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Maillane

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Maillane
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Maillane ist eine Gemeinde im Süden Frankreichs im Département Bouches-du-Rhône (Nr. 13).

Hintergrund[Bearbeiten]

Frédéric Mistral[Bearbeiten]

Maillane ist bekannt geworden als Geburts- und Sterbeort des provenzalischen Dichters, Linguisten und Nobelpreisträgers für Literatur, Frédéric Mistral (1830-1914).

Das Wunder von 1854[Bearbeiten]

Als sich im Sommer 1854 in der Provence eine Cholera-Epidemie ausbreitete, musste man ab dem 13. August täglich mehrere Todesfälle beklagen. In dieser hoffnungslosen Lage beschlossen einige Personen, die Gottesmutter am 28. August anzuflehen, indem während einer Prozession die Statue der Notre-Dame de Grâce durch die Straßen des Ortes getragen würden. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Statue von Maria mit dem Kinde wurde bereits seit langem in der Kirche verehrt. Das Wunder geschah: Im Laufe der Prozession wurden alle Kranken und auch die im Sterben liegenden augenblicklich geheilt. Seitdem findet alljährlich am 28. und 29. August eine Prozession durch den Ort zur Kirche statt. Das Kirchenlied in provenzalischer Sprache stammt von Mistral, der es in seiner Gedichtsammlung Lis Isclo d'Or veröffentlichte.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 11 km westlich von Tarascon, 2,5 km südlich von Graveson, 6 km westlich von Eyragues und 7 km nördlich von Saint-Rémy-de-Provence.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten Verkehrsflughäfen sind:

  • 1 Aéroport Avignon-Provence : Der Flughafen liegt in etwa 19 Straßenkilometern Entfernung. Regelmäßige Flugverbindungen werden allerdings nur nach London, Southampton und Birmingham angeboten.
  • 2 Aéroport Marseille-Provence : Ebenfalls gut erreichbar ist der Flughafen Marseille-Provence in 80 km Entfernung mit Verbindungen zu zahlreichen internationalen Zielen, im neuen Terminal MP2 werden low-cost-Verbindungen abgewickelt.
  • 3 Aéroport Nîmes-Arles-Camargue Der Flughafen liegt in 43 Straßenkilometern Entfernung westlich von Arles.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Ort hat keinen eigenen Bahnhof. Der nächste Bahnhof mit TGV-Zügen ist in:

  • 4 Gare d'Arles Arles: Gare Routière. Von hier gehen Züge u.a. nach Paris über Avignon und nach Marseille.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Eine Busverbindung besteht nur nach Graveson.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Für von Deutschland Anreisende führen alle Wege über Avignon. Von dort über Graveson nach Maillane.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Die nächsten Häfen sind die der Rhône in Tarascon, Beaucaire und Arles.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Maillane

Die Sehenswürdigkeiten des Ortes sind recht gut zu Fuß zu erkunden. Es gibt im ganzen Ort kaum Höhenunterschiede. Hohe Bordsteinkanten erschweren es jedoch den Rollstuhlfahrern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder aus Maillane
Das Haus von Frédéric Mistral

Die aus touristischer Sicht wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die "Mistral-bezogenen" Objekte:

