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Coast to Coast Walk

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Verlauf des Coast to Coast in Nordengland

Der Coast to Coast Walk (eigentlich: A Coast to Coast Walk, kurz Coast to Coast oder buchstabiert C2C) ist ein Fernwanderweg, der den Norden Englands von der Westküste (Irische See) bis zur Ostküste (Nordsee) durchquert. Die etwa 300 km lange Route führt durch abwechslungsreiche Landschaft und durch drei Nationalparks.

Die Strecke spiegelt die landschaftliche Vielfalt Nordenglands wider und übt auf Wanderer – neben einheimischen vorwiegend solchen aus dem englischsprachigen Ausland – eine starke Anziehung aus. Der Weg ist zwar keinesfalls überlaufen, aber man wird unterwegs häufig andere Coasties treffen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Streckenführung wurde von Alfred Wainwright ausgearbeitet, der 1974 ein Buch mit einer Beschreibung der Strecke veröffentlichte. Er selbst betrachtet die Route nur als eine unter vielen Möglichkeiten, bestehende Wege bzw. Wegerechte zu einem Gesamtweg zu verknüpfen, und ermuntert den Leser dazu, sich eigene Alternativen zu suchen.

2004 wählte das Magazin „Country Walking“ den Coast to Coast Walk auf Platz 2 der 50 besten Wanderwege der Welt.

Vorbereitung[Bearbeiten]

Charakter der Strecke[Bearbeiten]

Der Coast to Coast Walk ist kein „offizieller“ Wanderweg und besitzt auch keine speziellen Wegmarkierungen oder Wanderzeichen, nur vereinzelt sind Wegweiser zu finden. Er kann daher nur mit Hilfe von Kartenmaterial bzw. Streckenbeschreibungen erwandert werden. Die Idee bestand darin, vorhandene Wege zu nutzen, ohne eigens welche anzulegen (wobei mit wachsender Beliebtheit des Weges einige Teilstrecken nachträglich angelegt oder zumindest ausgebaut wurden).

Obwohl die Tour sich größtenteils durch Mittelgebirge und Kulturland bewegt, gilt sie aufgrund ihrer Länge und des häufig wechselnden Geländes als anspruchsvolle Wanderung – Pausentage sollten eingeplant werden. Meist geht es durch hügeliges Gelände auf zumindest festgetretenen/-fahrenen oder geschotterten Wegen abseits der Zivilisation, öffentliche Straßen werden nach Möglichkeit gemieden. Im Lake District sind auch zwei oder drei kurze felsige Abschnitte zu bewältigen, die aber kein wirkliches Klettern erfordern, nur etwas Aufmerksamkeit.

Wainwright beziffert die Weglänge mit 190 Meilen, das sind 305,7 km. Ein GPX-Track der Hauptroute weist 291 km Länge aus; dabei sind allerdings noch keine Steigungen und Gefälle berücksichtigt, die die Strecke gegenüber der „ebenen“ Kartenmessung verlängern. An einigen Stellen schlägt Wainwright selbst Alternativrouten vor, die zusätzliche Meilen und/oder Anstrengung bedeuten.

Verpflegung[Bearbeiten]

Da der Weg größere Siedlungen bewusst vermeidet, bestehen unterwegs nicht überall Einkaufsmöglichkeiten, mitunter nicht einmal am Etappenziel. Kleine Shops in Dörfern können von einem Jahr aufs andere verschwinden, daher vorher erkundigen, ob man abends einkaufen kann (beispielsweise entgegenkommende Wanderer fragen).

Ausrüstung[Bearbeiten]

Fast überall sind zumindest Fußpfade vorhanden, nur wenige kurze Abschnitte führen tatsächlich durch raues Gelände. Einige Strecken (wenn auch so wenig wie möglich) verlaufen andererseits auf asphaltierten Straßen, hier sollte das Schuhwerk nicht zu hart sein, um Füße und Gelenke zu schonen. Richtige Bergstiefel sind nicht erforderlich, leichte Wanderstiefel jedoch sehr zu empfehlen. Wo unbefestigte Wege über Viehweiden laufen, ist auch mit schlammigen Stellen zu rechnen, deshalb sollte das Schuhwerk dicht sein.

