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Radtour Córdoba-Cosquín-Traslasierra

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Die Strecke führt am Los Gigantes-Massiv vorbei

Die Radtour zwischen Córdoba und dem Valle de Traslasierra ist eine beliebte Mountainbike-Strecke in den zentral-argentinischen Sierras de Córdoba. Sie führt über den Berg Pan de Azúcar, die Festivalstadt Cosquín und das Los-Gigantes-Massiv und ist zum größten Teil geschottert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die vielseitige Strecke wird oft zum Training von Mountainbikern genutzt, insbesondere der östliche Teil zwischen Córdoba und Cosquín, wo man das ganze Jahr über auf zahlreiche Radfahrer treffen wird. Sie bietet spektakuläre Ausblicke auf tatsächlich fast menschenleere Täler und Landschaften, wenn man bedenkt, dass die Millionenstadt Córdoba nur einen Katzensprung entfernt liegt.

Der Schwierigkeitsgrad ist mittel bis hoch, es gibt zum Teil erhebliche Steigungen zu bewältigen, insbesondere der Anstieg auf den Pan de Azúcar und auf den Los Gigantes mit jeweils ca. 20 %. Dafür sind Autos relativ rar und im Westen kaum vorhanden.

Trainierte Radfahrer schaffen die 180 km lange Strecke an einem Tag, was aber wegen zwei Passhöhen sehr anstrengend sein kann und nur dann zu empfehlen ist, wenn das Sportliche im Vordergrund steht oder man nach San Juan weiterfahren will. Wer weniger konditionsstark ist oder einfach nur die Tour mit Pausen genießen will, ist gut beraten, in Cosquín oder noch besser Tanti eine Nacht Pause einzulegen.

Vorbereitung[Bearbeiten]

Ein gefedertes Mountainbike oder zumindest ein Trekkingrad ist sehr zu empfehlen, da die Straße sehr holprig ist. Auch sollte man Werkzeug mitführen, da auf weiten Teilen keine Werkstätten zu erwarten sind.

Anreise[Bearbeiten]

Córdoba ist per Flugzeug, Bus und Eisenbahn zu erreichen.

Los geht's[Bearbeiten]

Córdoba - Villa Allende (16 km)[Bearbeiten]

Die erste Etappe der Strecke ist fast vollständig flach.

Von Córdoba aus nimmt man am besten die Avenida Monseñor Pablo Cabrera nach Nordwesten in Richtung Río Ceballos. Hinter der Umgehungsautobahn Avenida de Circunvalación führt ein Radweg parallel zur Straße, der die Strecke bis zum Flughafen begleitet. Am Flughafen biegt man am Kreisverkehr auf die Avenida Padre Luchesse in Richtung Villa Allende ab. Hier gibt es zwar keinen Radweg mehr, aber der Autoverkehr nimmt deutlich ab, auch weil von Autofahrern Maut verlangt wird.

Nach etwa 10 Kilometern erreicht man Villa Allende, einen wohlhabenden Vorort von Córdoba, wo die Tour dann so richtig losgeht.

Alternativ, insbesondere vom Nordwesten von Córdoba aus, kann man auch die Avenida Rafael Nuñez / Donato Álvarez nehmen. Diese ist allerdings sehr stark befahren, dafür ein paar hundert Meter kürzer. Eine weitere interessante Variante ist die allerdings deutlich längere Fahrt über La Calera, die eine reizvolle Steinbruchlandschaft durchquert - auch dort hat man teilweise einen Radweg parallel zur Straße.

Villa Allende - Cosquín (29 km)[Bearbeiten]

In Villa Allende muss man auf der Avenida Goycochea sich Richtung Cosquín orientieren. Man fährt durch das Viertel Las Polinesias und dann noch etwa 5 Kilometer auf fast flacher Strecke bis zu einem Bach, wo der Asphalt endet. Ab dann geht es bergauf.

Auf dem Weg zum Pan de Azúcar, mit 1.200 m Höhe der höchste Berg in der unmittelbaren Umgebung von Córdoba, kommt man an zahlreichen Rast- und Badeplätzen vorbei, man kann die Tour also auch ruhig und entspannt angehen. Der Anstieg ist zum Teil recht steil, insbesondere auf den letzten 3 Kilometern vor dem Berg. Dafür lockt oben eine Fahrt mit dem Sessellift auf den Gipfel, von dem aus man eine grandiose Aussicht sowohl in Richtung Córdoba als auch in Richtung Punilla-Tal hat, oder ein kühles Bier in einer kleinen Bar an der Talstation.

