Lago Maggiore

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Der Lago Maggiore oder Langensee (auch Lago Verbano ital.), ist ein 212,5 km² großer See, der an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz liegt.

Caterina del Sasso am Ostufer des Sees

Inhaltsverzeichnis

Regionen [Bearbeiten]

Das Westufer gehört zur Region Piemont und das Ostufer gehört zur Region Lombardei.

Der Norden des Lago Maggiores gehört zur Schweiz Kanton Tessin. Hierzu gehört auch die Region Gambarogno.

80,1 % der Fläche des Sees entfallen auf Italien, die restlichen 19,9 % auf die Schweiz.

Orte [Bearbeiten]

Der Lago Maggiore ist umgeben von zahlreichen kleinen und mittelgroßen Ortschaften. Die bedeutensten davon sind:

  • Ascona - auf der Schweizer Seite liegende Kleinstadt mit einer schönen Uferpromenade und einem schönen, kostenlosen Strandbad
  • Locarno - Stadt im Norden des Sees, bekannt für sein alljährlich stattfindendes Filmfestival
  • Luino - Einzige größere Stadt am Ostufer des Sees
  • Stresa - in Italien liegende Kleinstadt mit einer schönen Uferpromenade
  • Verbania - größte Stadt am Lago Maggiore

Kleinere aber trotzdem nicht uninteressante Orte sind:

  • Brissago - südlichstes Dorf auf der Schweizer Seite bei Ascona
  • Cannobio - Italienischer Ort südlich Ascona bekannt durch seinen Markt jeden Sonntag,

wunderschöne Seepromenade, großer, kostenfreier Parkplatz (außer sonntags), hübsche Altstadt

  • Ronco - Ort zwischen Ascona und Brissago auf halber Höhe mit grandioser Sicht über den Lago Maggiore

Inseln [Bearbeiten]

  • Borromäische Inseln - Inselgruppe im Borromäischen Golf bei Stresa
  • Brissago Inseln - zwei kleine Inseln auf der Schweizer Seite bei Ascona
  • Cannero Inseln - zwei winzige Inseln mit Burgruine und Kerker bei Cannero-Riviera.

Weitere Ziele [Bearbeiten]

  • Cardada und Cimetta - die beiden Hausberge von Locarno
  • Centovalli - Tal der hundert Täler westlich von Locarno
  • Maggiatal - Tal nordwestlich von Locarno an dessen Ende sich ein mit der Seilbahn erreichbares Gletschergebiet gefindet
  • Verzascatal - Tal nördlich von Locarno das zum Flussbaden einläd
  • Cannobinatal - Tal westlich von Cannobio mit sehr engen und steilen Schluchten

Hintergrund [Bearbeiten]

Der Lago Maggiore reicht von der südlichen Alpenkette bis an den Rand der Poebene. Wie die anderen oberitalienischen Seen entstand er beim Abschmelzen eiszeitlicher Gletscher. Vor allem im Nordteil ist er von hohen Felswänden umgeben.

Der Seespiegel liegt im Mittel bei 193 m ü. M.. Der See ist 66 km lang und bis zu 10 km breit. Er ist nach dem Gardasee der zweitgrößte See Italiens. Die größte Tiefe beträgt 372 m. Der Seegrund liegt also über 170 m unter dem Meeresspiegel. Damit ist der Lago Maggiore der tiefste See der Schweiz.

Das Einzugsgebiet ist 6.386 km² groß (3.326 km² in der Schweiz und 3.060 km² in Italien).

Sprache [Bearbeiten]

Am Lago Maggiore wird Italienisch gesprochen. Deutsch ist als erste Fremdsprache jedoch weit verbreitet.

Anreise [Bearbeiten]

Auto: Von Norden her kommend fährt man am besten entweder durch den St. Gotthard oder durch den St. Bernardtunnel. Für die Schweiz benötigt man jedoch die Autobahnvignette, die an den Grenzübergängen und an den meisten Tankstellen zu kaufen ist.

Bahn: Von Norden her kommend fahren die Züge durch den St. Gotthardtunnel nach Bellinzona. Hier muss man für die Weiterfahrt umsteigen. Am Ostufer des Sees befindet sich durchgängig eine Bahnstrecke, während auf der Westseite nur Locarno und die Orte südlich von Stresa mit einer Bahnstrecke verbunden sind.