Das auch im Sommer meist wechselhafte Wetter in Nordengland erfordert generell regenfeste Kleidung (auch eine Überhose, damit die Schuhe nicht von innen nass werden). Andererseits ist auch Sonnenschutz nötig (Kopfbedeckung), da man an sonnigen Tagen im meist offenen Gelände der Sonne den ganzen Tag über voll ausgesetzt ist.

In Gewässernähe werden abends winzige Stechmücken (Gnitzen, „midges“) sehr lästig, dagegen hilft ein gutes Insektenspray.

Ansonsten ist keine spezielle Ausrüstung erforderlich.

Kartenmaterial[Bearbeiten]

Da der Weg unmarkiert ist, enthalten alle Wanderführer (siehe unter Literatur) lückenlose Kartendarstellungen der Route. Ergänzend gibt der britische Vermessungsdienst Ordnance Survey seit 2015 ein Taschenbuch mit offiziellen Karten zum Coast to Coast heraus.

Digitales Material: Ein GPX-Track der Route (mit Alternativen) ist von dieser Seite downloadbar und kann anschließend in elektronischen Navigationssystemen angezeigt werden. In OpenStreetMap ist der Weg als Relation #12145 angelegt und mit seiner Umgebung ausreichend detailliert kartiert, um ihn allein danach wandern zu können.

Gepäcktransport[Bearbeiten]

Kommerzielle Dienste (beispielsweise Sherpa Van oder Packhorse Service) bieten gegen Entgelt einen Gepäcktransport zwischen den offiziellen Etappen-Endpunkten an, so dass nur der jeweilige Tagesbedarf getragen werden muss. In Grenzen können Wanderer auch selbst in den Fahrzeugen mitfahren.

An- und Abreise[Bearbeiten]

  • St Bees, der westliche Endpunkt, hat einen Bahnhof an einer kleinen Bahnstrecke, die zwischen Carlisle und Barrow-in-Furness an der Küste verläuft.
  • Robin Hood’s Bay, der östliche Endpunkt, ist per Linienbus mit den Städten Whitby (nördlich) und Scarborough (südlich) verbunden. Von Scarborough besteht Bahnverbindung nach York. Whitby hat Bahnanschluss nach Middlesbrough, Darlington und Newcastle (diese Strecke verläuft über Grosmont und Glaisdale und folgt damit zum Teil der letzten Etappe der Wanderung).

Die britischen Eisenbahnen bieten Rabattpässe an, die sich durchaus mit einer Anfahrt etwa von einem Londoner Flughafen schon bezahlt machen können, vor allem dann, wenn man nicht allein reist.

Unterkunft[Bearbeiten]

Neben Gasthäusern, privaten Herbergen und Jugendherbergen werden entlang der Strecke zahlreiche Unterkünfte bei Privatpersonen (Bed & Breakfast, kurz B&B) sowie Zeltmöglichkeiten auf offiziellen Campingplätzen oder Wiesen/Farmen angeboten. Generell nimmt auf dem Coast to Coast die Dichte an Unterkünften nach Osten hin ab, erst der östliche Endpunkt selbst, Robin Hood’s Bay, ist damit wieder gut versorgt.

Eine schöne Tradition ist der Begrüßungstee: Bei Privatunterkünften wird man oftmals sofort ins Wohnzimmer zum Tee und Smalltalk gebeten. In Herbergen steht meist ein Körbchen mit Teebeuteln und Teegeschirr bereit, wo man sich gratis bedienen kann.

