Burgas

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Burgas-Collage D.jpg
Burgas
Oblast Burgas     
Einwohner 230.450
Lage
Lagekarte von Bulgarien
Reddot.svg
Burgas
Burgas in Bulgarien

Burgas (Бургас) ist die viertgrößte Stadt Bulgariens und liegt an der südlichen Schwarzmeerküste. Der Hafen Burgas ist der größte Hafen und einzige Rohölhafen Bulgariens sowie der Heimathafen der bulgarischen Übersee-Fischfangflotte, der Schwarzmeermarine und der Küstenwache. Die Stadt ist das Zentrum der bulgarischen Fischfang- und Fischverarbeitungsindustrie. Der Flughafen Burgas ist nach dem Flughafen Sofia der meistfrequentierte Flughafen Bulgariens.

Die heutige Stadt hat einen thrakisch-römischen Ursprung und kann auf eine über 3000-jährige Geschichte zurückblicken. Die antike Siedlung in der Gegend Sladkite Kladenzi auf der Nehrung Kumluka im heutigen Stadtteil Pobeda wird als Hafen der thrakischen Könige bezeichnet. Die heutige Stadt entwickelte sich aus mehreren in der Umgebung gelegenen Orten, die wichtigsten davon waren Deultum, Poros und Aquae Calidae.

Burgas ist eine touristisch überregional bekannte Stadt. Die geographische Lage zwischen mehreren unter Naturschutz stehenden Seen, das Schwarze Meer, die antiken und mittelalterlichen Siedlungen und die Festivals ziehen nicht nur Besucher aus den Balkanländern, sondern aus ganz Europa und Asien an. Die Kathedrale der Heiligen Brüder Kiril und Methodius und das Naturschutzgebiet Poda wurden in die Liste der 100 nationalen touristischen Objekte in Bulgarien aufgenommen. Das Kloster Sweta Anastasia auf der vorgelagerten gleichnamigen Insel ist das einzige im Schwarzen Meer erhaltene mittelalterliche Inselkloster. Schutzpatron der Stadt, der gleichzeitig auch über Seeleute und das Meer wacht, ist der Heilige Nikolaus (Свети Николай), der am 6. Dezember gefeiert wird.

Stadtteile[Bearbeiten]

Die zentralen Viertel (Januar 2011)

Die Stadt Burgas setzt sich aus 15 Stadtvierteln zusammen:

  • Akatsiite (Акациите)
  • Bratja Miladinovi (Братя Миладинови)
  • Gorno ezerovo (Горно езерово)
  • Dolno ezerovo (Долно езерово)
  • Sornitsa (Зорница)
  • Isgrev (Изгрев)
  • Lasur (Лазур) ist das Viertel, das direkt an den Meerespark grenzt. Obgleich einige der höchsten Plattenbauten aus sozialistischer Zeit sich hier befinden, erlebt Lazur einen Aufschwung, der sich unter Anderem durch den Bau neuer moderner Appartmenthäuser bemerkbar macht.
  • Losowo (Лозово)
  • Meden Rudnik (Меден рудник)
  • Petko Slavejkov (Петко Славейков)
  • Pobeda (Победа)
  • Sarafovo (Сарафово) entstand 1922 als eigenständiger Ort in der Nähe des heutigen Flughafens, also etwa 10 km nördlich des Stadtzentrums. Benannt wurde der Ort nach dem gleichnamigen Architekten, der den Grundriss von Sarafovo plante. 1987 wurde die Ortschaft als Viertel in die Gemeinde Burgas eingegliedert.
  • Kraimorie (Крайморие)
  • Vasraschdane (Възраждане) erstreckt sich entlang des Güterbahnhofs bis zum Hafen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Burgas' Anfänge liegen in der Antike als auf dem Gebiet der heutigen Stadt einen Marktplatz entstand auf dem

griechischen Siedlern der Nahen Kolonie Apollonia (dem heutigen Sozopol) mit den thrakischen Fürsten der Umgebung Handel betrieben. Einige Forscher vertreten die These, dass es sich dabei um den Hafen der thrakischen Könige handeln kann. In der spätrömische Zeit war Burgas unter dem Namen Develtum (später Develt genannt) bekannt, einer unter Kaiser Vespasian im 1. Jahrhundert n. Chr. eingerichteten militärische Kolonie. Der heutige Name der Stadt leitet sich aus dem römisch-germanische Burgus ab, laut einer Inschrift 154/155 n. Chr. aus Pantschewo während der Zeit Antoninus Pius (138-161), beziehungsweise unter dem Statthalter von Develtum Iulius Commodus Orfitismus errichtet wurde und in späteren Zeiten zum Synonym für die sich daraus entwickelte Stadt wurde. Der Standort dieser Burg ist heute unbekannt. Eine ähnliche Etymologie hat der Name der spanischen Stadt Burgos.

