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Bardiya-Nationalpark

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Der Bardiya-Nationalpark ist ein Nationalpark in Nepal.

Landschaft im Bardia Nationalpark (Nepal)

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage
Lagekarte von Nepal
Bardiya-Nationalpark
Bardiya-Nationalpark

Der Bardia-Nationalpark liegt im westlichen Terai und wurde 1988 als "Royal Bardia National Park" gegründet. Der Nationalpark ist mit einer Fläche von 968 km² das größte Gebiet unberührter Natur, das im Terai erhalten geblieben ist.

Wer dem Trubel des Chitwan Nationalparks entgehen möchte ist im Bardia Nationalpark richtig. Die Chance Tiger und Panzernashörner zu sehen ist recht hoch. Außerdem lebt im Gebiet des Nationalparks eine freilebende Elefantenherde und mit etwas Glück kann man in den Flüßen Gangesdelfine beobachten. In kauf nehmen muss man die wesentlich anstrengendere Anreise. Unterkünfte gibt es in dem kleinen Ort Thakurdwara, die durchweg gut sind. Hier befindet sich auch die Parkverwaltung und der derzeit einzige Zugang zum Nationalpark. Die üblichen Aktivitäten wie Elefantenreiten, Jeepsafari oder Einbaumfahrten werden angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis Mitte des 20. Jahrhundert war das Gebiet ein beliebtes Jagdrevier der Herrscherfamilie. Gerne wurden Staatsgäste zur Nashorn- oder Tigerjagd eingeladen. Dies ging soweit, dass die Bestände in den 1960er und 1970er Jahren nahezu ausgerottet waren. Erst in den 1970er Jahren wurden Pläne für einen Nationalpark gebildet. Im Jahr 1988 wurde der "Royal Bardia National Park" gegründet.

Nach anfänglich guten Erfolgen, insbesondere bei den Nashörnern und Tigern, kam es Anfang der 2000er Jahre zu einem Rückschlag. Die Wirren des Bürgerkrieges, in den Jahren 2001 bis 2006, erlaubten es den Wilderern die Bestände erheblich zu dezimieren. Auch die angrenzenden Einwohner waren sicherlich daran beteiligt. Wie bei allen Wildreservaten Nepals sind die Interessen der Bewohner und der Naturschützer gegensätzlich. Nicht nur, dass die Nutzung der Nationalparkgebiete für die Land- und Holzwirtschaft verboten ist, es sorgen immer wieder umherstreifende Wildtiere für Unmut. Nashörner und Elefanten zerstören die Felder, Raubkatzen wie Tiger oder Leoparden reißen das wertvolle Vieh der Bauern. Für viele Tote in der Bevölkerung sind die Nashörner verantwortlich. Und die Wiederansiedlung in den 1980er Jahren sorgte für erhebliche Spannungen zwischen der Nationalpark Verwaltung und den Anwohnern. Die im Jahre 2001 von der Regierung angekündigte Erweiterung auf 1.500 km² wurde bis heute nicht realisiert.

Die in den letzten Jahren gestiegenen Einnahmen aus dem Tourismus werden auch in Sicherungsmaßnahmen wie Elektrozäune investiert. Um den eigentlichen Nationalpark ist eine Pufferzone ausgewiesen, in der eine beschränkte land- und forstwirtschaftliche Nutzung möglich ist.

Landschaft[Bearbeiten]

Die Landschaft des Bardia Nationalparks, der sich über eine Höhe von 152 m (im Grenzbereich zu Indien) und 1.441 m (in den Churia-Bergen) erstreckt, weist eine große Vielfalt an natürlichen Lebensräumen auf. Salwälder wechseln sich mit Savannen, ähnlichen Flächen und Flusswäldern ab. Feuchtgebiete sind genau so vorhanden, wie trockenen Hänge. Die Waldbestände machen etwa 70% der Fläche aus.

