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Nationalpark De Sallandse Heuvelrug

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Nationalpark De Sallandse Heuvelrug
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Hügel geben einer Landschaft einen besonderen Reiz, sicherlich in einem flachen Land wie den Niederlanden. Und das ist das besondere des Nationalparks De Sallandse Heuveleug in Overijssel. Es hat was von Ausland, wo der Horizont niemals gerade ist. Diesen Nationalpark kann man schon von weither sehen. Weil in den Niederlanden schon rasch etwas Berg heißt, besteht auch der Sallandse Heuvelrug aus "Bergen" wie dem Hellendoornse Berg, de, Haarlerberg, de, Holterberg, dem Sprengenberg und dem Koningsbelt. Dieser letzte ist der höchste, er erhebt sich immerhin 75,5 m über dem Meeresspiegel. Doch es geht gar nicht mal um die Höhe, sondern, sondern um das Gefälle, die hier den Waldwegen und Heidefeldern etwas zusätzliches geben. Der Sallandse Heuvelrug ist ein rund 5000 ha großes perfektes Gebiet für Wanderungen und Fahrradtouren mit überraschenden Aussichten. Davon bilden rund 2700 ha, südlich der Straße Nijverdal - Raalte, den Nationalpark.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Landschaft des Sallandse Heuvelrug (Sallander Hügelrücken) wurde in einer weit zurück liegenden Vergangenheit durch sich verschiebendes Eis, Schmelzwasser und verwehenden Sand gebildet. Auch der Mensch hat seine Spuren zurückgelassen, vor 5000 Jahren.

Der heutige Zustand des Gebietes ist vor allem in den letzten Jahrhunderten entstanden. Sandverwehungen. Verursacht von zu viel Begrasung der Heidefelder , wurden Anfang des vorigen Jahrhunderts eingeschränkt, indem Wälder gepflanzt wurden.

Zwei Eiszeiten trugem zum Entstehen des Sallandse Heuvelrug bei. Vor rund 150.000 Jahren bedeckte eine 100 bis 400 m dicke Eiskappe die Nordhälfte der Niederlande. Miz dieser Eiskappe wurde Gestein aus Skandinavien gebracht. Als das Klima wärmer wurde, zog sich die Eiskappe zurück. Eine Endmoräne blieb zurück, bestehend aus Stein, Sand und Schichten von Geschiebelehm. Schmelzwasser suchte sich einen Weg hinunter und spülte die Endmoräne an einigen Stellen ganz oder teilweise weg. Das Schmelzwasser auf dem Hügelrücken bildete die Höhen und Senken, wie wir sie heute kennen. In der letzten Eiszeit vor rund 100.000 Jahren, gelangte die Eiskappe nicht mehr bis an den Heuvelrug. Zwar war die Erde fest gefroren und kahl und wehte ein starker Wind, der auf den Resten der Endmoräne eine dicke Schicht feinen Sand absetzte.

  • Heidebildung

Nach der letzten Eiszeit kamen die Niederlande wieder in einer gemäigten Klimazone zurecht, in der sich Wald entwickeln konnte. Für den prähistorischen Menschen war der Sallandse Heuvelrug ein anziehendes Gebiet. Die ältesten Siedlungsspuren sind rund 5000 Jahre alt und bestehen aus Grabhügeln und Werkzeigen aus Feuerstein.

Nach einer Periode, in der der Mensch das Gebiet als Jäger und Sammler besuchte, entwickelte er sich zum Ackerbauern. Teile des Laubwaldes wurden abgeholzt oder brandgerodet, die entstandenen offenen Stellen einige Jahre landwirtschaftlich genutzt. War der Boden einmal ausgelaugt, wurde ein neues Stück Wald gerodet. Auf den erschöpften und nährstoffarmen Böden, die zurückblieben, konnte sich Haide entwickeln. Seit dem Mittelalter war bekannt, dass Mist den Boden fruchtbar macht. Schafe und Ziegen, die Tagsüber auf der Heide gradten, brachten die Nacht in einem potstal durch, in dem sie den Mist zurück ließen. Die Begrasung durch Schafe und Ziegen machte die Entwicklung von Wald unmöglich: Alle jungen Triebe wurden direkt aufgefressen.

  • Heidekultivierung

Zu Beginn des 20. Jhs. war der Sallandse Heuvelrug noch fast ausschließlich mit Heide bedeckt, doch das dauerte nicht lang. Einige Teile der Heide wurden so intensiv begrast, dass die Vegetation verschwand und Wind und Sand freie Hand bekamen. 1899 wurde darum das Staatsbosbeheer (Staatliches Forstamt) gegründet. Eines seiner Ziele war es, die Sandverwehungen und Teile der Heide zu bewalden.

