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Wādī el-Ḥamrāʾ

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el-Wādī el-Ḥamrāʾ ·الوادي الحمراء
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Das el-Wadi el-Hamra, (auch Wadi Hamra, Wadi Ramra arabisch: ‏الوادي الحمراء‎, al-Wādī al-Ḥamrāʾ, „das rote Tal“) ist ein etwa 35 Kilometer langes Tal im Norden des Abu-Ras-Plateaus, des Nordwest-Teils des Gilf-Kebir-Plateaus, in der ägyptischen Westlichen Wüste. Es ist bekannt für seine Vegetation und Felsgravuren.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das etwa 20 Kilometer lange el-Wādī el-Ḥamrāʾ gehört zu einer Gruppe von drei Tälern im Norden des Abu-Ras-Plateaus, bestehend aus dem Wādī Ṭalḥ im Westen, dem Wādī ʿAbd el-Mālik in der Mitte und dem el-Wādī el-Ḥamrāʾ im Osten. Der Name des Tals leitet sich von der Färbung des Sandes ab, der durch seinen hohen Eisenoxidanteil fast leuchtend rot erscheint.

Das Tal wurde 1933 vom britischen Vermesser Patrick Andrew Clayton (1896–1962) entdeckt. Er berichtete von Akazien und Schafen in diesem Tal. Der deutsche Wüstenforscher László Almásy (1895–1951) glaubte, in diesen drei Tälern die legendäre Oase Zarzūra zu erkennen.

Der deutsche Ethnologe Hans Rhotert (1900–1991) entdeckte in diesem Tal 1935 eine erste Felsbildgruppe. Zwei weitere Felsbildgruppen wurden in den 1990er-Jahren von Giancarlo Negro sowie Ute und Friedrich Berger entdeckt. In allen Fällen handelt es sich um Tierdarstellungen, die als Felsgravuren, sog. Petroglyphen, ausgeführt sind.

Heutzutage findet sich im Tal keine Quelle mehr. Dennoch besitzt das Tal Vegetation in Form von Akazien und einigen Sträuchern und Büschen.

Anreise[Bearbeiten]

Petroglyphen am Fundort von Giancarlo Negro
Felsgravuren von Tieren

Der Besuch des Tales ist manchmal Teil einer Wüstenexkursion in den Gilf-Kebir-Nationalpark. Für die Reise durch die Wüste benötigt man ein geländegängiges Allradfahrzeug.

Man erreicht das Tal am einfachsten von Norden her durch seinen 1 Taleingang.

Es empfiehlt sich zum Auffinden der Felszeichnungen, einen ortskundigen Führer mitzunehmen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

An drei Stellen im Tal gibt es Gruppen mit Felsgravuren, sog. Petroglyphen. Die meist dargestellten Tiere sind Giraffen. Zudem wurden auch Gazellen, Antilopen, Vieh und Hundeartige verewigt.

Zur Vegetation gehören Schirmakazien (Acacia tortilis raddiana), die sich zumeist an der Wadi-Ostseite befinden, und mehrere Sträucher und Büsche. Zu letzteren gehören Kapernsträucher (Maerua crassifolia), Fagonien und die Kreuzblütengewächse Zilla spinosa.

Nach einem der seltenen Regenfälle, wie z.B. im März 2009, verwandelt sich das Tal in eine Savanne.

Hans Rhotert (1900–1991), Giancarlo Negro sowie Uta und Friedrich Berger haben Felsritzungen, sog. Petroglyphen, von drei verschiedenen Stellen dokumentiert, und zwar zum einen am südlichen Ende des nördlichen Drittels bei 2 23° 54′ 6″ N 25° 27′ 54″ O und am Südende des Wadis bei 3 23° 45′ 2″ N 25° 27′ 37″ O an der Westseite des Wadis.

Küche[Bearbeiten]

Man kann an den verschiedensten Stellen des Tals eine Rast machen. Speisen und Getränke müssen mitgeführt werden. Abfälle müssen mitgenommen werden und dürfen nicht liegen gelassen werden.

Unterkunft[Bearbeiten]

Für die Übernachtung in einiger Entfernung müssen Zelte mitgeführt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bagnold, R.A.; Myers, O.H.; Peel, R.F. ; Winkler, H.A.: An Expedition to the Gilf Kebir and 'Uweinat, 1938. In: The Geographic Journal (GJ), ISSN 1475-4959, Bd. 93,4 (1939), S. 281–313, JSTOR 1787767.
  • Rhotert, Hans: Libysche Felsbilder : Ergebnisse der 11. und 12. deutschen innerafrikanischen Forschungs-Expedition (Diafe) 1933/1934/1935. Darmstadt: Wittich, 1952.
  • Negro, Giancarlo: Due nuove stazioni d’arte rupestre di probable età epipaleolithica nell’area dell’Uadi Hamra, Gilf Kebir (Sudovest dell’Egitto). In: Sahara : preistoria e storia del Sahara, ISSN 1120-5679, Bd. 7 (1995), S. 51–68.
  • Berger, Uta ; Berger, Friedrich: Ein neuer Felsbildfund im Wadi Hamra (Gilf Kebir, Ägypten). In: Almogaren / Institutum Canarium, Bd. 30 (1999), S. 203–220, PDF.
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