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Marshallinseln

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Die Marshallinseln liegen in Ozeanien.

Lage
Karte von Ozeanien mit eingezeichneter Lage der Marshallinseln
Flagge
Flagge der Marshallinseln
Kurzdaten
HauptstadtDelap-Uliga-Darrit auf Majuro
StaatsformRepublik
WährungUS-Dollar ($)
Fläche181 km² (Land)
Bevölkerung57.700
SprachenKajin-Majol, Englisch
ReligionenChristen (hauptsächlich Protestanten)
Stromnetz110 V / 60 Hz, amerikanische Stecker
Telefonvorwahl+692
Internet TLD.mh
ZeitzoneMEZ+11h

Regionen[Bearbeiten]

Wichtigste Insel und Hauptreisziel ist das aus 53 Inselchen gebildete Majuro-Atoll. Die Korallenbänke sind kaum einen halben Kilometer breit.

Städte[Bearbeiten]

Atolle der Marshallinseln
  • Majuro mit den drei Ortsteilen Delap, Uliga, Darrit - Hauptstadt

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Die westliche Gruppe der Marshallinseln nennt man Ralik, die östliche Ratak.

Outer Islands[Bearbeiten]

Diese Insel werden, in der Regel im Rahmen einer auf der Majuro zu buchenden Tour, vor allem zum Tauchen besucht oder von Leuten, die zum „Sport” gerne Fische töten. Es gibt auch militärhistorische Rundfahrten.

Auf vielen kleinen Inseln herrscht Prohibition. Unterkünfte gibt es nur auf den Atollen Arno, Bikini, Rongelap, Jaluit und Likiep. Ob der Besuch von Bikini angesichts der mit der radioaktiven Belastung durch Strontium-90 als Ergebnis amerikanischer Atombombenversuche sinnvoll ist, muß jeder Reisende selbst entscheiden.

Kwajalein Atoll[Bearbeiten]

Für den Besuch des Kwajalein Atolls ist eine Sondergenehmigung des amerikanischen Militärs nötig. In der Lagune werden seit sechzig Jahren amerikanische Massenvernichtungswaffen getestet und die Umwelt dementsprechend verseucht. Die dort eingesetzten eingeborenen Arbeitskräfte packt auf dem sechs Kilometer nach Norden liegenden Ebeye-Atoll auf 31 Hektar zusammen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Dei Marshallinseln waren von 1899 bis 1919 deutsche Kolonie, danach wurden sie als Mandatsgebiet des Völkerbundes von Japan verwaltet, was dazu führte, daß sie von 1941 bis 1945 in den Pazifikkrieg mit hineingezogen wurden. Bis zur Unabhängigkeit wurden sie dann von den USA kontrolliert, von denen sie auch heute noch wirtschaftlich abhängig sind.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Die Marshallinseln unterhalten keine diplomatische Vertretung in Europa, zuständig ist die Botschaft in Washington DC. Allerdings gib es ein Konsulat, Seehofstrasse 4, CH-8008 Zürich. Tel.: (0)44 - 251 8760..

Seit Juni 2016 können die Marshallinseln von Staatsbürgern der Schengen-Staaten visumsfrei besucht werden. Nachweis einer Weiterreise und hinreichender Geldmittel ist vorgeschrieben. Gegen AIDS-Kranke wird diskriminiert. Bei einem Aufenthalt von über 30 Tagen, bei beabsichtigter Arbeitsaufnahme oder für die Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis ist ein negativer HIV-Test Pflicht.

Aufenthaltsverlängerungen erhält man gebührenpflichtig beim “Office of the Attorney General” in Majuro (☎ +692 625-3244/8245).

Zollbestimmungen

Zollfreimengen sind 300 Zigaretten, 75 Zigarren oder 8 Unzen (ca. 250 g) Rauchtabak, dazu 2 Liter Alkohol (über 21).[1]

Es bestehen Ausfuhrverbote für Korallen, Schildkrötenpanzer u.ä.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Flugzeiten zum Majuro International Airport (MAJ) sind rund elf Stunden von Tokio, acht von Guam und fünf von Hawaii. United Airlines landet mit einem “island hopper service” auf dem Weg zwischen Guam und Hawaii hier zwischen.

Air Nauru fliegt mit Zwischenlandungen einmal wöchentlich von Nadi (1. HJ 2017).

Es wird eine “departure tax” von US$ 20 erhoben sofern der Reisende unter 60 Jahren alt ist.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Segler legen zuerst am Shoreline Dock Ortsteil Uliga von Majuro an. Von dort fährt man per Taxi zum Zoll im Capital Building dann zur Einwanderungsbehörde im etwa einen Kilometer entfernten Mako Building. Ordentliche Kleidung wird am Amt gerne gesehen. Gebühr pro Jacht 200 US$; bei Ankunft außerhalb üblicher Bürostunden oder an Feiertagen werden hohe „Überstundenzuschläge“ fällig.

Einzelne Inseln werden zur Versorgung von fünf regierungseigenen Frachtern angelaufen, die auch Passagiere mitnehmen. Abfahrtszeiten sind vor Ort zu erfragen. In Majuro wird vom Uliga Dock abgelegt.