Viele der Bäume, die auf dem Heuvelrug gepflanzt wurden, wurden in den Bergwerken in Süd-Limburg verwendet. Dort dienten sie als Stempel in den Schachteingängen. Vor diesem Hintergrund wurden vor allem Kiefern gepflanzt.

  • Massentourismus und Nationalpark

Auf dem Sallandse Heuvelrug wurde der Reichtum der Natur schon zu Beginn des 20. Jhs. entdeckt, eine Zeit der Ruhe in einer luxuriösen Umgebung. Mit der Entwicklung von Massenerholung nahm in den letzten Jahrzehnten der Erholungsdruck auf das Gebiet stark zu. Für Wald und Heide nahm dadurch der Akzent stärker auf deren Wert für Erholung und Bildung zu liegen neben dem Erhalt der Natur und der Holzproduktion.

Der Nationalpark De Sallandse Heuvelrug wurde im Oktober 2004 eingerichtet. Das Gebiet von rund 35 m² wird dabei von verschiedenen Eigentümern verwaltet.

Landschaft[Bearbeiten]

Karte des NP De Sallandse Heuvelrug

  • Heide

Heidefelder sind alte Kulturlandschaften mit hohem Naturwert. Sie entsanden im Ergebnis einer lang anhaltenden Begrasung eines nährstoffarmen Bodens. Der Dünger war das Ende für den Potstal (in dem der Mist der Schafe ein Jahr „heranreifte“, bevor er ausgemistet wurde) und machte den Schäfer mit seiner Herde brotlos. Das Mischen von gestochenen Heideplaggen und Mist war nicht länger notwendig. Nährstoffe um Regenwasser ließen das Gras besser wachsen, Vwobei das Blaue Pfeifengras die Heide allmählich verdrängt. Ohne eine aktive Unterstützung von Begrasen und Plaggen würden sich die tiefer gelegenen Heidefelder mit der Teit in einen Wald verändern.

  • “Hängendes Wasser“

Der größte Teil des Sallandse Heuvelrug liegt hoch und trocken. Weil der Boden vor allem aus Sand besteht, wachsen hier Pflanzenarten, die Nährstoffarmut und Trockenheit vertragen. In den trockenen Bereichen dominiert die Besenheide und in Bereichen, die etwas feuchter und lehmhaltiger sind das Blaue Pfeifengras. Im Allgemeinen ist die Artenvielfalt auf der Heide nicht so groß, wohl aber ganz typisch. Sehr auffallend ist der Wacholder, der stellenweise dichte Sträucher bildet. Der Untergrund aus grobem Sand und die Oberschicht aus feinem Sand ergeben, dass der höher gelegene Bewuchs nicht von dem manchmal viele Meter tiefer gelegenen Grundwasser gespeist wird. In der Oberschicht ist die Vegetation abhängig von sogenanntem „hängenden Wasser“: Niederschlag, der in der obersten Erdschicht festgehalten wird. Die meisten Nährstoffe im Niederschlag versickern mit dem Wasser im Sand und haben dort wenig Einfluss auf das Nahrungsangebot von Baum und Pflanze.

  • Wald

Der Sallandse Heuvelrug Besteht aus einer Vielzahl von Waldsorten. Fast alle Waldsorten wachsen außerhalb des Bereiches der Grundwassers und ist daher von „hängendem Wasser“ ahgängig.

Um den Sprengenberg ist an der regelmäßigen Bepflanzung zu sehen, das der Wald abgelegt wurde. Auf dem hohen, trockenen Sandboden sind bis zum Ende des 20. Jhs. vor allem Kiefern gepflanzt worden, dann in den letzten Jahren auch viele Lärchen und Douglasien. Spontane Austreibung von Birke, Eiche und Buche hat aus den Nadelwäldern einen Mischwald gemacht.

Die offeneren Laubwälder haben eine Bodenbedeckung aus Sträuchern wie Vogelbeeren und Faulbaum. Örtlich treten Rhododendren in Massen auf. Dieser Strauch wurde am Duß des Sprengerberg jahrelang gezüchtet und hat sich auch in der Umgebung des früheren Zuchtbetriebs verbreitet. Unter der Gesträuch wächst eine sehr variantenreiche Kräuterschicht mit seltenen Pflanzenarten wie Weißwurze und Zweiblättrige Schattenblume. Bezeichnend ist auch das Vorkommen von Heidel- und Preiselbeeren sowie - am Übergang vom Wald zur Heide - Moosbeeren. Eine Art, die im Winter für das Birkhuhn, aber auch für andere Beerenfresser von großer Bedeutung ist.

