Flinders-Chase-Nationalpark
| Flinders Chase National Park | |
| Fläche: 326 km² |
Der Flinders-Chase-Nationalpark ist ein 326 km² kleiner Nationalpark auf der zu Südaustralien gehörenden Känguru-Insel.
Hintergrund
[Bearbeiten]Der 326 km² kleine 1 Flinders Chase National Park erstreckt sich im Norden der Kangaroo Island vom Cape Borda über den gesamten Westen bis zum Süden der Insel bei Cape du Couedic.
Geschichte
[Bearbeiten]Um 5500 vor Christus war die Känguru-Insel noch mit dem australischen Festland verbunden. Die indigenen Aborigines wie die Ramindjeri, Ngarrindjeri, Kaurna, Nharangga oder Barngalla nannten die Insel „Karta Pintingga“ („Todesinsel“). Sie starben jedoch 1500 vor Christus nach der Inselbildung aus.
Der Engländer Matthew Flinders entdeckte die Insel am Abend des 21. März 1802 während seiner Umsegelung Australiens und benannte sie nach den dort vorgefundenen Kängurus. Die hungernde Mannschaft erschoss 31 Tiere und füllte damit ihren Schiffsvorrat auf.[1] Der französische Seefahrer Nicholas Baudin gelangte am 3. Januar 1803 zur heutigen Ravine des Casoars.[2] Erst am 29. Juli 1836 gründeten Passagiere des in der 2 Nepean Bay gelandeten Schiffs „Duke of York Kingscote“ die erste europäische Siedlung in Südaustralien.[3]
Am 16. Oktober 1919 kam es auf der Insel zur Gründung eines Schutzgebiets, das am 27. April 1972 den erhöhten Schutzstatus als Nationalpark erhielt, der Flinders Chase National Park. Das Wort „Chase“ ist der alt-englische Ausdruck für eine geschützte und begrenzte Landfläche. Drei verheerende Waldbrände im Dezember 2002, Dezember 2007 und Januar 2020 konnten die Attraktion der Insel für Touristen nicht verhindern, da die Resilienz von Eukalyptusbäumen gegen Feuer die verkohlte Landschaft schnell wieder blühen lässt. Mindestens 30.000 Kängurus und mindestens 25.000 Koalas kamen in den Flammen um, deren Bestände erholen sich langsam.
Klima, Flora und Fauna
[Bearbeiten]Kangaroo Island hat ein gemäßigt-mediterranes Inselklima. In den regenarmen Sommermonaten Dezember bis Februar steigen die durchschnittlichen Tagestemperaturen auf 24 bis 26 °C; nachts werden 10 bis 13 °C erreicht. Im Sommer fällt an nur 2 Tagen im Monat Regen. Im Winter zwischen Juni und August liegen die Temperaturen tags bei 14 °C, nachts bei 6 °C. Dann fällt mit 13 Regentagen im Monat auch der meiste Regen. Dennoch fallen nur etwa 610 mm Regen pro Jahr, was die Waldbrandgefahr erheblich erhöht.


Auf Kangaroo Island lebt die gesamte charakteristische australische Tierwelt in konzentrierter Form. Es gibt 27 Säugetierarten, darunter Ameisenigel, Beutelmaulwurf, Fledermaus, Känguru, Koala, Numbat, Schnabeltier und Wombat. Durch das Fehlen der Dingos und Füchse haben diese Tierarten keine natürlichen Feinde und können sich ungefährdet vermehren. Meeressäuger sind Delphine, Robben und Wale. Beobachtet werden können 487 Vogelarten, darunter die flugunfähigen Emu und Kasuar sowie (flugfähig) Brolga-Kranich, Cape Barren-Gans, Haubentaucher, Indischer Pfau, Kookaburra, Australischer Pelikan, Schwarzer Schwan oder Schwefelhauben-Kakadu. Allein 65.000 Kängurus und über 15.000 Koalas leben hier. Die hier lebende Kolonie des Australischen Seelöwen gehört zu den letzten drei größeren Kolonien dieser bedrohten Art. Unter den 18 Reptilien-Arten befindet sich der im Rest von Australien kaum noch zu beobachtende Rosenberg-Waran (englisch: Rosenberg's goanna).