Die heutige Stadt entwickelte sich aus mehreren in der Umgebung gelegenen Orten, die wichtigsten davon waren Deultum, Poros und Aquae Calidae. Die Bäder von Aquae Calidae wurden im Laufe der Geschichte nachweislich von mehreren bedeutenden Herrschern besucht, neben Philipp II. von Makedonien unter anderem auch von den oströmischen Kaisern Justinian I. und Konstantin IV., dem bulgarischen Herrscher Terwel sowie dem osmanischen Sultan Süleyman I.

708 schlug der bulgarische Herrscher unmittelbar nördlich vom heutigen Burgas in der Schlacht von Anchialos den byzantinischen Kaiser Justinian II. und damit wurde die Region Sagore mit Aquae Calidae und Develtum zum ersten Mal in das Bulgarische Reich eingliedert. In den nächsten Jahrhundert war die Region zwischen dem bulgarischen und dem byzantinischem Reich umstritten und Herrschaft über ihr wechselte oft. 1206 wurde während des Vierten Kreuzzuges der Badeort Aquae Calidae, der mittlerweile unter dem Namen Thermopolis bekannt war, vom lateinischen Kaiser Heinrich zerstört, später jedoch von Bulgaren und Byzantinern wieder aufgebaut.

Develtum und Pirgos wurden etwa 1367/1368 von den Osmanen unter Sultan Murad I. erobert und später an Byzanz verkauft. Sie gerieten um 1453 gemeinsam mit den anderen nahe gelegenen Küstenstädten als eine der letzten Städte im heutigen Bulgarien für Jahrhunderte unter osmanische Herrschaft. Dabei wurde Deultum zerstört; die Stadt konnte sich in den folgenden Jahrhunderten nicht erholen und spielte in der osmanischen Geschichte keine Rolle mehr. Thermopolis und Pirgos blieben erhalten und wurden als Bäder für die osmanischen Sultane ausgebaut. In Poros errichtete der osmanische Sultan Bayezid II. für seinen Hof ein Çiftlik (etwa Bauernhof). Die ehemalige Festung Pirgos existierte lange nur als Fischersiedlung.

Ab dem 17. Jahrhundert stieg der Export vom Getreide kontinuierlich über den Hafen Burgas an und die Stadt überholte Sosopol als wichtiger Getreidehafen in der Region. In den nächsten Jahrzehnten stieg erneut die Einwohnerzahl und die Bedeutung vom Burgas. Mehrere westliche Diplomaten und Reisende berichteten in dieser Zeit, dass Burgas eine Kleinstadt und ein wichtiges Handelszentrum und Umschlagplatz für landwirtschaftliche Waren aus dem östlichen Thrakien sei. Burgas sei das Zentrum der Küste südlich des Balkangebirges und besitze sein eigenes Getreidemaß, das Burgas-Kile. Nach einer französischen Untersuchung der osmanischen Schwarzmeerhäfen war Burgas 1865 nach Trapezunt der Hafen mit dem zweithöchsten Warenumschlag.

Im Russisch-Türkischen Befreiungskrieg von 1877/78 wurde der sichere Hafen von Burgas von der türkischen und tatarischen Bevölkerung Ostbulgariens sowie von Deserteuren und irregulären osmanischen Truppen (Başı Bozuk) als Abzugsort genutzt. Die Stadt blieb aber im Gegensatz zu Karbonat und Balgarowo von marodierenden Banden verschont. Als am 6. Februar 1878 die türkische Vorherrschaft über das damalige Burgas endete, zählte die Stadt gerade mal 3000 Einwohner, wobei die türkisch-tscherkesische Bevölkerung vor der Befreiung die Stadt verließ.

Ab dem späten 19. Jahrhundert entwickelte sich Burgas zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum. Der erste Bebauungsplan der Stadt wurde 1891 verabschiedet. Das orientalische Stadtbild änderte sich nach westlichem Vorbild, vor allem durch die neu errichteten öffentlichen Gebäude: 1888 wurde die Stadtbibliothek gegründet, 1891 der Meeresgarten angelegt und 1897 die Kathedrale Heilige Brüder Kiril und Methodius errichtet. Die wirtschaftliche lockte auch viele bulgarische Flüchtlinge aus dem heutigen Türkei, Griechenland und Mazedonien und Burgas wurde zum größten Flüchtlingslager Bulgariens. Die Konzentration von Flüchtlingen und die Nähe der osmanischen Grenze führte dazu, dass im Vorfeld des Ilinden-Preobraschenie-Aufstands (1903) in Ostthrakien Burgas eine wichtige logistische Basis der BMARK wurde. In Stadtnähe, bei dem heutigen Dorf Rossenowo, wurden Ausbildungscamps, Waffen-, und Proviantlager angelegt.

