Istanbul

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Istanbul (Türkisch: İstanbul), das alte Konstantinopel (Nova Roma) und Byzanz liegt an der Nahtstelle Europas und Asiens am Bosporus. Diese weltweit als einzige auf zwei Kontinenten gelegene Stadt ist sowohl aus kultureller als auch aus wirtschaftlicher Perspektive die wichtigste und vielseitigste Stadt der Türkei. Offiziell hat Istanbul zur Zeit (2011) über 13.000.000 Einwohner. Auf Grund des ständigen starken unkontrollierten Zustroms von Türken und Kurden aus Ostanatolien und Menschen anderer Nationen, vor allem aus den islamisch geprägten Ländern der ehemaligen Sowjetunion etc. gehen Experten von einer Einwohnerzahl zwischen 15 und 20 Millionen aus. Die Ost/West Erstreckung beträgt über 100 km, die Nord/Süd Erstreckung etwa 50 km. Im Jahr 2005 wurde Istanbul vom Magazin Newsweek als "eine der coolsten Städte der Welt" klassifiziert.

Istanbul
Istanbul vom Topkapi Palast aus
Kurzdaten
Einwohner: ca. 13.500.000
Höhe: 40 m
Lage
Lagekarte der Türkei
Istanbul
Istanbul

Inhaltsverzeichnis

Stadtteile [Bearbeiten]

Adalar Bakırköy Bahçelievler Güngören Bağcılar Bağcılar Esenler Bayrampaşa Zeytinburnu Fatih Eminönü Beyoğlu Şişli Kağıthane Şişli Beşiktaş Üsküdar Silivri Büyükçekmece Avcılar Küçükçekmece Çatalca Gaziosmanpaşa Eyüp Sarıyer Beykoz Şile Ümraniye Kadıköy Maltepe Kartal Kartal Sultanbeyli Pendik Tuzla
Istanbul

Istanbul ist in 32 Stadtteile gegliedert:

Hintergrund [Bearbeiten]

Istanbul liegt an der Meerenge zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmara Meer mit dem Goldenen Horn als natürlichen Hafen. Auf Grund seiner strategisch günstigen Lage gründeten die Griechen um 660 v. Chr. die Stadt Byzantion. In den folgenden Jahrhunderten stand die Stadt unter wechselnden Einflüssen, bis es sich um 146 v. Chr. als freie Stadt mit Rom verband. Unter Kaiser Konstantin dem Großen (306 - 337 n. Chr.) wurde das Christentum zur Staatsreligion und die Stadt setzte sich gegen Alexandria Troas durch, um das "Nova Roma" (Neu-Rom) zu werden. Nur wenig später setzte sich der Name Konstantinopel durch. Im Jahre 476 n. Chr. zerfiel das Weströmische Reich, hingegen blieb das Oströmische Reich mit Konstantinopel als Hauptstadt noch knapp 1000 Jahre bestehen. Während der Kreuzzüge (1095 - 1204) wurde die Stadt von den "Christen", unter anderen vom venezianischen Dogen Enrico Dandolo übel geplündert. Später rückten Völker aus dem Osten in Kleinasien vor und eroberten weite Teile des Oströmischen Reiches, bis letztendlich nur mehr Konstantinopel übrig blieb, welches schließlich 1453 von den Türken unter ihrem Sultan Mehmet Fatih (dem Eroberer) eingenommen wurde. Nun wurde das Osmanische Reich zur Weltmacht, deren Expansion erst mit der fehlgeschlagenen Belagerung von Wien um 1683 endete.

Die Silhouette der Altstadt von Haydarpaşa aus. Links die Sultan Ahmet Camii, rechts die Hagia Sophia

Im 19. Jhdt. musste das Osmanische Reich zahlreiche Niederlagen einstecken und verlor weite Gebiete, Griechenland wurde unabhängig, die Balkanstaaten etablierten sich. Auf diese Zeit bezieht sich das Wort vom "Kranken Mann am Bosporus". Während des Ersten Weltkrieges stand die Türkei an der Seite Deutschlands und seiner Verbündeten und wurde schlussendlich von alliierten Truppen besetzt und sollte - unter Zustimmung von Sultan Mehmet VI. - komplett zerschlagen und auf die Nachbarländer aufgeteilt werden. Unter dem türkischen General Mustafa Kemal Paşa (Atatürk) organisierten die Türken erfolgreich den Widerstand und gründeten 1923 die Türkische Republik. Die Türkei bekam eine moderne Verfassung nach westeuropäischem Vorbild (Trennung von Kirche und Staat, Gleichberechtigung der Frau, Schulpflicht etc.), İstanbul verlor seinen Status zugunsten von Ankara als Hauptstadt der jungen Republik. Jahrzehntelang dämmerte İstanbul nun im Halbschlaf vor sich hin, ehe in den 1990er Jahren ein Aufschwung begann, der sich bis heute stark beschleunigt und die Stadt bezüglich Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum weltweit in das Spitzenfeld gebracht hat. Viele Landstriche und Orte Anatoliens haben bereits "ihre" Viertel in Istanbul, wo mittlerweile mehr Menschen leben als in der ursprünglichen Heimat. Der massenhafte Zuzug von armen und konservativ religiös geprägten Menschen aus Ostanatolien in den Großraum Istanbul hat den Aufstieg der Islamischen Wohlfahrtspartei ermöglicht. Deren höchster Vertreter, der jetzige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan, war vorher Oberbürgermeister von Istanbul.

Istanbul war jahrhundertelang eine Stadt der Vielfalt und der Gegensätze: Auf Grund ihrer geographischen Lage war die Stadt immer schon bevorzugter Handelsplatz und wegen der toleranten Haltung der türkischen Sultane kosmopolitisch: Neben Türken lebten hier viele Griechen, Juden, Armenier, Genuesen und andere. Die Griechen waren noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts starken Repressalien ausgesetzt, sodass sich ihre Zahl mittlerweile sehr stark verringert hat. Heute ist Istanbul eine Stadt der krassen Gegensätze zwischen arm und reich, zwischen mitteleuropäisch modern und konservativ islamisch.

Vorbemerkung [Bearbeiten]

Zu allen den nun folgenden Angaben (Kosten für Eintritte und Verkehrsmittel etc., Öffnungszeiten, Angaben die Mitteleuropäer mit Fahrplänen in Verbindung bringen etc.) ist zu bemerken, dass sich in einem Land wie der Türkei jederzeit etwas ändern kann, aber nicht notwendigerweise muss. Daher müssen alle Angaben hier als ohne Gewähr gesehen werden. Wirklich aktuelle Informationen erhält man nur vor Ort. Sicher ist in Istanbul nur eines: Hier herrscht das Chaos! Das Erstaunliche und Schöne daran: Es funktioniert trotzdem!

Anreise [Bearbeiten]

Flugzeug [Bearbeiten]

Istanbul verfügt über zwei internationale Verkehrsflughäfen:

Flughafen Istanbul-Atatürk[1] [Bearbeiten]

Istanbul-Atatürk (türkisch: Atatürk Hava Limanı) ist der größte und wichtigste Flughafen der Stadt und des Landes und liegt im europäischen Teil knapp 20 km westlich des Stadtzentrums. Er ist auch Standort der zur "Star Alliance" gehörenden nationalen Fluggesellschaft Turkish Airlines.

Folgende Fluggesellschaften fliegen Istanbul-Atatürk aus dem deutschsprachigen direkt Raum an:

Vom Atatürk Flughafen aus gibt es verschiedene Möglichkeiten, um in die Stadt zu gelangen. Ein Taxi kostet umgerechnet um die € 20.-- , der Flughafenbus Havaş Otobüs fährt alle halbe Stunde nach Taksim und kostet etwa € 5.-- . Außerdem startet von hier die Hafif Metro. Vor allem bei starkem Verkehr und dem häufigen Stau auf Istanbuls Straßen ist diese eine oft schnellere und preiswerte Alternative. Für umgerechnet etwa € 1,50 kann man mit der Hafif Metro und der Tram innerhalb von etwa einer Stunde vom Flughafen aus die Innenstadt erreichen. Man folgt den Anzeigetafeln zur Hafif Metro und kauft sich beim Automaten pro Person zwei Jetons, hier "Token" genannt. (Der Automat nimmt auch Scheine, da der Automat aber die häufig zerknitterte Scheine nicht akzeptiert, ist es empfehlenswert sich am Flughafen gleich auch Münzen einzutauschen.) Nach Einwuf eines Jetons kann man das Drehkreuz passieren. Man steigt beim sechsten Stop Zeytinburnu aus und hält sich rechts, dann passiert man nach Einwurf des zweiten Jetons das Drehkreuz zur Tram, die von hier aus in die Innenstadt startet. Nach etwa einer Dreiviertelstunde erreicht man das historische Zentrum Sultanahmet, wenige Minuten später Eminönü (Hafen links und rechts der Galatabrücke am Südufer des Goldenen Horns) und schließlich die Endstation Kabataş nördlich des Goldenen Horns am Bosporus. Die Stationen werden vor jedem Stop durchgesagt, außerdem ist die Reihenfolge der Haltestellen in der Tram angeschlagen.

Für die Fahrt zum Flughafen sollte auf dem Strassenweg jedenfalls genug Zeit eingeplant werden! Es empfiehlt sich auch, rechtzeitig am Flughafen einzutreffen, da die Kontrollen bereits beim Eingang beginnen und manchmal lange Schlangen anstehen. In der Nebensaison sollte man mindestens drei Stunden vor Abflug und in der Hauotsaison (Juli, August) mindestens vier Stunden vor Abflug auf den Weg zum Flughafen machen. Die Fahrt ist auch mit der Metro möglich,. Jedoch ist diese oft überfüllt und der Weg mit Koffern oft über Treppen oder Verbindungswege mühselig.

Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen[2] [Bearbeiten]

Seit 2001 gibt es auf der asiatischen Seite, etwa 30 km südöstlich des Stadtteiles Üsküdar, den Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen (türkisch: Sabiha Gökçen Hava Limanı), der vorwiegend von Billig- und Charterfluggesellschaften angeflogen wird und darüberhinaus vorwiegend dem Inlandsverkehr dient.

Folgende Fluggesellschaften fliegen Istanbul-Sabiha Gökçen aus dem deutschsprachigen Raum direkt an:

  • easyJet aus Basel
  • Germanwings aus Berlin-Schönefeld, Dortmund, Köln/Bonn, und Stuttgart
  • Pegasus Airlines aus Basel, Berlin-Schönefeld, Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt am Main, München, Stuttgart, Wien und Zürich
  • SunExpress aus Berlin-Schönefeld, Berlin-Tegel, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Münster/Osnabrück, München, Stuttgart, Wien und Zürich

Auch vom Flughafen Sabiha Gökçen aus gibt es Flughafenbusse um etwa € 10.-- (Karte: Havaş-Busrouten) zum Taksim-Patz. Viel günstiger (ca. € 2,--) und auch nicht langsamer ist der Express Bus E10 der Istanbuler Verkehrsbetriebe zum Hafen in Kadiköy (Fahrplan), von wo man mit der Fähre (ca. € 0,40) auch den europäischen Teil zügig erreichen kann. Die Busse starten direkt vor dem Flughafengebäude. Ein Taxi kostet etwa € 45,--

Ein Vorteil dieses Flughafens ist, dass es hier viel ruhiger zugeht und die Wartezeiten meist deutlich geringer sind als am Atatürk-Flughafen. Aber auch hier gilt für die Fahrt zum Flughafen: Genügend Zeit einplanen!