Mobilität[Bearbeiten]

Die staatliche Air Marshall Islands besorgt, nicht immer zuverlässig, den Flugbetrieb von Majuro zu den äußeren Inseln. Im Jahre 2016 kaufte man zwei Maschinen hinzu, sodaß die Flotte nun aus drei Flugzeugen besteht und alle 21 Inlandsziele zumindest ein Mal wöchentlich angeflogen werden. Rückbestätigungen 24 Stunden vor Abflug sind notwendig.

Nur auf den großen Atollen sind die Straßen geteert. Lediglich auf Majuro fahren Taxis.

Sprachen[Bearbeiten]

Marshallesisch und Englisch.

Kaufen[Bearbeiten]

Landeswährung ist der amerikanische Dollar. Kreditkarten werden in besseren Geschäften akzeptiert.

Im Majuro gibt es je eine Filiale der Bank of Marshall Islands und der Bank of Guam. Die BOMI hat auch eine „mobile Filiale“ (Fahrplan ☎ +692 625-3636) die an Bord der MV Kwajalein mehrmals pro Jahr die Runde um die Inseln macht.

Küche[Bearbeiten]

Fisch und Kokosnüsse in Variationen.

Unterkunft[Bearbeiten]

Hotels und Gästehäuser gibt es auf Majuro und den oben erwähnten äußeren Inseln. Auf abgelegeneren Atollen werden ggf. Zimmer in der Schule oder dem Gemeinschaftshaus nach Absprache bereitgestellt.

Feiertage[Bearbeiten]

Abgesehen von Weihnachten, Neujahr und Ostern: 1. März “Remembrance Day;” 1. Mai “Constitution Day;” 1. Freitag im Sept. “Labor Day;” 17. Nov. “Presidents' Day;” 1. Freitag im Dez. “Gospel Day.”

Sicherheit[Bearbeiten]

Polizei: auf Majuro ☎ 625-8666 oder 625-6911

Deutsche werden in Notfällen von der Botschaft in Manila betreut (☎ +63 2 702 3000). Solches gilt auch für Schweizer (☎ +63 2 845 45 45). Österreicher müssen sich ins australische Canberra wenden (☎ +61 2 6295 1376).

Aufgrund der geringen Höhe über dem Meeresspiegel gibt keine Schutzmöglichkeiten im Falle eines Tsunami.

Nach dem Genuß von fleischfressenden riffbewohnenden Fischen kommt es immer wieder zu Ciguatera-Fischvergiftungen. Diese sind zwar fast nie tödlich, aber im Akutzustand mit Magen-Darmproblemen und wegen Neurotoxizität äußerst unangenehm. Rückfälle und chronische Symptome können Jahre lang anhalten.

Gesundheit[Bearbeiten]

Das einzige Krankenhaus (☎ +692 625-3632 oder 625-3355) mit Poliklinik und Zahnarzt befindet sich in Majuro im Ortsteil Delap. Es fehlt an Personal, man muß morgens eine Nummer ziehen und erhält einen Termin. Beim ersten Besuch ist eine Patientenkarte für 17,50 US$ zu kaufen.

D-W005 Warnung vor radioaktiven Stoffen oder ionisierenden Strahlen ty.svg

Im Bereich der Atolle Bikini und Kwajalein kommt es zu erhöhter Strahlenbelastung durch Strontium-90 u.ä. Restprodukte amerikanischer Atomwaffentests.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm für Majuro.

Besonders viel Regen fällt Oktober/November, die trockenste Zeit ist von Januar bis März.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Der Postdienst wird durch die US Mail betrieben. Postämter gibt es drei in Majuro und eines auf Ebeye.

Seit 2010 ist Majuro per Glasfaserkabel mit Guam verbunden, was für auf der Hauptinsel für erträglich flottes Netz sorgt. Die National Telecommunications Authority verkauft Wertkarten zum Einloggen in Hotspots. Preise 10 ¢/min. oder Monatstarife 15 US$ für Smartphones, 35 US$ für Laptops (Preise 2014). Telephon und Internet auf den äußeren Insel erfolgt über das sattelitenbasierte DAMA-System.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johnson, Giff; Idyllic No More: Pacific Island Climate, Corruption and Development Dilemmas; 2015
  • Niedenthal, Jack; For the Good of Mankind; Majuro ²2013 (Bravo); ISBN 9789829050021; [Bikini-Atomtests aus der Sicht der Eingeborenen]
  • Rudiak-Gould, Peter; Fallen palm: climate change and culture change in the Marshall Islands; 2010 (VDM Müller); ISBN 9783639159592
  • Rudiak-Gould, Peter; Surviving Paradise; New York 2009; ISBN 9781402766640; [Bericht eines jungen Englischlehrers, der ein Jahr auf einer kleinen Insel verbrachte.]

Weblinks[Bearbeiten]

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  1. Die IATA nennt die doppelte Menge für Tabakprodukte. (zggr. 2017-02-22)