  • Vennen

Vor allem an der Westseite des Gebiets befinden sich einige Vennen („Moorseen“), die in letzter Zeit von Natuurmonumenten wieder hergestellt wurden. Dazu gehört die Fazantenweide, die auch für die Öffentlichkeit einsehbar ist.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Das größte Säugetier auf dem Sallandse Heuvelrug ist das Reh. Auch Fuchs, Dachs und Steinmarder kommen vor. Wo der Wald in Kulturland übergeht, leben Iltis, Wiesel und Hermelin. Verschiedene Fledermausarten benutzen alte hohle Bäume als Ruheort im Winter und zur Aufzucht von Jungtieren.

Reptilien und Amphibien führen eine Existenz im Verborgenen und es ist Zufall wenn ein Frosch oder eine Kröte, eine Eidechse oder eine Schlange deinen Weg kreuzt. Wer sich die Zeit nimmt und an sonnigen Stellen in der Heide oder am Ufer eines Teiches oder Grabens etwas länger beobachtet, kann dem Zufall ein wenig auf die Sprünge helfen.

Über 75 Vogelarten brüten im Nationalpark. Die seltensten sind Schwarzkehlchen, Rabe, Ziegenmelker und natürlich das Birkhuhn. In den alten Nadelwäldern kommen vor allem die Tannenmeise, Haubenmeise und Fichtenkreuzschnabel vor und auch Raubvögel wie Wespenbussard und Habicht lassen sich hören. Die Laubwälder bieten dem Kleiber, dem Kleinspecht und dem Kernbeißer eine gute Heimstatt..

Der Ziegenmelker ist in den Niederlanden eine besonders an die Heide gebundene Gattung. Der Vogel ist hauptsächlich zu finden auf der Heide und in den offenen Waldgebieten des Nationalparks 'De Sallandse Heuvelrug'; die Ränder der Heide bevorzugt er dabei. Er ist nur kurz in den Niederlanden anzutreffen, nur während der Brutsaison von Mai bis August. Danach sucht er wieder südlichere Landstriche auf.

Besucherzentrum[Bearbeiten]

Grotestraat 281, Nijverdal, Tel. 0548-612711. Postanschrift: Staatsbosbeheer, Propaanstraat 9, 7463 PN Rijssen.

Das Besucherzentrum Sallandse Heuvelrug liegt am Rand des Naturgebiets an der Straße Nijverdal-Zwolle. Von verschiedenen Hügelkuppen auf dem Sallandse Heuvelrug gibt es einen guten Ausblick auf die wellige Landschaft. Die ausgedehnten Heidegebiete gehören zu den schönsten der Niedelande. Im Besucherzentrum gibt eine Dauerausstellung ein interessantes Bild vom Entstehen der Landschaft. Im Naturgebiete sind viele Wandelrouten ausgesetzt, von 4 bis 14 km. Fahrradrouten sind auch erhältlich, z. B. 25 km über den Sallandse Heuvelrug.

Öffnungszeiten: Winter: von ov bis feb di-so 10-16; Sommer: von mrz bis okt di-so 10-17 h. Montags sowie am 25. 12., 31. 12. und1. 1. geschlossen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Auto[Bearbeiten]

Das Besucherzentrum drs Parks liegt an der N35 zwischen Nijverdal und Raalte. Diese Straße ist zwischen Enschede und Almelo als Autobahn ausgebaut. Wenige Kilometer nachdem sie wieder zur Landstraße wird, folgt auch schon Nijverdal. Hinter dem Ort beginnt der NP.

Von Süden (Arnhem) her kommend nimmt man zuerst die A50 (Richtung Zwplle), am Kreuz Beekbergen auf die A1 nach Deventer und an der Abfahrt 24 (Deventer Oost) die N348 nach Raalte. In Raalte fährt man noch ein kurzes Stück auf der N35 bis kurz vor Nijverdal.

Mit dem ÖPNV[Bearbeiten]

  • ab Enschede:

von Enschede aus fährt ein Nahverkehrszug nach Nijverdal. Es fährt mo-so alle 30 Minuten ein Zug (.17, .47) von Gleis 2. Die Fahrt dauert 39 Minuten. Anschließend fährt ein Bus der NS mo-so um .12 und .42 zum Bahnhof Nijverdal West. Von dort aus sind es noch 10 Gehminuten zum Besucherzentrum.