(Stand vom November 2011)

Bahn [Bearbeiten]

Die Zeiten einer direkten Verbindung von Deutschland über Österreich nach Istanbul (Istanbul-Express) sind, sieht man von den gelegentlich verkehrenden und sehr teuren Sonderzügen "Orient Express" einmal ab, seit der Jugoslawien Krise vorerst einmal vorbei. Die internationalen Züge aus Europa kommen am Sirkeci Bahnhof im europäischen Stadteil Sultanahmet an.

Von München aus erreicht man Istanbul mit der Bahn am schnellsten über Wien, Budapest, Belgrad, Nis, Sofia, Edirne nach etwa 39,5 Stunden. Man muss zumindest zweimal Umsteigen.

Direkte Bahnverbindungen nach bzw. von Istanbul gibt es nach Belgrad (ca. 23 Std.), Sofia (ca. 12,5 Std.) und Bukarest (ca. 19,5 Std.). Die Verbindung nach Thessaloniki wurde auf Grund der Finanzkrise in Griechenland auf unbestimmte Zeit eingestellt. Nach der an der bulgarische Grenze gelegenen Stadt Edirne gelangt man mit dem Zug leider nur einmal pro Tag - und zwar in der Nacht - mit dem Schnellzug nach Sofia.

Züge nach Asien fahren vom am asiatischen Ufer gelegenen Haydarpaşa Bahnhof ab. Um von dem einen zum anderen Bahnhof zu gelangen, fährt man mit der Fähre über den Bosporus. Zur Zeit ist ein Eisenbahntunnel unter dem Bosporus durch in Bau, dessen endgültige Fertigstellung sich verzögert, da bei den Bauarbeiten für die Stationen sensationelle archäologische Funde gemacht wurden. Von Haydarpaşa aus startet der sogenannte "Trans-Asia-Espressi" einmal die Woche (Dienstag Nacht 23.30 Uhr) nach Teheran, neben dem einige Male pro Woche verkehrenden "Güney Espressi" über Ankara und Diyarbakır nach Kurtalan, gute Gelegenheiten, um in den Osten der Türkei zu gelangen. Gute Verbindungen gibt es mehrmals täglich nach Ankara, teilweise schon über eine neue Hochgeschwindigkeitstrasse (Umsteigen in Eskisehir), auf der moderne Züge eine Geschwindigkeit von 250 km/h erreichen. Es gibt auch über Nacht direkte (langsame) Schlaf- und Liegewagenverbindungen. Auch zwischen Ankara und Konya gibt es mittlerweile eine neue Schnellverbindung. Die etwa 300 km werden in 1,5 Stunden bewältigt. Viele Züge verfügen mittlerweile über sehr schönes, sauberes und bequemes Wagenmaterial. Fahrpläne findet man leider nur für einzelne Strecken im Internet, gedruckte Fahrpläne gibt es nicht, die kompletten und aktuellen Fahrpläne hängen nur am Bahnhof selber aus.

Der Bahnhof Haydarpaşa soll nach Inbetriebnahme des Bosporustunnels aufgelassen werden, das schöne Bahnhofsgebäude zu einem Hotel umgebaut werden.

(Stand 2011).

Bus [Bearbeiten]

Busse privater Busgesellschaften sind der Hauptträger des öffentlichen Personenverkehrs in der Türkei. Der zentrale große Busbahnhof liegt etwa 10 km östlich vom Zentrum. Die Hafif Metro, Kleinbusse und Taxis fahren von dort aus ins Zentrum. Die Busunternehmen bieten kostenlose Shuttles von ihren Verkaufsstellen z.B. am Taksim zum Busbahnhof.

Der "Büyük Otogar" bildet mit 168 Ticketbüros/Abfahrtterminals, Läden, Restaurants, einer Polizeistation, Metrostation, Klinik und Mosche eine kleine Stadt für sich, die sich über einige Stockwerke erstreckt. Um die passende Verbindung zu bekommen, sollten vor der Abreise die möglichen Gates ausgewählt werden: [3]

Auf der asiatischen Seite befindet sich der kleinere Busbahnhof "Harem".

Sinnvoll ist eine Reise mit dem Bus lediglich innerhalb der Türkei und dem benachbarten Balkan. Eine Anreise mit dem Bus aus Mitteleuropa kommt alles in allem kaum billiger als ein günstiger Flug (einfache Flüge werden schon um deutlich unter € 100.-- angeboten), ist aber erheblich anstrengender und natürlich viel zeitaufwändiger.

Infos zu Busreisen in die Türkei: [4], [5]

Auf der Straße [Bearbeiten]

Mit dem eigenen Auto nach Istanbul zu fahren lohnt sich in Zeiten von Billigflügen definitiv nicht. Von München über Laibach, Belgrad, Sofia nach Istanbul sind es etwa 1800 km, will man nicht über Bulgarien, sondern über Griechenland fahren, so sind es etwa um 350 km mehr. Die Fahrt durch Serbien ist noch immer durch Ungewissheiten (Abzocke durch echte und falsche Polizisten, Spritmangel etc.) geprägt, auf den Autobahnstrecken muss man nicht unerheblich Maut bezahlen. In Istanbul selber ist das eigene Fahrzeug nur hinderlich und kostet Parkgebühren. Will man auf das eigene Fahrzeug aus welchen Gründen auch immer nicht verzichten, so bieten sich zu bestimmten Zeiten alternativ auch ein Autoreisezug zwischen Villach und Edirne bzw. diverse Fährverbindungen mit dem Schiff von Italien aus an.

Schiff [Bearbeiten]

Kreuzfahrtschiffe in Karaköy

Istanbul ist wichtiges Ziel zahlreicher Kreuzfahrten. Auch gibt es diverse Fährverbindungen von Italien und Griechenland aus.

Mobilität [Bearbeiten]

Straßenverkehr [Bearbeiten]

Nach wie vor wirkt der Straßenverkehr in Istanbul auf einen Mitteleuropäer völlig chaotisch. Der Innenstadtbereich ist geprägt von engen und oft steilen Gassen mit Kopfsteinpflaster und Schlaglöchern. Wenige breite und mehrspurige Straßen müssen den teilweise sehr starken Verkehr aufnehmen, oft gibt es Stau und man kommt nur sehr langsam voran. Der Fahrstil ist geprägt von abwechselndem Beschleunigen und Bremsen, gesetzliche Verkehrsregeln werden nach wie vor nicht beachtet, selbst rote Ampeln werden - auch von der Polizei - oft überfahren, Geschwindigkeitsbegrenzungen so gut wie nie eingehalten. Man kann nicht sagen, dass aggressiv gefahren wird, irgendwie passt jeder auf jeden auf, aber es wird erwartet, dass man - wenn man nicht gerade staubedingt steht - im Verkehrsstrom ebenso rasant "mitschwimmt". Für einen ortsunkundigen Fahrer bedeutet dies Stress pur, da man, wenn man "zu langsam" unterwegs ist, ständig angehupt, (oft sehr knapp) überholt und geschnitten wird. Es ist dringend zu empfehlen, wenn man mit dem eigenen Fahrzeug nach Istanbul gefahren ist, dieses auf einem sicheren Parkplatz abzustellen und sich anderweitig fortzubewegen. Autobahnen und die Bosporusbrücken sind übrigens mautpflichtig, die Spritpreise höher als in Mitteleuropa.

Verkehrsalltag auf Istanbuls Straßen

Fußgängerverkehr [Bearbeiten]

Im historischen Zentrum, das teilweise durch zahlreiche Polleranlagen verkehrsberuhigt wurde, ist es eine gute Idee, sich zu Fuß mit Hilfe eines guten Stadtplanes fortzubewegen. Die Orientierung fällt aufgrund der Hügelstruktur relativ leicht. Auf der Spitze jedes Hügels steht zumeist eine bekannte Moschee, Richtung "hinunter" landet man früher oder später am Meer. Man achte auf Autos, auch in den engsten Gassen, fast immer wird man rechtzeitig angehupt. Vorsicht auch vor ungesicherten Baugruben und Eingängen in im Keller gelegenen Geschäften und anderen Räumlichkeiten, die schmalen und steilen Treppen sind immer völlig ungesichert. Ansonsten hat das "sich treiben lassen" durch die Gassen in ungefähre Richtung seines Zieles seinen ganz besonderen Reiz, da man hinter vielen Ecken oft interessante Details entdeckt und Überraschungen erlebt.

Das Überqueren einer der mehrspurigen Autostraßen, wenn weit und breit keine (oder nur eine abgeschaltete) Ampelanlage oder Unterführung da ist, kann zum Abenteuer werden. Freiwillig bleibt kaum ein Autofahrer stehen, als Mitteleuropäer muss man quasi mit einer gewissen Todesverachtung auf die Fahrbahn treten und gut abschätzen können, ob der Bremsweg für das heranbrausende Fahrzeug ausreicht, bzw. genug Platz zum Ausweichen ist. Zum Trost: Kein Türke wird einen absichtlich anfahren oder gar überfahren!

Fahrrad [Bearbeiten]

Radfahrer zählen in Istanbul zu den Exoten. Abgesehen von der Hügelstruktur, dem unebenem Kopfsteinpflaster und den Schlaglöchern ist es gefährlich: Im Gegensatz zu einem Fussgänger zu wenig beweglich um rasch ausweichen zu können, im Gegensatz zu den motorisierten Verkehrsteilnehmern zu langsam, dürfte Radfahren in Istanbul nur etwas für Masochisten und potentielle Selbstmörder sein.

Taxi [Bearbeiten]

Taxi in einer typischen Altstadtstraße

Mit dem Taxi kommt man schnell und günstig herum. Man kann die einheitlich gelben Taxis (Aufschrift "Taksi") per Handzeichen anhalten. Achtung: Die Fahrer können oft mit einem Straßennamen nichts anfangen (es gibt zu viele davon). Wichtig ist die Bezeichnung des Stadtteiles und der Name des Zieles (eine bestimmte Sehenswürdigkeit, ein Hotel etc.) Man sollte auch darauf achten, dass das Taxameter eingeschaltet ist. Hotels arbeiten oft mit bestimmten Taxifahrern zusammen, diese sind dann gut informiert und müssen nicht selber nach einem bestimmten Ziel suchen.

Ein Dolmuş ist ein Sammeltaxi (Kleinbus) und kostet etwas mehr als die normalen Stadtbusse, aber weniger als ein Taxi. Sie sind leicht zu erkennen, da sie wie die Taxis gelb sind und ein Dolmuş-Zeichen auf dem Dach haben. Dolmuş fahren auf festgelegten Routen durch die Stadt, sind aber flexibler und fahren auch mal kurze Schlenker um jemanden abzusetzen; außerdem kann man jederzeit aus- und zusteigen. Das Ziel steht auf einem Schild hinter der Windschutzscheibe und man zahlt je nach Entfernung (man sollte Erkundigungen bei einheimischen Mitfahrern einholen).

Öffentlicher Nahverkehr [Bearbeiten]

Das Busnetz der Stadt ist sehr eng, leider gibt es keine verbindlichen Strecken- oder Fahrpläne.