Zeltplätze
Manche englischen Campingplätze akzeptieren keine Zelte, daher vorher erkundigen. Standards von einfach bis komfortabel, ähnlich wie in Deutschland. Oftmals kann man auch an Farmen oder Jugendherbergen zelten. Zelten an einer Jugendherberge ermöglicht ohne Aufpreis die Nutzung der gesamten Einrichtung. Zeltmöglichkeiten an Farmen sind meist mit sehr einfachen Standards verbunden, die sanitären Anlagen können sich dann auf einen ungeheizten Schuppen beschränken. Kosten etwa £3 bis £5 pro Person. Auf Campingplätzen lassen sich gelegentlich auch feststehende Caravans für einzelne Nächte mieten, was bei nasser Witterung deutlich angenehmer ist als Übernachtung im Zelt.
Camping Barns
Zu Mehrbett-Schlafräumen umgebaute landwirtschaftliche Nutzgebäude, die einfacheren Jugendherbergsstandard erreichen können. Interessante Quartiere für nicht anspruchsvolle Wanderer. Kosten etwa £4 bis £8 pro Person.
Jugendherbergen
Die Nutzung von Jugendherbergen der englischen Youth Hostel Association (YHA) erfordert die Mitgliedschaft in einem Jugendherbergswerk, der deutsche DJH-Ausweis wird selbstverständlich anerkannt. Bettwäsche wird gestellt, muss also nicht mitgebracht werden. Englische Jugendherbergen bieten fast immer einen überheizten Trockenraum für nasse Kleidung (dry room) sowie eine Selbstversorgerküche (self-catering kitchen oder members’ kitchen). Kosten etwa £15 bis £20 pro Person, Frühstück kostet extra. Meist wird auch vegetarisches Essen angeboten.
Private Herbergen
Oftmals ehemalige Jugendherbergen, die von einem privaten Träger übernommen wurden. Preise liegen meist etwas oberhalb von Jugendherbergen.
Gasthäuser
Viele Gasthäuser, auch in Städten, bieten Zimmer an, deren Preise etwa auf dem Niveau von Bed & Breakfast liegen.
Bed & Breakfast
Eine ur-englische Art der Übernachtung ist das Privatqartier: Man bekommt ein eigenes Zimmer und frühstückt morgens gemeinsam mit den Gastgebern. Kosten ab ca. £30 pro Nacht; es kann allerdings (vor allem im touristisch ausgerichteten Lake District) auch durchaus £50 und mehr kosten. Privatleute, die Unterkunft anbieten, sind meist ausgesprochen gastfreundlich und freuen sich besonders über Besucher aus dem Ausland. Der Autor hat schon bei sechsköpfigen Familien übernachtet, deren Kinder ihm fröhlich ihr Zimmer überließen und selbst im Notbett unter der Treppe schliefen.

Übernachtungen organisieren[Bearbeiten]

Im Sommer empfiehlt sich eine telefonische Vorausbuchung vor allem im Lake District. Ein auch online einsehbarer Accommodation Guide listet viele Unterkünfte mit allen nötigen Daten auf.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, findet im Accommodation Guide alles Nötige, um schon Wochen im Voraus Unterkunft zu buchen. Allerdings schränkt das die Flexibilität der Einteilung auf der Wanderung ein. Bei Privatquartieren kann bei Vorausbuchung eine Anzahlung (deposit) in Höhe von etwa £5 erwartet werden, die bei der Übernachtung verrechnet wird.

St Bees Head (Nordseite)
Blick über Ennerdale Water nach Osten
Striding Edge im Lake District, rechts hinten St Sunday Crag
Kidsty Pike
Nine Standards Rigg
Keld am Kamm der Pennines, Wegmitte
Erzmühle zwischen Keld und Reeth
Swaledale
Richmond
Vale of Mowbray
Cleveland Hills
Robin Hood’s Bay

Strecke[Bearbeiten]

siehe auch Coast_To_Coast_Walk/Gpx

Wainwright teilt die Strecke in 12 Tagesetappen unterschiedlicher Länge ein, wobei einige Etappen länger als 30 km sind und nochmals unterteilt werden können. Üblicherweise wird der Weg von West nach Ost gewandert, mit dem Wetter im Rücken; die umgekehrte Richtung hat allerdings den Vorteil, dass die alpine Landschaft des Lake District als Höhepunkt am Schluss kommt.

Die meisten Etappen bieten unterwegs nur wenig oder gar keine Möglichkeiten einer Stärkung, daher muss jeweils eine Tagesration an Verpflegung und Wasser mitgeführt werden.

Streckenlängen nach Kartenmessung angegeben, Wainwright macht teils abweichende Angaben.

St Bees – Ennerdale Bridge (23 km)[Bearbeiten]

Der Weg führt zunächst um den Landvorsprung St Bees Head herum und wendet sich dann ostwärts, quert einige Dörfer und Farmen, übersteigt in direkter Route den Hügel Dent (dessen Osthang das steilste Wegstück der gesamten Tour darstellt, aber auch auf Schotterwegen umlaufen werden kann) und folgt dann einem felsigen Bachtal bis auf eine Passhöhe, wo eine kleine Fahrstraße nach Ennerdale Bridge erreicht wird.

