tafeln VII–XV.
  • Wagner, Guy: Shams al-Dīn. In: Atiya, Aziz Suryal (Hrsg.): The Coptic Encyclopedia ; Bd. 7: Qalʿ - Zost. New York: Macmillan, 1991, ISBN 978-0-02-897036-3, S. 2126 f.
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