Hwange Nationalpark
| Hwange National Park | |
| Fläche: 14.651 km² |
Der Hwange-Nationalpark ist mit 14.651 km² der größte Nationalpark in Simbabwe.
Hintergrund
[Bearbeiten]Der 1 Hwange National Park ist einer von 11 Nationalparks in Simbabwe, liegt auf einer Höhe von durchschnittlich 1025 Metern im Osten der Kalahari und grenzt dort an Botsuana.
| Hwange Nationalpark | |
| Höhe | |
|---|---|
Hwange Nationalpark | |
Die Fläche des Nationalparks teilt sich auf in drei große Biosphären: Die größte Region um das Main Camp mit einer Fläche von 10644 km² (73 % der Gesamtfläche), um das Robins Camp mit 2679 km² (18 %) und um Sinamatella mit 1328 km² (9 %).
Geschichte
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Als erste Bewohner der Gegend gelten die indigenen Kalundu, die etwa ab 400 nach Christus hier siedelten. Ihnen folgten im 11. Jahrhundert die Tonga. Nach 1823 machte der Krieger und König der Ndbele, Mzilikazi, die Gegend zu seinem Jagdgebiet.[1] Als erster Weißer in dieser Gegend gilt der Afrika-Forscher James Chapman, der die Region des heutigen Parks zusammen mit dem Maler Thomas Baines im Mai 1862 erkundete.
Simbabwe war bis April 1980 als Rhodesien eine britische Kolonie. Entsprechend hieß die in der Gegend des heutigen Nationalparks liegende Stadt in Englisch „Wankie“, so dass bei der Gründung im September 1928 die nach der Stadt benannte Wankie Game Reserve entstand. Dieses Schutzgebiet erforderte die Umsiedlung der hier lebenden etwa 1000 indigenen Tyua (oder Tshwa).[2] Sie erhielten neue Wohngebiete im Tsholotsho-Distrikt südlich von Wankie. Die Heraufstufung zum Nationalpark erfolgte erst am 29. Januar 1950 als Wankie National Park.[3]
Nach der Selbständigkeit von Simbabwe erfolgte auch in diesem Land eine Afrikanisierung, und Wankie wurde 1982 in Hwange umbenannt. Die Stadt 1 Hwange besteht seit 1903, als hier Kohle gefunden wurde. Sie ist benannt nach Häuptling Whanga Rosumbani, dem Führer der indigenen Abananza. Entsprechend wurde 1982 der Park in „Hwange National Park“ umbenannt.
Traurige Berühmtheit erhielt der Park weltweit, als in der Nacht zum 2. Juli 2015 der ein GPS-Halsband tragende Löwe „Cecil“ absichtlich aus dem geschützten Areal gelockt und durch einen Pfeil des US-amerikanischen Trophäen-Jägers Walter Palmer tödlich getroffen wurde. Zu jener Zeit befand sich der 13-jährige Löwe im erlaubten Jagdgebiet.[4] Palmer besaß zudem eine gültige Jagd-Lizenz und konnte deshalb nicht belangt werden. Er löste eine übertriebene Hetz-Kampagne durch überreagierende Umwelt-Aktivisten aus. Die Löwen-Population wurde durch die Tötung nicht gefährdet.
Klima, Flora und Fauna
[Bearbeiten]Der Park liegt an der östlichen Grenze der Kalahari, so dass diese Region semi-arides Klima aufweist. Die Trocken- und Regenzeiten lassen sich deutlich voneinander unterscheiden. Während der Trockenzeit zwischen Mai und Oktober steigen die durchschnittlichen Tagestemperaturen auf 26 °C, wobei auch Hitzeperioden bis zu 36 °C vorkommen. Nachts kühlt es auf 7 °C bis 10 °C ab. In der Regenzeit zwischen November und April steigen die Tagestemperaturen auf über 40 °C, nachts werden 20 °C gemessen. Zwischen Juni und August fällt meist gar kein Regen, die meisten Regentage gibt es zwischen November und Februar.
