Grande Randonnée 20

Wandern
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Der Grande Randonnée 20 (kurz: GR 20) ist ein korsischer Fernwanderweg von Calenzana (in der Nähe von Calvi) im Norden nach Conca (in der Nähe von Porto Vecchio) im Süden. Die Strecke teilt sich an manchen Stellen mit jeweils einer Variante über die Berge und einer Variante auf halber Höhe. Die Streckenlänge wird offiziell mit 180 km angegeben, die tatsächliche Länge hängt jedoch von der Wahl der Streckenvarianten an.

Der GR 20 wird in den Nord-Teil von Calenzana nach Vizzanova und der Süd-Teil von Vizzanaova nach Conca aufgeteilt. Der Nordteil der Strecke ist technisch und konstitutionel anspruchsvoller als der Südteil.


Climbing example of the technical section of GR 20
Path example of the technical section of GR 20

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Rot-weiße Wegmarkierung des GR 20

Der Weg ist überwiegend sehr gut mit rot-weißen Streifen markiert. Meist kann man von einem Marker bereits die nächsten beiden sehen. Die Alternativ-Routen sind jeweils mit zwei gelben horizontalen Strichen markiert.

Obwohl es teilweise möglich ist, sich auf Englisch zu verständigen, sind zumindest rudimentäre Französischkentnisse von Vorteil.

Der GR 20 erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit und die Etappenziele (Hotels und Refuges) sind mit weiter Vorlaufzeit bereits ausgebucht. Es gibt jedoch am Ende jeder Etappe Zeltplätze, auf denen immer Platz ist. Dies beinhaltet auch Start Calenzana und Ende Conca.

Entlang des Weges kommt man an zahlreichen Restaurants vorbei. Die Korsen essen sehr spät und selten Mittags, weshalb es zur Mittagszeit meistens keine Mahlzeiten serviert werden. Dies sollte bei der Essensplanung mit berücksichtigt werden.

Reisende, die planen ihr Essen mit einem Gaskocher zuzubereiten, werden mit der Frage konfrontiert sein, wo man Gas kaufen kann. Auf Korsika kann man an vielen Stellen (Supermarkt, Camping-sites) Stechkartuschen kaufen, aber keine Schraubkartuschen. Da es auf dem Refuges immer Gas vorhanden ist, gibt es die bizarre Situation, dass Wanderer ihrer Gaskartuschen direkt an den Kochstellen zurücklassen. Schraubkartuschen sind jedoch Mangelware. Wanderer, die mit Schraubkartuschen planen, werden sich daher an die Etappenziele an Refuges halten.

Aufgrund der Hitze, kann es sein das der Start der ersten Etappe gesperrt wird, oder es verboten wird nach 11 Uhr am ersten Refuge anzukommen. Vor Begin der ersten Tour, sollte daher hier die aktuellen Bestimmungen überprüfen.

Refuges[Bearbeiten]

Wildcampen ist auf keinem Teil der Strecke erlaubt. Daher muss am Ende jeder Etappe ein Zeltplatz (ein Refuge) erreicht werden. Jedes Refuge bietet eine Vielzahl an Zeltplätzen an mit unterschiedlichen Grad an Bodenkomfort. Diese sind teilweise über 6 Stunden von einander entfernt, auch wenn es nur wenige Kilometer Luftlinie sind.

Refugio di Prati with tent site

Ausstattung[Bearbeiten]

An jedem Refuge gibt es Trinkwasser. Häufig gibt es mehrere Wasserquellen von denen manche als Trinkwasser (Eau portable) gekennzeichnet sind und aus Quellen kommen, und andere ungekennzeichnet und nur zum Spülen gedacht sind.

Weiterhin ist es möglich, die Essensvorräte aufzufüllen. Das Angebot unterscheidet sich jedoch stark: Manche Refuges wirken wir ein kleiner Supermarkt während das nächste Refuge bereits kein Angebot mehr bereitstellt. Die Lebensmittel in den Refuges sehr teuer. Der Preis unterscheidet sich jedoch nicht drastisch von den kleinen Lebensmittelmärkten auf dem Weg, sodass der Mehraufwand, das Proviant zu schleppen, sich nicht rechnet. Die Lebensmittelpreise entlang des Weges sind allgemein teuer, auch in den Lebensmittelmärkten. Manche Refuges sind sogar besser ausgestattet als die Lebensmittelmärkte.

