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Beit el-ʿArāʾis

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Beit el-ʿArāʾis ·بيت العرائس
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Beit el-'Ara'is (auch Beit el-Arais, Beit el-Areis, arabisch: ‏بيت العرائس‎, Beit el-ʿArāʾis, „Haus der Bräute“) ist der Ort eines römerzeitlichen Friedhofs etwa viereinhalb Kilometer südwestlich des Dorfes el-Maʿṣara in der ägyptischen Senke ed-Dāchla. Für die Stätte dürften sich hauptsächlich Archäologen interessieren.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Friedhof Beit el-ʿArāʾis befindet sich viereinhalb Kilometer Luftlinie südöstlich von el-Maʿṣara und etwa viereinhalb Kilometer südsüdwestlich von Ismant el-Charāb, etwa 300 Meter südlich des Fruchtlandes in der Wüste.

Der Friedhof aus römischer Zeit, wohl aus dem ersten bis dritten Jahrhundert, besteht aus sieben Lehmziegelkapellen und zahlreichen Schachtgräbern, die in den versandeten Kalksteinboden gegraben wurden. Die Schachtgräber befinden sich hinter, d. h. südlich der Kapellen, und vor den drei Hügeln, die die südliche und äußeren Begrenzungen des Friedhofs bilden.

Die Grabkapellen ähneln denen in Ismant el-Charāb, sind aber kleiner und einfacher als die in Ismant. Die Kapellen wurden mit luftgetrockneten Lehmziegeln in abwechselnden Läufer- und Binderschichten gemauert. Als Bauschmuck erhielten die Kapellen flache Halbpfeiler, Pilaster, die einen Balken oder eine flache Hehlkehle tragen. Der Eingang aller Kapellen befindet sich im Norden. Die größeren Kapellen bestehen aus zwei hintereinander liegenden Räumen. Die Räume der Kapellen sind nach oben hin mit Tonnengewölben und Kuppeln bedeckt.

Die Stätte wurde bisher (wohl) nicht archäologisch untersucht und auch in der Vergangenheit nur selten von Reisenden besucht und beschrieben. Zu den wenigen Forschungsreisenden gehörte Herbert Eustis Winlock (1884–1950), der 1908 in ed-Dāchla weilte und die Stätte als El Ḳaṣr bezeichnete.

Anreise[Bearbeiten]

Das Dorf el-Maʿṣara lässt sich relativ einfach mit einem Auto, Taxi oder den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Es liegt unmittelbar an der Fernverkehrsstraße von Mūṭ nach el-Chārga. Man verlässt das Dorf im Süden und läuft oder fährt auf Feldwegen in südöstlicher Richtung. Kurz hinter den Feldern trifft man auf eine Piste in Ost-West-Richtung. Am besten legt man den Weg zu Fuß oder mit einem Motorrad zurück. Bei vorsichtiger Fahrweise kann man auch mit PKW bis nach Beit el-ʿArāʾis gelagen.

Mobilität[Bearbeiten]

Der Untergrund im Bereich des Friedhofs ist sandig. Südlich hinter den Grabkapellen befinden sich zahlreiche Schachtgräber, so dass hier beim Laufen Vorsicht geboten ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eigentlich ist die archäologische Stätte bewacht, so dass es sein kann, dass man sie nur von der Piste im Bereich des Wächterhäuschens betrachten kann.

Jeweils außen im Osten und im Westen befinden sich die größten und allein stehenden Grabkapellen. In der Mitte gibt es zwei Gruppen mit zwei bzw. drei Kapellen. Alle Kapellen haben einen etwa quadratischen Grundriss und wurden ausschließlich mit luftgetrockneten Lehmziegeln errichtet. An allen Seiten und den Ecken wurden im Mauerwerk Halbpfeiler angedeutet. Teilweise findet sich an den Kapellen noch der ursprüngliche Verputz aus Lehm- und Kalkmörtel. Dort wo er fehlt, erkennt man natürlich das Mauerwerk.

Fassade der östlichen Grabkapelle
Drei der mittleren Kapellen, Blick nach Süden
Fassade der westlichen Grabkapelle
Hinterer Raum der östlichen Grabkapelle
Südseiten von drei mittleren Kapellen
Vorderer Raum der westlichen Grabkapelle

Die östlichste (linke), etwa fünf Meter breite Kapelle bestand ursprünglich aus zwei Räumen. Der vordere Raum besitzt ein quer liegendes Tonnengewölbe, der hintere, quadratische eine flache Kuppel mit Pendentifs, dies sind Eckzwickel. In der Mitte der Kuppel befindet sich eine Öffnung, durch die das Licht hineinfällt. In der Mitte des hinteren Raums befindet sich der Grabschacht. Später wurde die Kapelle um eine Vorhalle erweitert, von der aber nur noch die untersten Lagen erhalten sind. Auch ist das Mauerwerk der Vorhalle andersartig: es besteht aus Läufer- und Rollschichten.

Die westlichste Kapelle besteht ebenfalls aus zwei Räumen, die jeweils quer liegende Tonnengewölbe tragen. Die Innenwände besitzen eine Besonderheit, denn die Wände ruhen auf einem flachen Sockel.

Die mittleren Grabkapellen sind kleiner und besitzen häufig eine Kuppeldecke mit Pendentifs.

Die Schachgräber bestehen aus einem etwa quadratischen Schacht mit einer Kantenlänge von etwa einem Meter.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte gibt es zum Beispiel in Mut und in Qasr ed-Dachla.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch von Beit el-ʿArāʾis lässt sich natürlich mit dem des Dorfes el-Maʿṣara verbinden. Etwa sieben Kilometer östlich des Dorfes auf derselben Straßenseite befindet sich die archäologische Stätte von Ismant el-Charāb. Wenige Kilometer nordwestlich des Dorfes befindet sich die Kirchenruine Deir el-Malāk aus dem 16./17. Jahrhundert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Winlock, H[erbert] E[ustis]: Ed Dākhleh Oasis : Journal of a camel trip made in 1908. New York : Metropolitan Museum of Art, 1936, (The Metropolitan Museum of Art, Dept. of Egyptian Art ; 5), S. 42, Tafeln XIII (unten rechts), XXXII.
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