Unter den 107 Säugetierarten befinden sich alle afrikanischen Charaktertiere der Savanne wie die „Big Five“ (Elefant, Kaffernbüffel, Leopard, Löwe und – selten – Nashorn), mindestens 19 Antilopenarten (Gazellen, Impalas, Kudus, Säbelantilopen, Tsessebe), Affen (Pavian, Südliche Grüne Meerkatze), Flusspferde, Geparden, Giraffen, Gnus, Hyänen, Krokodile, Schakale, Wasserbüffel, Warzenschweine und Zebras in großen Populationen. Alleine 40000 Elefanten bevölkern den Park. Die Population an afrikanischen Wildhunden dürfte mit mehr als 200 Tieren die größte Afrikas sein. Zu beobachten sind 401 Vogelarten wie Fischadler, Geier, Kronenkranich, Sekretärsvogel oder Strauß.
Auffällige Landschaftsform sind die maximal 90 Wasserstellen (englisch: pans) und Wasserlöcher (englisch: waterholes) (darunter 60 Bohrlöcher), die von allen Tierarten besonders in der Trockenzeit regelmäßig besucht werden. Einige kleinere trocknen in langandauernden Trockenperioden aus. Es handelt sich um künstliche Wasserstellen, die seit 1936 durch Bohrungen entstanden. Das sehr trockene Klima bringt lediglich 156 Pflanzenarten hervor. Zu den Baumarten gehören Akazien, Baobab, Mopane- und Teak-Wälder.
Reisevorbereitung
[Bearbeiten]Der Hwange-Nationalpark wird meist kein eigenständiges Reiseziel sein, denn in seiner Nähe liegen die Viktoriafälle und der Chobe-Nationalpark. Beste Reisezeit für alle Ziele ist die Trockenzeit zwischen Mai und Oktober. Da die touristischen Fazilitäten im Park weder als ausreichend noch als gut bezeichnet werden können, sind für Selbstfahrer Reservierungen dringend anzuraten. Vor Einfahrt in den Park sind die Speise-, Getränke- und Benzinvorräte zu optimieren, da auch die Versorgungslage im Park schwach ist.
Anreise
[Bearbeiten]Wer von den Victoriafällen anreist, kann den 1 Victoria Falls Airport (IATA: VFA) nutzen und auf dem 2 Hwange Town Airport (IATA: WKI) landen. Per Auto sind es von 2 Victoria Falls bis zur 22000 Einwohner zählenden Stadt Hwange auf der asphaltierten „Vic Falls Road“ A 8 nur 101 km. Von 3 Bulawayo sind es bis Hwange 336 km auf der A 8.
In Botsuana kann man von 4 Kasane aus über die asphaltierte A33 (A33) Richtung Süden nach 111 km die Grenzstation Pandamatenga Zimbabwe Border erreichen, von der aus eine Einfahrt in den Nationalpark möglich ist. Grenzübertritte sind in Afrika stets hindernisreich und können manchmal verweigert werden.
Für Kleinflugzeuge gibt es den im Nationalpark befindlichen 3 Hwange National Park Airport (IATA: HWN) .
Streckenführung
[Bearbeiten]Für Selbstfahrer stehen drei Einfahrts- und Ausfahrtstore (englisch: gates) und ein Zugang an der Grenze von/nach Botsuana zur Verfügung:
| Name | Richtung | Ort |
|---|---|---|
| 1 Main Gate | Nordost | Hwange |
| 2 Mbala/Matetsi Gate | Nord | 5 Matetsi |
| 3 Nantwich Gate | Ost | 6 Nantwich |
| 4 Pandamatenga Zimbabwe Border | Ost | 7 Pandamatenga |
Alle vier Tore sind über Parkstraßen im Nationalpark miteinander verbunden.