Die Refuges bieten auch die Option auf Mietzelte an in denen bereits Isomatten bereitliegen. Bei dieser Option muss nur ein warmer Schlafsack mitgebracht werden. Diese Option sollte jedoch bereits im Voraus gebucht werden.

Die Refuges haben zwar Toiletten, aber Klopapier muss man selbst mitbringen. Dieses ist zur Not auch kommerziell zu erwerben. Die Art der Toilette variiert stark von Plumpsklo bis Spültoilette.

Öffnungszeiten[Bearbeiten]

Die Refuges schließen Anfang Oktober, sodass man nicht mehr in der Hütte übernachten kann und auch die Vorräte nicht mehr auffüllen kann. Zelten ist jedoch weiterhin möglich.

Wissenswertes[Bearbeiten]

An einigen Refuges gibt es Tiere (Wildschweine, Füchse), die das Essen stehlen. Das geht so weit, dass leichte Beutel aufgebissen bzw. aufgerissen werden. Das Essen sollte also wirklich gründlich verstaut werden bzw. man sollte es in unmittelbarer Nähe behalten.

Reservierungen[Bearbeiten]

Während für eine Übernachtung in der Hütte es immer notwendig ist, im Voraus zu buchen, war dies bis 2021 nicht notwendig für das Zelten. Seit 2021 kann jedoch auch der Zeltplatz reserviert werden. Diese Reservierung beinhaltet keinen Zeltplatz direkt, sondern erlaubt es nur den reduzierten Preis von 7€/Person/Nacht zu erhalten anstatt eines erhöhten Preises von 12€/Person/Nacht. Der tiefe Sinn hinter dieser Reservierung ist nicht ersichtlich.

Die Reservierungen können hier getätigt werden. Es gibt ein maximales Kontingent an möglichen Reservierungen pro Refuge pro Tag. Falls dieses Kontingent erschöpft ist, bekommt man eine nichtssagende Fehlermeldung. Eine Reservierung ist nur möglich für die offiziellen Refuges des Naturparks. An den privat betriebenen Refuges ist weiterhin keine Reservierung notwendig und möglich.


Vorbereitung[Bearbeiten]

Der GR 20 sollte nur gegangen werden, wenn man über Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition verfügt. Außerdem sollte vor den Kletter-Etappen unbedingt das Wetter überprüft werden. Leider gibt es nur an isolierten Stellen Handyempfang. Bei Schlechtwetter wird geraten die Variante im Tal zu nehmen, oder ein Ende des schlechtes Wetters abzuwarten. Bei Wandern auf nassen Stein besteht erhöhte Lebensgefahr.

Anreise[Bearbeiten]

Am einfachsten ist es, Calenzana von Calvi aus zu erreichen. Von dort aus kann man nach Calenzana laufen oder ein Taxi nehmen. Öffentliche Verkehrsmittel direkt nach Calenzana gibt es, Stand 2021, nicht.

Die Hauptstadt Ajaccio hat einen Flughafen, der mit der Buslinie 8 mit dem Bahnhof verbunden ist. Mit der korsischen Bahn kann man von Ajaccio aus nach Calvi fahren.

Ein weiterer internationaler Flughafen befindet sich in Bastia, von wo aus man ebenfalls mit dem Zug nach Calvi gelangen kann.

Die öffentlichen Verkehrsmittel auf Korsika sind sehr rudimentär und ein Zug fährt häufig nur einmal am Tag. Es ist daher ratsam, vor dem Buchen des Fluges einmal die Abfahrtzeit des Zuges zu ermitteln.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Im Oktober gibt es an Nachts Temperaturen nahe am Gefrierpunkt und häufig auch Wind. Daher ist ein ausreichend dicker Schlafsack (Komforttemperatur nahe 0°C), eine Isomatte sowie genügend warme Kleidung nötig.