  • ab Zwolle:

Der Nahverkehrszug von Zwolle nach Nijverdal West fährt mo-so alle 30 Minuten (.04, .34) von Gleis 3a, 5a oder 5b. Die Fahrt dauert 8 Minuten. Vom Bahnhof ist man in rund 10 Minuten am Besucherzentrum.

Gebühren/Permits[Bearbeiten]

Der Nationalpark ist wie auch das Besucherzentrum gebührenfrei.

Mobilität[Bearbeiten]

Von Nijverdal nach Holten führt eine Straßenverbindung über den Sallandse Heuvelrug, die sa+so auch zwischen 10.57 und 15.57 von der Buslinie 58 von Syntus befahren wird. Die Einstiegshaltestelle ist das Besucherzentrum in Nijverdal, der Ausstieg der Bahnhof in Holten (bzw. umgekehrt). Die Fahrt dauert rund 20 Minuten.

Des weiteren gibt es viele Rad- und Fußwege - viele davon auch markiert - durch den Naturpark. Routen sind im Besucherzentrum erhältlich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Speelbospad Beim Besucherzentrum Nijverdal beginnt ein 2 km langer Spielwaldweg. Hier können Hütten gebaut werden oder die Kids können eine Dachsburg besuchen. Dieser Waldweg wurde gezielt für Kinder angelegt. Im Mittelpunkt steht daher auch nicht das Spazierengehen oder Wandern - das dürfen Papa und Mama auch mal alleine tun - sondern das Spielen. Wer den Wegen folgt, kommt von selbst zu den "Attraktionen" wie der Hängebrücke, dem Sandhang (auf dem Sandeidechsen sich sonnen), dem Kletterbaum und dem Schlingerseil. Der Spielwaldweg ist gratis zugänglich, die Routenbeschreibung ist gegen einen geringen Kostenbeitrag beim Besucherzentrum erhältlich.
Freizeitpark nördlich des Nationalparks im touristisch erschlosseneren Teil des Sallandse Heuvelrug mit über 30 Attraktionen und Shows. Geöffnet 2. April bis 31. Oktober 2010.
Hallen- und Freibad mit vielen Becken und Aktivitäten. Preise: Erw. € 2,90; Jugend/65+ € 2,30.

Kaufen[Bearbeiten]

Essen und Trinken[Bearbeiten]

Pfannkuchenrestaurant mit sehr reichhaltiger Speisekarte. Öffnungszeiten: mi-fr ab 16 Uhr, sa+so ab 14 Uhr. mo+di geschlossen.

Schlafen[Bearbeiten]

Hotels und Herbergen[Bearbeiten]

Camping[Bearbeiten]

Twilhaar liegt 2 km westlich des Besucherzentrums im Nationalpark. Es ist schon ungeheuer entspannend, wenn du von Nijverdal kommend den blöden Berg hochgefahren bist, an der gewiss nicht ruhigen N35 entlang und plötzlich geht es in einen Waldweg und nach kurzer Zeit landest du mitten im Wald und - Ruhe. Willst du es absolut ruhig haben, baust du dein Zelt in einer der Nischen zwischen den Buchen, Birken und Sträuchern auf. Aber es gibt natürlich auch ein großes Feld, wo ein Lagerfeuer brennen darf oder auch einfach nur gespielt werden kann.
Öffnungszeiten: 1.4.-1.11. Preise: Erwachsene € 4,50; Kinder (3-12) € 3,50;Zelt/Wohnwagen/Wohnmobil € 4,00; kleines Zelt € 2,00; Touristensteuer € 0,47.
  • Naturzeltplatz "De Rietkraag" Weerdhuisweg 44b, Lemelerveld, Tel. 0572-372601. 1 km vom Dorf Lemelerveld entfernt liegt am Overijsselsch Kanaal dieser speziell entworfene Naturzeltplatz. In der direkten Umgebung sind viele Wälder, aber auch offenen Landschaften.
Öffnungszeiten: 1.4.-31.10. Preise: Erwachsene € 5,00; Kinder (3-12) € 2,50; Auto/Motorrad € 2,00; Zelt/Wohnwagen € 4,00; Wohnmobil € 6,00; Kleinzelt € 3,00; Touristensteuer € 0,50; Umweltabgabe € 0,50.

Sicherheit[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Website des Nationalparks (auch in deutsch und englisch)

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