Übersicht
[Bearbeiten]Ausgehend vom Main Gate führt eine nur für Allradfahrtzeuge befahrbare, stellenweise üble Schotterpiste als Rundweg durch den Park:
| geografischer Ort | Entfernung in km |
|---|---|
| Main Gate | 0 |
| Deka Safari Area | 17 |
| Sinamatella Camp | 27 |
| Masuma Dam | 19 |
| Shumba Pans | 15 |
| Main Gate | 90 |
| Gesamtstrecke | 168 |
Der Rundweg von 168 km führt nur durch den touristisch erschlossenen Nordteil des Nationalparks.
Einzelheiten
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- 5 Park Headoffice ungewöhnlich für Afrika, ist das Hauptquartier des Parks 24 Stunden und 7 Tage hindurch geöffnet, und zwar ganzjährig.
- 2 Deka Safari Area ist das halbwüsten-ähnliche Gebiet eines privaten Lizenznehmers, wo auch außerhalb der vorgegebenen Pisten gefahren werden darf.
- 6 Sinamatella Reception Office. E-Mail: sinamatellareservations@zimparks.org.zw das Besucherzentrum des Sinamatella Camps nimmt auch telefonische oder Email-Reservierungen entgegen.
- 4 Sinamatella Airstrip ein Flugplatz, der dem Sinamatella Camp dient.
- 3 Mandava Pan eine Wasserstelle, an der morgens oder nachmittags Herden zur Tränke kommen.
- 1 Mandavu Dam ist die größte Wasserstelle im Park. Hierfür benötigt man bei der Tierbeobachtung Ferngläser oder Zoom-Objektive.
- 1 Crocodile Pools die Gewässer sind für Krokodile zu klein, so dass man sie dort meist nicht zu sehen bekommt.
- 2 Deteema Dam am Wasserloch befindet sich das Deteema Camp mit 8 stationären Zelten.
- 3 Masuma Dam beliebte Wasserstelle mit einem überdachten Aussichtsturm.
- 4 Matetsi Safari Area ein Wildtier-Areal, insbesondere von Großtieren wie Elefanten und Büffeln besucht.
- 5 Shumba Pan beliebte Wasserstelle insbesondere für Elefanten und Wasserbüffel.
- 6 Mopane Pan beidseits der Parkstraße gelegen, ist wie die Roan Pan ein guter Ort für Tierbeobachtung auch durch Gäste des nahe gelegenen Camp Hwange.
- 8 Danga Pan Tierbeobachtungen sind hier bei Sonnenaufgang besonders reizvoll.
- 9 Shapi Pan entstand bereits 1936 vor der Gründung des Nationalparks.
- 3 Guvalala Pan vom Aussichtspunkt kann die ganze Landschaft überblickt werden.
- 10 Longone Pan von großen Elefantenherden bevorzugte Wasserstelle.
- 11 Nyamandhlovu Pan hier sind viele Flusspferde und Nil-Krokodile sowie Wasservögel anzutreffen. Kommen Zebras, Wasserbüffel oder andere Tiere zur Tränke, können Revierkämpfe oder Jagdtriebe anderer Tiere ausbrechen. Es sind zwei Seen, die oft von professionellen Tierfilmern ausgewählt werden.
- 12 Dom Pan hier halten sich häufig Löwen auf.
- 13 Pofadder Pan ein Sumpfgebiet beidseits der Parkstraße, das in der Trockenzeit austrocknet.
- 14 Sedina Pan etwas abseits der Parkstraße durch einen Abzweig erreichbar; stets Wildtiere anwesend.
- 15 Livingi Pan Antilopen, Zebras und andere Herdentiere sind hier anzutreffen.
Die zahlreichen Wasserstellen an und nahe der Parkstraße dienen als Tränke für Wildtiere, der Wildtier-Beobachtung sowie der Orientierung im Park. An vielen gibt es überdachte Aussichtstürme (englisch: hides) für Beobachtungen.
- Weitere Sehenswürdigkeiten
- 16 Kennedy Pans Kennedy 1 und Kennedy 2, benannt nach dem Gouverneur des ehemaligen Südrhodesien, John Noble Kennedy; tierreiche Wasserstellen.
- 17 Ngweshla Pan Tierbeobachtungen sind jederzeit möglich, außer – wie auch an anderen Wasserstellen – mittags.