Entlang des Goldenen Horns und zwischen dem europäischen und dem asiatischen Teil der Stadt verkehren zahlreiche Fähren. Sie sind die schönste und stressfreieste Art Istanbul zu erkunden und bieten traumhafte Ausblicke auf die Stadt. Zentrale Fähranlegestelle (Iskele) ist Eminönü, am südlichen Brückenkopf der Galatabrücke. Links (westlich) des Brückenkopfs legt einmal die Stunde, etwas versteckt, die Fähre, die das Goldene Horn entlangfährt, ab. Rechts des Brückenkopfes legen die Schiffe ab, die den Bosporus entlangfahren, sowie die häufig verkehrenden Fähren ans asiatische Ufer nach Üsküdar, den Busbahnhof Harem (auch Autofähre), den Bahnhof Haydarpaşa und Kadıköy ab. Am nördlichen Brückenkopf der Galatabrücke gibt es noch die Anlegestelle Karaköy (nicht verwechseln mit Kadıköy!), etwas weiter nördlich Kabataş, wo man in die Straßenbahnlinie T1 und die Standseilbahn zum Taksimplatz umsteigen kann. Die Fähren fahren in Intervallen zwischen 15 und 30 Minuten, Fährbeginn ist zwischen 6h30 und 7h30, Ende zwischen 20h und 22h30. Hier ändern sich die Bedingungen immer wieder, sicher informieren kann man sich leider nur vor Ort.

Starker Fährverkehr am Goldenen Horn

Der Ausbau des schienengebundenen Nahverkehrs wird in letzter Zeit stark vorangetrieben, zeichnet sich jedoch aus Sicht eines Mitteleuropäers teilweise durch eine etwas chaotische Planung und mangelhafte Koordination zwischen den einzelnen Systemen aus.

Schienengebundener Nahverkehr in Istanbul

Zur Zeit verbindet die U-Bahn (Metro) Şişhane mit Maslak im Norden. Eine Erweiterung über das goldene Horn nach Yenikapı ist zur Zeit in Bau. Eine zweite Linie (Hafif Metro) verbindet den Flughafen mit dem Hauptbusbahnhof in Esenler und den Stadtteil Aksaray. Mit der Verlängerung nach Yenikapı kann man dort dann in die Metro/S-Bahn/Fähre umsteigen. In Aksaray/Yusufpaşa besteht eine Umsteigemöglichkeit in die Strassenbahn (Tramvay) nach Kabataş.

Mit dem Tünel, der den nördlichen Brückenkopf seit 1875 der Galata-Brücke mit der Istiklal-Caddesi verbindet, hat Istanbul eine der ältesten U-Bahnstrecken der Welt. Entlang der verkehrsberuhigten Istiklal Caddesi führt die Nostalji Tram (Eski Tramvay).

Die Tramvay in der Istiklal Caddesi ist immer überfüllt

Eine neue unterirdische Standseilbahn Füniküler verbindet Kabataş mit dem Taxim-Platz.

Ístanbul hat vier Straßenbahnlinien (Tramvay) die wichtigste für Touristen ist die T1, die von Bağcilar über Zeytinburnu (Umsteigemöglichkeit in die Hafif Metro zum Atatürk-Flughafen) nach Kabataş fährt.

Weiters führt die Türkische Staatsbahn Vorortzüge (Banliö Hatti, auch als LRT - Light Metro System bezeichnet) sowohl im europäischen (Hauptbahnhof Sirkeci) als auch im asiatischen (Hauptbahnhof Haydarpasa) Teil der Stadt.

Das vor kurzem eröffnete Metrobusnetz hat erheblich zur Verringerung des Individualverkehrs geführt. Die Metrobusse fahren von 06.00 h bis Mitternacht auf eigenen Verkehrsflächen von Avcılar auf der europäischen, nach Kadıköy (Sögütlüceşme) auf der asiatischen Seite. Dabei überqueren sie auch den Bosporus.

Bezahlt für die städtischen öffentlichen Verkehrsmittel wird mit Jetons, auf türkisch heissen sie Token, die man an Automaten und an Kiosken bekommt. Damit kann man die Drehkreuze zu den Stationen passieren. Das bedeutet, man bezahlt jeweils für das Einsteigen, nicht für die Länge der Fahrt. Vorsicht: Die einzelnen "Token" sind nicht überall gültig, für Fähren gibt es andere als für die Tramvay! Alternativ gibt es an vielen Kiosken und Automaten die scheckkartengroße "Istanbulkart". Diese kann man mit beliebigen Beträgen aufladen, man hält die Karte an ein Display an den Drehkreuzen oder beim Fahrer im Bus und kann somit passieren, das geht auch für mehrere Personen. Ein Vorteil ist, dass beim Umsteigen innerhalb einer gewissen Zeit für das folgende Verkehrsmittel ein Rabatt gewährt wird. Für die "Istanbulkart" zahlt man zur Zeit (November 2011) einen Einsatz von TL 6,-- (etwa € 2,50). Dieses System heisst Akbil und kann jedem Istanbul-Besucher, der die öffentlichen Verkehrsmittel mehrere Male nutzen möchte sehr empfohlen werden.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Die absoluten Highlights [Bearbeiten]

  • Topkapı Sarayı, ehemalige Residenz der Sultane bis 1853, Eintritt TL 20.--, Harem extra TL 15.--, "Schatzkammer" mit weltweit einzigartigen Kunstschätzen. Meist stehen lange Schlangen an Besuchern an und man wird mehr "durchgeschoben" als dass man geruhsam durchgehen und die Ausstellungsstücke bewundern könnte, daher empfiehlt es sich, den Besuch möglichst zu einer tourismusarmen Zeit oder zumindest gleich am Anfang der Öffnungszeit um 9 Uhr vorzunehmen. Dienstag geschlossen, virtueller Besuch möglich unter [6]. Der Museumpass gilt auch hier und erspart eine lange Wartezeit an den Kassen.
  • Aya Sofya (Hagia Sophia), Kirche der Göttlichen Weisheit, lange Zeit die bedeutendste Kirche der Christenheit, 537 nach nur 5 jähriger Bauzeit eingeweiht, ab 1453 Moschee, seit 1934 Museum, Eintritt TL 20.--, Montags geschlossen. Der Museumpass gilt auch hier und erspart eine lange Wartezeit an den Kassen. Weltweit ein Highlight, auch hier stehen oft lange Schlangen an Besuchern an. Hinweis: Die Empore, von der man aus einen grandiosen Blick auf die Halle der Kirche hinunter, einen traumhaften Blick durch einige Fenster hinüber auf die Sultanahmet Camii hat und einige sehr sehenswerte Mosaike besichtigen kann, ist nur Dienstags bis Donnerstags geöffnet!
    Hagia Sophia
    .
  • Sultan Ahmet Camii (Blaue Moschee) wurde unter Sultan Ahmet I als Teil eines riesigen Komplexes erbaut. Aufgrund der Innenausstattung mit blauen Fliesen wird sie auch Blaue Moschee genannt. Der Gesamtkomplex besteht aus der Moschee, Koranschule, Medrese (Schule) und der Türbe (Grabmal) Sultan Ahmets. Der Bau der Moschee begann 1609 und wurde 1616 fertiggestellt. Dadurch, dass die Moschee in der Nähe des Topkapi Palastes lag, wurde sie zur Moschee der Hohen Pforte in Istanbul erklärt. Die Moschee liegt in einem ausgedehnten Hof, der fünf Tore hat. Der Innenhof neben der Moschee hat drei Eingänge und ist umringt von Säulenhallen, die aus 26 Säulen und 30 Kuppeln bestehen. Die Brunnenanlage für die rituelle Waschung vor dem Gebet in der Mitte des Hofes hat nur einen symbolischen Charakter, da die benutzten Anlagen an den Außenwänden des Innenhofes liegen. Durch drei Eingänge kann man das Hauptgebäude betreten, einen vom Innenhof her und zwei an beiden Seiten des Gebäudes. Insgesamt gibt es sechs Minarette, die vier Minarette an den Ecken der Moschee haben jeweils drei Brüstungen, die beiden Minarette an den entlegenen Ecken des Hofs haben jeweils nur zwei Brüstungen. Eintritt für Nichtmoslems nur außerhalb der Gebetszeiten. An Sommerabenden beginnt um 20 Uhr zwischen der Blauen Moschee und der Hagia Sofia eine Ton- und Lichtschau, die sich anzuschauen lohnt. Die Sprachen der Schau wechseln während der Nacht zwischen türkisch, englisch, französisch und deutsch.
    Blick aus einem Fenster der Empore der Hagia Sophia auf die Sultan Ahmet Camii
  • Süleymaniye Camii (Süleymaniye Moschee), gilt vielfach als das vollkommenste Bauwerk osmanischer Architektur, erbaut im Zeitraum von 1550 bis 1557 unter der Herrschaft des Sultans Süleyman I. Architekt war Mimar Sinan (1490 oder 1491 - 1588). Die Süleymaniye Moschee ist ein riesiger Komplex, typisch für das Osmanische Reich in seiner Glanzzeit. Sie besteht aus einem Innenhof, der von Säulenhallen mit 28 Kuppeln umgeben ist, die wiederum von 24 Säulen getragen werden. Der religiöse Brunnen in der Mitte dient den Waschungen vor dem Gebet. In den vier Ecken des Innenhofes erheben sich vier Minarette mit insgesamt zehn Brüstungen. Der Hauptteil der Moschee ist von einer riesigen Kuppel mit einem Durchmesser von 27,5m und einer Höhe von 47m bedeckt. Die Akustik des Gebäudes ist eine der besonderen Merkmale des Gebäudes, die durch das Aufstellen von 64 Krügen an verschiedenen Stellen der Wände und in den Fluren erreicht wurde. Mimar Sinan hat außerdem noch ein besonderes Luftzirkulationssystem entwickelt. Sultan Süleyman und seine Lieblingsfrau Roxelane sind in zwei schönen Türben im kleinen, direkt an die Moschee anschließenden Friedhof begraben. Der Architekt Koca Mimar Sinan liegt außerhalb der Vorhofmauer in einem kleinen Grabmal, das an der Stelle des Zusammentreffens der Mimar Sinan Caddesi mit der Fetva Yokuşu Sokak liegt. Die Moschee wurde in den letzten Jahren umfassend restauriert und ist mittlerweile mit Ausnahme des Innenhofes wieder zu besichtigen. (Stand November 2011)
    Süleymaniye Camii
  • At Meydanı (Rossplatz, hier war das ehemalige Hippodrom), im absoluten Zentrum der Altstadt gelegen, anschließend an die Blaue Moschee. Kaiser Septimius Severus ließ hier im 2. Jahrhundert ein Gegenstück zum Colosseum in Rom errichten. Die Türken verwendeten die Reste der Anlage für ihre Neubauten. Heute noch stehen hier drei berühmte Säulen: Dikilitaş (Ägyptischer Obelisk), etwa 3500 Jahre alt, ursprünglicher Standort bei Karnak (Ägypten), während der Regierungszeit von Theodosius dem Großen (378 - 395 n. Ch.) wurde er hier aufgestellt, er ist noch erstaunlich gut erhalten; Yılanlı Sütün (Schlangensäule), heute nur mehr ein Rest einer Säule, die ursprünglich beim Apollotempel in Delphi stand, etwa 2500 Jahre alt; Örmetaş (Gemauerte Säule), vermutlich in spätrömischer Zeit errichtet, war ursprünglich mit Bronzeplatten verkleidet, welche während der Kreuzzüge von den "christlichen Rittern" abmontiert und wie so viele andere Kunstwerke als Kriegsbeute mitgenommen wurden. Weiters steht hier noch der Alman Ceşmesi (Deutscher Brunnen), gestiftet 1898 vom deutschen Kaiser Wilhelm II.
  • Yerebatan Sarnıcı (Versunkener Palast), historischer Wasserspeicher aus byzantinischer Zeit - bekannt auch als Schauplatz aus dem James Bond-Film "Liebesgrüße aus Moskau". Hier findet man zahlreiche alte Säulen verschiedenster Stile die beim Bau verwendet wurden, eine antike Form des Recycling. Legendär auch die Verwendung von steinernen Medusenhäuptern als Sockel für Säulen. Liegt am Rande des At Meydanı zwischen Sultanahmet Camii und Hagia Sophia. Die Öffnungszeiten sind täglich von 9.00 bis17.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 10TL.
  • Galata Köprüsü (Galata Brücke), von vielen als das eigentliche Herz Istanbuls beschrieben, Verbindung von Eminönü mit Karaköy über das Goldene Horn. Die alte legendäre Ponton-Brücke, Anfang des 20. Jahrhunderts von einer deutschen Firma errichtet, musste Anfang der 1990er Jahre einem breiteren Neubau weichen, der zudem den Wasseraustausch zwischen Goldenem Horn und Bosporus begünstigt. Die über 400 m lange Brücke ist wie die alte zweistöckig. Im unteren Bereich gibt es zahlreiche Restaurants. Die Schiffe können im mittleren Bereich durchfahren, auch kann der Mittelteil geöffnet werden, um (des Nachts) größeren Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Die Brücke selber ist keine architektonische Schönheit, doch das geschäftige Treiben, die vielen Angler und der Blick auf die Stadt machen den Ort zu etwas ganz Besonderem. Traumhaft ist der Sonnenuntergang über dem Goldenen Horn von der Brücke aus beobachtet.
    Die Galatabrücke ist das Herz Istanbuls - Im Hintergrund der Galataturm

