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Port Royal

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Port Royal
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Port Royal ist eine Stadt in Jamaika.

Hintergrund[Bearbeiten]

Dieser Ort ist ebenso legendär und sagenumwoben wie geschichtlich und archäologisch interessant. In der Zeit der Piraten soll auf der Landzunge vor Kingston die reichste Stadt der Erde gelegen haben. 1688 gab es auf der schmalen Halbinsel 600 Steinhäuser und etwa ebensoviele Gebäude aus Holz. Die Häuser waren bis zu vier Etagen hoch und hatten teilweise auch einen Keller.

In der Stadt hielten sich bis zu 8.000 Menschen auf. Berüchtigte Piraten wie Francis L`Ollonais, Roche Brasiliano und Henry Morgan hatten dort ihr Hauptquartier. Zum Schutz der Stadt wurden mehrere Befestigungsanlagen gebaut. Fort Charles überstand Erdbeben und Wirbelstürme. Fort James, 1667 fertig gestellt, es hatte 26 Kanonen und war nach dem Bruder von König Charles benannt. Die Lage dieses versunkenen Forts wird durch eine Tafel angezeigt, die man an der Seeseite der Umfassungsmauer des Marine Hospitals findet.

Im Jahre 1678 wurden zwei weitere Befestigungsanlagen fertig. Fort Carlisle hatte 14 Kanonen, benannt wurde es nach dem Grafen von Carlisle, der zu jener Zeit Gouverneur war. Ebenso Fort Rupert, es war mit 22 Kanonen bestückt. Fort Morgan entstand zwischen 1678 und 1680, es hatte 26 Kanonen und lag zwischen Fort Charles und Fort Rupert zum Schutz der Meeresseite. Fort Walker lag im Nordwesten des Ortes und wurde ein Opfer des Erdbebens.

Am 7. Juni 1692 wurde all dies von einem Erdbeben erschüttert. Zur Hafeninnenseite hin versank auf über 100 m Breite der Ort im Meer, die der offenen See zugewandte Seite der Halbinsel wurde dagegen angehoben, so dass das Meeresufer heute über 200 m weiter im Süden liegt. Port Royal wurde wiederaufgebaut, bis 1704 ein Feuer die Stadt zerstörte, erneut begann man zu bauen, Wirbelstürme waren die nächsten Katastrophen.

Ein weiteres Erdbeben, das im Jahre 1907 schwere Schäden in Kingston verursachte hatte auch in Port Royal Auswirkungen, die man heute noch bei der Victoria und Albert Battery und den Giddy Haus beobachten kann. Im Jahre 1950 hatte der Ort noch 1.200 Einwohner. Ein Jahr später zerstörte ein schwerer Wirbelsturm fast alle Gebäude.

Aufgrund der strategischen Lage wurde der Stützpunkt aber bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts immer wieder ausgebaut, umgebaut und erneuert. Als man im Jahre 1905 die Marinewerft auflöste wurde Port Royal zu einem kleinen, verschlafenen Fiascherdorf, nur auf dem Seewege erreichbar. Erst 1936 begann man mit dem Bau der Palisadoes Straße und dem Flugplatz. Bis Ende der 1970er Jahre wurde die äußerste Landspitze als Trainingsschule der Polizei genutzt und war schwer bewacht. Besucher von Fort Charles mussten sich in ein Gästebuch eintragen. Heute kann man sich fast überall frei bewegen, nur ein verhältnismäßig kleiner Teil wird von der Küstenwache genutzt. Die ursprünglich, zeitlich begrenzte Ansiedlung der Küstenwache hat eine lange Geschichte. Nach dem Abzug der Polizeischule übernahm die Küstenwache 1984 alle Gebäude. Dazu gehört auch das historische Munitionsdepot.

In den Jahren 1968 bis 1984 fanden umfangreiche Ausgrabungen im historischen Port Royal statt. Mit großartiger Unterstützung amerikanischer Universitäten wurde auch der versunkene Teil der Stadt untersucht.

Ende August 2003 wurde die Fährverbindung zwischen Downtown Kingston und Port Royal eingestellt. Eine Buslinie ersetzt die Fähre. Dies bedeutet statt 30 Minuten Schiffsverbindung für die 5½ km lange Strecke quer durch den Hafen von Kingston eine 1-Stunden Busfahrt. Dies ist ein neuer, schwerer Rückschlag für die örtliche Wirtschaft. Die Mehrzahl der von Kingston kommenden Touristen besuchte dort zunächst den Handwerker Markt, wenige Schritte vom Fähranleger entfernt, um dann in Port Royal ein Fischrestaurant zu besuchen und die alten Befestigungen zu erkunden.

Im April 2010 wurde dort nur noch ein Fischrestaurant betrieben, leider hat es noch nicht einmal Meerblick. Die alten Restaurants am Fähranleger wurden abgerissen oder sind geschlossen.

Die Jamaikanische Armee (Küstenwache) hat inzwischen wieder den ganzen westlichen Bereich der Landzunge übernommen. Vor dem Zugang zum Fort Charles stehen Barrieren, Wachsoldaten und ein Schild "Open" oder "Closed". Der Zugang ist nur noch beschränkt möglich. Zur Seeseite hin, also Richtung Victoria und Albert Batterie ist direkt hinter diesen Gemäuern ein hoher Zaun gezogen, so dass der Zugang zum Meer dort nicht mehr möglich ist.