Unterwegs ist Stärkung in Moor Row möglich.

Übernachtung: B&B privat oder in einem der beiden Pubs. Das „Fox and Hounds“ bietet auch Zelten an.
Einkaufen: Seit Ende 2016 gibt es wieder einen kleinen Laden am Westende des Dorfes.

Ennerdale Bridge – Rosthwaite, Borrowdale (24 km)[Bearbeiten]

Der Weg passiert den Stausee Ennerdale Water an dessen Südufer mit einer kurzen felsigen Stelle bei Angler’s Crag und folgt dann einem geschotterten Waldweg talaufwärts bis Black Sail Hut, der kleinsten Jugendherberge Englands. Die zweite Hälfte ist bedeutend anstrengender: Ein steiler Bergeinschnitt führt hinter Black Sail Hut auf eine Bergschulter, die dann zum Honister Pass hin abfällt, von wo der Weg einer alten und jetzt unbefahrenen Straße ins Borrowdale folgt.

Übernachtung: Campingplatz oder in der Jugendherberge Borrowdale (Langthwaite), dort auch Zelten möglich; Hotels und B&B in Rosthwaite.
Einkaufen: Ein Postladen in Rosthwaite, an der Jugendherberge ist ein kleiner Shop für Gäste.

Rosthwaite – Patterdale (23 km)[Bearbeiten]

Diese Etappe übersteigt gleich zwei Gebirgskämme, kann jedoch in der Mitte in Grasmere geteilt werden (dort reichlich Einkaufsmöglichkeiten und Unterkunft, allerdings kein Campingplatz). Erster Anstieg über Lining Crag auf Greenup Edge, dann über eine moorige Strecke ins Easedale und hinunter nach Grasmere. Von da erneuter Aufstieg nordwärts zum Grisedale Tarn, dann bieten sich zur Regelstrecke zwei Alternativen über die Berge Helvellyn beziehungsweise St Sunday Crag an, die dann jeweils die höchsten Punkte der Gesamtstrecke und vorzügliche Aussichtspunkte darstellen. Der Abstieg vom Helvellyn über Striding Edge erfordert leichtes Felsklettern, der direkte Weg sowie der Weg über St Sunday Crag sind „nur“ strammes Bergwandern.

Unterkunft: Einige Hotels, eine Jugendherberge und ein Campingplatz an der Side Farm (dieser hat auf Nachfrage immer Platz für „Coasties“, obwohl meist dransteht, dass er ausgebucht ist).
Einkaufen: Dorfladen in Patterdale.

Patterdale – Shap (25 km)[Bearbeiten]

Dieser Abschnitt gilt vielen Wanderern als der anstrengendste der gesamten Wanderung, da die alpine erste Hälfte bereits viel Kraft kostet, danach jedoch noch eine lange Strecke folgt. Der Weg führt an einem Hang schräg aufwärts und erreicht den Bergsee Angle Tarn mit Aussicht nach Westen. Von da geht es über teils felsige und unwegsame Strecken bis Kidsty Pike, den höchsten Punkt der Regelstrecke, dann steil hinunter zum Haweswater Reservoir und 5 km weit auf steinigen Wegen an dessen Westufer entlang. Am Staudamm endet die alpine Landschaft, es geht nun relativ leicht über Viehweiden und kleine Straßen bis zum Städtchen Shap. Kurz vorher, bei Shap Abbey, verlässt der Weg den Lake District National Park.

Übernachtung: In Burnbanks am Staudamm des Haweswater gibt es eine kleine private Zeltmöglichkeit auf Privatgrundstück (Aragon Camping). In Shap B&B oder Hotel. Auch Zelten möglich.
Einkaufen: Supermarkt und kleine Läden in Gute Einkaufsmöglichkeiten in Shap.Shap.