Der Geruwa, ein Nebenfluss des Karnali, ist die Westgrenze des Nationalparks und deren wichtigste Wasserquelle. Der Babai entwässert das Kerngebiet östlich von Thakurdwara.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Zu den Attraktionen des Bardia Nationalparks gehören neben Nashörnern und Tigern vor allem eine größere Herde wilder Elefanten. Eine kleinere Anzahl von Elefantenbullen sind ebenfalls immer wieder zu beobachten. Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere lassen sich mit etwas Glück auch von den Lodges aus beobachten.

In den Monaten nach der Regenzeit hat man am Geruwa, einem Nebenfluß des Karnali, eine reelle Chance die sehr seltenen Gangesdelfine zu sehen. Mit die beste Jahreszeit ist der Oktober und November wenn die Flüsse nach der Regenzeit viel Wasser führen. Die zu den Zahnwalen gehörende Gattung lebt nur im Nordosten Indiens, Bangladesch und Nepal und steht auf der Roten Liste der IUCN.

An den Wasserarmen und Teichen sind Sumpfkrokodile und in den Flüssen die seltenen Gangesgaviale heimisch. Seit diese in einer Zuchtstation im Parkhauptquartier aufgezogen und anschließend ausgewildert werden, sind sie wieder zahlreich in der freien Natur vorzufinden.

Berühmt war der Park einst für seine Panzernashörner. Galten diese noch Anfang des 20. Jahrhunderts in der Region als ausgerottet, begann in den 1980er Jahren eine Ansiedlungsaktion. Bereits um die Jahrtausendwende hatte sich eine Population von ca. 50 Tieren gebildet. In den Wirren des Bürgerkrieges wurden viele Tiere durch Wilderei getötet. Die in den letzten Jahren wieder verschärften Kontrollen in dem Gebiet zeigten schnell Erfolg. Im Frühjahr 2014 wurden wieder über 30 Tiere gezählt.

Auch die Tigerpopulation litt im Bürgerkrieg. Derzeit schätzt man etwa 30 Tiere im Nationalpark. Zusammen mit dem benachbarten Banke Nationalpark wird die Tiger Conservation Unit Bardiya-Banke gebildet, ein Schutzgebiet das sich über 1.437 km² erstreckt. In den frühen Morgenstunden oder am Abend hat man in der Trockenzeit die beste Gelegenheit an den Wasserstellen Tiger zu beobachten. Weitere ansässige Raubkatzen sind Leoparden oder die kleine Fischkatze. Die Bärenfamilie ist durch den Lippenbär vertreten. Diese rein nachtaktiven Tiere sind kaum zu Gesicht zu bekommen.

Ebenfalls selten sind die Pythonschlangen. Es bedarf eines erfahren Guides, um diese bis zu sechs Meter langen Tiere zu sehen.

Affen im Bardia Nationalpark (Nepal)

In großer Anzahl ist Rotwild (z.B. Axishirsche, Samberhirsch, Sumpfhirsch oder Muntjak) im Park zu sehen. Auch Affen (Rhesusaffen und Langurenaffen) werden Ihnen immer wieder begegnen. Seltener sind Wildschweine und Antilopen wie die Nilgau-Antilope oder die Hirschziegenantilope.

Für Ornithologen ist der Park ein Paradies. Neben einer Vielzahl von Greifvögeln wie Adler, Geier, Falken oder Milane sind Trappen (z.B. Barttrappe, Flaggentrappe) und der seltene Saruskranich heimisch. Es wurden fast 400 Vogelarten gezählt.

Termitenhügel im Bardia Nationalpark (Nepal)

In den Salwäldern finden sich Termitenhügel die über zwei Meter hoch sind.

Klima[Bearbeiten]

Im März und April ist ein warmes bis heißes, aber trockenes Klima. Die Monate ab Mai bis Mitte Oktober sind durch subtropisches Monsumklima mit bis zu 40°C geprägt. Von Mitte Oktober bis Februar folgt nun eine kühlere Trockenzeit. Die Temperaturen nachts können auf 10°C fallen.

Anreise[Bearbeiten]

Der äußerste Westen Nepals ist touristisch noch wenig erschlossen und liegt nicht auf den üblichen Rundreisewegen. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmittel ist möglich und erfolgt in der Regel über die wenig attraktive Grenzstadt Nepalgunj.