  • 1 Maison de la Naissance de Frédéric Mistral Mas de Juge, ein Landhaus aus dem 18. Jahrhundert, in dem heute ein Gastronomiebetrieb untergebracht ist. (Website). Mistrals Vater hatte das Landgut im Jahre 1827 geerbt, nachdem es seit 1803 der Familie gehörte. Hier erlebte Mistral seine Kindheit und Jugend. 1855 starb sein Vater, und das Landgut gehörte zur Hälfte seinem Halbbruder Louis.
  • 2 Maison du Lézard Mistral und seine Mutter lebten nach dem Tode von Mistrals Vater von 1855 bis 1876 in diesem Haus aus dem 17. Jahrhundert, das sein Vater ihm hinterlassen hatte und das er später Maison du Lézard nannte. Hier vollendete Mistral sein im Mas de Juge begonnenes Werk Mirèio (Versepos, 1859, deutsch Mireia, 1880). Es handelt sich um ein schönes Herrenhaus mit einer Sonnenuhr und einer Statue der Jungfrau Maria in einer Ecknische. 1903 montierte Mistral eine Marmortafel über die Sonnenuhr und gravierte eine Eidechse hinein und das provenzalische Motto (hier in französisch): "Gai lézard, boit ton soleil, l’heure ne passe que trop vite, et demain il pleuvra peut être". (Dt. "Heitere Eidechse, trink' deine Sonne, die Stunde vergeht nur zu schnell, und morgen wird es vielleicht regnen.") 1876 heiratete er Marie Rivière und zog aus dem Hause aus. Seit dem 31. Juli 1930 ist das Gebäude als eines der Monuments Historiques klassifiziert. Im Jahre 1957 wurde das Gebäude von der französischen Schriftstellerin und Journalistin Jeanne de Flandreysy erworben und der Gemeinde geschenkt. Heute befindet sich hierin die Gemeindebibliothek, die Touristinformation und das Mistral-Forschungszentrum. Nach der Hochzeit zog Mistral mit seiner Frau in das gerade fertig gestellte Gebäude gegenüber dem Maison du Lézard, das nach seinem Tod 1914 und dem seiner Frau 1943 das Mistral-Museum wurde. Hier gibt es ganzjährig, außer montags und an Feiertagen, geführte Besichtigungen. Der Eintritt ist frei
  • 3 Tombeau de Mistral An exponierter Stelle auf dem Friedhof von Maillane steht das Grabmal Mistrals, das er schon zu seinen Lebzeiten (1906/07) nach dem Muster des Pavillon de la Reine Jeanne (in Baux-de-Provence) erbauen ließ. Auf seinen Wunsch hin trägt das Grabmal jedoch nicht seinen Namen; er verfügte, dass eine Marmortafel folgende Worte tragen sollen: non nobis, domine, non nobis, sed nomini tuo, et Provinciae nostrae da gloriam. (Dt. "Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern gib deinem Namen und unserer Provence Ruhm.") Am Grabmal erkennt man einige Skulpturen, so z.B. die seiner beiden geliebten Hunde pan pedru und pan panet und zwei provenzalische Gesichter.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind:

  • 4 Oratoire Saint-Éloi Das mit einer Hecke umgebene Heiligenhäuschen des Saint Éloi (Hl. Eligius, Schutzpatron der Juweliere, Hufschmiede und Bauern) wurde im Jahre 2000 von der Bruderschaft des Saint-Éloi aufgestellt. Der kubische Sockel mit einem Kranzgesims trägt eine vergitterte Nische mit einem Rundbogen, in der eine farbige Statue des Heiligen steht. Die Dachkuppel trägt ein kunstvoll gearbeitetes, metallenes Kreuz.
  • 5 Èglise Sainte-Agathe Zu Beginn des 13. Jahrhunderts gab es in Maillane drei Kirchen. Eine davon war die Notre-Dame-de-Bethléem im romanischen Stil. Sie wurde Pfarrkirche. Später erhielt sie den Namen der Schutzherrin des Ortes, Sainte-Agathe. Der heutige Kirchenbau geht auf eine Erbauung aus dem 14. Jahrhundert zurück, die mehrfache Umbauten erfuhr und Ende des 18. Jahrhunderts vergrößert wurde. 1994 wurde sie umfänglich restauriert anlässlich der Krönung der wundertätigen Statue der Jungfrau Maria. Im Kircheninneren fällt der weiße marmorne Hauptaltar auf, der aus dem 17. Jahrhundert stammt und seit 1907 (auf Betreiben MIstrals) als Monument Historique klassifiziert ist. Er stellt Christus und die Jünger von Emmaus dar. Links vom Altar steht in einem Reliquienschrein eine Statue von Notre-Dame de Grâce, eine gekrönte Jungfrau Maria aus dem 13. Jahrhundert, die, so sagt man, die Einwohner des Ortes vor einer Cholera-Epidemie im Jahre 1854 verschonte, infolge dessen genießt die Statue bei den Kirchenbesuchern eine große Verehrung. Weitere Altäre sind die von Saint-Éloi, Saint-Roch und Saint-Agathe. In der Kirche finden sich auch Tafeln mit Inschriften, sie aussagen, dass hier Frédéric Mistral getauft wurde.
  • 6 Oratoire Ein weiteres Heiligenhäuschen erinnert an die Hundertjahrfeier des Wunders von Notre Dame de Grâce. Es wurde im Jahre 1954 am Standort einer Wasserpumpe aufgestellt.
  • 7 Fassy Die Großeltern mütterlicherseits von Mistral wohnten in diesem Haus, das nun eine Bäckerei-Konditorei beherbergt. Hier begegneten der kleine Frédéric und seine Mutter den Persönlichkeiten des Ortes, die hier ihren Treffpunkt hatten.
  • 8 Moulin communal Die Mühle wurde im Norden der damaligen Ortslage im Jahre 1627 gebaut und durch den Aube-Bach betrieben. Nach zahlreichen Besitzerwechseln kam sie im 19. Jahrhundert in Gemeindebesitz. Während etwas mehr als 50 Jahren arbeitete sie noch an vier Wochentagen, an den übrigen Tagen bewässerte man mit ihrer Hilfe die Gärten. Im Jahre 1985 wurde sie zerstört. An sie erinnert nur noch ein Wasserrad.
  • 9 Saint-Roch An der Ecke Rue du Géant/Rue Denis Poullinet ist in die Hauswand eine Statue des Saint-Roch eingelassen, des Schutzpatrons der Kranken und Behinderten. Nachdem im Jahre 1720 in Marseille die Pest eingeschleppt war und im Jahre 1721 Maillane erreichte, gelobten die Ortsältesten, alljährlich hierher eine Prozession zu veranstalten, wenn der Ort die Pest gesund übersteht. Die Straße Rue du Géant ("Straße des Riesen") hat ihren Namen von Elefantenknochen, die man hier fand und die vermutlich vom Zug des Hannibal während des 2. Punischen Kriegs (218-202 v.Chr.) stammen.
  • 10 4, Rue Denis Poullinet Als im Jahre 1854 die Cholera in der Provence grassierte, zog es ein Teil der Bevölkerung vor, zu fliehen, während die Epidemie einen anderen Teil dahinraffte. Einige verbliebene Maillaner organisierten ein Bußprozession zu Ehren der Jungfrau Maria, wonach die Epidemie endete. An die erste Frau, die wie durch ein Wunder von der Cholera geheilt wurde, Marthe Gautier, erinnert eine Tafel am Haus Nr. 4 in der Rue Denis Poullinet. In der Mauer dieses Hauses entdeckt man auch das Kirchenfenster der früheren Schlosskapelle.
  • 11 Café du Soleil Im Café du Soleil (Lou Soulèu auf provenzalisch) liebte es Mistral, mit seinen Freunden Karten zu spielen, allerdings war er hierfür nicht besonders begabt, sondern eher dafür, Gedichte zu schreiben. Das Café ist das älteste des Ortes und wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts sogar ein Hotel. Gleich gegenüber, im Café du Progrès, soll der Meisterkoch Auguste Escoffier in jungen Jahren sein Rezept Aubergines au gratin gelernt haben.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Feste und Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Im September findet ein Bücher- und Alte-Schriften-Markt statt.

