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ʿAin Aṣīl

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Blick nach Süden über die archäologische Stätte von ʿAin el-Aṣīl
ʿAin Aṣīl ·عين أصيل
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Lagekarte des Neuen Tals in Ägypten
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ʿAin Aṣīl

'Ain Asil (auch 'Ain el-Asil, arabisch: ‏عين أصيل‎, ʿAin Aṣīl) ist eine archäologische Stätte im Nordosten der ägyptischen Senke ed-Dāchla. Der hiesige Gouverneurspalast und die Siedlung wurden in der 6. altägyptischen Dynastie errichtet. Der Friedhof der Siedlung befindet sich ca. 1 Kilometer westlich in Qilāʿ eḍ-Ḍabba. Die Zeugnisse im Nordosten von Balāṭ gehören zu den ältesten pharaonischen Monumenten in der Westlichen Wüste und belegen die Bedeutung von Balāṭ als wichtiges Verwaltungszentrum im Alten Reich.

Hintergrund[Bearbeiten]

Natürlich ist das Dorf Balāṭ schon von den frühen Reisenden aufgesucht worden. Über ʿAin Aṣīl hätten sie aber nichts berichten können.

Die hiesige archäologische Stätte wurde erst im Januar 1947 durch einen Sandsturm freigelegt. Im Oktober 1968 wurden erste Stichgrabungen unter dem ägyptischen Ägyptologen Ahmed Fakhry (1905–1973) durchgeführt. Zutage tragen Ziegelmauern, Keramik, beschriftete Steinblöcke und ein Grabstein mit dem Königsnamen Nefer-ka-Re (Pepi II.). Durch den Tod von Fakhry wurden die Arbeiten unterbrochen, aber 1978 vom Institut Français d’Archéologie Orientale du Caire unter Leitung vom Ägyptologen Jean Vercoutter (1911–2000) wieder aufgenommen. Die Arbeiten in Qilāʿ eḍ-Ḍabba und ʿAin Aṣīl sind noch nicht abgeschlossen und werden nun vom Ägyptologen George Soukiassian geleitet.

Die Siedlung von ʿAin Aṣīl stellt schon etwas Besonderes dar. Zum einen, dass es hier eine große und wohlhabende Siedlung weit entfernt vom Niltal gab. Zum anderen ist es dessen guter Erhaltungszustand, der den Wissenschaftlern ein Studium einer Stadt des Alten Reichs und seines Friedhofs in Qilāʿ eḍ-Ḍabba ermöglicht.

Die Stadt bestand zwischen der späten 5. bzw. frühen 6. Dynastie und der Zweiten Zwischenzeit. In dieser Zeit gab es mehrere Siedlungsphasen, in denen die jeweils früheren Bauten vollständig überbaut wurden. Die erste Phase endete nach etwa drei Generation durch einen Brand im Palast und anderen Teilen der Siedlung.

Die Siedlung wurde aber weiterhin genutzt. Die jüngsten Funde aus ʿAin Aṣīl waren beschriftete Blöcke von Pfosten und die Stele des Men-cheper, die in die 18./19. Dynastie (Neues Reich) datieren.[1]

Anreise[Bearbeiten]

Eine Anreise ist nur mit einem geländegängigen Allradfahrzeug möglich. Bei der Auswahl eines Fahrers achte man auf seine Ortskenntnis.

Mobilität[Bearbeiten]

Der Untergrund um das Grabungsgelände ist sandig.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick über die antike Siedlung
Blick über die antike Siedlung

Der Eintrittspreis beträgt LE 40 und für Studenten LE 20 (Stand 10/2017) für den gemeinsamen Besuch mit Qilāʿ eḍ-Ḍabba.