Wenn auch beschwerlich, so ist die Anreise mit dem Bus oder PKW, zumindest auf einer Strecke, zu empfehlen. Wenn man Lumbini im Reiseprogramm hat, werden man über Butwal die Straße Richtung Westen, den Mahendra Highway, nach Nepalgunj nehmen. Zu Beginn sind noch einige Industrieansiedlungen zu sehen. Schnell wandelt sich das Bild. Typische Terailandschaften mit Ackerbau und Viehzucht wechseln sich mit kleineren Orten. Die Straße führt auch in gebirgigere Regionen um Lamahi. Je weiter man gegen Westen kommt umso ursprünglicher wird die Landschaft. Die Städte und Orte sind nur noch wenig geprägt von den Einflüssen der Zentralregion Kathmandu. Die Beschriftungen sind zumeist in der Landessprache verfasst und nur noch selten in Englisch. Bald schon begegnet man kleinen Dörfern in der typischen Bauweise aus Holz, Lehm und Elefantengras. Wasserbüffel sind im Arbeitseinsatz auf den Feldern. Ochsen ersetzen Traktoren. Landwirtschaftliche Flächen und Wälder wechseln sich ab. In Kohalpur ist man fast am Ziel angekommen. Hier ist eine wichtige Kreuzung an der auch die Linienbusse halten. Richtung Süden kommt man nach Nepalgunj und an die Indische Grenze. Richtung Norden führt der Weg nach Surkhet und von dort in die westlichen Himalaja Regionen Nepals. Man folgt der Straße weiter Richtung Westen. Bald schon wird man die ersten Gebiete des Bardia Nationalparks durchqueren. Nicht selten sind Affen auf der Straße vorzufinden. In den tiefen Lichtungen weiden Hirsche und der Adler kreist auf der Suche nach Beute über Ihnen. Man überquert den Babai Nadi . Eventuell kann man von der Brücke aus Krokodile am Flussufer sehen. Kurz danach kommt der Ort Bhaurigaun und danach verlässt man bei Ambaasa den Highway links. Der zumeist nur befestigte Weg führt durch einen Wasserlauf und kleinere Ansiedlungen nach Thakurdwara.

Busverbindungen von und nach Kathmandu und Pokhara sind mehrmals täglich verfügbar. Der Busbahnhof befindet sich etwa 20 Laufminuten vom Zentrum im Nordosten von Nepalgunj.

Flüge[Bearbeiten]

Flüge in Nepal sind etwas besonderes. Die Flugzeuge sind im allgemeinen in einem recht guten Zustand. Die Sicherheitsbestimmungen an den Flugplätzen werden recht lasch genommen. Es kommt immer wieder zu Zwischenfällen. Wetterbedingte Verspätungen und Ausfälle kommen häufig vor. Planen Sie Ihre Flüge immer so, dass Sie genügend Zeit zu wichtigen Anschlussterminen, vor allem zu den internationalen Flügen haben. Umsteigezeiten von wenigen Stunden sind kaum realistisch.

In Kathmandu erfolgen die Abflüge und die Landung am Nationalen Teil des Tribhuvan International Airport, in Nepalgunj am Nepalgunj Airport. Der Flughafen in Nepalgunj befindet sich 6 km nördlich von Nepalgunj.

Flüge von Kathmandu nach Nepalgunj: Mo – Sa morgens und abends / So nur abends

Flüge von Nepalgunj nach Kathmandu: Mo – Sa morgens und abends / So nur abends

Flugzeit ca. 50 Minuten

Im Herbst 2014 waren bei Yeti Airlines keine Flüge Kathmandu – Nepalgunj online. Man sollte sich immer aktuell erkundigen.

Weitere Fluggesellschaften sind: Sitar Air (Webseite war bei der Erstellung des Artikels nicht zu erreichen).

Weiter geht es mit dem Lokalbus nach Thakurdwara. Die Fahrt dauert etwa vier Stunden. Nicht wesentlich schneller, aber bequemer ist es mit dem Mietwagen.