Flugzeug: In Locarno befindet sich ein kleiner Flughafen, der jedoch nicht mit Linienmaschinen angeflogen wird. Die nächsten größeren Flughäfen sind in Lugano und in Mailand (Malpensa). Von Malpensa aus fährt alle 3 Stunden zwischen 7:30 und 20:30 der Alibus Richtung Verbania (reservierungspflichtig). Von Malpensa aus fährt alle 3 Stunden zwischen 7:30 und 20:30 der Alibus Richtung Verbania (reservierungspflichtig). Vom Terminal 1 aus fahren tagsüber alle zwei Stunden schweizer Züge direkt Richtung Luino und Bellinzona (SBB S30).

Mobilität [Bearbeiten]

Auf dem gesamten See fahren Personenschiffe, die jedoch zum Teil reservierungspflichtig sind. Eine Fähre verkehrt zwischen Intra und Laveno alle 20 Minuten zwischen 7 Uhr und 19 Uhr. Nicht zu empfehlen ist, Sonntags mit dem Auto zu fahren, da Sonntags viele Italiener Familienausflüge machen und man dadurch oft stundenlang im Stau steht.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

  • Castello Visconteo - Burganlage in Locarno mit eine bedeutenden Sammlung an römischen Gläsern und Vasen.
  • Madonna del Sasso - Wallfahrtskirche über Locarno mit herrlicher Aussicht über den See.
  • Monte Verita - Hügel über Ascona mit Museum über den Gegenentwurf zur Industriegesellschaft während der Jahrhundertwende und die berühmten Gäste (CG Jung, Hermann Hesse u. a.)
  • Piazza Grande - Großer Platz in Locarno, auf dem jedes Jahr das internationale Filmfestival stattfindet.
  • Villa Taranto - Botanischer Garten in Pallanza (Verbania) mit einer Vielzahl an seltenen Pflanzenarten und einem barocken Terassengarten mit Seerosen und Lotusblumen
  • Santa Caterina del Sasso - In den Fels gebaute Klosteranlage bei Leggiuno (südlich von Laveno) mit vielen Fresken und dem Sarkophag des Gründers
  • Sacro Monte della Ss. Trinita - Klosteranlage oberhalb von Ghiffa (UNESCO Weltkulturerbe) mit einem schönen Park und Naturschutzgebiet. Geeignet um etwas abseits der Hauptwege Ruhe und Entspannung zu finden.

Aktivitäten [Bearbeiten]

Baden: In den meisten Orten am Lago Maggiore gibt es saubere Strände zum Baden. Zum Teil gibt es auch öffentliche Strandbäder und hoteleigene Bäder. Das schönste öffentliche und auch kostenlose Strandbad befindet sich in Ascona. Zu Beachten ist jedoch, dass das Wasser des Lago Maggiores nur selten über 22°C erreicht. Diejenigen, die es besonders kalt haben wollen können in den Tälern oberhalb von Locarno Flussbaden.

Bungee Jumping: Nördlich von Locarno befindet sich eine 220 Meter hohe Sprunganlage.

Golf: In Arona, Ascona, Locarno, Losone und in der Nähe von Stresa gibt es Golfplätze.

Klettern: In der Nähe von Locarno gibt es Möglichkeiten zum Klettern. In Baveno gibt es einen Adventurepark, der besonders für Kinder und Jugendliche einen Einstieg in die Klettertechnik bietet.

Radfahren: Es gibt viele Möglichkeiten sich Räder auszuleihen, jedoch sind Radwege am gesamten See Mangelware. Oft muss man die schmale, vielbefahrene Uferstraße benützen oder quer durch Gelände mountainbiken. Für die ganz faulen gibt es auch Elektrobikes zum ausleihen.

Wandern: Rund um den Lago Maggiore gibt es zahlreiche ausgeschilderte Wanderwege, auch für Nordic-Walking. Zum Teil führen auch Bergbahnen auf die umliegende Berge (Cardada/Locarno, Motarone/Stresa, Monte Tamaro/Rivera, Sasso del Ferro/Laveno). Sehr zu empfehlen ist der Nationalpark Val Grande, der größte Wildnispark Italiens. Hier werden auch geführte Wanderungen angeboten und es gibt Hütten zur Übernachtung.

Wassersport: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten sich Surfbretter, Segel- und Motorboote auszuleihen. Außerdem kann man in vielen Orten auch Kurse belegen oder Banane fahren. Ein kleines Wassersportzentrum mit Katamaranen befindet sich in Cannobio. Da hier der Wind am stärksten bläst, starten auch Kitesurfer an diesem Strand. Tauchen: Der Lago Maggiore ist kein Tauchparadies, da die Sichtverhältnisse trotz der beachtlichen Tiefe bereits in wenigen Metern erheblich abnehmen.