Weitere Paläste [Bearbeiten]

  • Dolmabahçe Sarayı, seit 1853 Hauptresidenz des Sultans, liegt am europäischen Bosporusufer nahe der Straßenbahnhaltestelle Kabataş, Eintritt TL 20.--. Der Palast ist täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet (außer Montags und Donnerstags), wobei zu beachten ist, dass die Zahl der täglichen Besucher beschränkt ist und die Kasse daher auch früher schließen kann. So ist ab 15 Uhr nur noch der Haremsbereich mit dem Sterbebett Atatürks zu besichtigen, der eigentliche Palast ist dann geschlossen. Die Besichtigung sowohl des Palastes als auch des Harems ist nur innerhalb einer Führung möglich. Die Führungen finden alle zwanzig Minuten in türkisch und englisch statt.
  • Beylerbeyi Sarayı (Beylerbeyi-Palast), diente als Sommerresidenz für Sultan Abdülaziz, am asiatischen Bosporusufer gelegen, erreichbar am besten mit der Fähre, Anlegestelle Beylerbeyi

Weitere Moscheen [Bearbeiten]

  • Rüstem Paşa Camii (Rüstem-Pascha-Moschee), beim Eminönü Platz:, schöne blaue Iznik-Fliesen
  • Yeni Camii (Neue Moschee), 1663 vollendet, am Eminönü Platz, zahlreiche Tauben, zum Komplex dieser Moschee gehört der "Ägyptische Basar"
  • Eyüp Camii, am Ende des Goldenen Horns gelegen, am besten mit dem Schiff zu erreichen, heiligste Moschee Istanbuls, am Rande eines idyllischen Friedhofes gelegen. Hier befinden sich die Reliquien des Fahnenträgers von Mohammed, wird tagtäglich von zahlreichen Pilgern besucht, die an Freitagen und Sonntagen zu Massen von Tausenden anschwellen, daher sei ein touristischer Besuch an einem anderen Wochentag empfohlen. Wandert man durch den Friedhof bergaufwärts, so erreicht man einen schönen Aussichtspunkt, das Piyer Loti Cafe (benannt nach Pierre Loti, französischer Schriftsteller, 1805-1923, der hier oft zu Gast war). Dieser Platz ist auch mit einer Seilbahn zu erreichen.
  • Fatih Camii (Moschee des Eroberers Mehmet II.), erbaut 1463-70, 1677 durch eine Erdbeben zerstört, Wiederaufbau 1767-71, großer Moscheen-Komplex mit Küchen, Hospital, Koranschulen etc., heute ein Zentrum religiöser Türken.
  • Şehzade Camii (Prinzenmoschee), nahe dem Verkehrsknoten Şehzadebaşi und dem Valens-Aquädukt, "Lehrlingsstück" des berühmten Baumeisters Sinan, in einem schönen Park gelegen.
    Innenhof der Şehzade Camii
  • Laleli Camii (Tulpenmoschee), zwischen dem Verkehrsknoten Aksaray und der Universität an der Ordu Caddesi gelegen, hübsche, 1663 errichtete Moschee, im Unterbau befindet sich ein kleiner Basar.
  • Beyazıt Camii (Beyazıt Moschee), Im Universitätsviertel, Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut, sehr schöner Reinigungsbrunnen.
  • Selimiye Camii (Sultan Selim I. Moschee), im Stadtteil Fener auf einem der Hügel Istanbuls gelegen, 1522 fertiggestellt, schöner Fliesenschmuck.
  • Mihrimah Camii (Mihrimah Moschee), an der Stadtmauer nahe dem Edirnekapı gelegen, ein Werk des Architekten Sinan aus dem Jahre 1555.
  • Nuruosmaniye Camii (Nuruosmaniye Moschee), unmittelbar östlich des Großen Basars, 1756 fertiggestellt, barocker Baustil, wird z. Zt. (Ende 2011) umfangreich restauriert.

Weitere Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

  • Çemberlitaş (Konstantinsäule oder Verbrannte Säule), nahe der gleichnamigen Straßenbahnstation bzw. des Großen Basars gelegen. Im Jahre 330 errichtete Säule mit einem Standbild von Kaiser Konstantin, 1105 wurde sie stark beschädigt, die drei obersten Segmente und das Bildnis fielen zu Boden und wurden zerstört. Später mussten die Reste der Säule mit Eisenmanschetten gesichert werden.
  • Aya Irini (Hagia Irene - Irenenkirche), in den Parkanlagen des Topkapı Sarayı gelegen, vermutlich um 300 errichtet, im Inneren heute weitgehend schmucklos, meist nur anlässlich von Konzerten (sehr gute Akustik) geöffnet; hier fand das Konzil von 381 statt, in osmanischer Zeit diente die Kirche als Depot. In unmittelbarer Nähe kann man diverse Ausgrabungen (Gebäudereste, Säulen etc.) besichtigen.
  • Fethiye Camii (ehemalige Pammakaristos Klosterkirche), im Stadtteil Fener gelegen, ein Teil wird heute als islamisches Gebetshaus genützt, in einem anderen Teil sind sehr schöne Mosaike zu besichtigen, Voranmeldung (bei Hagia Sophia) notwendig.
  • Küçük Ayasofya (Kleine Hagia Sophia, ehemals Sergios und Bakchos Kirche), zwischen Blauer Moschee und Marmarameer gelegen, war ein Teil des Palastes von Kaiser Justinian.
  • Kapalı Çarşı (Bedeckter Basar), etwa 4500 Geschäfte bieten ein lebendiges und farbenfrohes Bild, leider heute sehr auf Touristen ausgerichtet, man findet aber vereinzelt noch kleine (Kunst-)Handwerksbetriebe. Näheres unter "Einkaufen". Großer Basar, Grand Basar Istanbul.
  • Theodosianische Stadtmauer, ca. 6700 m langes spätantikes Festungsbauwerk vom Marmarameer bis zum Goldenen Horn, zahlreiche Tore (Edirne Kapı, Sulukule Kapı, Top Kapı etc.), Yedikule (Sieben Türme Festung) am Marmarameer.
  • Tekfur Sarayı (Tekfur Palast), an der Theodosianischen Stadtmauer nahe der Chora-Klosterkirche (Kariye Camii Müzesi) gelegen, Ruinen eines ehemaligen Kaiserpalastes.
    In den Ruinen des Tekfur Palastes
  • Rumeli Hisarı, Festungsanlage an der engsten Stelle des Bosporus.
    Rumeli Hisarı an der engsten Stelle des Bosporus
  • Galata Kulesi (Galata Turm), Wahrzeichen des Stadtteiles Beyoğlu, schöne Aussicht, Lift, Restaurant, Nachtclub.
  • Kız Kulesi (Leanderturm), sagenumwobener Turm auf einer kleinen Insel im Bosporos, nahe des asiatischen Stadtteiles Üsküdar, schöne Aussicht, Cafe, Restaurant.
  • Ein Detail für Liebhaber: im Eingangsbereich der Hauptpost im Stadtteil Sirkeci hängt ein großes, viele Jahrzehnte altes Thermometer. Es ist zweiskalig (Fahrenheit / Centigrade) und gibt sinnigerweise neben dem Gefrierpunkt ("glace") und der menschlichen Körpertemperatur ("chaleur humaine") eine dritte Temperatur an: "Senegal", bei 47°C.

Museen [Bearbeiten]

Hinweis: Für die ersten vier der hier genannten Museen sowie für den Topkapi-Palast und die Hagia Sophia gibt es den Museumspass für TL 72.--, der drei Tage lang gilt. Er spart nicht nur Geld, sondern auch das manchmal lange Anstellen vor der Kassa. Erhältlich ist dieser Pass an den Kassen aller teilnehmenden Museen.

  • Arkeoloji Müzesi (Archäologisches Museum), in unmittelbarer Nähe des Topkapı Sarayı , Straßenbahn-Haltestelle: Gülhane; Fähre: Eminönü; [5], eines der bedeutendsten Museen seiner Art, Anatolien- und Troja-Ausstellungen, Ausstellung "8000 Jahre Istanbul, Alexander-Sarkophag, Kindermuseum etc. Montags geschlossen
  • Türk ve Islam Eserleri Müzesi (Museum für Türkische und Islamische Kunst), am At Meydani gelegen, Straßenbahn-Haltestelle : Sultanahmet; Fayence-Kunst, Metallarbeiten, Teppiche etc. Das Museum ist wegen Renovierungsarbeiten bis Ende 2013 geschlossen.
  • Mozaik Müzesi (Mosaik Museum), in unmittelbarer Nähe der Blauen Moschee (Sultan Ahmet Camii), wunderschöne Mosaike aus byzantinischer Zeit. Montags geschlossen.
  • Kariye Camii Müzesi (Chora Klosterkirche), ehemalige byzantinische Kirche in der Nähe der Landmauer beim Edirnekapı, die besterhaltensten und berühmtesten Mosaike aus byzantinischer Zeit, Eintritt TL 15.--
    In der Chora Klosterkirche
    . Mittwochs geschlossen.
  • Sakıp Sabancı Museum der Sabancı Universität in Emirgan, osmanische Kalligafien und Gemälde. Hier gilt der Museumspass nicht!
  • Pera Müzesi (Pera Museum), Nähe Istiklal Caddesi, im ehemaligen Hotel Bristol in Tepebaşı, traditionelle und zeitgenössische türkische Kunst. Hier gilt der Museumspass nicht!
  • Santral İstanbul, Museumskomplex in Silahtarağa im Bezirk Eyüp, in einem ehemaligen Kohlekraftwerk (santral). Geöffnet Di-So, 10-20 Uhr. Eintritt TL 7.--. Hier gilt der Museumspass nicht!
  • Istanbul Modern, seit Dezember 2004 in einer alten Lagerhalle des Hafens von Karaköy, permanente und wechselnde Ausstellungen von Bildern türkischer Künstler vom 19. Jahrhundert bis heute. Hier gilt der Museumspass nicht: man kann ihn dort aber erwerben.
  • Rahmi M. Koç Müzesi (Industriemuseum), am Goldenen Horn nahe der Autobahnbrücke gelegen, Schiffstation Hasköy Vapur İskelesi, Kutschen, Fahrräder, Autos, Schiffe, ein U-Boot und anderes. Hier gilt der Museumspass nicht!