Gebühren/Permits[Bearbeiten]

Mit Stand Herbst 2018 werden Rs1500 pro Person erhoben. Der Eintritt ist am Haupteingang zur Parkverwaltung zu entrichten. Sie können Pakete mit Elefantenritt, Jeepsafari oder auch Floßfahrt bei allen Unterkünften buchen.

Mobilität[Bearbeiten]

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es keine. Alle wichtigen Punkte sind zu Fuß zu erreichen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Elefantenzuchtstation ist die einzige nennenswerte, aber auch erwähnenswerte Sehenswürdigkeit.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Wanderungen - Es werden geführte Wanderungen angeboten. Die Kosten richten sich nach der Erfahrung des Führers.
  • Elefantenreiten - Im Gegensatz zum Chitwan Nationalpark gibt es in Bardia nur wenig Elefanten und nicht immer sind alle im Einsatz. Sie sollten den Ausflug, der in den frühen Morgenstunden oder am Abend stattfindet, rechtzeitig buchen.
  • Jeepfahrten - Es werden Tages-, aber auch Halbtagesausflüge angeboten.
  • Flussfahrten - sind zumeist nur nach der Regenzeit, wenn die Flüße genug Wasser führen, möglich. Erkundigen Sie sich nach entsprechenden Angeboten vor Ort.
  • Angeln
  • Radtouren - Einige Lodges bieten Fahrräder an.

Einkaufen[Bearbeiten]

Es gibt einige Läden (Kioske) in der Nähe der Bushaltestellen.

Küche[Bearbeiten]

Es gibt keine Restaurants in Thakurdwara.

Unterkunft[Bearbeiten]

Es gibt eine Reihe von Lodges in Thakurdwara. Die Unterkünfte sind in der Regel recht einfach, aber sauber. Rechnen Sie aber immer damit, dass aufgrund des geringen Besucheraufkommens hier aufgeführte oder Ihnen bekannte Lodges nicht mehr existieren. Im Frühjahr 2014 waren zwei große Anlagen verwaist.

Die meisten Anlagen sind wärend der Monsumzeit und in den Wintermonaten aufgrund des sehr geringen Bedarfs geschlossen. Erkundigen Sie sich im Vorfeld, wo Sie übernachten können.

Lodges[Bearbeiten]

  • Bardia Eco Lodge. Mobil: +977 9851052390. Die Lodge besteht aus mehreren Gästehäusern, die im traditionellen Stil aus Holz und Lehm gabaut sind. Abweichend vom traditionellen Baustil ist jedoch die Sanitäreinrichtung mit Öko-Toilette und Dusche. Das Klima in den Räumen ist auch an heißen Tagen angenehm. Strom steht über ein Akkusystem ganztägig zur Verfügung. Das Haupthaus mit dem Empfang hat ein Restaurant für die eigenen Gäste. Es werden lokale Gerichte gereicht. Das Essen ist reichlich und schmackhaft. Die Lodge bietet alle möglichen Aktivitäten an.

Camping[Bearbeiten]

Bardia Eco Lodge. Mobil: +977 9851052390. Die Lodge verfügt über eigene Zelte. Der Gast kann aber auch ein eigenes Zelt mitbringen.

Sicherheit[Bearbeiten]

Der Nationalpark selbst darf nur mit Führer betreten werden.

Ab Einbruch der Dunkelheit bis Sonnenaufgang sollte man nicht ohne ortskundige Begleitung die Unterkunft verlassen. Es werden immer wieder Nashörner und Elefanten, aber auch Tiger, Leoparden und Lippenbären in der Nähe beobachtet. Eine Begegnung mit ihnen kann sehr gefährlich werden.

Ausflüge[Bearbeiten]

Touristische Ausflugsziele sind in der Region nicht vorhanden, jedoch finden Sie viele traditionelle Döfer.

Literatur[Bearbeiten]

Derzeit ist keine eigenständige Literatur über den Nationalpark bekannt.

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