Unter den mindestens 890 Pflanzenarten gibt es 46 nur hier endemische Arten. Weit verbreitet ist das Mallee-Buschland, das von lediglich 2–10 m hohen Eukalyptusarten beherrscht wird, und von höher wachsenden Eukalyptusbäumen der Mallee-Gattung. Diese Eukalypten wachsen aus einem unterirdischen, knolligen Wurzelstock, dem sogenannten Lignotuber (englisch: mallee root). Dieser Speicher dient als Schutz gegen Buschfeuer und Trockenheit und ermöglicht es dem Baum, nach Bränden neu auszutreiben.
Anreise
[Bearbeiten]Mit dem Auto sind es von Adelaide bis 1 Kingscote über die Route
186 km (zuzüglich 19 km Fähre). Die einzige verbliebene Fährverbindung durch Sealink führt von Cape Jervis nach 2 Penneshaw. Die Fahrzeit beträgt etwa 45 Minuten. Die Zahl der täglichen Verbindungen richtet sich nach Saison und Nachfrage, Minimum sind drei Fahrten pro Tag je Richtung, in der Hochsaison etwa alle zwei Stunden. Eine Vorausbuchung ist anzuraten, da die Kapazitäten der beiden Fähren mit jeweils 50 Pkw begrenzt sind.
Per Kleinflugzeug kann der 1 Kingscote Airport (IATA: KGC) angeflogen werden. Er bietet mehrere regionale Flugverbindungen nach Adelaide. Air South Regional fliegt viermal täglich von Adelaide (General Aviation Terminal), ebenso fliegt Rex Regional Express täglich drei bis viermal von Adelaide.
Die asphaltierte South Coast Road führt zunächst nach 3 Karatta, einem Dorf mit knapp 40 Einwohnern. Hierzu gehört das nicht mehr bewohnte Grassdale Homestead (auch Edward’s Cottage genannt), ein 1949 errichtetes Farmhaus einer ehemaligen Schaffarm, die von der Witwe Lucy Edwards weiter betrieben wurde. Es folgt das 1 Flinders Chase Information Office und das 2 Flinders Chase Visitor Centre. Danach verläuft die South Coast Road als Parkstraße durch den Park. Weitere Parkstraßen sind die für Pkw befahrbaren Cape du Couedic Road und Boxer Drive (am Südufer). Aus dem Park hinaus führt die South Coast Road über 4 Birchmore nach 5 Cygnet River (82 km).
Sehenswürdigkeiten
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- Im Norden und Westen
Im Norden bildet die Cape Borda Road die Parkgrenze. Von ihr aus können folgende Sehenswürdigkeiten erreicht werden:
- 3 Cape Borda Kap im Norden der Insel mit der.
- 1 Cape Borda Lightstation Leuchtturm aus 1858.
- 4 Ravine des Casoars 3 km lange Schlucht im Westen des Parks, wo 1803 die Baudin-Expedition ein Emu sichtete und es für einen Kasuar hielt. Der Aussichtspunkt ist nur erreichbar über einen 7,4 km langen Wanderweg (hin und zurück).
- Im Süden
Folgt man der South Coast Road, gelangt man zu folgenden Sehenswürdigkeiten:
- 2 Bunker Hill Lookout ermöglicht einen Panoramablick auf die Eukalyptuswälder, die felsige Südküste und die dortigen Casuarina Islets.
- 2 Cape du Couedic Lighhouse (Cape du Couedic Lighthouse), Cape Du Couedic Rd, Parndana SA 1909 erbauter und 1974 elektrifizierter, 103 m hoher Leuchtturm mit Blick auf.
- 5 Cape du Couedic 1803 benannt vom französischen Seefahrer Nicholas Baudin nach seinem Freund und Marine-Offizier Charles Louis, Chevalier du Couëdic de Kergoualer, der 1780 bei einer Seeschlacht gegen die Engländer starb. Baudin war zur selben Zeit unterwegs wie Flinders.
