Reiseroute
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Darb eṭ-Ṭawīl

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Vorgeschichtliche Felszeichnungen bei Ḥalfat el-Biʾr
Ed-Darb eṭ-Ṭawīl ·الدرب الطويل
Länge250 km

Der ed-Darb et-Tawil (arabisch: ‏الدرب الطويل‎, ad-Darb aṭ-Ṭawīl, „die lange Piste“) ist eine antike Karawanenroute in Ägypten, die die Senke ed-Dāchla in der Westlichen Wüste mit der Stadt Asyūṭ bzw. dem Dorf Banī ʿAdī verbindet. Die Route ist 250 Kilometer lang und ließ sich mit Kamelen in etwa vier bis sechs Tagen bewältigen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der ed-Darb eṭ-Ṭawīl ist die einzige direkte Route zwischen dem Niltal und der Senke ed-Dāchla. Diese alte Route wurde wohl bereits seit dem Alten Reich genutzt, was man an der Besiedelung im Umfeld von Balāṭ ablesen kann. Diese direkte Route umgeht auch die Senke el-Chārga.

Eine frühe Beschreibung der Route liegt vom Briten Archibald Edmonstone (1795–1871) vor, der 1819 auf dieser Route nach Balāṭ reiste.[1] Gerhard Rohlfs (1831–1896) ließ die 1874 benutzte Route auf einer Karte festhalten.[2] Auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Route von verschiedenen Forschern genutzt, so 1900 vom deutschen Orientalisten Bernhard Moritz (1859–1939)[3] und 1912 vom Briten William Joseph Harding King (1869–1933).[4] Letzterer berichtete auch, dass noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts alljährlich im Herbst die Route genutzt wurde, um die erntefrischen Datteln ins Niltal zu bringen.[5]

Vorbereitung[Bearbeiten]

Die Route ist nicht einfach. So muss u.a. die Abu-Muharrik-Sanddüne überquert werden. Es ist sinnvoll, Sandbleche mitzuführen und die Strecke in einer Gruppe mit mehreren Fahrzeugen zu bewältigen. Unterwegs gibt es keine Wasserstellen, so dass ausreichend Wasser mitgeführt werden muss.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Reise entlang dieser Route kann nur mit geländegängigen Allradfahrzeugen oder Kamelen erfolgen. Man ist auf ortskundige Führer angewiesen.

Route[Bearbeiten]

Route von Banī ʿAdī nach Balāṭ[Bearbeiten]

Die ca. 250 Kilometer lange Route ist auf guten Karten wie den russischen Generalstabskarten eingezeichnet. Unterwegs gibt es keine Wasserstellen. Sporadisch auffindbare Scherben beweisen, dass man nicht als Erster die Route nutzt. Knochen von Kamelen und Eseln warnen davor, dass die Wüste keine Fehler verzeiht.

Nahe der Stadt Asyūṭ führten Pisten von Daschlūṭ oder Meir nach 1 Banī ʿAdī (27° 14′ 57″ N 30° 55′ 47″ O), arabisch: ‏بني عدي‎. Das Dorf Banī ʿAdī befindet sich 28 Kilometer westnordwestlich von Asyūṭ.

Die Route führt nach Südwesten, und zwar über 1 el-Bassara (27° 0′ 0″ N 30° 39′ 0″ O) und 2 Qārat es-Saba (26° 39′ 0″ N 30° 20′ 0″ O).

Dann folgt der schwierigste Teil, die Überquerung der Abu-Muharrik-Sanddüne bei 1 Überquerung der Abu-Muharrik-Sanddüne (26° 27′ 0″ N 30° 9′ 0″ O).

Im weiteren Verlauf werden drei weitere Pässe durchquert. Dies sind zuerst der 3 Naqb Schuschina (26° 0′ 0″ N 29° 56′ 0″ O), auch Naqb Schischini, östlich von Abū Gerara und der 4 Naqb er-Rūmī (25° 55′ 0″ N 29° 47′ 0″ O).

Der letzte Pass, der Balāṭ-Pass oder Naqb Balāṭ, befindet sich bereits im Nordosten der Senke ed-Dāchla. Er durchschneidet das Kalksteinplateau von Ost nach West. Der schmale Pass mit seinen Steilwänden beginnt im Osten bei 2 Ostseite des Balat-Passes (25° 38′ 30″ N 29° 31′ 0″ O) und endet im Westen bei 3 Westseite des Balat-Passes (25° 37′ 30″ N 29° 25′ 0″ O).

Südwestlich des Pass-Endes trifft man auf die Felsen von Ḥalfat el-Biʾr, an denen verschiedene Inschriften aus prähistorischer bis in koptische Zeit von den Durchreisenden angebracht wurden.

Üblicherweise endet die Piste in Balāṭ, das ca. 15 Kilometer vom Pass-Ende entfernt ist. Eine Weiterreise ist auch nach Tineida möglich.

Anschlussrouten[Bearbeiten]

Bereits ca. 40 Kilometer nordöstlich der Ostseite des Balāṭ-Pass zweigt man auf den Darb el-Chaschabī bei 4 Abzweig auf den Darb el-Chaschabi (25° 55′ 0″ N 29° 47′ 0″ O) nach Westen ab, auf dem man mit einem Kamel nach zwei Tagen oder ca. 60 Kilometern Qaṣr ed-Dāchla über den el-Qaṣr-Pass, 5 Naqb el-Qaṣr (25° 41′ 0″ N 29° 2′ 0″ O), erreicht.

Sicherheit[Bearbeiten]

Sie benötigen für die Anreise mehrere geländegängige Fahrzeuge (4×4), ausreichend Wasser und Proviant und ein Satellitentelefon.

Verhaltensregeln[Bearbeiten]

Nehmen Sie keine Veränderungen an den Hinterlassenschaften vor! Die Geschichte Nordafrikas ist weitgehend ungeschriebene Geschichte! Man würde möglicherweise unwiederbringlich wichtige Zeugnisse zerstören oder aus ihrem Zusammenhang reißen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Russische Generalstabskarten, Maßstab 1:200.000, Karten G-36-VII (Манфалут [Manfalut]), G-36-XIII (Карет-Эс-Саба [Karet es-Saba]), G-35-XVIII (Накб-Эль-Хашаби [Nakb el'-Chaschabi]) und G-35-XXIV (Балат [Balat]). Für den Weg nach Qaṣr ed-Dāchla zusätzlich noch die Karte G-35-XXIII (Мут [Mut]).

Einzelnachweise

  1. Edmonstone, Archibald: A journey to two of oases of upper Egypt, London : Murray, 1822, S.19–28.
  2. Rohlfs, Gerhard: Drei Monate in der Libyschen Wüste. Cassel : Fischer, 1875. Nachdruck Köln : Heinrich-Barth-Institut, 1996, ISBN 978-3-927688-10-0. Beiliegende Karte.Mittheilungen aus Justus Perthes’ geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesammtgebiete der Geographie von Dr. A. Petermann, Bd. 21 (1875), Tafel 11 (Karte).
  3. Moritz, B[ernhard] : Excursion aux oasis du désert libyque, in: Bulletin de la Société Sultanieh de Géographie (BSGE), Band 5 (1898–1902), S. 429–475, insbesondere S. 472–475.
  4. Harding King, W[illiam] J[oseph]: Mysteries of the Libyan Desert. London : Seeley, 1925, ISBN 978-1850779575, S. 201–205, 305.
  5. Harding-King, W[illiam] J[oseph] : The Farafra Depression and Bu Mungar Hattia, in: The Geographical Journal, Band 42,5 (1913), S. 455–461, insbesondere S. 455, Karte S. 516.
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