Anreise[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Port Royal ist Luftlinie nur etwas über 3 km von Portmore entfernt, nach Downtown Kingston sind es 5½ km. Auf dem Wasserweg ist der Ort aber leider nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Mit dem Bus von Downtown, vorbei am Internationalen Flughafen sind es 30 Straßenkilometer, die Fahrzeit beträgt über eine Stunde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Marine Quartier. Das Marine Quartier der königlichen Marine von 1904.
  • Die Torpedoboothäuser und die Helling für die Boote entstanden im Jahre 1900.
  • Polygon Battery. Die Polygon Battery baute man 1780–1781. Nach der siegreichen Schlacht „The Battle of the Saints“ kam Admiral Rodney zusammen mit Prinz William Henry, dem späteren König William IV., nach Port Royal. Im zu Ehren wurde die Polygon Battery umbenannt.
  • Königliche Marinewerft. Entstanden um 1720.
  • Half Moon Battery. Die Half Moon Battery wurde im 18. Jahrhundert errichtet.
  • St. Peters Church. Die Kirche St. Peters Church wurde in den Jahren 1725–1726 erbaut. Die erste Kirche fiel dem Erdbeben von 1692 zum Opfer, eine zweite dem großen Feuer von 1703. Der heutige Kirchenbau wurde zwei Mal restauriert. Der Altar wurde um 1740 angefertigt, der Kronleuchter wurde 1743 in der Kirche angebracht.
  • Morgan´s Line. Die Morgan´s Line war eine Art Stadtmauer und mit 16 Geschützen versehen. Morgan´s Line entstand im Jahre 1671.
  • Militärhospital. Das Militärhospital wurde ca. 1800 erbaut. Es war ein reines Holzgebäude mit zwei Etagen. Die obere Etage hatte einen umlaufenden Balkon. Durch einen Wirbelsturm im August 1951 wurde das Haus schwer beschädigt, nur die tragenden Balken blieben wie ein Gerippe stehen.
  • Garnisonsmauer. Die Garnisonsmauer ist aus dem Jahre 1908.
  • Marine Hospital. Das Marine Hospital aus dem Jahre 1819 ist das erste Gebäude, welches aus vorgefertigten Gusseisenteilen erbaut wurde. Die einzelnen Teile kamen aus England und wurden vor Ort zusammengesetzt. Das Bauwerk überstand das Erbeben von 1907 und den Wirbelsturm von 1951 unbeschadet. An der seeseitigen Umgrenzungsmauer findet man eine Tafel. Diese zeigt die Lage des versunkenen Fort James an. Heute befindet sich das ehemalige Marine Hospital im Besitz des JNHT. In einem Teil der oberen Etage ist das National Museum of Historical Archaeology untergebracht. Seit 1978 sind dort die Funde des im Meer versunkenen Port Royal ausgestellt.
  • Hanover Line. Die Hanover Line, 1720 erbaut, ist ein Teil der Mauerwerke, welche die Militäranlagen einfassten.
  • Fort Charles. Fort Charles wurde 1655-1662 als Fort Cromwell erbaut. Zu dieser Zeit war es fast vollständig von Wasser umgeben. Später wurde es nach König Charles II. umbenannt. Während des Erdbebens von 1692 wurde es nur leicht beschädigt. 1667 war die Festung mit 26 Kanonen bestückt, bis 1765 erhöhte man die Anzahl auf 104. Die Besatzung betrug nun 500 Mann. Die beiden Gebäude im Innenraum stammen aus dem Jahre 1699 und waren die Offiziersquartiere. 1971–1972 wurden sie renoviert, seit 1977 ist dort ein Minimuseum untergebracht.
  • Fort Charles und Fort Charles Maritime Museum. Tel.: 967-8438. Das kleine Museum zeigt ein Modell des Forts, eine alte Landkarte und Schiffsmodelle. Geöffnet: Öffnungszeiten: täglich 9.00 – 17.00 Uhr. Preis: Eintritt: Erwachsene 2 US $, Kinder 1 US $.
  • Zu dem Verteidigungssystem von Victoria und Albert Battery gehört auch der Munitionsraum. Das Gebäude ist aus roten Ziegeln gemauert und hat Tür und Fensteröffnungen. Durch das Erdbeben wurde das ganze Gebäude so verschoben, dass der Betonboten nicht mehr eben ist. Im Volksmund nennt man es „Giddy House“, das Haus, in dem einem schwindelig wird.
  • Die moderne Kriegsführung veranlasste Königin Victoria 1888 dazu, vor dem Fort Charles je zwei neue 26 cm und 15 cm Seegeschütze zu installieren, die 360 Grad drehbar waren. Zusätzlich gab es 15 cm Geschütze. Die Victoria Battery und die Albert Battery, beide stehen rund 200 m auseinander und waren durch Tunnelsysteme miteinander verbunden. Bei dem Erdbeben von 1907 wurden die Eingänge mit Sand verschüttet.
  • Nelson Square. Der Paradeplatz ist heute ein Parkplatz. Ursprünglich hieß die Stelle „Chocolata Hole“ und war Teil des Hafens von Port Royal. Während des 18. und 19. Jahrhunderts wurde der Bereich mit Erde aufgefüllt.
  • Etwa 700 m östlich von Fort Charles befindet sich Fort Rupert benannt nach dem Neffen von König Charles I. Es war das östlichste Befestigungswerk von Port Royal und hieß zunächst Prison Fort, später Sea Fort, wegen seiner Nähe zum Meer. Es war mit 22 Kanonen bestückt. Während des Erdbebens von 1692 versank es zunächst im Meer, später wurde es wieder an die Oberfläche gedrückt, erst 1968 konnten Taucher zufällig Reste in der Lagune neben der Straße finden.
  • Marine Laboratorium. Das Marine Laboratorium der Universität wurde 1955 gegründet und befindet sich seit 1969 in Port Royal. Für die Öffentlichkeit ist es nicht zugänglich.
  • Coast Guard. Coast Guard, Stützpunkt der Küstenwache, im Jahre 1963 begann die Küstenwache ihre Arbeit dort mit zwei kleinen, untauglichen Booten aus der Zeit des II. Weltkrieges. Seit 1966 sind dort modernste Schiffe im Einsatz.
  • Plum Point Leuchtturm, Palisadoes Road, in Höhe der Landebahn am Flughafen. Etwa 8 km östlich von Port Royal steht der Plum Point Leuchtturm und kennzeichnet die Zufahrt zum Hafen von Kingston. Der Leuchtturm ist verschlossen, der Zugang ist frei. Dieses Leuchtfeuer wurde 1853 errichtet. Seitdem war der Betrieb nur einmal unterbrochen, während des Erdbebens 1907. Der Turm aus Stahl und Steinen ist 21 m hoch. Es gibt ein weisses Licht, 40 km weit sichtbar, für den östlichen Zufahrtkanal und ein rotes Licht, 20 km weit sichtbar, für den südlichen Zufahrtkanal.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Fischen:

  • Morgan´s Harbour Marina, 924-8464.
  • Why Not on the Docks, Morgan´s Harbour. Tel.: 967-8448. Preis: Preise: 115 US $ pro Stunde.

Tauchen:

  • Buccaneer Scuba Club, Morgan´s Harbour. Tel.: 967-8061, Fax: 967-8073.

Yacht-Charter:

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Lue´s Grocery, High Street.

Küche[Bearbeiten]

  • Gloria´s Rendezvous, 5 Queen Street / Querstraße zur High Street. Tel.: 967-8066. Fischgerichte.
  • Red Jack, Morgan´s Harbour Hotel. Tel.: 967-8040. Jamaikanisch.
  • Why Not on the Docks, Morgan´s Harbour. Tel.: 967-8448. Geöffnet: Öffnungszeiten: Mo – Fr 12.00 – 20.00 Uhr, Sa + So 9.00 – 1.00 Uhr.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • Morgan´s Harbour Hotel ***. Tel.: 967-8030, 967-8075, Fax: 967-8873. 61 Zimmer und Suiten, 2 Restaurants, 2 Bars, Pool, Konferenzraum, Ladenzeile, Marina, Privatstrand, Surfen, Tauchen. Lage: auf der Landzunge im Hafen vor Kingston, kostenloser Bustransfer zum Flughafen, dieser ist 5 Fahrminuten vom Hotel entfernt. Preis: Preise ganzjährig: EZ ab 76 €, DZ ab 80 €, Suite ab 150 €.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ärzte:

  • Port Royal Health Centre. Tel.: 967-8197.

Polizei:

  • Police Station, Queen Street. Tel.: 967-8068.

Postamt:

  • Post Office, Church Street. Tel.: 967-8283. Geöffnet: Öffnungszeiten: Mo – Fr 8.00 – 16.00 Uhr.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Lime Cay. Lime Cay ist eine kleine, unbewohnte Insel, 3 km südöstlich von Port Royal. Sie ist 380 m lang und 85 m breit mit Baumbewuchs. Am Wochenende kommen Einheimische zum Baden dorthin. Dann gibt es dort eine Bar und es wird Essen gekocht. Unter der Woche ist die Insel absolut tot. Vom Morgans Harbour Hotel aus kann man ein Boot mieten und sich hinbringen lassen.

Literatur[Bearbeiten]

  • PORT ROYAL, mit inliegender Karte, Clinton V. Black, Institut of Jamaica Publicatins Limited, überarbeitete Auflage 1988, ISBN 976-8017-06-6

Weblinks[Bearbeiten]

ArtikelentwurfDieser Artikel ist in wesentlichen Teilen noch sehr kurz und in vielen Teilen noch in der Entwurfsphase. Wenn du etwas zum Thema weißt, sei mutig und bearbeite und erweitere ihn, damit ein guter Artikel daraus wird. Wird der Artikel gerade in größerem Maße von anderen Autoren aufgebaut, lass dich nicht abschrecken und hilf einfach mit.
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