- 3 Remarkable Rocks eine der Hauptattraktionen des Parks sind die durch Wind- und Wassererosion surreal geformten Granitfelsen auf 75 m hohen Klippen.
- 4 Admirals Arch eine Felsformation mit Stalaktiten, wo sich Neuseeländische Seebären aufhalten; beeindruckender Sonnenuntergang und Blick auf die.
- 5 Weirs Cove Lookout ein Aussichtspunkt auf die Steilküste der Weirs Cove.
- 6 Kirkpatrick Point wurde nach einem Überlebenden eines Schiffsbruchs im Jahre 1899 benannt und bietet einen weiteren Ausblick auf die Remarkable Rocks.
- 7 Sanderson Bay eine 3 km breite Bucht mit einem herrlichen, wenig frequentierten Strand.
- 8 Rocky River 40 km langer Fluss, mündet in die.
- 9 Maupertuis Bay 16 km breite Bucht an der Südwestküste, zu der ein 14,1 m langer mittelschwerer Wanderweg führt.
- 10 Cape Bouguer ein aus Dünen und Steilklippen bestehender Küstenstreifen.
- Abgelegene Teilgebiete des Nationalparks
Südlich vom Dorf 6 Gosse liegen mit dem Nationalpark geografisch nicht zusammenhängende Teilgebiete. Sehenswert sind hier die 11 Burgess Lagoon und der nur für allradgetriebene Fahrzeuge befahrbare 3 Birdville track. Er durchquert den abgelegenen Teil des Parks und beginnt/endet am asphaltierten 4 Westend Highway. Richtung Osten geht der Birdville track in den 5 Reedy track über.
Gebühren
[Bearbeiten]Die Eintrittsgebühr in den Nationalpark beträgt AUD 13 pro Person/pro Tag, eine Online-Vorausbuchung wird empfohlen, die vorherige online-Anmeldung eines Mietwagens ist Pflicht.
Unterkunft
[Bearbeiten]Im Nationalpark gibt es die 1 Troubridge Lodge, 2 Karatta Lodge und 3 Parndana Lodge, die nahe beieinander liegen und über Airbnb gebucht werden können.
Camping gibt es unter anderem im Park in der 4 Rocky River Camping Area, 5 Rocky River Campground und 6 Hakea Campground (nur für Wanderer).
Küche
[Bearbeiten]Beim Flinders Chase Visitor Centre gibt es das Restaurant 1 Nicolas Baudin's Restaurant (Lot 1, South Coast Rd), geöffnet mi-sa 17:30-20:00 Uhr oder 18:00-20:30 Uhr je nach Saison.
Sicherheit
[Bearbeiten]Siehe auch: Sicher reisen
Die Brandgefahr ist besonders während der Hauptreisezeit sehr hoch, so dass der Reisende aufmerksam die Hinweise auf der Insel verfolgen muss. Lagerfeuer und der sonstige Umgang mit offenem Feuer (Zigarettenrauchen) sind von November bis April wegen der Brandgefahr verboten.
Wer Wassersport betreibt (insbesondere Schwimmen), ist einer großen Gefahr von Hai-Attacken ausgesetzt. Die Abhänge der Steilküsten sind sehr gefährlich; so sollte man bei den Remarkable Rocks nicht zu nah an den Abhang. Hier sind bereits Touristen ums Leben gekommen, die ins Meer gestürzt sind.
Literatur
[Bearbeiten]- Madeleine Reincke/Hilke Maunder/Corinna Melville, Reiseführer E-Book Australien, MairDumont, 2013, S. 324 ff.; ISBN 978-3575003423.
Weblinks
[Bearbeiten]- www.environment.sa.gov.au – Offizielle Webseite von Flinders-Chase-Nationalpark
Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Tim Flannery, The Explorers: Stories of Discovery and Adventure from the Australian Frontier, Grove Press, 2000, S. 75 f.
- ↑ Johann J. Egli, Nomina geographica, Friedrich Brandstetter Verlag, 1893, S. 174
- ↑ Ralph Tate (Hrsg.), Report of the Meeting of the Australasian Association for the Advancement of Science, Band 5, The University Glebe, 1894, S. 484