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Tell er-Rubʿ

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Grabungsgelände von Tell er-Rubʿ
Tell er-Rubʿ ·تل الربع
Mendes · Μένδης
GouvernementDaqahlīya
Höhe
11 m
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Lage
Lagekarte des Nildeltas in Ägypten
Reddot.svg
Tell er-Rubʿ

Tell er-Rub' (auch Tell el-Rub', Tell el-Ruba, arabisch: ‏تل الربع‎, Tall ar-Rubʿ) ist eine archäologische Stätte im Nildelta im ägyptischen Gouvernement ed-Daqahlīya an der Stelle des antiken Mendes (griechisch Μένδης). Sie ist ca. 35 km südöstlich von el-Mansura und 1,5 Kilometer südwestlich des Dorfes er-Rubʿ gelegen. Für die Grabungsstätte, für deren Besuch man eine Genehmigung benötigt, dürften sich Archäologen und Ägyptologen interessieren.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet des Tell er-Rubʿ ist bereits seit Anbeginn des Alten Reichs besiedelt. Das antike Djedet bzw. Per-banebdjedet war die Hauptstadt des 16. unterägyptischen Gaus und in der 29. Dynastie die Hauptstadt Altägyptens. In griechischer Zeit wurde die Stadt Mendes genannt. Anfänglich wurde hier die Göttin Hatmehit verehrt, jedoch trat bereits ab der 2. Dynastie an ihre Stelle ihr Gefährte, der Widdergott Ba-neb-djedet (Ba (Seele) des Herrn von Djedet). Ihr Sohn war der Gott Hor-pa-chered, Horus-das-Kind.

Der Grabungshügel Tell er-Rubʿ ist der Standort des unter Amasis (29. Dynastie) errichteten Tempels für Ba-neb-djedet, dessen weithin sichtbares Zeichen der Naos des Schu aus Rosengranit ist. Allerdings besaß der Tempel einen Vorgängerbau aus der 18. Dynastie, wie Gründungsgruben aus dieser Zeit und Kartuschen Ramses’ II. belegen.

Das Siedlungsgebiet befand sich südlich hiervon in Tell Timai.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Berichte über diese Stadt liegen von Herodot und dem arabischen Geografen Subh el-A'scha (15. Jahrhundert) vor. Im 15. Jahrhundert muss der Tempel wohl fast noch in voller Höhe erhalten gewesen sein. Eine kurze Beschreibung wurde von Wissenschaftlern der Napoléon-Expedition gegeben. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gibt es kurze Beschreibungen der Stätte einschließlich des Tell Timai, ohne dass es eine wissenschaftliche Grabung gegeben hat. Neuere Forschungen liegen von Chr. L. Soghor ab 1965[1] und vom kanadischen Ägyptologen Donald B. Redford ab 1991 vor, letztere sind aber noch nicht abgeschlossen.

Anreise[Bearbeiten]

Von el-Manṣūra kommend fährt man bis nach Sandūb (arabisch: ‏سندوب‎), um hier bei 1 31° 1′ 6″ N 31° 23′ 38″ O nach Osten in Richtung Talbāna (arabisch: ‏تلبانة‎) abzuzweigen. In Talbāna biegt man bei 2 30° 58′ 44″ N 31° 27′ 20″ O nach rechts (Südost) ab und fährt weiter über Minschāt Ṣabrī Abū ʿAlam (arabisch: ‏منشاة صبري أبو علم‎). Dort zweigt man bei 3 30° 58′ 0″ N 31° 29′ 19″ O nach links (nach Osten) ab und gelangt nach knapp 3 Kilometern zum Grabungshaus an der Südseite der Straße. Das Dorf er-Rubʿ befindet sich ca. 1,5 Kilometer weiter östlich.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Gelände lässt sich nur zu Fuß ergründen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Granitnaos des Schu
Baufragmente am Grabungshaus
Sarkophag

Für den Besuch des Grabungsgeländes benötigt man eine Genehmigung der Obersten Antikenbehörde in Kairo!

Vor dem 1 Grabungshaus (30° 57′ 44″ N 31° 30′ 55″ O) liegen verschiedene Baufragmente wie Sphingen, eine Sitzstatue, Teil des Unterkörpers einer Statue, Särge, ein kleiner Schrein sowie Säulenfragmente und Kapitelle. Diese Fragmente stammen wohl aus jüngeren Grabungen.

Der 2 Naos des Amasis (30° 57′ 28″ N 31° 30′ 53″ O) wurde in den letzten Jahren freigelegt. Auf den Pfosten dieses ca. 10 Meter hohen Naos befinden sich Inschriften dieses Königs, der vom Widdergott geliebt wurde. Dieser Naos des Schu gehörte zu einem Satz von vier Schreinen und stand am Südende eines etwa 150 Meter langen Tempels, der seinen Eingang im Norden besaß. Die paarweise aufgestellen Schreine standen im hinteren Teil eines etwa 30 × 40 Meter großen Raumes. Der Naos steht auf einem Fundament aus ca. 1 Meter hohen Kalksteinquadern. Diese Schreine nahmen einst die Kultbilder der vier Götter Re, Schu, Geb und Osiris auf.

Im Gelände befindet sich zudem ein 3 Kalksteinsarkophag (30° 57′ 29″ N 31° 31′ 0″ O) mit innen liegender Basaltwanne.

Zudem lassen sich Überreste von Lehmziegelwänden ausmachen.

Küche[Bearbeiten]

Restaurants finden sich el-Manṣūra.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte gibt es el-Manṣūra.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch des Grabungsgeländes lässt sich mit dem von el-Manṣūra und anderen Stätten im Gouvernement ed-Daqahlīya verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Scharff, A.: Ein Besuch von Mendes. In: Mitteilungen des Deutschen Instituts für Ägyptische Altertumskunde in Kairo, Bd. 1 (1930), S. 130–134.
  • Meulenaere, Herman de ; Mackay, Pierre: Mendes, Bd. 2. Warminster : Aris & Phillips, 1976.
  • Redford, Donald B.: Mendes: city of the ram-god. In: Egyptian Archaeology : Bulletin of the Egypt Exploration Society, Bd. 26 (2005), S. 8–12.
  • Redford, Donald B.: City of the Ram-man : the story of ancient Mendes. Princeton [u.a.] : Princeton University Press, 2010, ISBN 978-0691142265.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Soghor, C.L. : Mendes 1965 and 1966 : II. Inscriptions from Tell el Ruba, in: Journal of the American Research Center in Egypt (JARCE), Band 6 (1967), S. 16−23.
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