  • Feste Wanderschuhe. Der Weg auf der Nordteil befindet sich überwiegend auf Geröll und die Füße freuen sich über eine feste Sohle.
  • Genügend Wasser für eine Etappe
  • Wanderrucksack
  • Wanderstöcke. Auch wenn man sonst ohne zurecht kommt, sind diese aufgrund der vielen Höhenmeter ratsam
  • Sonnenschutz (Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencrème)
  • Hygiene:
    • Zahnbürste und Zahnpasta
    • Funktionshandtuch und Kernseife
    • Toilettenpapier
  • Uhr (ist für die An- und Abfahrt praktisch - außerdem kann man sich einen Alarm einstellen um rechtzeitig mit der Tour zu beginnen)
  • Karten: Der Weg ist gut markiert, daher sind Karten im Prinzip nicht nötig. Allerdings kann man an ein oder zwei Stellen schon mal vom Weg abkommen. Da ist es doch beruhigend, wenn man Kartenmaterial zur Verfügung hat. Die IGN TOP 25 4149 OT - 4253 OT sind hierfür nützlich.
  • Stofftaschen / wasserdichte Säcke für Schmutzwäsche bzw. Hygieneprodukte oder Nahrung.
  • Regenjacke
  • Eine isolierende Schicht für nach der Ankunft am Refuge.
  • Erste-Hilfe Set. Entlang des Weges sieht man einige Wanderer mit größeren Schürfwunden.
  • Tape gegen Blasen
  • Stirnlampe. Wegen der Hitze und der Etappenlänge starten einige Wanderer gerne bereits in der Dunkelheit.

Wenn man nicht jedes mal in einer Hütte übernachtet, benötigt man außerdem:

  • Zelt
  • Schlafsack und Isomatte
  • Camping-Kocher, Feuerzeug sowie Camping-Geschirr und Camping Topf (letzteres ist nicht überall verfügbar)

Los geht's[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche Stelle entlang des Weges, an denen man zelten darf. Gas zum Kochen gibt es jedoch nur garantiert an den Refuges, weshalb die offiziellen Etappen immer von Refuge zu Refuge verlaufen. Wenn man nicht auf Gas zum Kochen angewiesen ist, kann die Etappenplanung flexibler gehandhabt werden.

Etappen[Bearbeiten]

Die Etappen sind so erstellt, dass eine Etappe für einen fitten Wanderer in etwa einen halben Tag dauert. Das Absolvieren mehrerer Etappen sollte mit Bedacht gemacht werden, da ermüdetes Wandern auf dem Nord-Teil gefährlich sein kann. Auf dem Süd-Teil ist das Wandern merklich einfacher und ein Doppeln ist problemlos machbar.

Nord-Teil:

  • Etappe 1: Calenzana - Refuge d'Ortu di u Piobbu
  • Etappe 2: Refuge d'Ortu di u Piobbu - Carrozzu
  • Etappe 3: Carrozzu - Asco
  • Etappe 4: Asco - Tighiettu
  • Etappe 5: Tighiettu - Ciuttulu di i Mori
  • Etappe 6: Ciuttulu di i Mori - Castel de Vergio
  • Etappe 7: Castel de Vergio - Refuge Manganu (1600m)
  • Etappe 8: Refuge Manganu - Petra Piana
  • Etappe 9: Petra Piana - Refuge de l'Onda
  • Etappe 10: Refuge de l'Onda - Vizzavona

Süd-Teil:

  • Etappe 11: Vizzavona - Refuge de Capannelle
  • Etappe 12: Refuge de Capanelle - Refuge de Prati
  • Etappe 13: Refuge de Prati - Refuge d'Usciolu
  • Etappe 14: Refuge d'Usciolu - Refuge d'Asinao
  • Etappe 15: Refuge d'Asinao - Refuge de Paliri
  • Etappe 16: Refuge de Paliri - Conca


Weblinks[Bearbeiten]


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