Aktivitäten [Bearbeiten]

Neben dem klassischen Sightseeing, das schon umfangreich genug ist, bieten sich in Istanbul zahlreiche Gelegenheiten für Aktivitäten, die für Mitteleuropäer exotische Reize darstellen. Wozu man nach Istanbul eher nicht fahren sollte ist der Wassersport, dieser kann anderswo besser ausgeübt werden. Zwar gibt es Bäder am Meer, doch ist die Wasserqualität nirgendwo wirklich gut, zudem gibt es für Schwimmer sehr gefährliche Strömungen, weit hinein ins Wasser kann man sich nirgendwo wagen. Den vielleicht reizvollen Plan, über den Bosporus von Europa nach Asien zu schwimmen (an der engsten Stelle wären das immerhin nur 660 m) sollten Sie schnell vergessen! Auch das Baden im Goldenen Horn ist keineswegs zu empfehlen. Zwar ist die Wasserqualität seit dem Bau der neuen Galata-Brücke und dem Abriss zahlreicher kleiner Fabriken und Gewerbebetriebe, die früher ihre Abwässer ungeklärt ins Meer haben fließen deutlich besser geworden, aber zahlreiche Quallen und andere Unannehmlichkeiten lassen es nicht ratsam erscheinen, dort zu schwimmen. Badefreuden können Sie in Istanbul in folgender Institution genießen:

Hamam [Bearbeiten]

Ein Besuch im Hamam (türkischen Dampfbad) ist eine willkommene Abwechslung zum Sightseeing und gibt die Möglichkeit eine andere Kultur auch aus anderer Sicht kennenzulernen. Die türkische Badekultur wurzelt einerseits in den religiösen Vorschriften des Islam (regelmäßige Reinigung unter fließendem (!) Wasser, andererseits in der Bäderkultur des römischen Reiches. Die meisten Hamams in Istanbul sind viele hundert Jahre alt und auch aus diesem Grund einen Besuch wert. Architektonisch besteht ein Hamam aus einer Zentralkuppel, um die herum kleinere Kuppeln angeordnet sind. Der von unten her oft noch mit Holz beheizte Boden und die Wände bestehen aus Marmor.

Ein Besuch im Hamam sollte etwa folgendermaßen vor sich gehen: Nach Betreten des Hamams bekommt man eine Umkleidekabine zugewiesen und eine Art Lendenschurz, Peştamal genannt. Man betritt eine der Nebenkuppeln, wo man sich aufwärmen und vorreinigen kann, oder geht gleich in die Hauptkuppel, wo man sich auf das in der Mitte des Raumes befindliche Podest, den sogenannten Nabelstein, legen kann um zu schwitzen. In einer oder mehrerer Nebenkuppeln sind kleine Wasserbecken mit jeweils einem Warm- und einem Kaltwasserhahn. Mit Hilfe einer Blechschale kann man sich mit Wasser übergießen. Nachdem man mindestens eine halbe Stunde geschwitzt hat und die Poren sich geöffnet haben, wird man vom Bademeister (Tellak) aufgerufen und von Kopf bis Fuß gewaschen. Dies geschieht mit einem rauen Waschlappen, sodass sich die oberste (abgestorbene) Hautschicht löst und fortgespült werden kann, wozu man immer wieder kräftig mit Wasser übergossen wird. Anschließend bekommt man eine Massage, nachdem man noch zur letzten und gründlichen Reinigung in eine dicke Schicht Seifenschaum gehüllt wurde. Diese Massage kann ziemlich grob ausfallen, der Bademeister zieht und zerrt an den Gliedern, drückt auf die Wirbelsäule, dass es immer wieder nur so knackt, jedoch sind die türkischen Masseure wahre Meister ihres Faches und richten einem "die Knochen wieder gerade". Abschließend wird man abgetrocknet und sitzt, in Tücher eingehüllt, in einem Abkühlungsraum und kann sich Getränke bringen lassen.

Dieser Ablauf kann je nach Hamam etwas variieren und sollte zumindest etwa 2 Stunden dauern. Traditionell sind die Geschlechter streng getrennt, wobei es in der Frauenabteilung manchmal keine hauptamtlichen Wäscherinnen gibt, sondern sich die Besucherinnen gegenseitig waschen und massieren. Frauen können hier völlig nackt sein, Männer hingegen tragen immer ihren Peştamal um die Hüften (und werden in dieser Region auch nicht vom Wäscher oder Masseur berührt). Neuerdings gibt es für Touristen auch Hamams für Männer und Frauen gemischt, Frauen bekommen hier in der Regel einen Bikini im Design des Peştamals gestellt, das Badepersonal kann hier aus Männern und Frauen, aber auch nur aus Männern bestehen. Die Preise in solchen Hamams sind in der Regel aber deutlich höher.

Die Qualität der gebotenen Leistungen und die Preise variieren zwischen den einzelnen Hamams stark. Es empfiehlt sich, auf die entsprechende Website (leicht über Google zu finden) der einzelnen Hamams zu schauen und auch die Bewertungen im Internet - ähnlich derer für Hotels - zu studieren.

Ein Besuch in einem guten Hamam ist ein Erlebnis für sich, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Man fühlt sich anschließend wie "neugeboren" und hat das Gefühl, noch nie so sauber gewesen zu sein.

Einige Hamamı in Istanbul:

  • Çemberlitaş Hamamı, der Eintritt kostet dort mit Seifenmassage TL 40.-- (ca. € 20.--)
  • Şifa Hamamı ist ein kleines Hamam aus dem Jahre 1777 und liegt unweit von der Blauen Moschee Eintritt kostet TL 30.-- ohne Massage und TL 40.-- mit Massage. Sifa Hamami Sokak No. 24 - Sultanahmet, Istanbul, 0212 6383849
  • Cağaloğlu Hamamı, angeblich einer der 1000 Plätze auf Erden, die man vor seinem Tode besucht haben soll, hat teilweise schlechte Kritiken als Touristen-Abzocke bekommen.
  • Galatasary Hamamı
  • Süleymaniye Hamamı, fast 500 Jahre alt, auf Touristen ausgerichtetes gemischtes Hamam, nach Vorbestellung durch das Hotel wird man durch ein Taxi abgeholt und wieder zurückgebracht, kostet zur Zeit (November 2011) € 35.--, hier hat schon Sultan Süleyman (der Prächtige) gebadet.
  • Gedikpaşa Hamamı, 1457 erbaut, im Basarviertel
  • Tarihi Nişancı Hamamı, Türkeli Caddesi 29, nicht weit von der Laleli Camii
  • Çinili Hamamı, in Üsküdar (asiatisches Ufer), in der Nähe der gleichnamigen Moschee

Allgemein empfiehlt sich ein Hamam zu einer Zeit zu besuchen, zu der nicht Hochbetrieb herrscht, da ansonsten die Behandlung etwas fließbandartig ausfallen kann. Hochbetrieb herrscht meistens bei schlechtem Wetter und ab späterem Nachmittag. Ein vorheriges Anrufen (gegebenenfalls durch das Hotel) ist sinnvoll. Das touristische Süleymaniye Hamami, wenn man sich durch das Taxi vom Hotel abholen lässt, bietet zwar eine solide Leistung, allerdings ist man zeitlich ziemlich gedrängt, da das Taxi zurück zum Hotel zum zum bestimmten Zeitpunkt neue Gäste bringt und die alten abholt. Hier empfiehlt sich besonders die "Eigenanreise" zu einer Zeit, da das Hamam mehr oder weniger leer ist!

Entspannung einmal anders: Die Wasserpfeife [Bearbeiten]

Rauchvergnügen anderer Art

Nachdem sie schon fast vergessen schien, hat sie in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt: Die Wasserpfeife, türkisch Nargile genannt. Zwar herrscht in der Türkei seit einigen Jahren ein strenges Rauchverbot in öffentlichen Räumen, welches erstaunlicherweise weitgehendst eingehalten wird, aber in speziellen Wasserpfeifen-Cafes wird sie auch in geschlossenen Räumen offensichtlich zumindest geduldet. Im Freien ist es ohnedies erlaubt. Neben dem Verzehr türkischer Süssigkeiten, dem Genuss von Tee oder Cafe kann man sich in solchen Lokalen auch eine Wasserpfeife bringen lassen. Die Bedienung bringt für jede Person hygienische Einweg-Plastik-Mundstücke, legt regelmäßig neue Kohle auf, und so kann dem auch mehrstündigen genussvollen "chillen" zwischen weichen Polstern nichts mehr im Wege stehen. Meist liegen auch Brettspiele (Schach, Dame, Backgammon) auf. Unter dem Strich ein sehr preiswertes Vergnügen, dem nicht nur Touristen, sondern vor allem Einheimische huldigen.

Der Wasserpfeifentabak wird neuerdings mit natürlichen Stoffen aromatisiert. So duftet es in Nargile-Cafes nach Apfel, Banane, Pfirsich und anderem. Das Schöne daran: Es stinkt absolut nicht. Auch nach einem langen Abend in einem geschlossenem Raum riechen Haut, Haare und Gewand am nächsten Tag überhaupt nicht nach kaltem Tabakrauch. Ein Umstand, der auch sonst militante Nichtraucher zu begeisterten Wasserpfeifenrauchern gemacht hat. Über die Schädlichkeit dieser Art zu rauchen gibt es verschiedene Ansichten. Tatsache ist, dass zahlreiche Stoffe (Teer etc.) durch das Wasser, das nach und nach eine braune Färbung annimmt, ausgefiltert werden.