Mit dem Ausbruch des Krieges formierte sich in Burgas aus ostthrakischen Flüchtlingen die 1. Kompanie des Zwölften Losengrad Bataillons des Makedonien-Adrianopel-Freiwilligen-Korps, die im Zweiten Balkankrieg vom Schweizer Louis-Emil Eyer geführt wurde. Nach der Niederlage Bulgariens im Zweiten Balkankrieg war die Stadt mit Flüchtlingen überfüllt und am Ende des Ersten Weltkrieges erhöhte sich ihre Zahl erneut. 1918 gründete der Zisterzienserorden, der sich in Burgas um die Flüchtlinge kümmerte, ein Mädcheninternat. 1920 wurde die Stadt wieder zum wichtigsten Getreideexporthafen Bulgariens und hatte bereits mehr als 21.000 Einwohner. 1921 wurde die Deutsche Schule eröffnet, ein Jahr später bekam die Schweizer AG für Handel und Industriewerte in Glarus eine 25-jährige Konzession für die industrielle Nutzung des Atanasow-Sees mit Meerwassersalinen zur Salzgewinnung.

ach der Machtübernahme der Kommunisten 1945 wurden die Deutsche und Italienische Schule sowie die Volksuniversität geschlossen. und über 160 Fabriken und Betriebe, Geschäfte, Bäder und weiterer privater Besitz verstaatlicht. Die totale Verstaatlichung hemmte die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt für Jahrzehnte und politische Repressionen gegen die Bevölkerung von Burgas dauerten in den nächsten Jahren an. Die Deutsche Schule wurde später bis in den 1990-er als Krankenhaus genutzt. Im Volksmund trug das Krankenhaus den Namen Deutsches Krankenhaus.

Seit den 1950er und 1960er Jahren wurden im Zuge der staatlich verordneten Planwirtschaft mehrere Konzerne der Öl- und Chemiebranche in Burgas angesiedelt. Die Industrialisierung brachte ein zusätzliches Bevölkerungswachstum mit sich und in den 1960er wurde mit dem Goethe-Gymnasium Burgas wieder eine Deutsche Schule eröffnet. Zwischen 1970 und 1973 wurde ein neuer Bebauungsplan verabschiedet und die Stadt nach dem Projekt des Architekturstudios IPP Glawproekt nach sozialistischem Muster erweitert und umgebaut. In der Folgezeit entstanden die Stadtteilen Isgrew, Sorniza, Slawejkow und Meden Rudniask, in denen noch Bauten aus dieser Zeit das Stadtbild prägen.

Nach dem Ende des Kommunismus 1989 änderten sich die Architektur und das Aussehen der Stadt. Trotzdem ist das heutige Stadtbild von Burgas, besonders in der Peripherie, vom Ausbau der Stadt während der kommunistischen Ära geprägt, als die ehemaligen Flüchtlingslager in moderne Wohnviertel umgewandelt wurden.

Geographie[Bearbeiten]

Burgas (Satellitenfoto) - Ein Großteil der Stadt befindet sich zwischen den drei Seen und dem Schwarzen Meer (rechts).

Die Entfernung zu einigen größeren Städten beträgt: Varna 133 km, Plowdiw 267 km, Sofia 385 km, Istanbul 350 km. Burgas liegt direkt am Schwarzen Meer in der Bucht von Burgas und ist von mehreren Seen umgeben.

Von den drei Seen, die in direkter Nähe zu Burgas liegen, ist der Mandra-See (auch Мандренско езеро genannt) mit 38 km² der Größte. Er befindet sich südlich von Burgas und grenzt teilweise an das Viertel Meden Rudnik; seit dem Bau eines Damms 1963 wurde aus dem Brackwasser-See ein Frischwassersee, der unter anderem auch eine Wasserreserve für die Neftochim Burgas Ölraffinerie darstellt. Teile des Gewässer sind streng geschützt und beherbergen 250 Vogelarten, von denen viele in der roten Liste Bulgariens zu finden sind.

Beim 27 km² großen Burgas-See (Бургаско езеро), der von den Vierteln Pobeda, Dolno Eserowo, Gorno Eserowo und Slawejkow sowie einem Teil der Industriezone umgeben ist, handelt es sich um ein Gewässer mit einer durchschnittlichen Tiefe von 1,3 m und einem Salzgehalt um die 4-11%, der auf der Via Pontica liegt, dem östlichen Nord-Süd-Migrationsweg der Zugvögel. Auch ist der Burgas-See der größte natürliche See des Landes.