Einkaufen[Bearbeiten]

Die starke landwirtschaftliche Prägung des Ortes bringt es mit sich, dass etliche Betriebe ihre Produkte auch dem Verbraucher anbieten. Für den täglichen Bedarf gibt es auch kleine Läden (Bäcker, Fleischer etc.), die größere Auswahl findet man jedoch eher in Graveson und Tarascon.

Küche[Bearbeiten]

Der Ort verfügt über mehrere gastronomische Betriebe. Drei davon seien hier aufgeführt:

  • 1 Café du Soleil, Place Frédéric Mistral. Tel.: +33 (0)4 90 90 80 89. Saisonale, regionale Küche. Siehe auch letzter Punkt unter Sehenswürdigkeiten
  • 2 Brasserie du Progrès, Place Frédéric Mistral. Tel.: +33 (0)4 90 95 74 15, E-Mail: . Provenzalische Küche, Spezialität: Knoblauchgerichte
  • 3 L'Oustalet Maianen, 16, Avenue Lamartine. Tel.: +33 (0)4 90 95 74 60, Fax: +33 (0)4 90 95 76 17, E-Mail: . Altes Haus gegenüber dem Mistral-Museum, regionale, saisonale Küche. Spezialitäten: Lamm, Gemüse, Kabeljau. Der Chef trägt den Titel Maître Restaurateur. Geöffnet: Geö. vom 1.März bis 30. November.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

  • Einen Campingplatz gibt es zwischen Maillane und Graveson an dessen südlichem Ortsrand.
  • Hotels nach unserem Verständnis gibt es im Ort nicht, wohl aber ein paar Ferienwohnungen:

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Pharmacie de Maillane, 14 Place Frédéric Mistral, 13910 Maillane. Tel.: +33 (0)4 90 95 74 26. Apotheke.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Touristinformation - Fremdenverkehrsamt[Bearbeiten]

  • Touristinformation, im Mistral-Museum.
  • 1 Post Sie ist in der 63-65 Cours Jeanne d'Arc, neben der alten Mühle.

Notrufnummern[Bearbeiten]

  • Notarzt = 15
  • Polizei = 17
  • Feuerwehr = 18
  • Europ. Notruf = 112
  • Diensthabende Apotheke = 3237 oder diese Zentralnummer
  • Notruf für hör- und sprachbehinderte Mitmenschen = 114

Ausflüge[Bearbeiten]

Ausflugsziele sind Graveson, Arles, Tarascon, Beaucaire, Chateaurenard, Eyragues ...

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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