Einkaufen [Bearbeiten]

  • Kapalı Çarşı (Großer Basar bzw. Bedeckter Basar), geöffnet Montag - Samstag, 09.00 - 19.00, der Besuch ist noch ein Erlebnis, heute leider stark auf Touristen ausgerichtet. Vereinzelt findet man noch traditionelle Handwerksbetriebe und Geschäfte mit besonderen Waren. Die Preise können hier verhandelt werden, manchmal sind sie auch angeschrieben, dann jedoch oft - aber nicht immer - um ein Vielfaches überhöht. Es ist dringend zu empfehlen, sich vorher über den wahren Wert einer Ware gut zu informieren! Die alte Regel, man biete die Hälfte des vom Händler genannten Preises und treffe sich dann irgendwo dazwischen, kann nicht mehr als allgemein gültig angesehen werden. Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass die Preise hier höher sind.
  • Mısır Çarşısı (Ägyptischer Basar, Gewürz-Basar) in Eminönü ist, wie der Name schon verrät, ein wahres Paradies für Augen und Nase. Rund um den Ägyptischen Basar und zwischen diesem, dem Großen Basar und der Süleymaniye Camii gibt es eine Unzahl von Läden und Straßenverkäufern, wo man so ziemlich alles in allen nur erdenklichen Qualitäten bekommt, von Lebensmitteln über Textilien, Schmuck, Haushaltsartikel, Spielzeug, Werkzeug bis hin zu gefälschten Markenuhren und gefälschtem Viagra. Hier kann man noch orientalisches Basarfeeling pur erleben, hier kaufen die Einheimischen.
    Im Gewürzbasar
  • Istiklal Caddesi, Fussgängerzone im Stadtteil Beyoğlu, erreichbar von der Galata-Brücke aus auch mit der U-Bahn "Tünel". Ebenfalls sehr empfehlenswert ist ein Bummel auf dieser sehr westlich orientierten Flaniermeile, hier haben unter anderem die internationalen Bekleidungskonzerne ihre Filialen, es gibt aber auch Boutiquen, Buchhandlungen, Antiquariate etc. Die Läden haben dort oft bis spät in die Nacht hinein geöffnet. Auch am Weg dorthin rund um den Galata-Turm gibt es zahlreiche interessante Geschäfte.
  • Kadiköy: Für diejenigen, die es beschaulicher und wenig touristisch haben wollen, gibt es in diesem Stadteil am asiatischen Ufer einen besonders sehenswerten Lebensmittelmarkt, originelle Antiquitätenläden, Trödler und andere interessante Geschäfte. Erreichbar mit einer Fähre von Eminöni aus.
    Das schönste und beste Obst und Gemüse gibt es angeblich am Markt in Kadiköy

In normalen Geschäften außerhalb des Großen Basares sind die Preise angeschrieben und meist nicht verhandelbar. Sind sie nicht angeschrieben, so gelten die Gepflogenheiten des Großen Basars: Sich vorher gut informieren! Wenn Sie das Glück haben, in Istanbul in einem kleinen familiär geführten Hotel zu wohnen, so können Sie sich oft vom Hotelpersonal gute Tipps geben lassen, wo sie was zu seriösen Bedingungen erstehen können.

Häufig werden Sie auf der Straße angesprochen und von demjenigen zu "seinem" Geschäft gelotst. Üblicherweise ist dieser ein Schlepper und erhält Provision vom wirklichen Inhaber des Ladens, die Ihnen dann auf den Preis aufgeschlagen wird. Allerdings gibt es in Istanbul viele arme Leute, die sich so ihren Lebensunterhalt - oder einen Teil davon - verdienen müssen.

In Istanbul kann man - von den meisten Hotels und einigen wenigen Restaurants abgesehen - praktisch nur mit Bargeld bezahlen. Daher gibt es zahlreiche Geldautomaten, an denen sich oft Schlangen zum Geld abheben bilden. An den meisten Automaten kann man auch mit Kreditkarten oder Maestro-Karten Geld abheben.

Küche [Bearbeiten]

Die türkische Küche zählt neben der französischen und chinesischen zu den bekanntesten und besten Küchen der Welt. Diese Küche ist genauso farbig wie das Kulturmosaik des Landes und besteht aus zahllosen und unterschiedlichen Geschmäcken. Die unterschiedlichen Klimazonen des Landes spielen bei der Entwicklung der regionalen Spezialitäten eine grosse Rolle. Die östliche Schwarzmeerküste ist ein gutes Beispiel dafür. Wegen hoher Niederschlagsmengen kann dort Weizen nicht angebaut werden. Daher bilden Mais und Maismehl die Hauptnahrungsmitteln dieser Küche. Im Gegensatz dazu ist das Südostanatoliengebiet für die Kebaps berühmt, da dort vorwiegend Viehzucht betrieben wird. Als ein Olivendepot ist die Ägäis für die leckeren Gemüsespeisen bekannt. Ausserdem sind die Teigpasteten des Nordwestgebietes (Trakien) sehr beliebt. Die raffinierte Küche von Istanbul ist durch diese verschiedenen Gerichte der Regionen bereichert.

Allgemein zeichnet sich die türkische Küche durch variantenreich zubereitetes Gemüse aus. Eine Besonderheit ist hier auch die Verwendung von Yoghurt. Fleischgerichte bestehen meist aus Geflügel, Lamm und auch Rindfleisch. Schweinefleisch fehlt naturgemäß, es wird nur in sehr touristisch ausgerichteten Restaurants angeboten, wobei die Qualität aber oft nicht mit den Preisen konform geht. Frische Fische und Meeresfrüchte werden zahlreich und verhältnismäßig günstig angeboten. Für Leckermäuler: Es gibt eine Unzahl traumhafter Süßspeisen!

Die Kosten für eine Mahlzeit differieren sehr stark. Fast überall kann man in Garküchen ("Lokanta") - hier werden die Gerichte in flachen Metall-Behältnissen warm gehalten und können nach Besichtigung geordert werden - für ca. umgerechnet etwa € 5.-- bis € 10,-- ausgiebig (Suppe und Hauptspeise mit Salat, gegebenenfalls auch Nachtisch) essen und trinken. Brot und Wasser sind üblicherweise kostenfrei, für Mineralwasser, Limonaden, Fruchtsäfte und alkoholische (diese sind nicht überall erhältlich) Getränke muss extra bezahlt werden. Ein Glas Tee kostet meist TL 1.-- (ca. € --.40). Die Preise hängen natürlich auch stark von der Lage des jeweiligen Lokals ab, weshalb es sich empfiehlt, diese zu vergleichen; meist sind sie schon vor dem Lokal auf großen Speisekarten angeschlagen. Die Qualität des Essens ist fast immer sehr gut, auch in den einfacheren Lokalen, die vornehmlich von den Einheimischen frequentiert werden.

Alkohol wird in vielen Lokalen nicht ausgeschenkt, am ehesten erhält man noch Raki, einen Anisschnaps, der mit Wasser verdünnt getrunken wird. Bier gibt es nur in entweder touristisch oder westlich ausgerichteten Lokalen (z.B. in und um die Istiklal Caddesi), ist vergleichsweise teuer und wird in Mengen von 0,33, 0,5 und 0,7 l angeboten. Wein gibt es nur in teuren Restaurants. Es gibt sogar türkischen Wein, der übrigens gar nicht schlecht ist!

Touristen wird manchmal gerne extra "Service" oder "Tax" berechnet. Sie können das natürlich reklamieren. Allerdings verdienen Kellner oft erbärmlich schlecht und versuchen sich eben auf diese Weise ihr Gehalt aufzubessern. Der Schreiber dieser Zeilen sucht sich während eines Istanbul-Aufenthalts gerne ein "Stammlokal" aus. Praktisch immer wird man ab dem zweiten Besuch besonders aufmerksam und freundlich bedient und bekommt oft zum Abschluss des Essens noch eine kleine Süßspeise oder einen Tee gratis.

Vorsicht ist immer bei rein touristischen (organisierten) Ausflugszielen anzuraten: Hier rechnet man nicht mit einem Wiederkommen des Gastes und betrachtet ihn, sobald er Platz genommen und bestellt hat, nur mehr als Opfer für Abzocke.

Auch auf der Straße bekommt man an allen Ecken und Enden Essbares und Trinkbares angeboten: Frisch gepresste Fruchtsäfte (Orangensaft, Granatapfelsaft) Esskastanien, gegrillte Maiskolben, natürlich Döner-Kebap, in der Nähe des Goldenen Horns auch Muscheln und Fischbrötchen. Denken Sie hier daran, dass der hygienische Standard möglicherweise Ihrem mitteleuropäischem Magen Probleme bereiten kann und achten Sie auf frische Zubereitung. Für den ganz schnellen Imbiss wärmstens empfohlen werden können die überall erhältlichen Sesamkringel, Simit genannt, die meist um TL 1,00 verkauft werden. (Stand November 2011)

Zu Essen bekommt man überall - Simit-Verkäufer

Nachtleben [Bearbeiten]

Das Nachtleben von Istanbul gilt vielfach als das zur Zeit intensivste in Europa, wenn nicht weltweit. Dies trifft vor allem auf das Bohemienviertel Beyoğlu zu, hier im Besonderen auf die Fußgängerzone der Istiklal Caddesi zwischen der Bergstation des Tünel und dem Taksim-Platz und die angrenzenden Gassen zu. Hier gibt es unzählige Restaurants, Cafes, Bars, Jazz-Clubs, Diskotheken etc. Für jeden Geschmack, jede Orientierung und jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Häufig gibt es auch Live Musik unterschiedlichster Richtungen. Menschenmassen wälzen sich tagtäglich in beängstigenden Massen bis am Morgen durch die Istikal Caddesi. Hier geht es sehr ausgelassen zu, Kleidungsstil ist jeder erlaubt, der Unterschied zu den konservativen Stadteilen auf der anderen Seite des Goldenen Horns könnte größer nicht sein. Ein besonderes Erlebnis ist hier ein Abendessen auf einer der zahlreichen Dachterrassen, traumhafter Blick auf Bosporus und Goldenes Horn inklusive.

Nördlich des Taksim-Platzes in den modernen und vornehmen Stadtteilen Nişantaşi und Levent gibt sich der türkische und internationale Jet-Set ein Stelldichein, die Bars könnten genauso gut in Manhattan sein, z.B. die Buz-Bar. Ebenfalls schick und teuer gibt sich Ortaköy, der Stadtteil am europäischen Brückenkopf der ersten Bosporusbrücke. Berühmt ist hier z.B. der Club Reina: Hier legen die Superreichen mit ihrer Yacht an, die Flasche Wodka kostet vielleicht € 300.--

In Kumkapi, südöstlich vom Zentrum Sultanahmet am Marmarameer gibt es zahlreiche Fischrestaurants, hier spielen am Abend Roma-Bands, vielfach nehmen auch Einheimische ihre Instrumente mit, es wird gesungen, getanzt und der Raki fließt in Strömen. Mittlerweile etwas touristisch geworden, aber immer noch empfehlenswert.

Auf der Galatabrücke befinden sich unterhalb der Fahrbahn, direkt am Wasser auf beiden Seiten dicht gedrängt Restaurants und Bars. Empfehlung: den Sonnenuntergang auf der Westseite der Brücke geniessen. Eine unbeschreibliche Atmosphäre! Etwas Vorsicht ist hier leider angebracht: Von manchen Touristen werden hier Abzockermethoden gemeldet.

Auf der asiatischen Seite könnte man das gemütliche Viertel Kadiköy empfehlen. Zwischen alten griechischen und armenischen Kirchen, einer Fußgängerzone mit Flohmarkt finden sich einige nette Bierkneipen mit studentischem, westlich orientiertem Publikum - hier können auch Istanbuler Frauen ungestört allein ein Bier trinken und auch Ausländerinnen werden nicht ständig angesprochen. Von der Anlegestelle der Fähre die große Strasse ein Stück bergauf und dann rechts halten. Nebenbei: In Kadiköy am Hafen ist ein Gasballon stationiert, mit dem man 200 m senkrecht in die Luft steigen und Istanbul von oben aus betrachten kann.