Der dritte im Bunde ist der Atanasov-See (Атанасовско езеро) nordöstlich der Stadt. Der etwa 17 km² große See liegt nicht weit vom Flughafen entfernt und wird durch einen Sandstreifen in zwei geteilt. Wegen des hohen Salzgehalts von 27% und der geringen Wassertiefe von maximal einem Meter eignet er sich sehr gut zur Salzgewinnung; seit 1906 werden hier jährlich bis zu 40.000 Tonnen Meersalz produziert. Der nördliche Teil wurde 1980 zum Naturschutzgebiet erklärt und beherbergt unzählige Tierarten, unter anderem 12 bedrohte Vogelarten wie die Zwergscharbe, der Krauskopfpelikan oder der Wachtelkönig.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Partnerstädte von Burgas sind Griechenland Alexandroupolis, Russland Krasnodar, Georgien Poti, Niederlande Rotterdam, USA San Franzisko und China Yantai.

Anreise[Bearbeiten]

Flugzeug[Bearbeiten]

Der internationale Flughafen Burgas liegt 10 km nordöstlich des Stadtzentrums. Insbesondere von April bis Ende Oktober fliegen unzählige europäische Chartergesellschaften Burgas an. In den Wintermonaten sind internationale Flugverbindungen über London und Moskau möglich, es gibt täglich einen Flug nach Sofia, oft über Varna.

Der Flughafen ist von der Innenstadt nur durch den Atanassow-See getrennt, der teilweise bei Ab- und Landeanflug überflogen wird. Die Buslinie 15 des städtischen Verkehrsbetriebs Burgasbus verbindet den Flughafen mit der Innenstadt von Burgas. Die Linie 15 verkehrt täglich zwischen 5 und 23 Uhr im 25 Minutentakt zwischen Hauptbahnhof über das städtische Klinikum, das Lasur-Stadion, dem Stadtbezirk Sarafowo zum Flughafen.

Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Burgas liegt in direkter Nachbarschaft zum Hafen, es handelt sich um einen sogenannten Sackbahnhof. Es gibt tägliche Verbindungen mit der Hauptstadt Sofia, die Fahrt dauert gute sechs Stunden. Zwei verschiedene Linien führen in die Hauptstadt, eine über Koprivshtitsa, Karlovo, Kasanlak, Sliven und Karnobat, die andere über Pasardshik, Plovdiv, Stara Sagora, Jambol und Karnobat. Da die erste durch die Berge führt, ist die Fahrt malerischer und landschaftlich reizvoller. Die Fahrkarte kostet um die 15 BGN.

Fußgängerzone in der Alexandrovska-Straße im Zentrum

Bus[Bearbeiten]

Busse sind in Bulgarien, wie in ganz Südosteuropa die bei weitem beliebtesten Transportmittel und stellen eine schnellere Transportmöglichkeit als der Zug dar. Die Preise sind äußerst interessant, die Verbindungen zahlreich und reichen bis in die entferntesten Winkel.

Der regionale Fernverkehr wird durch Buslinien von den zwei Busbahnhöfen durchgeführt. Vom Busbahnhof Jug (Süd) neben dem Hauptbahnhof führen Verbindungen zu allen Küstenorten in der Provinz Burgas, zum Flughafen Burgas (Linie 15) und nach Warna. Der Busbahnhof Zapad (West) neben dem Alten Bahnhof ist der Knotenpunkt für Transitverbindungen und ins Landesinnere. Buslinien nach Sofia und im Sommer nach Istanbul verkehren stündlich von beiden Busbahnhöfen.

Internationale Busverbindungen bestehen zu den größeren Städten Südosteuropas. So verkehren Bussen zwischen Burgas und Istanbul im Sommer im Stundentakt. Verbindungen existieren auch nach Thessaloniki, Athen, Bukarest, Skopje, Belgrad. Auch aus einigen Städte in Deutschland bestehen Busverbindungen nach Burgas.

Auto[Bearbeiten]

Mit dem Auto von Sofia (София) (gilt also gemeinerhand auch, wenn man aus Westeuropa kommt) kommend geht es am schnellsten südlich am Balkangebirge entlang über der Autobahn A1 Thrakien vorbei an Plovdiv (Пловдив), Stara Sagora (Стара Загора), Nova Sagora (Нова Загора) an Sliven (Сливен), Karnobat (Карнобат) bis nach Burgas (Бургас).

