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Athos

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Der Berg Athos
Athos
ProvinzAutonome Republik
Einwohner1830 (2011)
anderer Wert für Einwohner auf Wikidata: 2262 Einwohner in Wikidata aktualisieren Eintrag aus der Quickbar entfernen und Wikidata benutzen
Höhe
2.033 m
Tourist-Info Webhttp://www.mountathos.gr
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Lage
Lagekarte von Griechenland
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Athos

Athos liegt in der Chalkidiki, Griechenland, die langgezogene Halbinsel umfasst den östlichen "Finger".

Hintergrund[Bearbeiten]

Karta Athos

Beim Begriff "Athos" muss man drei verschiedene, doch eng miteinander verknüpfte Bedeutungen unterscheiden: Zum Ersten bezeichnet er den dritten, östlichen Finger (griechisch: "Fuß") der Halbinsel Chalkidiki im Nordosten Griechenlands. Zum Zweiten meint man damit den darauf liegenden autonomen Mönchsstaat, den man auch als "Heiligen Berg Athos" (gr. Άγιον Όρος) bezeichnet. Dieser beginnt, zum Teil durch deutliche Grenzanlagen vom nördlichen Teil der Halbinsel getrennt, unweit des Ortes Ouranoúpoli und nimmt den ganzen südlich davon befindlichen Teil ein. Schließlich heißt auch das ganz im Süden der Halbinsel gelegene Felsmassiv "Athos". Politisch gehört die Republik Athos zu Griechenland. Die Gesetzgebung ist aber unabhängig von der griechischen. In jedem Kloster herrschen andere Richtlinien. Der jeweilige Abt ist der Entscheidungsträger. Er ist sozusagen der Monarch des Klosters. Er wird auf Lebenszeit bestimmt. Tatsächlich gibt es sogar Spannungen zwischen verschiedenen Klöstern, wenn die Mönche unterschiedliche Auffassungen vertreten.

Regionen[Bearbeiten]

  • Die Mönchsrepublik Athos nimmt den weitaus größten Teil der Halbinsel ein. Der Berg Athos liegt ganz im Süden der Halbinsel und ist 2033 Meter hoch.
  • Landenge zwischen Ierissos und Ouranoupoli.
  • Insel Ammouliani vor der Westküste.

Orte[Bearbeiten]

Blick über Ouranoupoli zur Mönchsrepublik
  • Ouranoúpoli (deutsch: Himmelsstadt) – bekanntester Ort auf Athos. Er liegt außerhalb der freien Mönchsrepublik Athos direkt an deren Grenze.
  • Ierissós – größter Ort mit 2800 Einwohnern an der Ostküste mit historischen Bootswerften.
  • Néa Róda – liegt an der schmalsten Stelle der Halbinsel. Hier ließ der Perserkönig Xerxes die Landenge einebnen, damit seine Kriegsschiffe auf das westliche Ufer gezogen werden konnten, um so die Umschiffung der gefährlichen Südspitze zu vermeiden.
  • Trípiti – kleiner Hafenort und Beginn der Ferienregion bis Ouranoupoli.
  • Karyés - Hauptstadt und Regierungssitz der Mönchsrepublik. Hier mussten sich früher alle Pilger einfinden um die Aufenthaltsgenehmigung, die heute in Ouranoupoli ausgehändigt wird, zu erhalten. Hier gibt es zwei Tavernen, ein Hotel, eine Krankenstation, Geschäfte, einen Hubschrauberlandeplatz, Handwerksbetriebe, eine Polizeistation, zahlreiche Gehöfte in denen kleine Mönchsgemeinschaften leben sowie die sog. "Konákia". Das sind die Gebäude, in denen ehemals die Abgesandten der einzelnen Klöster mit einigen Mönchen wohnten. Auch der Vertreter der Griechischen Regierung hat ein Amtsgebäude dort. Ansonsten gibt es auf dem Athos nur Klöster und die dazugehörigen Sikten. Sikten sind Siedlungen, in denen Mönche leben, die abhängig von dem übergeordneten Kloster sind. Es gibt 20 Großklöster in der Mönchsrepublik. Sie sind Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Dazu gibt es am Berg Athos sogenannte Eremitagen, kleine Schlafstätten in recht großer Höhe, in denen die Mönche Zuflucht suchen und beten können.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten]