Shap – Kirkby Stephen (31 km)[Bearbeiten]

Die Strecke ist relativ lang und führt über hügeliges Kalksteingelände, davon etwa die Hälfte über unbefestigte Wege. Gekreuzt werden die Bahnlinien Kendal–Carlisle (direkt bei Shap) und Settle–Carlisle (kurz vor Kirkby Stephen) sowie die Autobahn M6 zwei Kilometer hinter Shap auf einer Fußgängerbrücke. Kurz darauf wird der am 1. August 2016 erweiterte Yorkshire Dales National Park betreten. Rastmöglichkeit bieten mehrere Farmen am Weg sowie das Dorf Orton 1 km südlich der Route etwa in der Mitte. Kirkby Stephen ist ein kleines Städtchen (knapp 2000 Einwohner) mit Bahnhof an der Linie Settle–Carlisle etwas außerhalb südlich und etlichen Einkaufs- (auch Outdoor-Ausrüstung) und Einkehrmöglichkeiten. Gut für einen Pausentag geeignet.

Übernachtung: Zeltplatz, Jugendherberge, Gasthäuser, B&B. Unterwegs wird an einzelnen Farmen B&B oder Zelten angeboten. Nach zwei Dritteln der Strecke gibt es eine Camping Barn.
Einkaufen: in Kirkby Stephen reichlich, auch Fachgeschäfte und Apotheke.

Kirkby Stephen – Keld (19 km)[Bearbeiten]

Der Weg erklimmt nun das Mittelgebirge der Pennines. Er führt auf Fahrwegen an einem großen Steinbruch (Hartley Quarry) entlang, dann auf das Nine Standards Rigg mit guter Aussicht nach Westen bis Norden. Ab hier wird wegen starker Bodenerosion die Strecke jahreszeitlich geändert und ist farbig markiert. Vom Nine Standards Rigg geht es auf unbefestigtem Weg durch Hochmoor (nasse Abschnitte!) in ein kleines Flusstal zur Farm Ravenseat, wo Pause bei hausgebackenem Kuchen möglich ist. Von da noch eine gute Stunde relativ leichtes Gehen bis nach Keld. Das Dörfchen, eher ein Weiler, gilt als Wegmitte.

Übernachtung: 2 Zeltplätze, private Herberge Keld Lodge, B&B.
Einkaufen: Höchstens private Angebote an der Unterkunft. Nächster Einkaufsladen in Muker (6 km talabwärts).

Keld – Reeth (17 km)[Bearbeiten]

Zunächst wird bei der Überquerung des Swale direkt unterhalb von Keld der Pennine Way gekreuzt, Englands ältester und längster Fernwanderweg. Dann bieten sich zwei alternative Routen an: Wainwright folgt einer Höhenroute durch ehemalige Tagebauflächen für Bleierz, eine eindrucksvoll verwüstete Landschaft mit zahlreichen Ruinen der ehemaligen Erzindustrie. Diese Strecke ist nur bei trockenem Wetter zu empfehlen; keine Einkehr- oder Einkaufsmöglichkeit unterwegs. Ein alternativer Weg folgt dem Tal des Flusses Swale nach Reeth; dieser ist naturgemäß weniger anstrengend und durchläuft einige Dörfer mit Läden und Pubs. In Reeth ist ein Pausentag gut möglich.

Übernachtung: Reichlich Privat- und Hotelquartier, freundlicher Campingplatz am Südende von Reeth. Wenige Kilometer weiter liegt die Jugendherberge Grinton Lodge.
Einkaufen: in Reeth ein Bäcker, ein Postamt, mehrere Läden und einige Fachgeschäfte, darunter auch eines für Wanderbedarf.

Ein kleiner Linienbus fährt zwei Mal täglich von Richmond über Reeth nach Keld und zurück.

Reeth – Richmond (16 km)[Bearbeiten]

Relativ kurze und auch geländemäßig leichte Tour aus dem unteren Swaledale heraus durch kleine, ruhige Dörfer und stille Farmen. Richmond ist mit etwa 9000 Einwohnern die bei weitem größte Stadt auf der gesamten Strecke und bietet alles, was für einen Pausentag benötigt wird. Die folgende sehr lange Etappe lässt sich jedoch abkürzen, indem noch ein paar Meilen nach Brompton-on-Swale oder Bolton-on-Swale weitergewandert wird. Bei Richmond enden die Pennines, kurz davor verlässt der Weg auch den Yorkshire-Dales-Nationalpark.