Von Süden, also von der türkischen Grenze her (Kirklareli ist die nächste größere Stadt auf der türkischen Seite) über die D555-E87 (türkische Seite) auf die 9-E87 über Malko Tarnovo (Малко Търново), Gramatikovo (Граматиково), Balgari (Българи), Isgrev (Изгрев) durch das Strandje-Gebirge bis zur Küste und dann nach Norden auf der Küstenstraßen an Kiten (Китен), Primorsko (Приморско) und Sosopol (Созопол) vorbei nach Burgas (Бургас).

Kommt man aus Rumänien (Bukarest) am besten über die 5-E70 nach Süden über Giurgiu nach Russe (Русе) und von dort weiter auf der 2-E70 über Rasgrad (Разград) bis kurz vor Shumen (Шумен), wo die Autobahn A2 beginnt und bis nach Varna (Варна) führt. Von der rumänischen Schwarzmeerküste folgt man einfach der 9-E87 der Küste entlang bis nach Varna (Варна) und immer weiter nach Süden über Obsor (Обзор) bis nach Burgas (Бургас).

Schiff[Bearbeiten]

Fährverbindungen bestehen zu den Schwarzmeerhäfen Poti, Noworossijsk und Port Kawkaz.

Mobilität[Bearbeiten]

Alle Sehenswürdigkeiten Burgas' liegen im Stadtzentrum oder in unmittelbarer Nähe, man kann sie also bequem zu Fuß erreichen. Will man andere Stadtviertel erreichen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Das einfachste und schnellste Transportmittel ist das Taxi. Taxen findet man an vielen Straßenecken, meist sind sie an ihrer gelben oder goldenen Farbe und einem Schild mit der Aufschrift "Такси" (Taxi) zu erkennen. Alle Taxen müssen mit einem Zähler ausgerüstet sein. Fahrten innerhalb Burgas' sollten im Allgemeinen nicht mehr als 5-6 BGN kosten. Weitere Alternativen sind Busse und Trolleybusse. Zwar gibt es viele Haltestellen, doch sind diese leider nicht immer klar gekennzeichnet, so dass es manchmal notwendig sein kann, sich bei Passanten zu erkundigen, wo die nächste Haltestelle zu finden ist. Auch Fahrpläne sind relativ schwierig zu finden. In unmittelbarer Umgebung vieler Haltestellen gibt es kleine Kioske, in denen Fahrkarten verkauft werden, die Fahrt kostet 0,60 BGN. Die Fahrkarte muss mittels an den Wänden des Busses angebrachten Lochern entwertet werden. Es finden regelmäßig Kontrollen statt. Moderne Busse sind sehr selten, oft handelt es sich um importierte Gebrauchtfahrzeuge älteren Formats.

Mit dem Auto ist es so eine Sache, man sollte keinesfalls erwarten, dass die anderen Verkehrsteilnehmer die Straßenverkehrsordnung genau so beachten, wie man das aus Westeuropa gewohnt ist. Daher am besten auch nicht auf der Rechtsvorfahrt bestehen, sondern gegebenenfalls auch mal bremsen. Offizielle Parkplätze sind selten und meistens gebührenpflichtig, daher parken die meisten Bulgaren wild. Hauptsache ist, dass Einfahrten, Garagen oder andere Fahrzeuge nicht blockiert werden. Neben der Kathedrale gibt es einen gebührenpflichtigen Parkplatz, von dem aus die Fußgängerzone bequem zu erreichen ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Stadtverwaltung von Burgas, erbaut 1927
Fussgängerzone in Burgas

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts spiegelt sich die dynamische wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Hafenstadt auch in ihre Architektur wieder. Obwohl heute architektonisch die schnell errichteten Flüchtlingsunterkünfte und die Architektur der sozialistischen Jahre die Stadtviertel und ehemaligen Gemeindedörfern prägen, wurden in Burgas 264 Gebäude aus unterschiedlichen bulgarischen und europäischen Stilrichtungen zu Kulturdenkmälern ernannt.

Festungen und Grenzwall[Bearbeiten]

  • Develtum
  • die Doppelfestung Poros
  • Aquae Calidae
  • der Grenzwall Erkesija

Im Umkreis von 40 km befinden sich über 150 antike und mittelalterliche befestigte Siedlungen, darunter Apollonia (Sozopol), Anchialos (Pomorie), Mesembria (Nessebar), Aetos (Ajtos) und Rusokastron.