Die Amtssprache auf dem Athos ist Griechisch. In den 17 griechischen Großklöstern werden somit auch die Gottesdienste in der (alt)griechischen Sprache gefeiert. Daneben gibt es je ein serbisches, bulgarisches und russisches Großkloster, in denen sich die Mönche in ihrer jeweiligen Landessprache verständigen. Die Gottesdienste dort werden im alten Kirchenslawisch gefeiert. Nahe des Klosters Megisti Lavras gibt es eine rumänische Mönchsgemeinschaft. Daneben finden sich in allen Klöstern auch vereinzelt Mönche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie aus anderen Staaten der Erde. Jeder Mönch, der auf dem Athos aufgenommen wird, erhält automatisch die griechische Staatsbürgerschaft.

Anreise[Bearbeiten]

Hinweistafel der Mönchsrepublik Athos

Die Anreise erfolgt per Schiff zu den Häfen in Ierissos und Ouranoupoli oder auf der Straße aus Richtung Stratoni.

Ohne einen Nachweis, dass man in die freie Mönchsrepublik Athos pilgern oder gar als Mönch hier leben möchte, kommt man nicht in die Mönchsrepublik. Die Einreise in die Mönchsrepublik Athos setzt ein Pilgervisum (Diamonitirion) voraus, das im Voraus beantragt werden muss, täglich werden nur hundert Pilger mit griechisch - orthodoxer Konfession und 15 Gäste aus anderen Glaubensrichtungen zugelassen. Je nach gewünschtem Reisezeitpunkt ist das Kontingent rasch ausgeschöpft. Besucher mit rein touristischem Hintergrund, welche nicht bereit sind, sich als Gäste in den klösterlichen Tagesablauf einzufügen, erhalten kein Visum, Frauen haben in die Mönchsrepublik überhaupt keinen Zutritt. Das gilt zu großen Teilen auch für weibliche Tiere. Dabei werden aber Ausnahmen gemacht. So sind zum Beispiel Hennen erlaubt, auch Hunde und Katzen. Das hat rein praktische Gründe.

Die gesamte Athoshalbinsel war bis 1963 mit einem filigranen Netz von Maultierpfaden überzogen, es gab keine Fahrzeuge bzw. fahrzeugtaugliche Straßen. Erst zur Jahrtausendfeier des Heiligen Berg Athos (eigentlich war es nur die Jahrtausendfeier des Klosters Megístis Lávras!) wurde vom Hafen Dáphni eine Fahrstraße hinauf zur Hauptstadt Karyés gebaut. Diese Bautätigkeit wurde in den folgenden Jahren ausgeweitet, und schwere Baumaschinen arbeiteten sich von Kloster zu Kloster durch, so dass heute alle Klöster mit Bussen und LKW zu erreichen sind. Die historischen Wege wurden dabei rücksichtslos zerstört, und es ist heute nur noch ein Bruchteil des historischen Wegenetzes vorhanden. Dieses wird zunehmend wieder überwachsen und ist für Wanderer nicht mehr passierbar. Der Warentransport mit Maultierkarawanen wird nur noch in abgelegenen, schwer zugänglichen Teilen der Halbinsel bewerkstelligt.

Mobilität[Bearbeiten]

Wenn man den dritten Finger der Halbinsel Chalkidiki sehen will, ist man auf das Schiff oder Boot angewiesen. Von Ouranoúpoli aus, hier gibt es einen Hafen, kann man ein Ausflugsschiff nehmen und an der Westküste entlang fahren. Das Schiff fährt nahe an der Küste und man kann die Klöster sehr gut sehen. An der Ostküste ist es schon schwieriger.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Klöster auf Athos
Kloster Moni Zografou (bulg.-orthod.)
Wehrturm Prosphorion am Hafen von Ouranoupoli

Jedes Kloster für sich ist eine Sehenswürdigkeit. Sie sind alle sehr alt und haben eine lange Tradition. Sie sind malerisch gestaltet, jedes individuell gebaut und immer noch so, wie vor vielen hundert Jahren, als sie entstanden sind (das erste 963 nach Christus).