Übernachtung/Einkaufen: In Richmond alles, was das Herz begehrt. An der Straße nach Brompton-on-Swale liegt ein Campingplatz. In Brompton ist eine Camping Barn und ein Dorfladen.

Richmond – Ingleby Cross (36 km)[Bearbeiten]

Die längste und uninteressanteste Etappe (die als einzige keinen Nationalpark berührt) weist keine nennenswerten Höhenunterschiede auf, da sie ausschließlich durch flaches Kulturland verläuft, das Vale of Mowbray. Anstrengend ist sie wegen ihrer Länge und der hier unvermeidlichen teils kilometerlangen Abschnitte über (verkehrsarme) asphaltierte Straßen, die Füße und Knie beanspruchen.

Bei Brompton-on-Swale wird die Fernstraße A1 gequert (2017 ist die Regelstrecke noch wegen Ausbauarbeiten umgeleitet). Die Kirche in Bolton-on-Swale, direkt am Weg gelegen, bietet gekühlte Getränke sowie ein Denkmal für Henry Jenkins, der nach eigenen Angaben ein Alter von 169 Jahren erreichte. In der Mitte der Etappe liegt das Dorf Danby Wiske mit dem White Swan Inn, wo auch gezeltet oder ein Zimmer belegt werden kann. Kurz hinter Danby Wiske wird die Schnellbahnlinie London–Edinburgh per Straßenbrücke überquert. Direkt vor dem Ziel ist die vierspurige A19 an einer Tankstelle zu queren – direkt auf der Fahrbahn (eine Petition zum Bau einer Brücke wurde 2016 ergebnislos geschlossen[1]).

Übernachtung: B&B privat oder das Gasthaus Blue Bell Inn, auf dessen Wiese auch gezeltet werden kann. Etwas südöstlich in Osmotherley liegen ein sehr gut ausgestatteter Campingplatz und daneben eine Jugendherberge.
Einkaufen: an der Tankstelle der A19.

Ingleby Cross – Clay Bank Top (19 km)[Bearbeiten]

Das letzte Gebirge beginnt. Mit mehreren kräftezehrenden Anstiegen verläuft der Weg größtenteils gemeinsam mit dem markierten und befestigten Cleveland Way abseits jeglicher Zivilisation über Moor- und Heideland am steil abfallenden Nordrand der Cleveland Hills, dem nordwestlichen Höhenzug der North York Moors, und bietet weite Ausblicke nach Norden über Middlesbrough bis nach Durham hinein. Am letzten Anstieg auf Hasty Banks stehen die Wainstones, eine Ansammlung großer schwärzlicher Felsblöcke.

Übernachtung: Clay Bank Top ist eine unbesiedelte Passhöhe. B&B-Übernachtung ist im großen Dorf Great Broughton (nördlich, in der Ebene, hier auch ein Campingplatz) oder den Weilern Urra oder Chop Gate (südlich) verfügbar. Die meisten Unterkünfte bieten bei Voranmeldung Autotransfer von und nach Clay Bank Top für wenig Geld an – empfehlenswert, denn die Straße ist keine schöne Wanderstrecke. Kräftige Wanderer können alternativ noch die relativ einfachen 14,5 km weiter nach Blakey Ridge laufen, dort im Lion Inn übernachten (Zimmer oder Zeltmöglichkeit) und so die beiden letzten Etappen deutlich kürzen.
Einkaufen: In Great Broughton. Unterwegs nein.

Clay Bank Top – Glaisdale (28 km)[Bearbeiten]

Nach einem kurzen Anstieg und einigen Kilometern über das Hochland erreicht der Weg den Unterbau einer ehemaligen, jetzt abgebauten Bahnstrecke, wo das Wandern sehr leicht fällt. Es geht in weiten Kurven fast ohne Höhenunterschiede bis auf den Höhenzug Blakey Ridge, wo das vielbesuchte Lion Inn zu einer Rast einlädt. Etwas weiter kann man mit einem kleinen Umweg an einer Straßenkreuzung das Flurkreuz Young Ralph besuchen, das Wahrzeichen des Nationalparks. Von dort folgt der Weg dem oberen Ende einiger weiterer Täler und schließlich einer langen Geländezunge hinab nach Glaisdale. Wer auf Blakey Ridge übernachtet hat, hat in Glaisdale erst 14 km hinter sich und kann noch bis Grosmont weitergehen.