Der Ballon am Hafen von Kadiköy

Unterkunft [Bearbeiten]

Mittlerweile gibt es in Istanbul zahlreiche Unterkünfte aller Kategorien und Preisklassen. Für Touristen, die vor allem am klassischen Sightseeing interessiert sind, sind Hotels im historischen Viertel Sultanahmet die empfehlenswerteste Alternative. Hier kann man auch stilvoll in alten, oft liebevoll restaurierten Holzhäusern nächtigen. Der Aufpreis, der für die Lage in der Altstadt gezahlt werden muss, wird dadurch mehr als wettgemacht, dass man sich die oft langwierige Anreise mit dem Taxi über chronisch verstopfte Straßen erspart und sich nicht in ein überfülltes öffentliches Verkehrsmittel stopfen muss.

Wer mehr am Nachtleben interessiert ist, dem sei eine Unterkunft in der näheren Umgebung des Taksim-Platzes empfohlen. Die meisten - zum Teil exorbitant teuren - Luxushotels gibt es nördlich des Taksim-Platzes und im Stadtteil Beşiktaş direkt am Bosporus. Preiswertere Unterkünfte findet man im Stadtteil Aksaray, hier nächtigen bevorzugt Geschäftsleute aus den ehemaligen Ostblockländern.

Lernen [Bearbeiten]

Es gibt in Istanbul viele Anbieter für Türkischunterricht vor Ort. Das Kursangebot geht hier vom Crashkurs über Einsteigerkurse bis hin zur Klassengröße. Die Kursdauer beträgt meistens zwischen einer und 12 Wochen.

Anbieter sind z.B.:

Arbeiten [Bearbeiten]

Offiziell darf man als EU-Bürger ohne spezielle Arbeitserlaubnis nicht arbeiten. Diese erhält man nur, wenn man mit einem potentiellen Arbeitgeber einen entsprechenden Vertrag abschließt, dieser einen Antrag beim Arbeitsministerium stellt und dieser Antrag auch genehmigt wird. Auch um länger als 3 Monate am Stück in der Türkei zu verweilen, braucht man eine Sondergenehmigung. Es ist allerdings möglich, nach Ablauf des dreimonatigen Aufenthalts als Tourist für einen Tag in ein Nachbarland zu fahren um anschließend wieder mit einem Touristenvisum einzureisen. In diesem Zusammenhang: Österreicher brauchen ein Visum, das an der Grenze formlos ausgestellt wird, aber € 15 kostet.

Sicherheit [Bearbeiten]

Aufpassen sollte man in jeder Metropole. Es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen.

In Istanbul prallen extreme Gegensätze aufeinander: Aufgeschlossene, nach europäischen Maßstäben gebildete Menschen, wie sie in jeder europäischen Großstadt anzutreffen sind auf der einen Seite, strenggläubige Muslime auf der anderen und dazwischen Mischungen aus beiden Extremen aller Schattierungen. Extremer Reichtum und extreme Armut mit allen ihren Schattenseiten, eher schlecht als recht verdienende "Ein-Personen-Unternehmer", die weder kranken- noch pensionsversichert sind, arbeitende Kinder, Bettler. Der immer noch große Zusammenhalt innerhalb von Großfamilien ersetzt das weitgehend fehlende soziale Netz des Staates. Zudem leben in Istanbul viele Menschen aus zahlreichen anderen islamischen Ländern, insbesondere auch aus Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, Flüchtlinge aus Afghanistan etc.

Angesichts dieser Voraussetzungen muss man Istanbul als sehr sichere Stadt bezeichnen. Gewaltverbrechen sind vergleichsweise selten, Kleinkriminalität wie Taschendiebstähle können vorkommen. Ein "übers Ohr gehauen werden" in manchen Geschäften oder Lokalen ist nicht selten, aber keineswegs die Regel! Vielfach bieten sich Einheimische - oft auch Jugendliche - als Führer an, sperren einem vielleicht auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit auf und verlangen am Ende, quasi als "Austritt" dann eine überhöhte "Eintrittsgebühr". In solchen Fällen sollte man daher immer vorher fragen, wie viel es kostet (Sprachführer), um unliebsame Überraschungen möglichst zu vermeiden.

Desweiteren sollte man niemals eine am Boden liegende Schuhbürste aufheben. Man wird darauf von dem dazugehörigen Schuhputzer zu einem kostenpflichtigen Schuheputzen überredet.

Vorsicht vor "zwielichtigen" Lokalen, die an Bordelle oder Spielhöllen erinnern: Hier werden Sie gnadenlos abgezockt. Lassen Sie sich in solche Lokale auch nicht einladen! Berüchtigt sind Lokale in den Stadtteilen Laleli (Aksaray), Tarlabaşı und Elmadağ (Taksim), Für konsumierte Getränke und auch bei "nicht stattgefundenem Verkehr" mit Prostituierten werden hier unverschämt hohe Rechnungen präsentiert, deren Bezahlung unter Androhung von Gewalt eingetrieben wird. Insbesondere alleinreisende Männer werden auf der Strasse von freundlichen Einheimischen angesprochen und in solche Lokale gelockt.

Alleinreisenden Frauen, die nicht belästigt werden wollen, sei empfohlen, sich einheimischen Männern gegenüber zurückhaltend zu benehmen, Blickkontakt zu vermeiden und im Ernstfall auf der Straße lieber Frauen als Männer anzusprechen.

In der Innenstadt, nahe der Hagia Sophia, schräg gegenüber dem Eingang zur Yerebatan-Zisterne gibt es eine spezielle Touristenpolizei, an die man sich wenden kann, wenn man Probleme hat.

Gesund bleiben [Bearbeiten]

Magenverstimmungen und Darmprobleme kann man sich als hygieneverwöhnter Mitteleuropäer relativ leicht einfangen. Empfindliche Personen sollten also entsprechend vorsichtig sein bei Imbissen, die von Straßenverkäufern angeboten werden, und auch das Essen in den Garküchen, wo die Speisen stundenlang (oft nur lau)warm gehalten werden, eher meiden. Das Wasser aus der Leitung ist stark gechlort und eignet sich weniger zum Trinken.

Apotheken, türkisch Eczane, sind sehr zahlreich. Es gibt praktisch alle auch bei uns üblichen Medikamente, allerdings manchmal unter anderem Namen, dafür meist rezeptfrei.

Viele Ärzte haben im Ausland studiert und sprechen englisch oder auch deutsch. Das staatliche Gesundheitswesen ist etwas unbeweglich und nicht immer am höchsten Stand. In Istanbul gibt es ein österreichisches (zwischen Galatabrücke und Galataturm) und ein deutsches (nahe Taksim-Platz) Krankenhaus.

Spezielle Impfungen sind zwar nicht vorgeschrieben, eventuell anzuraten wären sie gegen Tetanus, Diphterie und Hepatitis A.

Klima und Reisezeit [Bearbeiten]

Bevorzugte Reisezeiten für Istanbul wären Frühling ab April und Herbst. Im Sommer kann es sehr heiß und schwül werden, allerdings weht am Bosporus oft ein kühlender Wind. Schöne Tage gibt es bis Ende Oktober, auch im November kann es noch angenehm sein. Im Dezember wird es unangenehm kalt und regnerisch, es kann auch schneien. Auch die Luft ist dann oft schlecht, viele Istanbuler müssen mit billiger und minderwertiger Braunkohle oder Elektroheizlüftern heizen. Die schönste Zeit ist im Frühling zur Tulpenblüte.

Klarkommen [Bearbeiten]

Allgemeine Hinweise [Bearbeiten]

Es ist einfach in Istanbul klarzukommen. Man wird häufig angesprochen, oft auch ohne Interesse daran Irgendetwas zu verkaufen. Wer sich auf ein Gespräch - vielleicht auch mit einem potentiellen Teppichhändler - einlässt, erfährt meist Interessantes und der Gesprächspartner ist auch nicht böse, wenn man anschließend nichts kauft.

Türken sind grundsätzlich neugierig, freundlich und sehr hilfsbereit. Dies gilt gleichermaßen für (religiös) konservative als auch (westlich orientierte) moderne Türken. Für die Kommunikation ein wichtiger Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen besteht darin, dass es sich bei konservativ orientierten Türken nicht schickt, dass auf der Straße ein Mann eine Frau bzw. eine Frau einen Mann anspricht, bei modernen Türken ist dies kein Problem. Beide Gruppen sind leicht an ihrer jeweiligen Kleidung erkennbar. In Istanbul, einer Stadt der Gegensätze, wird man fast überall auf beide Gruppen stoßen, wobei es natürlich Stadtteile gibt, wo eine der beiden Gruppen überwiegt.

Islamische Geistliche in Fatih

Viele Istanbuler sprechen Deutsch oder Englisch. Und wenn nicht, dann funktioniert die Verständigung über nonverbale Kommunikation meist erstaunlich gut, wobei allerdings zu beachten ist, dass manche Gesten und manche Mimik in der Türkei eine andere Bedeutung haben kann als in Mitteleuropa!

Manch ein Tourist fühlt sich belästigt, wenn er vor Geschäften, Restaurants etc. ständig angesprochen wird. Diesbezüglich ein Tipp: Blickkontakt vermeiden, wenn man nicht angesprochen werden will. Dies sei auch alleinreisenden Frauen empfohlen, die nicht "belästigt" werden wollen. Blickkontakt ist bei Türken bereits ein Signal für Kontaktaufnahme. Hilfreich und durchaus spaßmachend kann auch sein, wenn man sich den Landessitten, in diesem Falle dem etwas theatralischen Auftreten, anpasst und die ständigen (und eventuell penetrant empfundenen Einladungen) ins Restaurant mit einem mit großartiger Gestik und Mimik vorgetragenem: "Es tut mir sooo leid, wir haben gerade gegessen..." (vielleicht auch auf englisch) pariert.

Frauen sollten sich auch als Touristen nicht allzu aufreizend "knapp" kleiden, auch für Männer sind kurze Hosen nicht die erste Wahl. Für den Besuch von Moscheen sind für Männer lange Hosen und für Frauen Kopftuch und langes Kleid (oder zumindest lange Hosen) sowieso obligat. Kopftücher und Röcke können manchmal beim Eingang ausgeliehen werden. Vor dem Betreten einer Moschee sind die Schuhe auszuziehen, man achte auf saubere Füße bzw. saubere Socken! In vielen Moscheen ist Nicht-Moslems während der Gebetszeiten der Zutritt verwehrt, in manchen Moscheen können sie anwesend sein, müssen sich jedoch im hinteren Teil aufhalten und sollen natürlich nicht herumgehen oder fotografieren.

Es ist eine gute Idee, sich als Tourist einige Wörter und Redewendungen auf Türkisch für die wichtigsten Situationen mit Hilfe eines guten Sprachführers anzueignen. Türken freuen sich, wenn man sie auf türkisch begrüßen kann, bzw. beim Bestellen im Restaurant oder beim Einkauf sich in ihrer Sprache ein bisschen verständigen kann.