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Wehrturm Prosphorion in Ouranoupoli. Der bereits 1344 errichtete Turm diente zum Schutz der ansässigen Klostergüter. Den restaurierten Turm kann man innen besichtigen. Er beherbergt eine Ausstellung über die Mönchsrepublik und man kann von den oberen Geschossen einen weiten Rundblick über den Ort, den Hafen und weit über das Meer bis nach Sithonia genießen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Von Ouranoúpoli aus fahren jeden Tag Ausflugsschiffe nach Süden. Sie dürfen allerdings nicht bei den Klöstern anlegen und nähern sich der Küste nur bis ca. 400 m. Es gibt eine Reiseleitung, die viel zu den Klöstern erzählt. Oft ist es aber mehrsprachig und daher etwas nervig. Der Ausflug geht bis in den Süden von Athos mit einem hervorragenden Blick auf den gleichnamigen Berg. Die Fahrt führt an malerischen Buchten vorbei und hat noch mehr zu bieten als nur die Klöster der Mönchsrepublik.

Küche[Bearbeiten]

Die Athos-Küche ist von mediterranen Gepflogenheiten geprägt, erfährt allerdings durch die strengen Fastenregeln rigorose Einschränkungen im Vergleich zur Griechischen Küche außerhalb des Mönchsstaates. Unabhängig von den Fastenzeiten wird generell auf Fleisch verzichtet. Fisch und Meeresfrüchte werden an Feiertagen, selten auch an normalen Werktagen, gereicht. Hauptbestandteil der Mahlzeiten sind Gemüse, Kartoffeln, Oliven, Olivenöl und Obst (zum Nachtisch). Dies wird meist aus eigenen Gärten gewonnen aber auch bei größerem Bedarf (Bewirtung von Pilgern!) und im Winter von außen eingeführt, oft von klostereigenen Besitzungen auf der Chalkidiki. Käse und Eier (deren Genuss, wie der des Olivenöls, durch die Fastengebote geregelt ist) werden auf dem Athos nicht selbst erzeugt, da dort keine Viehzucht bzw. Milchwirtschaft betrieben wird. Einzige Ausnahme ist die Imkerei. Brot und Konditoreierzeugnisse werden in einer Bäckerei in der Hauptstadt Karyes und in klostereigenen Backöfen erzeugt oder eingeführt. Wein zum eigenen Verzehr wird meist selbst erzeugt und gekeltert und an Feiertagen zum Essen gereicht, gelegentlich auch exportiert. Nur in einem relativ flachen Landstrich im Norden der Athoshalbinsel, auf dem Gebiet des Klosters Chilandar, ist Ackerbau möglich. Auf den Hügeln nahe der Athosgrenze hat der Weinproduzent Tsantali ausgedehnte Weinlagen gepachtet.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima auf Athos gleicht dem auf Chalkidiki. Es gibt eigentlich nur zwei Jahreszeiten, den Sommer und die Regenzeit. Im Sommer ist es sehr heiß und es gibt nur selten Regen. In den beiden Übergangszeiten regnet es dann etwas mehr. Der Winter ist sehr regenreich und häufig fällt auch Schnee, der meist nicht lange liegen bleibt aber doch gelegentlich Schäden an der mediterranen Flora (Oliven!) hervorruft. Auf dem Athosgipfel ist im Winter jederzeit mit hochalpinen Verhältnissen zu rechnen. An der Nord-Ost-Küste herrscht insgesamt ein etwas raueres Klima, auch mit starken Winden und kräftigem Seegang, als an der Süd-West-Küste.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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