Kirchen[Bearbeiten]

  • Die Kathedrale von St. Kyril und Methodius befindet sich am gleichnamigen Platz und wird momentan restauriert. Sie ist deswegen zwar nicht geschlossen, aber Teile der Kirchenwände sind zeitweilig von Gerüsten verdeckt.
  • Die Armenische Kirche wurde im Jahre 1855, mit der Unterstüzung der Bulgaren, von der armenischen Minderheit erbaut. Sie befindet sich in der Fußgängerzone im Zentrum, neben dem Hotel Bulgaria.
  • Die Kirche Heilige Mariä Himmelfahrt, auch als Muttergotteskirche ist älteste orthodoxe Kirche in der Stadt. Ihr Vorgängerbau wurde während des russisch-osmanischen Kriegs von 1828 bis 1829 zerstört und wird auf Anfang des 17. Jahrhunderts datiert.
  • Die Kirche des Heiligen Iwan Rilskis ist eng mit der Erweiterung der Stadt nach der Befreiung von der osmanischen Herrschaft und dem Flüchtlingsstrom nach den Balkankriegen (1912-13) verbunden.

Weitere Kirchengebäude sind die bulgarisch-orthodoxen Kirchen Heilige Dreifaltigkeit, Heilige Mariä Geburt und Heiliger Pimen Sografski sowie die römisch-katholischen Kirchen Heilige Mariä Himmelfahrt und Heilige Mutter Gottes. Das Kloster Heilige Mutter Jesu befindet sich zwischen den Vierteln Meden Rudnik und Gorno Eserowo.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Stadtverwaltung von Burgas ist im antiken Stil gebaut.

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Pantheon von Burgas

Museen[Bearbeiten]

  • Archäologisches Museum Burgas, Bogoridi Straße 21 (Ул. Богориди), Tel.: 056-843 541. 09:00 - 22:00 Uhr (Sommer), 09:00 - 17:00 Uhr (Winter, geschlossen am Samstag); Ausstellungsstücke aus der Zeit von 7000 vor Chr. bis ins 15. Jahrhundert.
  • Ethnographisches Museum Burgas, Slavianska Straße 69 (Ул. Славянска, Tel.: 056-842 587. 09:00 - 17:00 Uhr, im Sommer montags und im Winter sonntags und montags geschlossen; Leben und Arbeit im 19. und 20. Jahrhundert in der Region Burgas, zahlreiche Trachten und typische Kleidung und Stoffe aus dem Strandje-Gebiet.
  • Historisches Museum Burgas, Lermontov Straße (Ул. Лермонтов, Tel.: 056-841 815, 056-840 017. 09:00 - 17:00 Uhr, sonntags und montags geschlossen; Geschichte und Entwicklung der Stadt Burgas in der Wiedergeburtszeit und am Anfang des 20. Jahrhunderts.
  • Naturwissenschaftliches Museum Burgas, K. Fotinov Straße 20 (Ул. Фонтинов, Tel.: 056-843 239. 09:00 - 17:00 Uhr (im Sommer montags und im Winter samstags und montags geschlossen); Flora und Fauna der Schwarzmeerküste und des Strandscha-Gebirges.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

Allee im Burgas Meeresgarten
Das Pantheon von Burgas im Meeresgarten
  • Meerespark (Морската градина): Die weitläufige Parkanlage erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang des Strandes von Burgas und endet an der Mole. Im Park befinden sich zahlreiche Cafés, Restaurants, Bars und Diskotheken wie auch ein Konzertplatz und Monumente und Denkmäler.
  • Borissowa gradina (etwa Borisgarten),
  • Park Kaptscheto (87 ha) am Osthang des Gipfels Warli Brjag, den Park Kraimorie (412,6 ha) entlang der Schwarzmeerküste, den Brjastowez-Draganowo-Izworischte-Park (818,3 ha) am Südhang des Balkangebirges und den Park Ezeroto zwischen dem Atanassow-See und den Stadtteilen Isgrew und Sorniza. Im Park Rossenez, der südlich der Stadt Richtung Sosopol in den Ausläufern des Strandscha-Gebirges und entlang der Schwarzmeerküste liegt, befinden sich die Fischersiedlung und die Villensiedlung Alatepe.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Das regionale Zollamtsgebäude wurde 1911 als letztes administratives Gebäude am Bahnhofsvorplatz erbaut. Das Projekt stammt von dem österreichischen Architekten Weinstein; den Bau leitete der bulgarisch-österreichische Architekt Georgi Fingow. Stilistisch stellt das Gebäude eine Mischung aus dem späteren Neoklassizismus und dem Eklektizismus dar.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Mitte März wird das Festival für zeitgenössische Включи града (dt. Schalte die Stadt ein) durchgeführt
  • Jedes Jahr im Mai und September findet im Meerespark die Blumenschau "Flora" statt, sowohl im Park selbst als auch überdacht in Zelten.
  • Im August findet der nationale Musikwettbewerb "Burgas und das Meer" (Бургас и морето) sowie das internationale Folklorefestival statt.
  • Anfang August wird auf dem Stadtstrand das Pop und Rockfestival Spirit of Burgas ausgetragen.
  • Im Dezember, rund im den Feiertag (6. Dezember) des Stadtpatrons finden viele Aktivitäten und Konzerte statt