Das Grabungsgelände erstreckt sich über ca. 800 Meter von Nord nach Süd bzw. über ca. 500 Meter von Ost nach West. Der älteste Teil der antiken Siedlung aus der Zeit Pepis I. wurde von einer etwa rechteckigen Mauer mit etwa 170 Metern Seitenlänge umgeben. An den Ecken gab es Bastionen. Spätere Bauten wurden im Süden angefügt, ohne aber neue Mauern darum zu errichten.

Im Norden befindet sich der Palast des Gouverneurs, gut erkennbar an der Säulenhalle. Der Palast hatte Ausmaße von 225 Metern von Nord nach Süd und eine Breite von 95 Metern.

Zum Palast gehörten Totenkapellen von drei Gouverneuren. Von einem zentralen Hof führte je ein Portal mit zwei Säulen zu einem weiteren Hof mit einen Halle und zwei länglichen Seitenräumen. Eine Stele mit dem königlichen Dekret Pepis II. bestätigt den Zweck dieser Kapellen.[2]

Östlich dieser Kapellen befand sich ein großer Verwaltungsbezirk mit eigenem Hof.

Alle Gebäude wurden aus Lehmziegeln errichtet und verputzt.

Im Südteil der Siedlung gab es vier Keramikwerkstätten.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte gibt es in Mut und in Qasr ed-Dachla.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch der archäologischen Stätte lässt sich mit dem Besuch der Altstadt von Balat und dem Friedhof von Qilāʿ eḍ-Ḍabba verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Allgemein
    • Osing, Jürgen: Denkmäler der Oase Dachla : aus dem Nachlass von Ahmed Fakhry. Mainz : Zabern, 1982, (Archäologische Veröffentlichungen ; 28), ISBN 978-3805304269, S. 33–37, Tafeln 7, 61.
    • Valloggia, Michel: Dakhla Oasis, Balat. In: Bard, Kathryn A. (Hg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. London, New York : Routledge, 1999, ISBN 978-0-415-18589-9, S. 216–219.
  • Weitere Grabungsberichte
    • Soukiassian, Georges ; Wuttmann, Michel ; Schaad, Daniel: La ville d’ʿAyn-Aṣīl à Dakhla : État des recherches. In: Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO), Bd. 90 (1990), S. 347–358, Tafeln XXIV–XXVII.
    • Soukiassian, Georges [u.a.]: Les ateliers de potiers d’ʿAyn-Aṣīl : fin de l’ancien empire, première période intermédiaire. Le Caire : Inst. Français d'Archéologie Orientale, 1990, (Balat ; 3), (Fouilles de l’Institut Français d’Archéologie Orientale du Caire ; 34), ISBN 978-2724700893.
    • Midant-Reynes, Béatrix: Le silex de ʿAyn-Aṣīl. Le Caire : Inst. Francais d’Archéologie Orientale, 1998, (Documents de fouilles de l’IFAO ; 34), ISBN 978-2724702309.
    • Soukiassian, Georges ; Wuttmann, Michel ; Pantalacci, Laure: Le palais des gouverneurs de l’époque de Pépy II : les sanctuaires de ka et leurs dépendances. Le Caire : Inst. Français d'Archéologie Orientale, 2002, (Balat ; 6), (Fouilles de l’Institut Français d’Archéologie Orientale du Caire ; 46), ISBN 978-2724703139.
    • Marchand, Sylvie ; Soukiassian, Georges: Un habitat de XIII dynastie : 2. periode intermediaire a Ayn Aṣīl. Le Caire : Inst. Français d'Archéologie Orientale, 2010, (Balat ; 8), (Fouilles de l’Institut Français d’Archéologie Orientale du Caire ; 59), ISBN 978-2724705300.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fakhry, Osing, a.a.O. , S. 33 f., Nr. 30, Tafel 7; S. 37, Nr. 39 f., Tafel 8.
  2. Pantalacci, Laure : Un décret de Pépi II en faveur des gouverneurs de l’oasis de Dakhla, in Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO), Band 85 (1985), 245–254.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Balat, Website des Institut Français d’Archéologie Orientale du Caire
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