- 4 Bumboosie Ruins Ausgrabungsstätte aus dem 9. Jahrhundert, mit Petroglyphen versehene Steinwände.
- 5 Mtoa Ruins Ausgrabungsstätte aus dem 17. Jahrhundert, hatte religiöse Bedeutung für die indigenen Nambya.
Im Nationalpark entspringen unter anderem der 18 Deka River (160 km lang) und der 19 Lukosi River (32 km), an deren Ufern sich auch Wildtiere beobachten lassen.
Vom Matetsi Gate aus wird in 38 km die Matetsi Safari Area erreicht, von dort gibt es nach weiteren 50 km Anschluss an die oben beschriebene Parkstraße beim Masuma Dam. Von der Grenzstation Pandamatenga ist das Robins Camp nach 55 km zu erreichen.
Gebühren
[Bearbeiten]Erwachsene zahlen US-$ 20 pro Person und Tag, wenn im Park übernachtet wird. In Simbabwe zugelassene Allradfahrzeuge kosten US-$ 2 pro Auto und Tag.
Aktivitäten
[Bearbeiten]Wildtier-Beobachtungen insbesondere auf den Aussichtstürmen, Wandersafaris mit bewaffneten Führern, geführte Nachtsafaris, Picknicks an vorgesehenen Stellen.
Unterkunft
[Bearbeiten]Im Park befinden sich 1 Hwange Main Camp (6 Rondavels), 2 Hwange Safari Lodge (100 Zimmer), 3 Malindi Station Safari Lodge (6 Zimmer), 4 Miombo Safari Lodge (12 Zimmer), 5 Nantwich Lodge (9 Zimmer), 6 Nehimba Safari Lodge (7 Chalets) und 7 Robins Camp (42 Chalets, 25 Campsites).
Im 8 Sinamatella Camp gibt es sowohl Lodges (14 Chalets) als auch 20 Campingplätze, erwähnenswert sind auch 9 Camp Chitubu (6 stationäre Zelte) und 10 Camp Hwange (10 stationäre Zelte).
Die Webseite Booking.com listet für die Parkumgebung (Dete, Hwange, Victoria Falls) 98 Hotels/Lodges aller Kategorien auf.
Sicherheit
[Bearbeiten]Siehe auch: Sicher reisen
Siehe auch: Tropenkrankheiten
Die Safaris im Nationalpark finden in der Wildnis statt, so dass Aussteigen aus Fahrzeugen allgemein nicht erlaubt ist; einzige Ausnahme hiervon sind die ausgewiesenen und beschilderten „Picnic Areas“ sowie die seit 2020 errichteten Aussichtstürme (englisch: hides), für die man das Fahrzeug verlassen darf. Sie strahlen allerdings eine Sicherheit vor Angriffen von Wildtieren aus, die objektiv nicht vorhanden ist. Die eingefahrenen, holprigen Schotterpisten dürfen nicht verlassen werden. Durch die Größe des Parks und das 480 km große Straßennetz verteilen sich die Safari-Fahrzeuge, so dass man phasenweise allein unterwegs ist.
Literatur
[Bearbeiten]- Emil Peters, Die renommiertesten Tierreservate und Zoos Afrikas, FlipFlop: Books on Demand, 2024; S. 26; ISBN 978-3759112507.
Weblinks
[Bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Tim O'Hagan, Wild places of Southern Africa, Southern Book Publishers, 1999, S. 269; ISBN 978-1868127986
- ↑ Richard B. Lee/Richard Daly, The Cambridge Encyclopedia of Hunters and Gatherers, Cambridge University Press, 2002, S. 225
- ↑ Joshua Matanzima/Kirk Helliker/Patience Chadambuka, Livelihoods of Ethnic Minorities in Rural Zimbabwe, Springer International Publishing, 2022, S. 34
- ↑ Harriet Alexander/Aislinn Laing, Cecil the lion's killer revealed as American dentist, in: The Telegraph vom 28. Juli 2015 (englisch)