Flugsport: Die Gegend um den Lago Maggiore mit den unmittelbar angrenzenden etwa 2200 Meter hohen Bergen läßt sich auch gut aus der Luft erkunden. Dazu werden am Regionalflughafen Locarno-Magadino Alpenrundflüge mit dem Hubschrauber und auch kürzere Flüge über den See angeboten. Vom gleichen Platz aus sind auch Fallschirmsprünge möglich. Das Paracentro betreibt eine Sprungschule und bietet Tandemsprünge aus 4000 Metern Höhe an. Auch private Segelflieger starten hier. Gleitschirme starten vorwiegend dort, wo es Seilbahnen gibt (Cimetta, Monte Tamaro, Sasso del Ferro).

Küche [Bearbeiten]

Die italienische Küche ist am Lago Maggiore die am weitesten verbreitete Küche. In den meisten Lokalen gibt es jedoch auch internationale Gerichte.

Märkte [Bearbeiten]

Bei den Märkten, die eine starke touristische Ausprägung haben, sind besonders Luino und Cannobio zu erwähnen. Jede Woche kommen mehrere tausend Besucher und versuchen in der meist niedrigpreisigen aber nicht immer hochwertigen Ware (vorwiegend Bekleidung aller Art, Lederwaren, Taschen, Schuhe und Jacken) ein Schnäpchen zu machen.

Große Märkte:

  • Luino: Mittwoch 9-16 Uhr
  • Cannobio Sonntag 8-14 Uhr
  • Verbania-Intra: Samstag 9-16 Uhr
  • Locarno: Donnerstag 8-12 Uhr (im Winter nur alle zwei Wochen)
  • Ascona: Dienstag 10-17 Uhr (Mai - Oktober)

Kleinere Märkte:

  • Arona: Dienstag und Freitag
  • Baveno: Montag
  • Cannero Riviera: Freitag 8-12 Uhr
  • Stresa: Freitag

Veranstaltungen [Bearbeiten]

Am Lago Maggiore gibt es zahlreiche international ausgerichtete Veranstaltungen. Die bekannteste dürfte das Internationale Filmfest von Locarno sein. Für Musikliebhaber sind sicher auch Jazz Ascona und die Klassik Konzerte von Mai bis September in Stresa interessant.

Aktuelle Informationen über Events und Veranstaltungen stellen die Tourismusbehörden der beiden Länder im Portal Schweiz und Portal Italien bereit.

Nachtleben [Bearbeiten]

Zum Ausgehen am Abend gibt es rund um den See eine Vielzahl an Bars und Cafés. Auf dem See selbst gibt es zum einen Katia, ein kleiner "Schnapsdampfer", der den Charme einer alten Dame hat. Ab Hafen Minusio in Locarno startet Katia zu kleineren Rundfahrten in der Umgebung. Zum anderen der moderne Gegenpol: Der einzige solar betriebene Katamaran am See ist ein Partyboat mit Cocktail-Bar. Das mit 50 Plätzen, Sessel und Sofas ausgestattete "Floß" ist in Cannero-Riviera stationiert und zieht von dort aus seine Kreise. Beide Boote können auch für private Feste wie Hochzeiten etc. angeheuert werden.

Für Tanzfreudige gibt es ein sehr schönes Tanzlokal mit Namen NUOVA PERGOLA in 6572 Quartino. Jeden Samstag ab 21:00 h bis 02:00 h Tanz zu Live Music von italienischen Duos oder auch größeren Gruppen. Große Tanzfläche aus Granitfliesen, nettes Ambiente, großer kostenloser Parkplatz vor dem Gebäude. Speisemöglichkeit in der angeschlossenen Pizzeria. Hier treffen sich tanzfreudige Singles und Paare.

Überwiegend von Einheimischen besucht, aber natürlich sind auch ausländische Gäste/Touristen willkommen.

Sicherheit [Bearbeiten]

Klima [Bearbeiten]

Es herrscht typisches Mittelmeerklima. Die Winter sind mild und die Sommer sind mäßig warm.

Die aus China stammende Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) wächst hier wie Unkraut, die Samen werden von Vögeln verbreitet. Auch bei uns in Deutschland sind diese Palmen überlebensfähig.

Ausflüge [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]