Nach Cosquín geht es dann nur noch bergab. Wer dort übernachten will, findet gleich am Ortseingang einige Campingplätze, ansonsten Hotels im Zentrum.

Cosquín - Tanti (26 km)[Bearbeiten]

Zwischen Cosquín und Tanti hat man zwei Alternativen. Die bekanntere empfiehlt sich außerhalb der Saison, da sie in der Ferienzeit stark befahren ist. Sie führt die RN 38 entlang bis zum Ortseingang von Villa Carlos Paz - dem man natürlich auch einen Besuch abstatten kann - und dann über die RP 25 nach Tanti.

Die zweite Alternative zweigt noch in Cosquín nach Westen ab und ist landschaftlich und kulturell interessanter, dafür kurviger und steiler. Man muss die Straße Mallín suchen und diese nach Westen verfolgen. Im winzigen Ort Mallín befindet sich eine alte Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, in unmittelbarer Umgebung auch eine Höhle.

Tanti selbst (ca. 10.000 Einwohner) ist ein Wochenend- und Ferienort, der einige gute Badestellen aufweist, ansonsten aber eher uninteressant ist. Wer in Cosquín noch nicht übernachtet hat oder die Tour langsam angeht, kann das auch hier tun - es gibt zahlreiche Campingplätze und Hotels aller Kategorien. Auch muss man bedenken, dass die nächste Etappe mehr als 80 km lang ist und über eine 2000 m hohe Passhöhe führt.

Tanti - Los Gigantes - Salsacate (87 km)[Bearbeiten]

Hinter Tanti beginnt die abenteuerlichste Passage der Strecke, die man nur mit entsprechendem Werkzeug und am besten in Begleitung angehen sollte. Sie führt auf der RP 28 zunächst relativ flach parallel zu einem Bach, windet sich aber ab El Durazno (ca. 5 km hinter Tanti) schnell in die Sierra Grande hoch, wo es dann wieder relativ flach auf einem Hochplateau, einer sogenannten Pampa, einem kargen felsigen Grasland, (nicht zu verwechseln mit der Tiefland-Pampa!) weitergeht. Bis zum höchsten Punkt sind es 37 Kilometer. Der Aussichtspunkt El Mirador liegt auf 2.040 m Höhe und damit nur knapp 300 Meter unterhalb des Gipfels des Bergmassivs, der Los Gigantes heißt. Ein winziger Ort liegt 9 Kilometer vor dem höchsten Punkt, bietet aber keinerlei Unterkunftsmöglichkeiten.

Hinter El Mirador geht es tendenziell wieder bergab. Während der Abfahrt hat man atemberaubende Ausblicke auf das Traslasierra-Tal.

Salsacate, der Endpunkt dieser Route, hat etwa 3.000 Einwohner und einen Fluss, der sich zum Baden eignet. Hier kann man auf Campingplätzen oder in Hotels übernachten.

Sicherheit[Bearbeiten]

Auf der Strecke zwischen Córdoba und Cosquín kommt es zuweilen zu Diebstählen und Überfällen. Leider haben auch die Rad-Diebe erkannt, dass auf der Strecke viel (also hochwertige Bikes) zu holen ist. Es ist besonders an Wochentagen empfehlenswert, sich in Villa Allende (bzw. auf dem Rückweg in Cosquín) einer Gruppe anzuschließen. An Wochenenden und in der Ferienzeit ist meist viel los und die Gefahr ist dann deutlich geringer.

Ausflüge[Bearbeiten]

Von Salsacate kann man sehr einfach folgende Orte erreichen:

  • Villa de Soto und Cruz del Eje (80 km) Richtung Norden auf einer guten, recht flachen und nicht allzu stark befahrenen Straße (RP 15). Zum Übernachten eignet sich dort die Hippie-Kolonie San Marcos Sierras. Man kann von dieser Gegend aus auch wieder einfach über die RN 38 nach Cosquín und Córdoba zurückfahren.
  • Mina Clavero, Nono und Merlo im Süden, ebenfalls über die RP 15. Hier kommt man am sehenswerten Stausee Dique Ing. Medina Allende vorbei, der malerisch in die Berge eingebettet liegt. In allen Orten gibt es gute Campingmöglichkeiten sowie Hotels und Herbergen.
  • San Juan kann man über die alte Fernstraße, die jetzt zur "Provinzstraße" RP 20 degradiert wurde, über den kleinen Ort Las Palmas erreichen. Kaum Verkehr - aber auch kaum Menschen, die zur Hilfe kommen könnten, wenn etwas passiert, also in Begleitung zu empfehlen.

Literatur[Bearbeiten]

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