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Deir el-Malāk (ed-Dāchla)

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Deir el-Malāk ·دير الملاك
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Deir el-Malak (arabisch: ‏دير الملاك‎, Dair al-Malāk, „Kloster des Erzengels“) ist eine ägyptische Kirchenruine aus dem 16./17. Jahrhundert etwa zwei Kilometer nordwestliches des Dorfes el-Maʿṣara und sieben Kilometer nordöstlich der Stadt Mūṭ in der Senke ed-Dāchla. Der Name Deir el-Malāk entstammt einer Inschrift und ist deshalb unter den Einheimischen nicht bekannt. Für die Stätte dürften sich vorwiegend Archäologen interessieren.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Kirchenruine wurde 1980 von den Wissenschaftlern des Dakhleh Oasis Project untersucht. In einer Inschrift auf einem Kalksteinfragment war der Name Deir el-Malāk, Kloster des Erzengels, zu lesen. Aus der Bezeichnung kann man entnehmen, dass die hiesige Kirche wohl Bestandteil eines Klosters gewesen ist.

Die Datierung ist aufgrund fehlender Inschriften und fehlender Überlieferung unsicher. Peter Grossmann schlug aufgrund zweier Details eine Errichtung der Kirche in das 16. oder 17. Jahrhundert vor. Zum einen fehlt der Chūrus, dies ist die Querhalle vor den Altarräumen, so dass diese Kirche erst in der Neuzeit errichtet worden sein kann. Andererseits weist diese Kirche eine bauliche Verwandtschaft mit den Breithauskirchen im Raum Achmīm und el-Kauthar auf, die aus dem 16. Jahrhundert stammen.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise kann mit einem Auto oder Taxi erfolgen. Man fährt auf der Fernverkehrtsstraße 10 in Richtung el-Maʿṣara. Etwa einen Kilometer westlich vor dem Ortseingang el-Maʿṣara kann man die Ruine 560 Meter nördlich der Straße bereits ausmachen, muss aber noch weiterfahren. Etwa 300 Meter westlich vor dem Ortseingang von el-Maʿṣara zweigt man bei 1 25° 30′ 48″ N 29° 2′ 48″ O nach Norden in die Ebene ab. Von hier aus folgt man etwa einen Kilometer weit den Pisten in nordwestlicher Richtung. Bei vorsichtiger Fahrweise kann der letzte Weg auch mit einem üblichen PKW zurückgelegt werden.

Mobilität[Bearbeiten]

Die letzten Meter bis zur Kirchenruine und die Begehung innerhalb der Ruine muss man zu Fuß zurücklegen. Der Untergrund ist teilweise feucht oder sumpfig. Man meide beim Laufen diese feuchten Stellen, da die Gefahr besteht, einzubrechen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Umgeben von Feldern befindet sich die Kirchenruine 1 Deir el-Malāk (25° 31′ 8″ N 29° 2′ 21″ O) auf einer kleinen Anhöhe. Die Ruine steht noch bis zu 2,5 Meter an, besitzt ihren Boden aber etwa einen Meter unterhalb des umgebenden Erdreichs. Die aus ungebrannten Lehmziegeln errichtete Kirche besitzt einen etwa quadratischen Grundriss mit 18 Metern Seitenlänge. Je zwei kreuzförmige Pfeiler unterteilen die Kirche in drei Schiffe. Zwischen diesen Pfeilern verliefen einst Bögen, auf denen in die Kuppeln der Kirche ruhten. Durch diese Anordnung wird die Kirche in neun etwa gleich große quadratische Raumfelder unterteilt, ebenso besaß die Kirche neun Hängekuppeln. Von den Bögen ist noch einer vorhanden, die Kuppeln fehlen heute vollständig. Möglicherweise überragte die Mittelkuppel die anderen.

Blick nach Osten im Südschiff
Südliche Apsis an der Ostseite
Apsis in der Mitte der Südwand

Von den drei Schiffen ist das Südschiff das am besten erhaltene. Am Ende der drei Schiffe befanden sich je eine Apsis, die sicher alle mit einem Altar bestückt waren. In jeder dieser Apsiden befanden sich zwei kleine halbrunde Nischen. Als architektonische Besonderheit befinden sich zusätzlich in der Mitte der Süd- und der Westseite weitere Apsiden, an der heute fast völlig fehlenden Nordwand gab es sicher eine weitere. Durch diese Apsiden entstehen in der Kirche zwei Hauptachsen, die ein Kreuz bilden.

Erst später wurde an der Südseite der Kirche eine einschiffige Seitenkapelle, ein Parekklesion, angefügt.

Küche[Bearbeiten]

Restaurants gibt es in Mut.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte gibt es in Mut und in Qasr ed-Dachla.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch der Klosterkirche lässt sich mit dem Besuch des Dorfes el-Maʿṣara und anderer Sehenswürdigkeiten im Bereich des Dorfs Balāṭ verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mills, Anthony J.: Dakhleh Oasis Project : Report on the Third Season of Survey, September–December, 1980. In: Journal of the Society for the Study of Egyptian Antiquities (JSSEA), ISSN 0383-9753, Bd. 11 (1981), S. 175–192, insbesondere S. 184 f., Tafel 10.
  • Grossmann, Peter: Christliche Architektur in Ägypten. Leiden [u.a.] : Brill, 2002, (Handbuch der Orientalistik ; Abt. 1: Der Nahe und der Mittlere Osten ; 62), ISBN 978-90-04-12128-7, S. 566 f., Abb. 181.
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