Einkaufen[Bearbeiten]

Wie in allen größeren Städten Bulgariens sind auch in Burgas die Geschäfte im Allgemeinen von 09:30 oder 10:00 Uhr bis mindestens 20:00 Uhr geöffnet. Die großen Supermärkte und Ketten befinden sich etwas außerhalb des Zentrums, wohingegen die kleineren Läden und Geschäfte direkt im Zentrum zu finden sind. Die beiden Haupteinkaufsmeilen sind die Bogoridi Straße (ул. Богориди), die vom Meerespark bis zur Stadtverwaltung führt, und die Alexandrovska Straße (ул. Александровска), die vom Bahnhof bis zur Universität verläuft sowie deren Seitenstraßen. An der Alexandrovska Straße gibt es zwei kleinere Einkaufszentren, das Pirgos Shopping Center und das Tria City Center. Letzteres liegt auf dem Troïka-Platz.

Auf der Suche nach nicht-bulgarischen Büchern kommt man am Buchladen Helikon (Хеликон) kaum vorbei. Dieser liegt am Troïka-Platz ungefähr auf Höhe des Springbrunnens, und zwar auf der linken Seite von man von der Alexandrovska Straße hinauf kommt. In der Buchhandlung findet man im ersten Stock vor allem englische, aber auch einige deutsche und französische Bücher.

Großeinkaufszentren sind Burgas Plaza, Galleria Burgas und The Strand am Stadtrand, sowie Pyrgos Plaza und Shoping Mall Tria in der Fußgängerzone in der Innenstadt. Alle großen bulgarischen Handelsketten sind in der Stadt präsent. Unter den große Supermarktketten sind auch Billa, Metro, LIDL, Kaufland, Penny und Picadilly zu finden. In der Nähe von Metro und Picadilly befinden sich auch die Elektro-Großhandel Technopolis und Techno Market, in denen man neben allen möglichen Elekrogeräten auch Zubehör wie Kabel, Ladegeräte, Batterien für Photoapparat, Laptop usw. finden kann. All diese Geschäfte befinden sich im Viertel Slavejkov (Славейков).

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

  • Alibi, im Primorski Park, spielt vor allem Dance und Charts, einmal pro Woche Retro-Abend (Musik vom Ende der 1970er sowie aus den 1980er Jahren), im Sommer Open-Air-Terrasse. Eintritt: 2 BGN, Tel.: 0888-594913, 0898-575546.
  • Der Club Tequila befindet sich ebenfalls im Primorsko Park, es handelt sich um eine halboffene Struktur im ersten Stock. Etwas von allem, sowohl was Publikum, als auch was Musik angeht.
  • Studio 54: Im Kellergeschoss des Clubs Tequila, mit Gästeliste, nur im Winter offen. Tel.: 0886-005454.

Unterkunft[Bearbeiten]

In den Küstenviertel Sarafovo, Lazur und Kraimorie sind vor allem kleinere Familien Pensionen zu finden, während sich die größeren Hotels im Stadtzentrum befinden.

Günstig[Bearbeiten]

  • Guest house Fotinov
  • Hotel Lazur
  • Hostel Burgas
  • Hotel Laguna Kraimorie

Mittel[Bearbeiten]

  • Hotel Aqua: In der Nähe des Zentrums, 89 Zimmer, 2005 eröffnet. Adresse: Demokracia Boulevard, Lazur Complex, 8000 Burgas
  • Hotel Boulevard
  • Hotel Cosmos

Gehoben[Bearbeiten]

  • Hotel Burgas
  • Hotel Primoretz
  • Hotel Bulgaria: Zentral im Herzen der Stadt an der Fußgängerzone gelegen, 400 m vom Bahnhof entfernt. Adresse: Aleksandrovska Street 21, 8000 Burgas
  • Hotel Mirage: Sehr moderner Baustil, 20 Stockwerke, 130 Zimmer, liegt etwa 2 km vom Zentrum entfernt. Adresse: Hotel Mirage, Complex Slaveikov 93, 8000 Burgas

Lernen[Bearbeiten]

In Burgas gibt es folgende Universitäten und Hochschulen: die Asen-Zlatarow-Universität Burgas, die Freie Universität Burgas (nimmt am Austauschprogramm Sokrates/Erasmus teil) sowie einen Zweig der Amerikanischen Universität Bulgarien. Im Bereich des sekundären Unterrichtswesen sind verschiedene Gymnasien zu erwähnen, die alle eine bestimmte Fachrichtung als Spezialität aufweisen:

  • das Gymnasium "Geo Milev" (Englisch)
  • das Goethe-Gymnasium (Deutsch)
  • das Gymnasium "G. S. Rakovski" (romanische Sprachen)
  • das Gymnasium "N.Obreschkov" (Naturwissenschaften und Mathematik)
  • das Gymnasium "Vasil Levski" (Fremdsprachen)
  • ein Wirtschaftsgymnasium

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesund bleiben[Bearbeiten]

Burgas ist das gesundheitliche Zentrum Ostbulgariens. Die Kliniken der Stadt betreuen in Notfällen die gesamte südliche bulgarische Schwarzmeerküste sowie den Südosten des Landes. Unter den großen Kliniken sind das Erste und das Zweite städtische Krankenhaus, die privaten Krankranhäuser Deva Maria und Life Hospital sowie das balneologische Sanatorium in den Mineralbädern von Burgas. Darüber hinaus verfügt die Stadt über eine Augenklinik, eine Stomatologie, eine Psychiatrie, eine Onkologie-Klinik, ein Militärkrankenhaus und weitere kleinere Kliniken. Zurzeit (Januar 2012) werden im Viertel Meden Rudnik ein weiteres Krankenhaus und eine Kinderklinik gebaut.

Klarkommen[Bearbeiten]

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Die Alte Post befindet sich im Stadtzentrum gegenüber vom Bahnhof und der Provinzverwaltung.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Nessebar mit der malerischen Altstadt, die auf einer Halbinsel gelegen ist, befindet sich knappe 30 km nördlich von Burgas.
  • Sosopol liegt 33 km südlich von Burgas am Schwarzen Meer, und zeichnet sich durch eine wunderschöne Altstadt aus, die wie auch Nessebar von typischen Häusern aus der Wiedergeburtszeit geprägt ist.
  • Pomorie ist eine kleine Stadt etwa auf halben Weg zwischen Burgas und Nessebar und eine der bekannten Weinregionen des Landes. Zu entdecken sind unter anderem das Salzmuseum und ein thrakisches Hügelgrab.
  • Das Naturschutzgebiet Poda befindet sich im Süden von Burgas beiderseits der Schnellstraße, die Burgas mit Sosopol verbindet, und wird von den Vierteln Pobeda, Meden Rudnik und Kraimorie umfasst. Diesem Feuchtgebiet ist ein wahres Paradies für Ornitologen und Naturliebhaber, da hier unzählige seltene Vogelarten beobachtet werden können. Bester Ausgangspunkt ist das Naturschutzzentrum, das über die Buslinien 5, 51, 17 und 18 erreicht werden kann. Es stehen auch Gästezimmer zur Verfügung, sollte man übernachten wollen. Adresse: Nature Conservation Centre Poda, P. O. Box 361, 8000 Burgas; Tel.+Fax: 056-850 540, 056-850 541; Email: poda@bspb.org; Eintrittspreis: Studenten 1 BGN, Erwachsene 2 BGN, Vortrag 10 BGN, einstündige Führung 15 BGN.

Literatur[Bearbeiten]

  • Miroslaw Klasnakow: Селищна могила Бургас. Сезон 2009 (dt.: Der Siedlungshügel Burgas. Saison 2009). In: Българска Археология 2009 (dt. Bulgarische Archäologie 2009), Sofia 2010, S. 10-11.
  • Iwan Karajotow, Stojan Rajtschewski, Mitko Iwanow: История на Бургас. От древността до средата на ХХ век. (dt. Geschichte der Stadt Burgas. Von der Antike bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.) Verlag Tafprint OOD, Plowdiw 2011, ISBN 978-954-92689-1-1.
  • Stojan Rajtschewski: Старият Бургас. (dt. Das alte Burgas), Verlag Zahari Stoyanov, 2011, ISBN 978-954-09026-6-1.
  • Atanas Sirkarow: Архитектурата на Бургас 1878-1940. (dt. Die Architektur von Burgas 1878-1940), Verlag Baltika, Burgas 2010, ISBN 978-954-8040-29-7
  • Archäologisches Museum Burgas mit Filialen in Nessebar und Sosopol, Goro Gorov, Verl. Bulgarski hudoshnik (1967), AISIN B0000BNR3L
  • Bulgarien Schwarzmeerküste, Christian Gehl, Verlag Müller (Michael), Erlangen (Mai 2005), ISBN 3899532163

Weblinks[Bearbeiten]




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