Das Türkische ist grundsätzlich eine sehr logisch aufgebaute Sprache, auch die Aussprache ist für Menschen deutscher Muttersprache relativ leicht; man spricht auch genau so - unter Beachtung der Sonderzeichen - wie man schreibt. Das ist darauf zurückzuführen, dass im Jahre 1928 das bis dahin verwendete arabische Alphabet durch das lateinische ersetzt wurde. Dringt man aber weiter in die Grammatik der türkischen Sprache ein, so wird einem sehr bald bewusst, dass der Aufbau dieser Sprache sich sehr von der unseren unterscheidet. So gibt es wesentlich mehr Formen für das Verb als im Deutschen, die teilweise sogar miteinander kombiniert werden können. Eine "eins-zu-eins Übersetzung" ins Deutsche ist somit oft nicht möglich. Die feine Nuancierung im Ausdruck, die die türkische Sprache bietet, kann nur mit vielen Umschreibungen mehr oder weniger gut übersetzt werden.

Einige Anmerkungen zur Körpersprache:

  • Hochziehen der Augenbrauen, manchmal mit einem "ts" kombiniert heißt "nein" und ist nicht beleidigend gemeint!
  • Daumen zwischen Zeigefinger und Mittelfinger geklemmt ist eine obszöne Geste.
  • Wenn man jemand deuten will, herzukommen, dann die Handfläche nach unten und die Handbewegung zum eigenen Körper.
  • Nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen!

Der Körperkontakt auch zu fremden Kindern wird viel schneller hergestellt, als es in Mitteleuropa üblich ist. Insbesondere blonde Kleinkinder werden im Vorbeigehen gerne zärtlich berührt (über den Kopf streichen, Wange tätscheln) und manchmal sogar geküsst.

Wird man in einen Privathaushalt eingeladen, so sollte man immer die Schuhe ausziehen und auf ein kleines Gastgeschenk (z.B. Blumen, Süßigkeiten) nicht vergessen!

Bettler und Straßenverkäufer [Bearbeiten]

Viele Istanbuler müssen sich ihren Lebensunterhalt als "Ein-Mann-Unternehmer", ohne Kranken- und Pensionsversicherung verdienen: Schuhputzer, Strassenverkäufer für alles nur irgendwie erdenkliche (Essbares, gefälschte Markenuhren, Parfüms, schön gearbeitete Handschuhe, Hausschuhe, Babyschuhe aus Wolle - dahinter sitzt eine traditionell gekleidete Türkin und strickt eifrig - Feuerzeuge, Handnähmaschinen usw.) Schlepper für Restaurants, Geschäfte etc. Es erstaunt den Schreiber dieser Zeilen immer aufs Neue, mit welcher Selbstverständlichkeit und Würde viele dieser im Grunde armen Schlucker ihre Arbeit verrichten. So kann ein ambulanter Simit (Sesamkringel) Verkäufer die (auf türkisch) vorgebrachte Begrüßung und die Order nach einer gewissen Anzahl der so schmackhaften Bäckerei mit einem großartigen "Hoş geldiniz" (Herzlich Willkommen) beantworten. Sollten Sie mit Lederschuhen in Istanbul unterwegs sein, lassen Sie sich ihre Schuhe von einem professionellen Schuhputzer auf Hochglanz bringen! "Zehn Jahre Garantie" mag zwar übertrieben sein, aber Ihre Schuhe werden ihren Glanz noch behalten haben, wenn Sie schon wieder zu Hause sind. Vielleicht schaffen Sie ein kleines Schwätzchen (lernen Sie ein paar Worte türkisch!) mit dem Schuhputzer, vielleicht über die Familie, wieviele Kinder Sie haben, wieviele Kinder er hat! Die wenigen Euro, die das kostet, ist es allemal wert.

Schuhputzer

Kleine Kinder, alte Menschen oder Körperbehinderte, die auf der Straße einzelne Packungen Papiertaschentücher und ähnliches anbieten, traditionell gekleidete junge Türkinnen, die mit einem Säugling im Arm im Straßenstaub sitzend weinend um ein Almosen flehen, werden möglicherweise Ihr soziales Gewissen beschäftigen und Ihnen vielleicht verständlich machen, warum der Islam (mit seinem Gebot zur Mildtätigkeit den Armen gegenüber) zur Zeit so viel Zuspruch erhält.

Von Vögeln, Hunden und Katzen [Bearbeiten]

Sie sind nicht zu übersehen und zu überhören: Die Tiere, die Istanbul bevölkern. Das Geschrei der riesigen Möven, das manchmal schon an menschliche Stimmen erinnert. Die Scharen von Tauben vor der Yeni Camii, dem Haupteingang zur Universität, rund um die "Verbrannte Säule" - in andern Städten verbannt man sie, vergiftet sie - hier lässt man Taubenfutterverkäufer ihrer Arbeit nachgehen und spritzt den Taubenkot allabendlich mit viel Wasser weg.

Tauben an der Yeni Camii


Katzen (türkisch: Kedi), überall Katzen. Vor Jahren waren die Istanbuler Katzen erbärmlich mager, struppig, schmutzig, sie mussten sich von Abfällen ernähren, waren chronisch krank und erschreckend hässlich. Mittlerweile hat jede Moschee, jedes Museum, jedes Geschäft, jede Gasse ihre Katzen. Sie werden zwar nicht - oder nur ungern - ins Haus gelassen, man gestaltet ihnen jedoch Katzenhäuser aus mit Plastikfolie überzogenem Karton und füttert sie hingebungsvoll, nicht selten auch schon mit speziellem Katzenfutter und nicht nur mit Abfällen, und geht mit ihnen sogar zum Tierarzt! Nirgendwo auf der Welt werden Sie in einer Großstadt so viele stolze Katzen sehen wie in Istanbul!

Istanbuler Katzen geht es gut


Hunde (türkisch: Köpek), herrenlose Hunde. Der Hund gilt im Islam als unrein und hatte lediglich als Hirtenhund einen gewissen Stellenwert. Früher waren die Istanbuler Straßenhunde kaum zu sehen. Sie waren gewohnt, sofort mit Steinwürfen oder Fußtritten verjagt zu werden. Die schlechte Behandlung der Hunde hatte auch einen nachvollziehbaren Grund: Die Angst vor der Tollwut! Auch das hat sich geändert. Mittlerweile kümmert sich ein Tierschutzverein um die Hunde. Eine Marke im Ohr zeigt an, wann der Hund das letze Mal gegen Tollwut geimpft wurde. Die Istanbuler Hunde sind friedlich. Meist liegen sie irgendwo in der Sonne und lassen es sich gut gehen. Keine Angst, kein herrenloser Hund wird Sie beissen! Hüten Sie sich dennoch, sie zu streicheln. Möglicherweise springt ein Hundefloh auf Sie über, noch wahrscheinlicher ist aber, dass der Hund Sie als sein Herrchen oder Frauchen adoptiert und Ihnen auf Schritt und Tritt folgen wird. Sie werden es kaum übers Herz bringen, ihn oder sie in Istanbul zurücklassen zu müssen.

Istanbuler Straßenhund mit Tollwutimpfungsmarke im Ohr

Post und Telekommunikation [Bearbeiten]

In der Innenstadt gibt es noch zahlreiche öffentliche Festnetztelefone. Das Handy ist bei vielen Türken ständiger Begleiter, über den günstigsten Roamingtarif informiert Ihr nationaler Netzbetreiber. Es gibt Internetcafes. In den meisten Hotels gibt es kostenfreien Zugang zum Internet, jedoch nur selten in Restaurants und anderen öffentlichhen Plätzen. Die Roamingkosten für 1 MB liegen meist bei über 20 €/MB (!), so dass sich entweder eine türkische Prepaidkarte lohnt oder man sollte die Einstellungen seines Smartphones sehr genau kontrollieren, um keine hohen Rechnungen zu erhalten.

Die schöne Gebäude der Hauptpost (nebst einem Museum) befindet sich im Stadtteil Sirkeci, nicht weit vom Bahnhof. Briefmarken bekommt man meist auch dort, wo man Ansichtskarten kaufen kann. Oft übernimmt das Hotel die Aufgabe von Postsendungen.

Ausflüge [Bearbeiten]

Bosporusrundfahrt mit dem Schiff [Bearbeiten]

Der Bosporus ist eine wichtige und stark befahrene Schiffsroute zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmarameer bzw. dem Mittelmeer. Auf Grund unterschiedlicher Strömungen gilt er als sehr gefährlich. Eine Bosporusrundfahrt per Schiff ist in jedem Fall ein sehr empfehlenswerter Ausflug. Die - häufigen - Abfahrten erfolgen von Eminönü direkt neben der Galatabrücke aus. Um 10h35, während der Hauptsaison bis Anfang November auch um 13h35 startet der offizielle Bosporusdampfer der Istanbuler Verkehrsbetriebe. Um ca. € 12,50 kann man bis Anadolu Kavaği und zurück fahren. Der kleine Ort hat eine Festungsruine auf einer Anhöhe, von der man aus einen schönen Blick auf das Schwarze Meer hat. Steigt man an einer der Haltestellen aus, so hat man die Möglichkeit, eines der zahlreichen Fischrestaurants mit zumeist traumhaften Blick auf den Bosporus zu besuchen. Leider sind sich viele dieser Betriebe bewusst, dass ihre Gäste nur diesmal kommen und dann nie wieder. Dementsprechend sieht auch das Preis- Leistungsverhältnis aus. Die große Tour dauert etwa 6 Stunden. Während der Schifffahrt verkauft die Schiffsbesatzung Tee und kleine Imbisse (sehr empfehlenswertes Yoghurt aus dem Ort Kanlıca!) zu günstigen Preisen. Die privaten Schiffe fahren um ca. € 5,00 meist nur bis zur zweiten Bosporusbrücke ohne Halt. Wesentlich teurer wird es, wenn man ein kleines privates "Wassertaxi" mietet. Es ist zu empfehlen sich vorher entsprechend zu informieren.

Mündung des Bosporus ins Schwarze Meer

Alternativ kann man auch - eventuell nur für Teilstrecken - die öffentlichen Busse benützen.

Ausflug zu den Prinzeninseln [Bearbeiten]

Die Prinzeninseln (Kızıl Adalar) liegen etwa 20 km südöstlich von Istanbul im Marmarameer und sind bei der Istanbuler Bevölkerung ein beliebtes Ausflugsziel. Landschaftlich äußerst reizvoll bieten die neun Inseln Möglichkeiten zum Wassersport sowie zur Besichtigung der Überbleibsel zahlreicher Klöster, Kirchen etc. Der Autoverkehr ist verboten, stattdessen gibt es Pferdekutschen und Fahrräder zum Ausleihen. Zahlreiche Schiffsverbindungen gibt es sowohl vom europäischen (Eminönü) als auch vom asiatischen Teil Istanbuls aus.

Ausflug in den Belgrader Wald [Bearbeiten]

Das ausgedehnte Waldgebiet (Belgrat Ormanı) nördlich von Istanbul ist ein beliebtes Naherholungsziel und seit der Antike für die Wasserversorgung der Stadt von großer Bedeutung. Es gibt hier Stauseen, Wasserreservoire und -leitungen aus byzantinischer Zeit.

Literatur [Bearbeiten]

Als besonders informativ neben den zahlreichen Reiseführern für Istanbul sei erwähnt:

Kai Strittmatter, Gebrauchsanweisung für Istanbul, Piper Verlag, München, 2010, ISBN 978-3-492-27592-7


Weblinks [Bearbeiten]