Übernachtung: B&B, aber nur wenige Möglichkeiten.
Einkaufen: In Glaisdale.

Glaisdale – Robin Hood’s Bay (30 km)[Bearbeiten]

Der letzte Abschnitt ist sehr abwechslungsreich und auch infolge seiner Länge durchaus anstrengend. Der Weg verläuft zunächst durch das romantische Tal des Flusses Esk bis zum Dorf Grosmont (von wo teilweise dampfgetriebene Züge durch die North York Moors bis Pickering fahren, der nächstsüdliche Bahnhof Goathland ist häufig Filmkulisse), durchquert dann abwechselnd heidebewachsene Anhöhen sowie waldige Täler mit einigen Rastmöglichkeiten und erreicht schließlich an einem Campingplatz nördlich von Robin Hood’s Bay die Steilküste der Nordsee, der er – nun wieder gemeinsam mit dem Cleveland Way – noch einige Kilometer nach Süden bis zum Ziel folgt.

Übernachtung/Einkaufen: Robin Hood’s Bay ist stark touristisch ausgerichtet (bei Ebbe gibt es sogar Sandstrand) und bietet zahlreiche Quartiermöglichkeiten, die aber auch entsprechend ausgebucht sein können. Kleine Hotels und Gasthäuser, zahlreiche B&B-Privatquartiere, Zeltplätze etwas außerhalb. Einkaufsläden und Fachgeschäfte. Jugendherberge Boggle Hole etwa 1 km südlich.

Aussichtspunkte[Bearbeiten]

  • Dent (353 m)
  • Lining Crag (550 m)
  • Helvellyn (949 m) / St Sunday Crag (841 m)
  • Angle Tarn (480 m)
  • Kidsty Pike (780 m)
  • Nine Standards Rigg (662 m)
  • Cleveland Hills (420 m)
  • Blakey Ridge (400 m)

Nationalparks[Bearbeiten]

  • Lake District National Park (von Ennerdale Bridge bis Shap)
  • Yorkshire Dales National Park (von Shap bis Richmond)
  • North York Moors National Park (von Ingleby Cross bis Robin Hood’s Bay)

Literatur[Bearbeiten]

Wanderführer[Bearbeiten]

  • Alfred Wainwright: A Coast to Coast Walk. A Pictorial Guide, Michael Joseph London 1974, ISBN 0-7181-4072-9, englisch. Das ursprüngliche Werk. Möglicherweise in einigen Details überholt, da die Streckenführung geändert wurde, aber aufgrund der humorvollen Texte unbedingt zu empfehlen, schon seine handgezeichneten praxisorientierten Karten und Aussichtspanoramen sind sehenswert.
  • Henry Stedman: Coast to Coast Path. 5. Aufl. 2012 aus der Trailblazer-Reihe, ISBN 978-1-905864-47-8, 258 Seiten, englisch. Genaue und sehr ausführliche Wegbeschreibung mit praktischen Zusatzinformationen, listet auch Unterkünfte auf. Gilt als Standardwerk, die handgezeichneten Karten sind teilweise etwas provisorisch.
  • Martin Wainwright: The Coast to Coast Walk. Aurum Press Verlag, ISBN 978-1-845-13222-4, englisch. Nicht mit Alfred Wainwright verwandt. Weg ausführlich beschrieben und auf offizieller Ordnance-Survey-Kartengrundlage dargestellt.
  • Ordnance Survey: Map of Coast to Coast Walk. A-Z Adventure Atlas. Offizielles, detailliertes Kartenmaterial im Maßstab 1:25.000 mit markiertem Streckenverlauf auf 72 Seiten.

Beschreibungen[Bearbeiten]

  • Erik Lorenz: Durch das Herz Englands. Schritt für Schritt von Küste zu Küste. Wiesenburg Verlag 2014, ISBN 3956321049. Ausführlicher Erfahrungsbericht mit Farbfotos, 372 Seiten.
  • Olivia Portmann: Getting closer. My Way from Coast to Coast. Brunner Verlag Kriens 2011, ISBN 978-3-03727-039-4. Englisch und deutsch.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. https://petition.parliament.uk/petitions/105379, abgerufen am 17. August 2016
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